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Krimis & Thriller
Buch Leseprobe Des Mörders Rache, Mario Lenz
Mario Lenz

Des Mörders Rache


Ausgabe mit extra grosser Schrift

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Seit nunmehr 40 Jahren hatte Renate Lange ihren kleinen „Tante Emma Laden"


inmitten des Berliner Stadtbezirks Prenzlauer Berg. Seit in den Nachwendejahren


die Supermärkte wie Pilze aus dem Boden schossen, warf der


Laden wenig bis nichts ab. Nur ein paar tattrige Omis, die nicht bis zum


nächsten Discounter latschen wollten, kamen noch zu ihr. Bei der Gelegenheit


konnte man noch ein wenig tratschen. In den heutigen Supermärkten hatte


man für einen anständigen Klatsch wie zu Konsum]Zeiten keine Muse mehr.


Zum Schließen war ihr der kleine Laden zu schade.


Renate Lange war nicht anspruchsvoll. Zum Leben reichte der Ertrag. Außerdem:


Zu mühevoll war es gewesen, den privaten Laden gegen die Verhinderungsmethoden


der DDR]Behörden aufzubauen. Sie fühlte sich mit ihren 68


Jahren auch noch ein bisschen jung für die Rente. Und was hatte sie nicht alles


in ihrem Laden erlebt: Den Nervenzusammenbruch von Frau Bahlke, von dem


diese sich nie wieder richtig erholt hatte. Oder dieser Hirni aus der Grellstraße,


der sich vor dem Laden immer mit seiner Geliebten getroffen hatte - solange


bis ihn der Ehemann der Geliebten, der Fäuste wie Räucherschinken besaß,


anständig verprügelte. Oder als die Staatssicherheit von ihrem Laden aus


den konspirativen HiFi]Laden gegenüber beobachtete. Angeblich baute der


Inhaber heimlich Antennen zum besseren Empfang von Westfernsehen. Fiel ja


kaum auf, dass der graue Barkas]Kastenwagen mit der Aufschrift „Obst und


Gemüse" tagelang vor ihrem Laden stand. Wo man doch als privater Laden


bei der Zuteilung von Obst und Gemüse nicht gerade verwöhnt wurde ] und


so hätte auch ein Fahrrad mit größerem Korb zur Lieferung gereicht. Hauptsache


ein Gemüselieferwagen vor der Tür, aber kein Gemüse in der Auslage.


Oder die wenigen glücklichen Gesichter, wenn sie mal Bückware hatte. Mal


Südfrüchte, mal einen Kasten Radeberger. Einmal hatte sie sogar eine Sonderzuteilung


Mamba in petto.


Viel hatte sie erlebt in den Jahren, aber was das Schicksal ihr diesmal für ein


Ei ins Nest legte, war schon sagenhaft...


Es begann an einem tristen, grauen Dezembertag. Ein typischer Tag, an dem


man sagte: „Früher waren die Winter noch richtige Winter, da hat es wenigstens


mal geschneit. Die heutigen Winter könnte man getrost abschaffen".


Überall hingen Lichterketten, man wurde mental in die Weihnachtsstimmung


gezwungen. Zu den Geschäften, in denen man das Gefühl hatte die


Weihnachtszeit beginne im Allgemeinen im August, zählte Renate Langes Laden


nicht. Sie begann mit dem Schmücken relativ spät. Der Flugdrachen und


das Plastik]Herbstlaub wichen nun dem Weihnachtskitsch. Eine Krippe hier,


ein Jesusbaby dort, man hätte das Gefühl bekommen können, sich direkt in


den Stall von Bethlehem verlaufen zu haben. Fehlte nur noch, dass man vor


der Tür mit den „Drei Weisen" zusammenstieß.


Frau Lange war gerade dabei, einen Stoff]Joseph mit einer riesigen Nase neben


einer Stoff]Maria zu drapieren und dachte noch frei nach dem Motto:


"Wie die Nase eines Mannes... da muss Maria ja viel Freude gehabt haben",


als das Türglöckchen bimmelte.


Ein Mann kam herein. Er sah attraktiv und südländisch aus. Frau Lange, deren


Heinz 1987 spontan beschlossen hatte, er bräuchte ab jetzt eine zehn Jahre


jüngere Frau, und die seitdem keinen Mann mehr hatte, musste mehrfach tief


durchatmen. Ihre Körpertemperatur stieg um nullkommadrei Grad.


Der Südländer fragte mit sehr sexy klingendem italienischem Akzent nach


einer bestimmten Zigarettensorte.


Und wieder nullkommadrei Grad mehr!


Sie entdeckte an seinem Hals eine dicke Narbe in der Nähe der Halsschlagader.


Seine Attraktivität sank um zwei Punkte, ihr Interesse stieg um vier. Er


schien Anfang fünfzig zu sein und hatte schönes grau meliertes Haar, welches


in einem wunderbaren Kontrast zu seiner dunklen Haut stand. Dass er eine


Aktentasche bei sich trug, entging ihrer Aufmerksamkeit erst einmal.


Nachdem sie ihm die gewünschten Zigaretten ausgehändigt hatte, fing er mit


seinem typischen Akzent, ein Gespräch an. Er erzählte belanglose Sachen, wobei


er das Haus gegenüber nicht aus den Augen ließ.


Dieses Haus, in dem sich früher der HiFi]Laden des Antennen]Aufmotzers


befand, beherbergte jetzt ein kleines Hotel. Nichts Schickes freilich, schließlich


war man hier „uffm Prenzlberg".


Er sprach übers Wetter und über das bevorstehende Weihnachtsfest, doch


dann begann er das Gespräch so langsam auf das gegenüberliegende Hotel zu


lenken.


„Ist es gut besucht?", wollte er wissen und ob die Polizei hier öfter vorbeischaut.


Auch ob nachts dort viel los ist, interessierte ihn offensichtlich.


Jeder andere hätte gedacht: "Nachtijall, ick hör dir trapsen". Aber Frau Lange,


die gerade verloren geglaubte Instinkte wieder entdeckte, hörte nichts


mehr trapsen, und gab bereitwillig Auskunft.


So ausgestattet mit Informationen aus erster Hand und Informationen über


sämtliche Nachbarn, auf die er gerne verzichtet hätte, verabschiedete sich der


Südländer, versprach aber wiederzukommen.


Frau Lange kam ein Weilchen nicht zur Ruhe und dachte:


„Achtundsechzig Jahre alt, aber die Hormonproduktion scheint noch voll im


Gange zu sein".


Gegenüber des „Tante Emma Ladens" von Frau Lange befand sich das kleine


Hotel „Zum Prenzlberg". Es gehörte Tanja Szerpinsky. Sie besaß auch noch


einen Puff drei Straßen weiter.


Früher war sie im Ostberliner „Palasthotel" von der Staatssicherheit auf


Politiker und Wirtschaftsgrößen aus dem nichtsozialistischen,


klassenfeindlichen Ausland angesetzt worden. Mit ihrer Handfertigkeit, ihrer


Mundfertigkeit und anderen Fertigkeiten hatte sie ihre Rüden zum Winseln


gebracht. Dabei war der Eine oder Andere schon mal ins Plaudern geraten.


Oder der Verwöhnte hatte so nett in die versteckte Kamera gelächelt oder


gestöhnt, dass er anschließend dem Arbeiter] und Bauernstaat auf Gedeih und


Verderb ausgeliefert war. Nach dem Umbruch ließ sie dann auf selbständige


Art ihr Miezchen schnurren. Ihr Miezchen schnurrte fleißig, so machte sie eine


gute Mark. Sie konnte sich zuerst ein kleines Bordell einrichten, dann das


Haus kaufen und das kleine Hotel eröffnen. So machte sie jetzt einen guten


Euro!


Als Luigi den Laden der alten Schachtel verlassen hatte, war er zufrieden mit


sich und dem was er herausgefunden hatte. Immer wenn er seinen Akzent


einschaltete, den er selbst als seinen Dosenöffner bezeichnete, lagen ihm die


Weiber zu Füßen. Selbst die alten.


Er beschloss in seine Bleibe im Park Inn Hotel am Alexanderplatz zurückzugehen


und den kleinen Erfolg ein bisschen zu feiern. Mindestens mit einer Hure,


etwas Champagner und einer ordentlichen Portion kolumbianisches Erfrischungspulver.


Vorher würde er noch in die oberste Etage des Hotels fahren


und in dem dortigen Casino etwas Kohle verzocken.


„Mann, kann das Leben schön sein, man muss bloß wissen, wie!", grinste er


vor sich hin.


Luigi erwachte nach einer langen Nacht. Er war der Sohn italienischer Einwanderer.


Das musste den beiden Huren, mit denen er die Nacht verbracht


hatte, gut gefallen haben, denn sie hatten sich besonders viel Mühe gegeben.


Oder in Berlin waren die Nutten einfach besser. Aber wenn er literweise


Champagner intus hatte und bis zum Stehkragen voll Koks war, gefiel ihm das


Vögeln sowieso viel besser. Leider waren die beiden Damen schon weg. Schade.


„Früher sind die Weiber noch bis morgens geblieben, wenn man für eine


ganze Nacht bezahlt hat", murmelte er heiser. „Die Nutten sind auch nicht


mehr das, was sie mal waren."


Er duschte ausgiebig und zog sich an. Dann legte er sich eine weiße Bahn auf


den Spiegel, um erstmal in die Gänge zu kommen und ging frühstücken. Anschließend


musste er zum Hotel „Zum Prenzlberg", um sich dort einzumieten.


Das gefiel ihm nicht, er war Besseres gewöhnt. Aber es war nötig ] er hatte einen


Job zu erfüllen.


Als er dort ankam, stand eine Vettel hinter dem Empfangstresen, die in jüngeren


Jahren eine Prostituierte gewesen hätte sein können. Während sie seine


Daten eintrug, studierte er schon mal die Speisekarte. Bauernfrühstück auf der


Abendkarte...na super! Als er den Schlüssel erhalten hatte, wanderte er durch


das Foyer. Da ] ein Regal mit Ausleihbüchern. Er ging näher ran.


„Na toll", dachte er, „was ist das denn für ein Autor? Hans Lebek ] laut Infozettel


soll er in Berlin recht bekannt sein? Hans Lebek statt Stephen King, Rotkäppchen


Sekt statt Champagner und Bauernfrühstück statt Hummer. Das


kann ja heiter werden. Wahrscheinlich kann man hier nicht mal ´ne anständige


Hure unter fünfzig Jahren organisieren?"


Er ging nach oben und inspizierte sein Zimmer. In den Hotels, in denen er


normalerweise verkehrte, wäre das nicht mal die Besenkammer gewesen. Karger


Tisch, karges Bett, Wände schön plastikverkleidet. Elektroleitungen lagen


über Putz. Auf dem Tisch stand ein Gummibaum, dessen Blätter an den Rändern


schon braun wurden. Irgendwie waren die Ostzeiten hier noch nicht


ganz ausgezogen.


Zur Mittagszeit saß er unten im Gastraum und prüfte die Mittagskarte. Er


bekam nicht gerade Appetit beim Gedanken an fetttriefende Bratkartoffeln


oder etwas, was Soljanka hieß.


„Ich dachte, die Kommunisten wären schon vor etlichen Jahren abgezogen"


ging es ihm durch den Kopf.


Er entschied sich für eine Portion Kesselgulasch, bestellte es und sah sich im


Gastraum um. Alles war in dezentem Dunkelbraun gehalten. An der Wand


hinter dem Tresen hing ein Schild mit der Aufschrift:



REDEN WAS WAHR IST


ESSEN WAS GAR IST


TRINKEN WAS KLAR IST


VÖGELN WAS DA IST



„Vögeln was da ist - sehr lustig", dachte er, „womöglich noch die Thekenvettel.


Früher mag sie ganz gut ausgesehen haben, doch ihre besten Jahre sind


unwiederbringlich vorbei. Ihre Titten hängen wahrscheinlich faltig herunter,


wie die ausgelösten Airbags eines Autos nach einem Unfall."


Es schüttelte ihn bei diesem Gedanken. Er zündete sich eine Zigarette an,


wartete auf das, was sie hier Essen nannten und fragte sich zum wiederholten


Male, warum zum Teufel sein Auftrag ihn hierher in dieses Loch geführt hatte.


Frau Lange erkannte sofort, um wen es sich handelte, als Luigi in das Hotel


gegenüber ging. Frau Lange sah auch, wie unmittelbar nach dem Taxi des attraktiven


Italieners ein silberner BMW hielt, und ohne dass jemand ausstieg,


und vor der Hotel stehen blieb.


„Wahrscheinlich die eifersüchtige Ehefrau", dachte sie, wobei es in ihrem


Hormonspeicher schon wieder ein wenig rumorte. „Die hat auch allen Grund


zu, den würden nicht viele Frauen von der Bettkante stoßen."


„Kann ich noch eine Schachtel Churchill haben Frau Lange?", unterbrach


Oma Luise aus dem Nebenhaus ihre Gedanken. Renate Lange hatte Mühe,


nicht ungehalten zu werden.


Martin Zimmermann hielt mit seinem silbernen BMW vor dem kleinen Hotel.


Der Mann, den er verfolgte, stieg aus und betrat das Hotel durch den


schäbigen Eingang.


Martin war Kommissar beim Landeskriminalamt (LKA). Er hatte einen Bilderbuch]


Lebenslauf: Abitur, Bundeswehr, Ausbildung im gehobenen Polizeidienst.


Danach Dienst im Rauschgiftdezernat. Aufgrund seiner Erfolge wurde


schnell das LKA auf ihn aufmerksam. So kam es, dass er mit Anfang dreißig


Kommissar beim LKA wurde und seitdem zuständig für organisierte Kriminalität


war.


Privat lief es für ihn eher weniger gut. Er heiratete früh und wurde früh Vater.


Als seine Frau aber erkannte, dass er immer und immer mehr seinen Beruf


zu seinem Hobby machte und immer weniger Zeit für die kleine Familie hatte,


verließ sie ihn kurzerhand. Sie hatten noch eine Weile Kontakt, aber auch dieser


wurde schnell immer seltener. Als Krönung teilte sie Ihm zu guter letzt


mit, seine Tochter wolle nichts mehr mit ihm zu tun haben.


„Eine Sechsjährige kann auch selbständig solche Entscheidungen treffen",


grollte er oft in sich hinein.


Luigi versuchte sich den Ekel zu verbeißen. Das Essen übertraf seine


schlimmsten Befürchtungen. Die Fettaugen auf der Oberfläche des Gulaschs


animierten seine Würgreflexe. Zum Essen hatte er sich ein Buch von „Stephen


King für Arme" aus dem Bücherregal geholt: „Doppelte Gefahr". Er schwebte


hier auch in doppelter Gefahr: Vergiftung durch das Essen und Blindheit beim


Anblick der Hotelsmutter. Aber das Buch war wider Erwarten gut. Wahrscheinlich


lebte der Autor in einer Villa am Wannsee.


Er sah auf, als ein Mann die Treppe herunter kam. Dieser war hager und


trotzdem muskelbepackt - und hatte eine ungewöhnlich blasse Gesichtsfarbe.


Der Mann kam ihm bekannt vor. Rasch schaute er die Fotografie an, die er in


der Innentasche seines Mantels bei sich trug.


Treffer!


Hier hieß es schön dranbleiben.


Kapitel 2



Rückblende


März 1945: Deutschland liegt im Zangengriff der alliierten Heere. Die rote Armee


hat die Oder schon genommen. Deutsche Radiosender verkünden trotzdem immer


neue Erfolgsmeldungen:


„Neue Armeen hat Hitler aufgestellt. Wartet, bis die Vergeltungswaffe einsatzbereit


ist! Lange dauert es nicht mehr ] Haltet aus ] der Führer haut Euch raus".


Während im Osten schon die Stalinorgeln ihre todbringende Musik spielen, ist es im


westlichen Harz noch relativ ruhig. Jahrhunderte lang wurden unter dem Gebirge im


Westharz Erze abgebaut. Immer tiefer fraßen sich erst Spaten und Spitzhacke ins Gestein,


später dann schon Maschinen. Tonnennweise gab die Erde her, was die Menschen


brauchten. Doch nun will man der Erde etwas zurückgeben. Fragwürdig ist, ob


die Erde es will. Sie wird nicht gefragt.


Inmitten dieser Gebirgsidylle befindet sich ein Trupp SS]Leute von circa fünfzig


Mann. Gerhard Brunner ist der jüngste der Kameraden. Er war erst sechzehn Jahre


alt, als er die Mütze mit dem Totenschädel aufsetzen musste. Inzwischen ist er siebzehn


geworden. Mein Gott, er hatte noch nicht mal mit einem Mädchen geschlafen.


Doch der Krieg scheint bald zu Ende zu sein - so oder so.


Brunner hat zwei Ziele: Sich so kurz vor Kriegsende nicht noch eine Kugel zu fangen


] und nicht in die Hände der Russen zu fallen! Deswegen hatte er sich für diese Mission


freiwillig gemeldet. Sie führte ihn direkt aus dem Berliner Umland in den Harz,


weiter weg von den Russen, die sich wohl aufführten wie die Barbaren.


In Strausberg hatten sie achtzig bis hundert schwere Kisten auf Lastwagen gehievt.


Manche davon waren so schwer, dass man sie nur mit zwölf Mann heben konnte. Hier


im Harz sollen die Kisten in einen Schacht eingelagert werden. Der Sinn des Unternehmens


ist Brunner völlig unklar. Auch über den Inhalt der Kisten wurden sie im


Unklaren gelassen. Aber Gerhard Brunner wäre nicht Gerhard Brunner, wenn er sein


Neugier besiegen könnte. So fragte er während einer Zigarettenpause einen seiner


Vorgesetzten:


"Herr Sturmbannführer Müller, was ist eigentlich in den Kisten?"


„Eigentlich geht es Dich einen Scheißdreck an" knurrte dieser, „aber weil du noch so


grün hinter den Ohren bist, will ich es Dir sagen. Es sind Teile und Papiere der V2,


der Vergeltungswaffe. Denn wie sollen wir den Feind besiegen, wenn er unsere wichtigste


Waffe in die Hände bekommt? ] So, Pause beenden, wir machen jetzt weiter!"


beendete er das Gespräch.


Bis zum Abend werden alle Kisten tief im Berg eingelagert. Die Männer sind fix und


fertig. Sturmbannführer Müller befiehlt bei den Kisten zu bleiben, bis Ablösung


kommt. Er selbst und die anderen Höherrangigen wollen in einem Gasthof im nahe


liegenden Ort die als Belohnung bestellten Eisbeine mit Sauerkraut und Erbspüree


abholen.


„Eisbein mit Sauerkraut und in Sicherheit vor den Russen. Besser kann es ja gar


nicht mehr kommen" dachten nicht wenige der Kameraden.


Gerhard Brunner kennt die Geschichten von den Errichtern der Pharaonengräber


nicht, die anschließend sterben mussten. Er hat sich nicht um die Arbeiter gekümmert,


die im Stolleneingang Bohrungen setzten und in diese dünne Stangen einführten. Als


es eine starke Detonation gibt, gilt sein letzter Gedanke der einzigen Frau, die er jemals


geliebt hatte - seiner Mutter.



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