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> Krimi Thriller > Der dicke Zwilling
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Krimis & Thriller
Buch Leseprobe Der dicke Zwilling, Roland Zingerle
Roland Zingerle

Der dicke Zwilling


Klagenfurter Kneipen Krimi Nr. 7

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„Du, entschuldige, ich muss dich etwas fragen."Herbert Pogatschnig sah über seine Brillenränder hinweg nach oben zu dem Störenfried, dem diese Stimme gehörte. Sie gehörte einem Mann Ende zwanzig, mittelgroße, normal proportionierte Statur, unrasiert, ungepflegt.Es war einfach un-glaub-lich, mit welchen Menschen sein Bruder Umgang pflegte!Nachdem der Mann keine Antwort bekommen hatte, fragte er unsicher nach:„Hast du kurz Zeit?"„Klar", erwiderte Herbert Pogatschnig scharf. „Ich habe nichts anderes zu tun, als zu reden. Deshalb bin ich ja auch allein in die Huabn gegangen und habe mir Arbeit mitgebracht!"Augen und Mund des Unbekannten zuckten unstet; er wusste nicht recht, was er mit dieser Antwort anfangen sollte. Doch Herbert Pogatschnig war hoch motiviert, diese Unschlüssigkeit von ihm zu nehmen. Vorhin hatte es nämlich fünf Minuten gedauert, bis er den Huabn-Chef Franzi Huditz davon überzeugt hatte, dass er nicht sein Bruder war, und selbst dann schien Franzi - wie alle anderen bisher auch - nicht davon überzeugt zu sein. Er hatte seine Mutter Inge Huditz geholt und das Spiel hatte von vorne begonnen, nur mit dem Unterschied, dass Inge Huditz Herbert Pogatschnig davon überzeugen konnte, dass er in Wirklichkeit Hubert war. So etwas wollte er nicht noch einmal erleben! Er war bereit, alles zu tun, um die nächste Episode dieses Verwechslungsdramas abzustellen, noch bevor sie richtig begonnen hatte, deshalb sagte er:„Ich mache es kurz: Ich bin nicht Hubert Pogatschnig, sondern Herbert Pogatschnig, sein Zwillingsbruder. Nein, ich mache keinen dummen Witz. Nein, es ist mir nicht peinlich, was ich im letzten Rausch gemacht habe, weil nicht ich es war, sondern mein Bruder. Nein, ich verarsche Sie nicht, und nein, das ist keine dumme Ausrede, nein, nein, nein."Der Fremde sah ihn misstrauisch an. Er wollte etwas erwidern, kam jedoch nicht weiter als bis zu einem zögerlichen „Aber ...", weil Herbert Pogatschnig ihm erneut das Wort abschnitt:„Nix aber! Ich bin nicht Hubert Pogatschnig! Begreifen Sie das bitte!"Der Mann lächelte verlegen.„Ich begreif es ja, ich begreif es ja", versicherte er. „Sie sind nicht Hubert Pogatschnig, okay. - Alles, worum ich Sie fragen wollte war, ob Sie sich eine Spende für die Gehörlosen unserer Stadt vorstellen könnten!"Herbert Pogatschnig schluckte. Er war nicht der Typ, dem irgendetwas peinlich war, aber wenn es doch einmal geschah - so wie gerade jetzt - dann reagierte er aggressiv:„Ich kann mir eine Menge vorstellen", sagte er. Seine Stimme war ruhig, doch etwas Bedrohliches schwang in ihr mit. „Sogar eine Spende für die Gehirnlosen dieser Stadt. Dafür würde ich was springen lassen, auch wenn sich dieses Fass ohne Boden selbst in hundert Jahren nicht füllen ließe!"Der Fremde wandte sich langsam ab, wobei seine misstrauischen Blicke noch einige Sekunden lang versuchten, aus Herbert Pogatschnigs Miene schlau zu werden. „Wie unschön", sagte er, ehe er zum nächsten Tisch weiterging.


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