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Krimis & Thriller
Buch Leseprobe DEADLINE, Katharina Bachman
Katharina Bachman

DEADLINE



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... Die halbe Nacht saß Marc bei Edgar. Sie redeten über vergangene Zeiten, über gemeinsame Erlebnisse, über seine Schwester Patricia und natürlich über ihre Krankheit und den Tod.



»Edgar«, sagte Marc irgendwann völlig verzweifelt, »ich kann das nicht glauben. Da fliegen wir zum Mond, haben technologisch die unglaublichsten Erfindungen gemacht, können Tiere klonen, senden ein beschriebenes Blatt Papier innerhalb von dreißig Sekunden von Europa nach Asien, e-mailen riesige Datenmengen um die ganze Welt, ersetzen fast den halben Menschen mit Ersatzteilen ... Aber meiner Schwester soll man nicht mehr helfen können? Patricia soll sterben?! Das geht mir nicht in den Kopf. Da läuft was schief. Da ist was falsch ... in der Berechnung.«



Edgar sah seinen Freund hilflos an: »Marc, den Tod kann man nicht berechnen. Er ist unberechenbar. Es ist Schicksal. Es ist vorherbestimmt, so schrecklich es auch ist.«



»Vorherbestimmt«, fuhr Marc auf. »Von wem? Zeig mir den Dreckskerl.« 



Er ballte die Faust, dass seine Knöchel weiß hervortraten.



Edgar saß zusammengekauert neben ihm. Nach einer langen Pause sagte er: 

»Hör mal Marc ... Man hat schon so viel über medizinische Wunder gehört. Vielleicht ... vielleicht ist ihre Uhr ja noch gar nicht abgelaufen. Man darf die Hoffnung nie aufgeben. Hörst Du! Alles, nur das nicht.«



»Hoffnung«, Marc spuckte das Wort förmlich aus. »Was ist das schon?«



Es war kurz vor Mitternacht, als Marc sich auf den Weg machte. Er war vollkommen niedergeschlagen und kraftlos. In seinem Inneren spürte er nur noch eine endlose Leere.



Als er in sein Apartment kam, setzte er sich an seinen Computer und schaltete ihn ein. Er tat es eigentlich immer, dieses fast schon mechanische Einschalten des Computers, wenn er nach Hause kam. Aber dieses Mal war es nicht aus reiner Gewohnheit. In diesem Augenblick hatte seine Geste nichts Mechanisches mehr. Er fühlte, dass er mehr in Gang setzen würde als nur ein Gerät.



Der Computer gab ein Knacken von sich. Der Bildschirm flackerte auf. Marc blickte auf eine weiße Fläche. Gedankenverloren starrte er minutenlang darauf.



Vor seinem geistigen Auge sah er Patricia, wie sie ihn anlächelte. Das Bild vermischte sich mit Edgars Stimme. ... Den Tod kann man nicht berechnen. Er ist unberechenbar. Es ist Schicksal. Es ist vorherbestimmt ... Vielleicht ist ihre Uhr ja noch gar nicht abgelaufen ... Hoffnung nicht aufgeben ... Uhr ... Den Tod kann man nicht berechnen ... vielleicht noch Hoffnung ... Hoffnung ... berechenbar ... Hoffnung ... berechenbar ...



Marc begann wild Patricias Geburtsdatum in den Computer einzutippen.



Das Datum erschien auf der weißen Fläche des Bildschirms: 

20.09.1986, 20.09.1986, 20.09.1986, immer und immer wieder.

Wie eine Maschine schlug er auf die Tasten ein. 20.09.1986, 20.09.1986 ...

Als die weiße Fläche vollkommen mit ihrem Geburtsdatum gefüllt war, starrte er gebannt auf den Monitor. Und wieder hörte er Edgars Worte in seinem Kopf.

... Den Tod kann man nicht berechnen. Er ist unberechenbar ... unberechenbar ... unberechenbar ... unberechenbar ...

Seine Augen wurden schmal.

»Aber vielleicht DOCH!«, sagte er laut, und seine Stimme klang auf einmal entschlossen und stark, voller Enthusiasmus, zugleich zornig und aufbegehrend.

Er öffnete eine Excel-Tabelle und schrieb Patricias Geburtsdatum in eine leere 

Zelle ...



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