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Krimis & Thriller
Buch Leseprobe Das Ritual, Peter Splitt
Peter Splitt

Das Ritual



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Niemand denkt an einem herrlichen Sommertag an den Tod. Der Himmel trug das prächtige, tiefe Blau des Mittelmeeres, und Don Jaime Martínez blickte durch das offene Fenster hinauf, schloss für einen Moment die Augen, genoss die Wärme und überlegte, ob er später noch zum Strand fahren sollte. Doch zunächst warte noch ein wenig Arbeit auf ihn. Er wollte die neuen Objekte, die am Vormittag aus Südamerika eingetroffen waren fotografieren, katalogisieren und in seine Sammlung aufnehmen. Er bemerkte das Auto nicht, das langsam an seinem Anwesen vorbeifuhr. Er konnte nicht sehen, wie es in gesicherter Entfernung anhielt, der Fahrer in den Rückspiegel schaute, sich einen Rucksack schnappte und langsam ausstieg. Selbst wenn er es gekonnt hätte, wäre ihm lediglich der Gedanke gekommen, dass der Fremde bewundernd das historische Gebäude betrachtete, so wie es fast täglich unzählige Male geschah. Diese Touristen kamen mittlerweile überall hin.
Im Foyer seines großen Hauses, dass in einer vornehmen Wohngegend lag, mit alten Villen, die alle zu Beginn des 19. Jahrhundert erbaut worden waren, standen Vitrinen die allesamt mit ethnischen Objekten vergangener Kulturen aus Südamerika gefüllt waren. Er war gerade im Begriff einen der Schaukästen zu öffnen, als er das Geräusch der schweren Haustür hörte, die hinter ihm ins Schloss fiel. Zu spät erkannte er, dass die Jalousien der anderen Verandafenster, die er bei seinem Weggehen geschlossen hatte, nun geöffnet waren. Für einen kurzen Augenblick dachte er noch „Wie eigenartig", aber dann war er auch schon bei ihm, eine schwarze Silhouette, die aus dem Schatten trat, und gleichzeitig das silberne Schimmern eines Messers offenbarte. Es war ein sehr breites Messer, mit einer Halbkreisform und senkrechtem Mittelgriff das schon fast einem Meißel glich. Don Jaime erkannte es sofort. Es handelte sich um ein sogenanntes Tumi, ein breites Ritualmesser, der altperuanischen Völker. Er stieß einen Schrei aus, doch sofort wurde ihm ein dreckiger Lappen in den Mund gestopft. Der Geschmack von Öl und Fett brachte ihn fast zum würgen, während der Unbekannte ihn gegen die Wand schleuderte. Fremde Hände, in Latexhandschuhen, drückten ihn nach unten. Seine Stimme kroch ihm über die Haut. Es war ein boshaftes Flüstern, fast schon ein Grunzen, dass ihm ausmalte, was der Maskierte mit der Klinge anstellen würde, wenn er versucht sich zu wehren. Er wehrte sich trotzdem und der Andere schlug auf ihn ein. Eine behandschuhte Faust traf ihn mitten ins Gesicht. Für einen Moment sah er Sterne, schluckte Blut. Dann bemerkte er nur noch die Hand, die nach oben schnellte und mit der silbernen Klinge auf seine Kehle zielte. Er konnte nicht einmal mehr schreien, als das Opfermesser in ihn eindrang. Ein gezielter Schnitt, dann fiel sein Kopf lautlos neben seinem zuckenden Körper auf den Fußboden.
Der Unbekannt wusste genau wonach er suchte. Mit einem geübten Blick überprüfte er den Inhalt der Vitrinen, öffnete sie vorsichtig und nahm sich das, was er wollte. Die Gegenstände packte er vorsichtig in den Rucksack, den er eigens dafür mitgebracht hatte. Dann blickte er noch einmal auf den Kadaver. Die Augen des abgetrennten Kopfes starrten ihn leblos an. Er atmete tief durch die Nase ein, um den süßlichen Geruch des Blutes in sich aufzunehmen. Später werden ihm die Polizeibeamten der Guardia Civil von Guardamar den Namen Ritualmörder geben, und die Presse wird sofort darauf anspringen, und ihm wird der Name gefallen, doch zunächst führte er zügig sein Werk zu Ende. Vorsichtig drehte er den Kopf in östliche Richtung. Vorsichtig...ganz vorsichtig...Er durfte keine Spuren zurücklassen...


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