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> Krimi Thriller > Das ODESSA-Experiment
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Krimis & Thriller
Buch Leseprobe Das ODESSA-Experiment, Martin de Wolf
Martin de Wolf

Das ODESSA-Experiment



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Valerie war auf die Minute pünktlich. Der moderne Brun­nen, den die Berliner aufgrund seiner mit Wasser umspülten Marmorkugeln liebevoll Wasserklops nennen, war wie immer von vielen Touristen bevölkert und einige Jugendliche bespritzten sich gegenseitig mit Wasser. Valerie sah sich um in der Erwartung, Philipp zu entdecken, dessen markantes Gesicht sie von dem Foto auf dem Plakat kannte.
Philipp war schon da, verbarg sich aber in sicherer Ent­fernung unauffällig hinter einem Mauervorsprung, von wo aus er den Platz um den Wasserklops beobachten konnte. Er suchte nach einer Frau Anfang vierzig mit kurzen dunklen Haaren. Die Beschreibung traf auf viele Frauen zu, wie er feststellen musste. Es blieb ihm keine andere Wahl, als näher zu kommen. Philipp sah jede in Frage kommende Frau fragend an und kam sich dabei vor wie bei einem blind date. Hätte bloß noch gefehlt, dass ich mir eine Rose ins Knopfloch hätte stecken sollen, dachte er.
»Sie müssen Herr Simon sein.« Es war die Stimme einer attraktiven, dunkelhaarigen Frau, die ihn von der Seite ansprach. Philipp drehte sich um und sah in ihre rehbraunen Augen, die ihn sofort regelrecht gefangen nahmen.
»Philipp Simon«, stellte er sich vor. »Dort ist ein Tisch frei. Wollen wir uns setzen und einen Kaffee trinken?«
»Sehr gern, Herr Simon.«
Sie setzten sich an einen kleinen runden Tisch, nur wenige Schritte von den Wasserspielen entfernt. Eine Kellnerin ließ nicht lange auf sich warten, nahm die Bestellung entgegen und verschwand wieder.
»Lassen Sie uns gleich zum Thema kommen«, eröffnete Valerie entschlossen die Unterhaltung. »Ich arbeite im Ministerium und bin direkte Mitarbeiterin des Mi­nisterpräsidenten. Er hat es in letzter Zeit geschafft, die Arbeitslosenzahlen in seiner Regien drastisch zu senken. Mich hat interessiert, mit welchen Maßnahmen er dies macht, bekam aber nie eine Auskunft. So habe ich ein bisschen nachgeforscht.«
»Lassen Sie mich raten – nicht ganz legal.«
Valerie wurde verlegen. »Dabei bin ich auf Unterlagen gestoßen, in denen auch Ihr Name steht.«
»Was für Unterlagen?«
»Es ist eine Liste, auf der auch andere Namen stehen. Als ich zufällig ein Plakat von Ihnen im Schaufenster einer Buchhandlung sah, fragte ich dort nach Ihnen. Ich erfuhr, dass Sie im Kempinski abgestiegen sind.«
»Und was wollen Sie von mir, wenn ich fragen darf?«
»Wissen Sie, was ODESSA bedeutet?«
»Das bin ich vor kurzem schon einmal gefragt worden. Der Umstand war allerdings nicht so charmant wie jetzt.«
Ein Japaner trat an den Tisch. »Entschuldigen Sie, sind Sie nicht Herr Simon, der Bestsellerautor?«
»Ja, der bin ich«, antwortete Philipp mit Stolz.
»Eine Übersetzung Ihres Buches ist gerade in Japan erschienen. Ich habe es nicht mehr aus der Hand gelegt.«
Valerie sah abwechselnd Philipp und den jungen Japaner an. Sie wusste zwar, dass Simon ein prominenter Autor war, doch dass er sogar in Japan bekannt war, beeindruckte sie über alle Maßen. Diesen Mann einmal persönlich kennen zu lernen, davon hätte sie vor wenigen Tagen nicht einmal zu träumen gewagt.
»Würden Sie sich mit mir vor der Gedächtniskirche fotografieren lassen?«, fragte der Japaner.
Philipp tat ihm den Gefallen. Valerie nahm die Digital­kamera und lies sich kurz erklären, wo der Auslöser war. Weiter rechts schrie ein Jugendlicher kurz auf, der mit seinem Skateboard gestürzt war und sich dabei offensichtlich sehr wehgetan hatte. Philipp beobachtete genau die Szenerie. Er stellte sich neben den Japaner, der ihm kaum bis zur Schulter reichte. Als Valerie das Foto gemacht hatte, gab sie dem jungen Mann seine Kamera zurück, der sich voller Freude das Ergebnis zusammen mit Philipp im Display ansah.
Philipp stockte der Atem, als er links von sich auf dem Foto seine Verfolger entdeckte, zwei in schwarz gekleidete Männer, von denen einer mit Aknenarben gezeichnet war. Er konnte sie deutlich erkennen, trotz des kleinen Formats. Er drehte sich um. Die Männer waren nicht mehr da.
»Was haben Sie?«, fragte Valerie, als beide zum Tisch zurückkehrten. Philipp machte plötzlich einen verstörten Eindruck.
»Entschuldigen Sie, Frau Voss.«
»Sagen Sie doch einfach Valerie. Ich bin es so gewöhnt. Alles andere finde ich unnötig kompliziert.«
»Das macht vieles leichter, denn ich gehe davon aus, dass wir in einem Boot sitzen. Ich heiße Philipp oder kurz Phil.«
»Wie kommst du darauf, dass wir in einem Boot sitzen?«
»Ganz einfach. Jemand hat versucht, mich zu ermorden. Und diesen Menschen habe ich eben wieder gesehen. Er stand hinter mir, als du uns fotografiert hast.«
»Wie bitte?«
»Ja, ich spinne nicht. Ich habe ihn ganz klar wieder erkannt.«
»Erzähl mir bitte, was los ist«, forderte Valerie Philipp auf.
»Ich wurde von diesen Männern gefragt, was ich über ODESSA weiß. Und jetzt kommst du, erzählst mir von irgendwelchen geheimnisvollen Unterlagen und fragst mich auch nach ODESSA. Ich nehme an, dass du nicht auf der falschen Seite stehst, denn sonst hättest du mich nicht gewarnt, oder?« Philipp sah ihr fest in die Augen in der Absicht, nicht allen Charme dabei aufzugeben.
»Nein, keineswegs. Ich denke wir sitzen in einem Boot, wie du schon richtig gesagt hast.«
»Kann ich die Unterlagen sehen, die sich in deinem Besitz befinden? Vielleicht gibt es einen Hinweis auf einen Freund, den ich suche.«
»Es sind lange Namenslisten enthalten. Wie heißt denn Ihr Freund, äh – dein Freund?«
»Robert Meiwald. Ist dir der Name aufgefallen? Er kommt ja nicht so häufig vor.«
»Robert Meiwald nicht, aber eine Inge Meiwald.«
»Inge Meiwald?«
»Sie steht auf der Liste, auf der ich auch deinen Namen gefunden habe.«
»Wer steht noch darauf?«, fragte Philipp.
»Nur noch einer. Ein gewisser Schimanski.«
Philipp wusste im ersten Moment nicht, was er sagen sollte. Valerie sprach von einer Liste, auf der nicht nur sein Name vermerkt war, sondern auch Personen, mit denen er direkt zu tun hatte. Der Name Schimanski überraschte ihn dabei am meisten und bestärkte ihn darin, dass er auf der richtigen Spur wa

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