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Krimis & Thriller
Buch Leseprobe Dämonen, Roland Zingerle
Roland Zingerle

Dämonen


Klagenfurter Kneipen-Krimi

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Verlag Johannes Heyn GesmbH & Co KG, Friedensgasse 23, 9020 Klagenfurt,%
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„Du kannst dir dein Schlachtfeld nicht aussuchen, das tut Gott für dich."


Hubert Pogatschnig starrte in die schummrige Dämmerung, während er gleichförmig den Rauch zwischen seinen gespannten Lippen heraus blies. Nach einer Weile seufzte er und zog wieder lange an seiner Zigarette. Die Glut fraß sich in den Tabak und ließ qualmende Asche zurück. Pogatschnig hustete.


Chefinspektor Leopold Ogris hatte in seinem ganzen Leben noch keinen so unbeweglichen Blick gesehen.


„Was soll das, Pogatschnig?", fragte er. „Für markige Philosophie fehlt mir der Sinn. Und die Zeit. Warum hast du mich hierher bestellt?"


Pogatschnigs Blick wurde lebendig. Seine Augen schnellten hin und her und blieben mehrmals an denen des Chefinspektors hängen, jedoch nie länger als eine halbe Sekunde.


„Ich wäre auch zu dir ins Büro gekommen", erwiderte er, „aber ich habe seit zwei Tagen nichts mehr gegessen. Und wenn ich dir mit nüchternem Magen erzählen muss, was ich vorletzte Nacht erlebt habe, dann kippe ich um."


Er drückte die Zigarettenkippe zu der anderen in den Aschenbecher.


„Seit wann rauchst du?", fragte Chefinspektor Ogris.


„Seit heute", erwiderte Pogatschnig, „und ich fürchte, ich bin jetzt schon abhängig."


„Vom Nikotin?"


„Nein", Pogatschnigs glasiger Blick fixierte sein Gegenüber. „Von etwas, an dem ich mich festhalten kann und das mir Wärme gibt." Seine Stimme klang ängstlich.


 


Pogatschnig und der Chefinspektor saßen allein im Raucherzimmer des Gasthauses Pumpe, im Zwielicht der nachmittäglichen Dämmerung. Die Stromzufuhr zu diesem Raum war unterbrochen; irgendein Schaden am Sicherungskasten draußen. Ein Elektriker arbeitete bereits daran. Solange das Licht weg war, hatte Pumpe-Wirt Christian Fischer den Zutritt zu diesem Raum untersagt. Für Chefinspektor Leopold Ogris und Hubert Pogatschnig hatte er jedoch eine Ausnahme gemacht, nachdem er in groben Zügen erfahren hatte, was geschehen war.


 


Chefinspektor Ogris schlug die flache Hand laut auf den Tisch.


„Also los, erzähl", sagte er und machte eine fordernde Geste, die die Ungeduld in seiner Stimme unterstreichen sollte. „Ich werde nicht jünger!"


Pogatschnig sah ihn angstvoll an. Erst schluckte er, dann räusperte er sich, griff zu seinem halb leeren Puntigamer-Bierglas und stellte es wenige Sekunden später ganz leer zurück.


„Vorgestern Nacht ...", begann er zögernd und zog die nächste Zigarette so umständlich aus der Packung, dass diese an der Zigarette hängen blieb und ihr zehn Zentimeter weit über das Tischtuch folgte. „... war ich im Rudolfinum."


„Was?", fauchte der Chefinspektor. „Mit wessen Genehmigung?"


 


Anstelle einer Antwort zündete Pogatschnig mit zittriger Hand die Zigarette an. Er nahm einen tiefen Lungenzug und hustete sich danach beinahe die Lunge aus dem Hals.


„Ich habe mich eingeschlichen", keuchte er, als er wieder Luft bekam.


Chefinspektor Ogris fragte nicht nach dem Warum. Er kannte die Antwort, außerdem war sein vorwurfsvoller Blick Frage genug, denn Pogatschnig antwortete darauf:


„Wegen der Leiche."


„Na, klar!" Der Polizist nickte gehässig und wandte sich kurz ab. „Polizeiliche Ermittlungsergebnisse sind nichts für den feinen Herrn Pogatschnig. Der weiß es besser! Und dass die gesamte Sicherheitstechnik des Landesmuseums nicht den kleinsten Hinweis auf einen unbefugten Zutritt gegeben hat, lässt unser Herr Pogatschnig natürlich auch nicht gelten! Der weiß nämlich von einem Gespräch am Imbissstand oder aus sonst einer sicheren Quelle, dass nachts der Räuber Hotzenplotz sein Unwesen im Rudolfinum treibt, oder was weiß ich, wer!"


„Dämonen", sagte Pogatschnig dumpf und seine Augen spiegelten eine so tiefe Furcht wider, dass dem Chefinspektor schier das Blut in den Adern gefror.


„Pogatschnig ... du ... was soll der Blödsinn?", stotterte er.


 


Hubert Pogatschnig bewegte sich nicht. Er saß nur da und sah Ogris mit diesem Angst einflößend angstvollen Blick an. Endlose Sekunden später führte er die Zigarette an seine Lippen und die Glut fraß sich wieder knisternd durch den Tabak.


„Erinnere dich an den Neujahrstag", murmelte er, während er den Rauch ausblies. „Da hat alles angefangen."


Der Blick des Chefinspektors schweifte ab. Ja, er erinnerte sich noch ganz genau daran, wie das heurige Jahr begonnen hatte!


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