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Krimis & Thriller
Buch Leseprobe Cheyenne, Natascha Hohneder-Mühlum
Natascha Hohneder-Mühlum

Cheyenne



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1. Kapitel


Somalia 1993


Es war ruhig. Einzig das Motorengeräusch des Jeeps war zu hören. Staub flog dem Fahrer durch die defekte Seitenscheibe entgegen. Zu lange dauerte bereits die Dürre, welche die Wüste noch trockener werden ließ. Mit etwas über vierzig Grad Celsius brannte die Sonne jeden Tag auf diese trostlose Einöde.


In der Ferne konnte man ein paar kleine Punkte erkennen. Das muss es sein, dachte sich der Fahrer und hoffte, nicht zu spät zu kommen.


Konnte er allein überhaupt etwas gegen eine solche Übermacht unternehmen? Diesen Gedanken schob er sogleich wieder beiseite.


Hinter ein paar verdorrten Sträuchern brachte er sein Gefährt zum Stehen. Für einen kurzen Moment überlegte er, wie verrückt er wohl war. Die Chance zu überleben und zugleich die Mission zu erfüllen ging gegen null. Tendenz sinkend. Trotzdem würde er nichts unversucht lassen. Schließlich war er es ihm schuldig.


Langsam stieg er aus und öffnete die hintere Tür. Vor der Abfahrt hatte er auf dem Rücksitz alles bereitgelegt. Mit wenigen Handgriffen verstaute er die nötigsten Utensilien in den Taschen seiner hellbraun gemusterten Uniform, die weder mit einem Rangabzeichen noch einem Namensschild versehen war. Einzig das Hoheitszeichen zeigte, welchem Land er angehörte. Pistole, Messer, Handgranaten. Es war die volle Bewaffnung und dennoch zu wenig. Als Letztes legte er den Gurt seines M16 um die Schulter, nahm das Fernglas vom Rücksitz und schritt davon. 


Es war eine Mission für sein Land. Eine Mission für seine Kameraden und vor allem eine Mission für den Major. Hoffentlich hatten sich seine Informanten nicht getäuscht und er würde vorfinden, was oder viel mehr wen er suchte. 


Die vergleichsweise kurze Strecke brachte er unbeschadet und vor allem unentdeckt hinter sich. Nur wenige Meter entfernt von der kleinen Siedlung legte er sich auf einer Anhöhe am Fuß der Berge auf die Lauer. Ein gut geplanter Überraschungsangriff war genau das, was er jetzt brauchte. Mit dem Fernglas konnte er jede noch so winzige Kleinigkeit erkennen. Es war von der jetzigen Position sogar möglich, in einige der Fenster zu lugen. Von den Zielpersonen fehlte jedoch jede Spur. Leider.


Ein leichter Druck auf seinem rechten Bein ließ ihn aufschrecken. Immer noch auf dem Bauch liegend drehte er sich ruhig um. Für einen Moment verschlug es ihm den Atem. Auf seinem Bein saß eine fünfzehn Zentimeter große Spinne. Jeder andere hätte jetzt wahrscheinlich Panik bekommen. Aber nicht er. Da hatte er bereits ganz andere Situationen erlebt. Die Kamelspinnen, die es hier in der Wüste überall gab, waren im Großen und Ganzen für einen Menschen ungefährlich, dennoch wollte er es nicht darauf ankommen lassen. Leicht wackelte der Soldat mit seinem Bein, um die Spinne aufzuschrecken, was ihm auch gelang. Sofort rannte sie davon und suchte sich einen schattigen Platz unter ein paar Felsbrocken. 


Um nicht noch mehr Zeit zu vertrödeln, legte er das Fernglas aus der Hand und griff mit der rechten nach dem M16, das auf seiner linken Hand lag, damit kein Schmutz in die Mündung eindrang. Ein letzter Moment der Stille blieb, bevor der ganze Trubel begann. Wer würde schon mit einem Überraschungsangriff mitten am Tag rechnen? Eigentlich war keiner verrückt genug, dies zu wagen. Verrückt? Nun ja, auf diesen Soldaten schien die Bezeichnung haargenau zu passen.


Die Zeit reichte gerade, um kurz durchzuatmen und einen lautlosen Hilferuf in den Himmel zu schicken. Göttliche Unterstützung konnte er bitter benötigen.


»Heilige Muttergottes, bitte für uns Sünder. Jetzt und in der Stunde unseres Todes, ...«, weiter kam er nicht. Direkt neben seinem Gesicht schlugen Projektile in die Erde ein. Staub spritzte auf und vernebelte leicht die Sicht. Es blieb keine Zeit, um erstaunt oder überrascht zu sein. Sein Leben hing von einer schnellen Reaktion ab. Blitzschnell rollte er sich aus der Schussbahn, ohne dabei den erspähten Angreifer aus den Augen zu lassen. Sogar während der Rollbewegung gelang es ihm zu zielen und mit wenigen Schüssen einen der Rebellen niederzustrecken. Zeit zum Aufatmen blieb jedoch nicht. Unweit sah er bereits die nächsten dunkelhäutigen Männer mit schussbereiten Waffen in den Händen auf ihn zueilen.


 


Bevor er zum bitteren Ernst der Lage zurückkehrte, musste er grinsen: Ein Überraschungsangriff würde das jetzt wohl nicht mehr werden.


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