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Krimis & Thriller
Buch Leseprobe Blutige Seiten, Mary-Anne Raven
Mary-Anne Raven

Blutige Seiten



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Gibt es das Böse? Lauert es dort draußen in der Dunkelheit, bereit jeden zu verschlingen, der nur einen unachtsamen Schritt in die falsche Richtung macht? Wie der Wolf, der die Schafherde umkreist, nur darauf wartend, dass sich eines der Lämmer zu weit hinauswagt?. Oder ist es nur eine Fiktion, geschaffen von Geschichtenerzählern? Ein Werkzeug der Politik und Religionen, dass die einfachen Menschen Demut lehren soll. Sie an sich bindet, da nur der große Staat oder der Allmächtige selbst sie vor dieser Bedrohung beschützen kann? Denn wer bräuchte schon den Glauben oder die Gemeinschaft, wenn es da draußen nichts gäbe, vor dem man sich fürchten müsste? 1. Er hatte sich nie für eine der unzähligen Weltreligionen interessiert. Viel zu eng war das Korsett aus Regeln und Geboten, das sie ihren Gläubigen auferlegten. Viel zu abstrakt ihre Erklärung der Welt. Das perfekte Mittel, um Macht zu erlangen und Andersdenkende zu verdammen. Um den freien Willen in kontrollierbare Bahnen zu lenken und die Masse gleich zu schalten, ohne Widerstand zulassen zu müssen. Das war nichts für ihn. Nichts für seinen freiheitsliebenden Geist, der keinesfalls dafür gemacht war, in ein Korsett gespannt zu werden. Abgesehen davon gab es wohl keine einzige Religion, die das, was er tat, gut geheißen hätte. Gedankenverloren blickte er auf das Werk dieses Nachmittags herab. Die Kombination von Rot mit dem knalligen grün-blau der Tapete bildete einen krassen Farbkontrast, der gut mit den weit aufgerissenen Augen der jungen Frau harmonierte, die vor ihm auf dem Stuhl saß. Es war das reinste Vergnügen gewesen, sie in den letzten Monaten um den Finger zu wickeln. Eine kleine Herausforderung, denn sie war ein Mädchen aus gutem Hause und nicht leicht zu beeindrucken. Doch ein wenig Bad-Boy-Gehabe und die geheuchelte Vorstellung aus den eng gesteckten Grenzen ihres Oberschichtenlebens ausbrechen zu können, hatten sie wie Butter in seinen Händen dahinn schmelzen (dahinschmelzen, ich weiß nicht wie ich die Änderung ändere) lassen. Nun saß sie vor ihm. Nackt und breitbeinig. Die Füße und Hände an den Stuhl gefesselt. An der Schwelle des Todes, der mit jeder Pumpbewegung ihres Herzens ein Stückchen näher rückte. Im Rhythmus ihres Pulsschlags sprudelte das Blut schwallweise aus der tiefen Wunde an ihrem Hals. Ergoss sich wie ein dunkelroter Wasserfall über ihre Schultern, färbte die Spitzen ihres wasserstoffblonden Haares rot. Lief weiter über ihre prallen Brüste und sammelte sich schließlich in ihrem Schoß (wie geht das, wenn sie breitbeinig sitzt?). Andächtig betrachtete er den menschlichen Springbrunnen, den er geschaffen hatte, bis seine Energiequelle ihren letzten Schlag tat und der stetige, rote Strom in einem schwachen Rinnsal versiegte. Mit genüsslicher Langsamkeit erhob er sich aus dem bequemen Sessel, den er ihrem Stuhl direkt gegenüber positioniert hatte, und trat an den toten Körper heran. Sie war hübsch gewesen. Auf eine einfache, ein wenig billige Art. Eine High Society Girl, ohne großartigen Tiefgang. Eine lebendige Barbiepuppe, mit der er hatte spielen können. Ein netter Zeitvertreib, nicht mehr. Er tauchte seinen Zeigefinger in die rote Pfütze, die sich zwischen ihren Beinen auf der Sitzfläche des sündhaft teuren Designers Stuhls gebildet hatte, hob die Hand empor und malte mit kindlichem Vergnügen eine Linie von einer Wange ihres puppenhaften Gesichts zur anderen. „Welch schönes Lächeln du doch hast.“ Die Putzfrau würde am nächsten Morgen einen ziemlichen Schreck bekommen, wenn sie ihre Chefin so vorfand. Er malte sich aus, wie ihr dickliches Gesicht bei diesem Anblick langsam zu einer Maske des Grauens erstarrte, bis schließlich ein lauter, entsetzter Schrei über ihre fetten Lippen drang. Bedauerlich, dass er diesem Schauspiel nicht würde beiwohnen können. Doch allein die Vorstellung war köstlich. Nun war es Zeit, den Tatort mit den nötigen Indizien auf den Täter zu versehen. Kandidaten waren dieses Mal reichlich vorhanden. Ihr eifersüchtiger Ex, der neurotische zweite Mann ihrer Mutter … Doch er hatte sich für den Klassiker entschieden. Der Mörder sollte der Gärtner sein. Es war stets am einfachsten eine bereits bestehende Geschichte zu seinen Gunsten auszuarbeiten und dieser Kerl war geradezu prädestiniert, den Kopf für ihn hinzuhalten. Im Grunde konnte er jeden zu Fall bringen. Es war nur eine Frage des Aufwandes. Doch heute würde er sich mit der einfachsten Lösung zufriedengeben. An das genetische Material eines Jungen in seinem Alter zu kommen, war relativ einfach. Der kleine Psycho (passt dieser Begriff zu deiner Schreibweise? Mädchen aus gutem Hause, zu Fall zu bringen, werte Lady und jetzt Psycho? Stilbruch!) hatte die praktische Angewohnheit, ein Kondom zu benutzen, wenn er im Badezimmer des Hauses mit einem der Kleidungsstücke aus dem Wäschekorb der werten Lady unter der Nase onanierte. Er zog eine Plastiktüte aus der Tasche seines Jacketts und entnahm ihr ein gebrauchtes Kondom. Mit wenigen Handgriffen hatte er den Inhalt herausgedrückt und auf seinem behandschuhten Finger verteilt. Diesen führte er langsam und genüsslich in die reizvoll dargebotene Spalte der werten Dame ein. Mehrere Male, bis zum Fingeransatz. Ließ ihn in ihrem noch immer warmen Inneren kreisen, bis er sicher sein konnte, dass das Sperma gleichmäßig verteilt war. Dann zog er den Finger wieder heraus und wischte das Blut und die anderen Körpersäfte an ihrem Slip ab, der neben ihr auf dem Boden lag. Ihr letzter Geschlechtsverkehr war an diesem Nachmittag gewesen, natürlich mit Kondom. Danach hatte er sie betäubt und an den Stuhl gefesselt. Der Sex mit ihr war so durchschnittlich wie immer. Zwar in körperlicher Hinsicht befriedigend, aber nicht sonderlich reizvoll. Als würde man mit einer Gummipuppe schlafen. Es war wie sie selbst gewesen, zu laut und zu oberflächlich. Sorgfältig wischte er die Klinge des teuren, japanischen Küchenmessers, mit dem er ihre Kehle aufgeschlitzt hatte, an dem hauchdünnen Stoff des Slips ab und steckte es dann zurück in den Messerblock in der Küche. Der Junge hatte am Morgen einige Blumen für den Strauß im Esszimmer damit gekürzt und es danach nur unzureichend gereinigt, weswegen sich noch immer seine Fingerabdrücke am Griff befanden. Dies, zusammen mit seinem Sperma in ihr und ihrem blutdurchtränkten Slip in seinem Werkzeugkasten, - wo er ihn später noch platzieren würde - , sollte die Polizei wohl auf die richtige Fährte führen. Wenn sie dann auch noch die grotesken Snuff -Filme fanden, die der Junge auf seinem Handy sammelte, würde es ihm schwerfallen, die Schuld von sich zu weisen. Zumal er sich an diesem, seinem freien Nachmittag, auf einem einsamen Angelausflug befand und somit kein Alibi haben würde. Er lächelte, zufrieden mit sich und seinem Werk. „Bye, bye Baby, ich fürchte, ich muss dich verlassen“, murmelte er, bevor er die Haustür öffnete und das Anwesen für immer verließ.


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