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Kinderbücher
Buch Leseprobe Timmy und seine Malbuchmonster , Marlies Tophinke
Marlies Tophinke

Timmy und seine Malbuchmonster


Biggy und der Zauberzwerg

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Timmy und seine Malbuchmonster


 


Timmy lag in seinem Bett. Seine Mama hatte ihn gerade eingekuschelt und ihm einen Gutenachtkuss gegeben. Aber eigentlich war Timmy noch gar nicht müde. Außerdem war es noch gar nicht richtig dunkel und auch noch nicht spät, gerade mal 8 Uhr. Ja, dachte Timmy, wenn ich jetzt erst 6 Jahre alt wäre, müsste ich so früh ins Bett. Aber immerhin bin ich schon 8 Jahre alt und wenn man so alt ist wie ich, kann man auch länger aufbleiben. Und schon saß er aufrecht im Bett und rief: „Mama, Mama!“ Die Tür ging auf. Seine Mutter schaute ihn liebevoll an und fragte: „Na, mein Schatz, was hast du denn?“ „Mama, ich habe noch so einen Durst. Kann ich noch etwas zu trinken bekommen?“ Die Mutter lächelte, nickte ihm zu und holte ihm aus der Küche ein großes Glas Milch. Timmy trank einen Schluck, stellte das Glas auf seinen Nachttisch. Dann streckte er seiner Mama noch einmal die Arme entgegen und ließ sich einen dicken Kuss geben. „Schlaf gut, mein Junge“, sagte die Mutter zärtlich und machte die Tür leise hinter sich zu. Timmy kuschelte sich wieder in seine Decke. Ach, dachte er, eigentlich ist es ja schön, so gemütlich in seinem Bett zu liegen. Er sah sich in seinem Zimmer um. Das Dämmerlicht ließ alles ein wenig geheimnisvoll erscheinen. Der Schultornister an seinem Schreibtisch sah wie eine Katze aus, die einen dicken Buckel macht und der Arm des Baukrans in der Ecke wirkte wie der ausgestreckte Krallenarm einer Hexe, die nach ihm greifen will. Oben auf dem Regal saßen einige Plüschtiere, die Timmy im Laufe der letzten Jahre geschenkt bekommen hatte. Nicki, sein liebster Elefant, winkte ihm gerade mit dem Rüssel zu und Pronto, der Dinosaurier, schlug ständig mit der Schwanzspitze rauf und runter. Timmy starrte die beiden Spielzeugtiere mit weit aufgerissenen Augen an. Das war doch nicht wahr! Das gab es doch nicht! Ganz schnell machte Timmy die Augen zu und ganz langsam wieder auf. Tatsächlich, der Elefant winkte und der Dino wackelte immer noch mit seinem Schwanz. Mit klopfendem Herzen saß Timmy in seinem Bett und rief: „Mama, Mama!!“ Schon nach kurzer Zeit ging die Tür auf und seine Mutter kam herein. Das Flurlicht fiel hell in sein Zimmer und Timmy konnte erkennen, dass die Mutter jetzt gar nicht mehr so freundlich aussah. „Timmy“, fragte sie, „ was ist denn nun schon wieder?“ Timmys Blick huschte zu den Plüschtieren. Natürlich saßen sie jetzt völlig bewegungslos auf ihren Plätzen und der Junge schämte sich ein wenig, dass seine Phantasie mit ihm durchgegangen war. Kleinlaut murmelte er: „Ach Mama, ich muss nur nochmal schnell auf die Toilette.“ „Na gut“, lächelte die Mutter“, dann lauf fix. Ich setze mich so lange auf deine Bettkante und warte auf dich.“ Schon nach kurzer Zeit kam Timmy wieder zurück. Die Mutter deckte ihn noch einmal liebevoll zu und sagte dann ernst: „So mein Junge, jetzt wird es aber höchste Zeit, dass du die Augen schließt und schläfst. Es ist mittlerweile 9 Uhr und du weißt, wenn du heute Abend so spät einschläfst, bist du morgen in der Schule zum Lernen zu müde.“ Leise zog sie die Tür hinter sich zu und es wurde wieder dunkel im Zimmer. Nur das Licht der Straßenlaterne tauchte das Zimmer wieder in ein dämmeriges Zwielicht. Timmy kuschelte sich in seine Decke. Er musste ein bisschen über sich selber lachen, weil er so ängstlich reagiert hatte. Er drehte sich auf seine Lieblingsseite und entschloss sich, als Astronaut auf eine abenteuerliche Reise in den Weltraum, abzuheben. Aber irgendwie klappte der Start mit der Rakete nicht. Das verflixte Ding wollte einfach nicht starten. Also kletterte er wieder aus der Rakete, zog den Astronautenanzug aus und sein Indianerkostüm an. Na gut, dachte er, wenn ich schon keine Abenteuer im Weltall erleben kann, bin ich jetzt eben STARKER BÜFFEL, reite mit meinem Pferd über die Prärie und befreie meinen Blutsbruder Winnetou aus den Händen von gemeinen Banditen. Während er so in seiner Traumwelt über die saftig grünen Wiesen ritt, hörte er plötzlich ein eigenartiges Geräusch. Timmy lächelte, denn er glaubte, seine Mutter wäre noch einmal zu ihm ins Zimmer gekommen. Er blinzelte, aber da er niemanden sah, träumte er sich wieder auf sein treues Pferd. Aber irgendetwas stimmte nicht, denn da war wieder dieses eigenartige Geräusch. Es war so ein Gestöhne, ein Geächze, ein Geknister und Gegrunze, wie es der Junge noch nie vorher gehört hatte. Timmy war jetzt hellwach. Sein Herz machte einen Satz. Er drehte sich auf die Seite und sah zu seinem Schreibtisch, denn von dort kamen diese seltsamen Geräusche. Und dort auf seinem Schreibtisch, da war etwas. Irgendetwas passierte da. Timmy wusste, dass dort sein Malblock lag. Und mit diesem Malblock stimmte etwas nicht. Denn normalerweise liegt ein Malblock ruhig und friedlich dort, wo man ihn hingelegt hat. Aber dieser nicht! Er hob und senkte sich. Die Blätter dehnten und zerrten hin und her, rauf und runter. Er bewegte sich wie ein bockiges Pferd, das nach allen Seiten ausschlägt. Und dabei kamen auch noch diese entsetzlichen Geräusche aus ihm heraus. Timmy war völlig fassungslos. Er riss sich die Bettdecke über den Kopf. Nein, nein, nein, dachte er, ich habe das alles nur geträumt. Es sieht zwar alles ganz echt aus, aber so etwas gibt es ja in Wirklichkeit nicht. Timmy, mach dir keine Sorgen, es ist nur ein Traum! Allmählich wurde er wieder ein bisschen ruhiger. Ganz vorsichtig und langsam zog er die Bettdecke von seinem Kopf weg und wagte einen Blick zu dem Malblock. Ja, von wegen Traum! Das Buch zappelte nicht nur hin und her und rauf und runter! Jetzt schob sich auch noch zwischen den Seiten eine dicke, plumpe, behaarte Krallenhand hervor und zu Timmys Entsetzen folgte noch die andere Hand. Timmy saß kerzengerade in seinem Bett. Er riss den Mund auf und schrie: „Mama, Mama!“ Die Tür wurde aufgerissen und seine Mutter stand im Zimmer. „Um Himmels willen Kind, was ist denn jetzt schon wieder los?“ Bei all dem Schreck, den Timmy gerade erlebt hatte, musste er nun auch noch feststellen, dass seine Mutter ausgesprochen ärgerlich war. „Oh Mama“, stammelte er, „schau, auf meinem Schreibtisch ist ein Monster. Es ist so schrecklich gewesen. Stell dir vor, es wollte aus meinem Malbuch herausklettern. Mama, du musst mir glauben. Da, das Buch hat gewackelt und eine dicke, haarige Hand kam auch schon heraus.“ Timmy sprudelte das alles so schnell heraus, dass seine Mutter kaum verstehen konnte, was er erzählte. Aber anstatt ihn in den Arm zu nehmen, um ihn zu beruhigen, stemmte seine Mutter ihre Arme in die Seiten und schimpfte: „Tim Berger, wenn du jetzt nicht sofort mit deiner Nase unter der Bettdecke verschwindest und deine Augen bald zumachst, wird deine Mutter zu einem Monster!! Und du kannst mir glauben, dagegen ist dein dickes, haariges Monster von gerade eben ein Weihnachtsengel.“ Timmy schluchzte und sah seine Mutter ganz jammervoll an. Als seine Mutter ihn so unglücklich und ganz blass sitzen sah, bekam sie doch Mitleid mit ihm. Sie nahm ihn in den Arm und tröstete ihn: „Timmy, du weißt doch ganz genau, dass es keine Monster gibt. Es gibt einfach keine, weder hier in deinem Zimmer, noch in der Stadt, noch in der ganzen Welt. Kind, du hast einfach nur schlecht geträumt. Komm, kuschel dich ein und denk an etwas ganz Schönes. Du wirst sehen, gleich geht es dir wieder besser.“ Sie deckte Timmy noch einmal zu und ging zur Tür. Von dort warf sie ihm noch einen Handkuss zu und verließ das Zimmer.


 


Biggy und der Zauberzwerg


 


Biggy hatte sich so sehr auf den Einkaufsbummel mit ihrer Mutter gefreut. Gemeinsam hatten sie schon vor Tagen überlegt, in welche Geschäfte sie gehen und was sie alles kaufen wollten. Es sollte ein besonders schöner Tag werden. Endlich würde sie wieder mal mit der Mutter ganz alleine sein. Ihre Zwillingsbrüder, die beiden kleinen Quälgeister, würden das ganze Wochenende bei den Großeltern bleiben. Sie hatten sogar Flips, den kleinen Mischlingshund, mitnehmen dürfen. Oh ja, Mutter und Tochter wollten sich ein paar besonders schöne Stunden gönnen. Sie hatten vor, durch die Läden zu schlendern und sich zwischendurch einen leckeren großen Eisbecher zu leisten. Einfach mal zusammen einen gemütlichen Frauennachmittag zu machen. Biggy brauchte unbedingt einen neuen Badeanzug für den Schwimmunterricht und dringend eine neue Hose. Außerdem wollte sie sich von ihrem gesparten Geld Rollschuhe kaufen. Fast alle ihre Freundinnen hatten schon welche und sie fühlte sich wie eine Außenseiterin. Zuerst waren ihre Eltern allerdings strikt dagegen gewesen, weil sie glaubten, dass sie mit ihren knapp 8 Jahren für diese Sportart noch entschieden zu jung sei. Aber mit viel Geduld und Überredungskünsten hatte Biggy ihnen das Einverständnis abgerungen und sie fieberte dem Einkaufsbummel entgegen. Aber was sie nun erlebte, hatte mit dem, was sie sich vorgenommen hatten, nichts, aber auch wirklich gar nichts zu tun. Die Mutter hetzte von einem Geschäft zum anderen. Sie wirkte gereizt und genervt. Vom gemütlichen Bummeln konnte keine Rede mehr sein. Biggy lief im Dauerlauf neben ihrer Mutter her. Es gab keinen gemeinsamen Plausch in der Eisdiele, sondern gerade mal zwei Eiskugeln im Hörnchen für unterwegs.Selbst als sie die Hosen und verschiedene Badeanzüge anprobierte, trieb ihre Mutter sie zur Eile an. Und als sie ihre Mutter zaghaft an den versprochenen Kauf der heißgeliebten Rollschuhe erinnerte, sagte diese nur: „Ach herrje, auch das noch! Muss das denn ausgerechnet heute sein?“ Mit der Rolltreppe fuhren sie hinauf in die Sportabteilung. Ein junger Mann beriet die beiden bei der Auswahl der richtigen Rollschuhe. Er war sehr freundlich und hilfsbereit. Aber als Biggy sich nicht zwischen den gelben und den roten Schuhen entscheiden konnte, wurde ihre Mutter schon wieder ungeduldig.Nein, so hatte Biggy sich den schönen Nachmittag wirklich nicht vorgestellt. So nicht!! Das Mädchen verstand die Welt nicht mehr. Was war los mit ihrer Mutter? Warum war sie so nervös und schlecht gelaunt? Schließlich hielt sie es nicht mehr aus und fragte: „Mama, was hast du heute? Wir wollten uns doch einen schönen Tag machen. Und nun bist du die ganze Zeit so schlecht gelaunt.“ Dabei zwinkerte sie ein bisschen mit den Augen. Sie wollte nicht, dass ihre Mama sah, dass sie Tränen in den Augen hatte. Betroffen blieb die Mutter stehen und sah den Kummer im Gesicht ihrer kleinen Tochter. Ganz schnell nahm sie Biggy in die Arme, drückte sie und sagte zärtlich: „Ach, mein armes Spätzchen. Habe ich dir deinen schönen Tag verdorben. Das wollte ich nicht und es tut mir leid. Aber dein Papa hat mich heute Morgen an einen Termin erinnert, den ich ganz vergessen habe. Wir bekommen heute Abend noch Besuch und der ist sehr wichtig für deinen Vater. Ich habe noch einiges dafür zu besorgen. Darum die Eile und Hektik. Bitte, sei so lieb und schrei STOPP, wenn wir an dem Gartencenter vorbei kommen. Ich muss unbedingt noch ein paar Blumen mitnehmen. Und mein Schatz, ich verspreche dir ganz fest, morgen Abend mit dir eine Pizza essen zu gehen. Na, einverstanden?“ Ein kleines bisschen getröstet nickte Biggy. Eine Pizza konnte zwar den verlorenen Nachmittag nicht ersetzen, aber das Angebot war fair. Sie entschied sich, die roten Rollschuhe mit den darauf befestigten hohen Schuhen zu kaufen. Sie waren zwar teurer als Biggy es sich vorgestellt hatte, aber dafür sahen sie auch ganz toll aus. Die Mutter verstaute die Einkaufstüten im Kofferraum des Autos. Sie fuhren aus dem Parkhaus und verließen auf der Schnellstraße die Innenstadt. Biggy wohnte mit ihren Eltern, den Zwillingsbrüdern Sven und Björn und dem Hund Flips in einem hübschen kleinen Einfamilienhaus. Es stand in einer neu gebauten Siedlung und Biggy wohnte gerne dort. Es gab eine Menge Kinder, mit denen sie spielen konnte. Die Straßen waren noch nicht so stark befahren. Die Erwachsenen fuhren ganz besonders vorsichtig, weil sie wussten, dass ihre Kinder auf den Straßen spielten. Man konnte dort herrlich Rollschuh laufen, skaten, Hinkelkästchen auf den Asphalt malen, mit den Jungen Fußball spielen oder mit dem Fahrrad freihändig Slalom fahren. Außerdem war ein großer Abenteuerspielplatz mit Klettergerüsten, Wackelbrücken, gebogenen Rutschen, Klettersteinen und mehrere Schaukeln in der Nähe. Das Beste auf dem Spielplatz war eine echte Seilbahn, mit der man sich von einem Hügel in den Sandkasten gleiten lassen konnte. Aber das Schönste an ihrem neuen Haus war der Garten. Er war zwar nicht sehr groß, aber wunderschön. Mit einer Wiese, auf der sie im Sommer so gerne lag, um ein lustiges oder spannendes Buch zu lesen. Mit einer Schaukel, die der Vater extra für sie gebaut hatte und einem Stachelbeer-, einem Johannisbeer- und einem Himbeerstrauch, von denen man im Sommer nach Herzenslust naschen durfte. Wenn das Wetter richtig schön war, grillte der Vater manchmal abends ein paar knackige Würstchen und die Mutter machte einen leckeren Kartoffelsalat dazu. Aber das Allerschönste an dem wunderschönen Garten war ihr eigenes Beet. Sie hatte so lange gebettelt, bis ihre Eltern genervt nachgaben. Am Ende der Wiese, etwa noch 2,5 Metern bis zum Zaun des Nachbarn hatten sie ihr ein Stück zur Verfügung gestellt. Allerdings gab es eine Bedingung. Sie musste sich auch wirklich um ihr Beet kümmern, es hegen und pflegen. Der Vater hatte ihr angedroht: „Wenn ich sehe, dass dein Stück Erde verwahrlost, nehme ich den Spaten und grabe alles um. Egal, ob es dir gefällt oder nicht.“ Aber diese Androhung war nicht nötig. Biggy liebte ihr Beet. Es machte ihr Spaß den Boden umzugraben. Samen zu säen und zuzusehen, wie aus den kleinen Körnern wunderschöne Blumen wuchsen. Sie hatte einen Tomatenstrauch gesetzt, Mohrrüben, Radieschen und sogar ein paar Kartoffeln gepflanzt. Wenn es sehr warm und trocken wurde, nahm sie die Gießkanne und goss ihre Pflanzen, damit sie nicht vertrockneten. Und jeden Tag betrachtete sie die Tomaten, ob sie nicht schon schön rot und reif waren. Es gab für Biggy kaum etwas Schöneres, als das Gemüse aus ihrem eigenen Stück Garten zu essen. Darum kam ihr der Stopp an dem Gartencenter eigentlich ganz recht. Sie hatte noch 20 Euro übrig und davon würde sie sich gleich noch ein paar schöne neue Pflanzen für ihr Beet kaufen. Biggy saß auf dem Rücksitz des Autos und blickte der Mutter über die Schulter. Sie wollte die erste sein, die das Gartencenter erspähte. Schon konnte sie die große Tankstelle in der Ferne und dahinter die Reklamefahnen des Gartenbaumarktes erkennen. Sie rief: „Da Mama, da hinter der nächsten Ampel musst du auf den Parkplatz fahren. Wir sind schon da. Ich darf mir doch auch etwas aussuchen oder?“ Die Mutter nickte: „Aber klar mein Schatz. Nur denk daran, dass wir heute nicht so viel Zeit haben.“ Nachdem die beiden ihr Auto geparkt und ausgestiegen waren, sagte die Mutter: „Pass auf, Biggy, ich gehe in die Abteilung, in der es die Trockenblumen und Dekorationsstücke gibt. Du kannst dich ja in der Zwischenzeit hier draußen umsehen. Und Kind, versuch dich schnell zu entscheiden.“ Biggy schlenderte in das Freigelände. Dort standen ganz viele Tische. Und auf diesen reihte sich ein Topf an den nächsten mit wunderschönen bunten Blumen. Sie leuchteten in allen Farben. Die gelben, weißen, roten, blauen und lila Blüten verströmten ihre starken herrlichen Blumendüfte. Biggy hielt ihre kleine Stupsnase in die Höhe und schnupperte vergnügt an der wohlriechenden Luft. Wenn ich mal groß bin, dachte sie, werde ich Verkäuferin in so einem großen Gartencenter. Den ganzen Tag zwischen bunten und duftenden Blumen. Hei, das müsste herrlich sein. Während Biggy zwischen den Tischen herum schlenderte, entdeckte sie plötzlich zwischen einigen Blumentöpfen einen Gartenzwerg. „Nanu“, sagte sie, „wo kommst du denn her? Eigentlich steht ihr kleinen Zwerge doch im Ausstellungszelt. Bestimmt hat dich ein kleines Kind hierher verschleppt. Komm, ich bringe dich zu deinen Kollegen zurück.“ Sie hob den Gartenzwerg hoch und betrachtete ihn etwas genauer. Biggy musste lachen. Das Kerlchen hatte einen etwas dümmlichen Gesichtsausdruck. Dicke aufgeblasene Backen, aufgemalte Augen, die ein kleines bisschen schielten und einen langen weißen Bart. Auf dem Kopf trug er eine knallrote Zipfelmütze mit weißen Punkten. In der Gartenzwergfabrik hatte man ihm ein weißes Hemd, eine grüne Latzhose und gelbe Gummistiefel aufgemalt. Außerdem schob er eine Schubkarre vor sich her. Biggy hatte inzwischen den Stand erreicht, auf dem die vielen Gartenzwerge ausgestellt waren. Sie stellte den kleinen Kerl vorsichtig zwischen die anderen, und eigentlich wollte sie sofort wieder zu den Blumen zurückkehren, aber irgendwie konnte sie sich von den putzigen, kleinen Figuren gar nicht mehr trennen. Langsam ging sie von einem zum anderen. Die Gartenzwerge hatten zwar alle ähnliche Gesichter, aber ansonsten waren sie völlig anders gestaltet. Da stand einer mit einer Schaufel in der Hand. Der nächste hielt eine Harke fest. Ein anderer trug ein Buch unterm Arm und hielt einen Stift in der Hand. Einer lag auf seinem Bauch, kaute auf einem Grashalm und starrte vor sich hin. Der nächste trug eine Gießkanne. Wieder ein anderer saß auf einem Stein, hatte den Kopf in die Hand gestützt und sah aus wie jemand, der über etwas ganz Wichtiges nachdenken muss. Ein anderer Zwerg saß auf einem Mehlsack neben einer Windmühle. Einer schaute durch ein Fernglas, der nächste spielte auf einer Gitarre und einer hielt eine große Taschenlampe in seiner Hand. Biggy war begeistert. Bisher waren ihr all diese verschiedenen Gartenzwerge noch nie aufgefallen. Neugierig ging sie weiter. Der nächste Zwerg trug ein Reh auf dem Arm und ein anderer saß an einem Brunnenrand und tauchte seine Finger in das Wasser. Da stand sogar einer vor einem Grill und hatte ein Würstchen auf einer Gabel aufgespießt. Schließlich kam Biggy zu dem letzten Gartenzwerg. Der kleine Mann ruhte vor einer Bank, die vor einem Pilzhaus stand. Die Pilzhaustür stand einladend offen. An den kleinen Fenstern hingen rot-weiße Gardinchen und die Fensterläden waren blau angestrichen. Der Zwerg hielt eine Pfeife in seiner Hand und es sah aus, als ob er sich jeden Moment auf seine hübsche Bank setzen wollte. Alles sah so gemütlich aus. Biggy konnte ihre Blicke gar nicht mehr von der kleinen Gestalt lösen.


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