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Rumpel & Pumpel


Die Macht des Rätselsterns

von Richard M. Kneschke

kinder
ISBN13-Nummer:
978386858-249-9
Ausstattung:
294 Seiten, Deutsch, Paperback, 14,8 x 21 cm, 441 Gramm
Preis:
19.90 €
Mehr Infos zum Buch:
Website
Verlag:
Shaker Media
Kontakt zum Autor oder Verlag:
rich.k@web.de
Leseprobe

Es war eine sternenklare Nacht und der Vollmond zeigte seine volle Pracht. Diese Nacht war eine ganz besondere Nacht, denn es würde etwas passieren, woran kein Mensch zu glauben vermochte. Der Zeiger der alten Kirchturmuhr näherte sich der Zwölf-Uhr-Stellung. Es war draußen ganz ruhig und keine Menschenseele war zu sehen. Das Haus, indem Celina wohnte, befand sich am Stadtrand, eine sehr ruhige Gegend, in der fast jede Familie ein eigenes Haus mit Garten und Garage besaß. Ab und zu rannte eine Katze über die Straße und verschwand hinter einer Hecke, wie ein Geist in der Dunkelheit.

 

Die Kirchturmglocke schlug zur Mitternacht. Auch die alte Standuhr der Großeltern, die im Wohnzimmer stand, das sich im Erdgeschoss befand, ertönte mit einem lauten Gongen. Im 1. Stock lag gleich links von Celinas Schlafzimmer das Kinderspielzimmer, wo gleich rechts hinter der Tür im Zimmer eine orangefarbene Couch stand. Auf der Couch saßen zwei Teddybären, die Celina und ihr Bruder vor längerer Zeit auf einem Rummelplatz bei einer Losbude gewonnen hatten. Celina gab dem einen Teddybär den Namen Rumpel und Hendrik den anderen Pumpel. Die Teddys sahen sich sehr ähnlich, wie Zwillingsbären aber man konnte die beiden sehr leicht unterscheiden. Der Rumpel trug eine rote Stofflatzhose und Pumpel eine blaue. Die Träger über den Schultern waren jeweils vorne mit schwarzen Knöpfen befestigt und auf Brusthöhe war eine Tasche aufgenäht, in die man etwas hineinstecken konnte.

Mitten im Kinderspielzimmer tauchte plötzlich eine kleine weiße Lichtkugel auf. Diese wurde größer und formte sich zu einer hell leuchtenden, weißen Tür. Sie öffnete sich langsam und ein sonnengrelles Licht drängte sich hindurch und erhellte den ganzen Raum. Eine leuchtende Gestalt erschien und schwebte durch die Tür hindurch. Es war ein wunderschönes, zauberhaftes Lichterwesen, das die Menschen nur aus Erzählungen kannten und das sie als Traumfee bezeichneten. Wie ein Engel, nur ohne Flügel, schwebte dieses weibliche Wesen sanft über den Boden. Ein Leuchten und Funkeln umgab ihren Körper und ihr langes Kleid, das mit wellenförmigen Bewegungen in der Luft schwebte, glitzerte, als wäre es mit unzähligen kleinen Diamanten bestückt.

Sie bewegte sich auf die zwei Teddybären zu und berührte mit ihren zarten dünnen Händen ihre Köpfe. Ein Band aus Licht umhüllte die Teddys, die ebenso glitzerten und funkelten, wie das Lichterwesen selbst. Sie sprach mit einer sanften glasklaren Stimme:

»Rumpel und Pumpel! Ich gebe euch beiden die Lebenskraft der Lichterwesen, sodass ihr lebendig werdet. Dies geschieht aber nur von Mitternacht bis ein Uhr, in der sogenannten Geisterstunde. Ein Errox, ein Traumparasit, ist in der Welt der Menschlinge aufgetaucht. Es ist ein böses Schattenwesen aus der schwarzen Welt und ihr beide seid dazu auserwählt, es wieder zurückzuschicken und die Menschlingskinder von diesen Albträumen zu befreien. Ihr bekommt von mir den Traumfeenzauber, damit ihr andere Spielsachen lebendig werden lassen könnt. Sie sollen euch bei eurer Mission helfen, weil ihr das alleine nicht schaffen werdet. Ihr müsst unbedingt den Rätselstern, die zehn Schlüssel und den Schatz finden. Ihr werdet auch dringend die Uhr der ewigen Stunde benötigen. Ich wünsche euch viel Glück und seid sehr vorsichtig!«

 

Die Traumfee nahm ihre Hände von den Teddys, blies mit ihrem Mund glitzernden Staub in die Gesichter der zwei Teddybären, drehte sich um und schwebte sanft durch die Tür aus Licht. Gleich darauf verschloss sich die Tür und löste sich in Nichts auf. Für einen Moment war es totenstill. Die beiden Teddybären zuckten ein paar Mal, ihre Augen blitzten kurz auf und ganz langsam bewegten sie ihre Tatzen und Beine. Der Rumpel, der auf der linken Seite der Couch saß, fing an zu murmeln.

»Geisterstunde, Rätselstern, zehn Schlüssel, Schatz …«

Er zuckte mit seinen Augen hastig hin und her. Der Pumpel drehte seinen Kopf zu Rumpel und schaute ihn überrascht an.

»Hallo, du da!«, fragte Pumpel. »Wer bist denn du und was nuschelst du da vor dir hin?«

»Ich bin der Rumpel und ich muss eine Mission erfüllen. Und wer bist du?«

»Ich bin der Pumpel und ich glaube du meinst: Wir haben eine Mission zu erfüllen!«

»Stimmt! Entschuldigung, ich dachte du bist nur mein Spiegelbild, weil du genauso aussiehst wie ich, bis auf die Latzhose«, sagte Rumpel. Beide schauten sich von oben bis unten an und lachten plötzlich.

»Sag mal Pumpel, weißt du, was die Traumfee damit gemeint hat?«

»Womit?«

»Mit dem Rätselstern, die zehn Schlüssel, und so?«

»Tut mir leid, aber ich weiß genauso viel wie du, Rumpel!«

»Die Traumfee hätte uns schon ein bisschen mehr verraten können! Das bedeutet, wir müssen jemanden suchen, der uns dabei hilft!«

»Ja, Rumpel, das müssen wir wohl«, antwortete Pumpel und beide schweiften mit ihren Blicken im Kinderspielzimmer umher. Sie schoben sich mit ihren Tatzen ihre Körper bis zur Sitzkante vor und wollten von der Couch runterhüpfen. Doch bevor sie überhaupt hüpfen konnten, rutschten sie von der Sitzkante runter und ihre Körper sausten wie ein Brett in Richtung Boden. Sie knallten zuerst mit ihren Bärennasen auf und wie zwei umgekippte Reissäcke lagen sie mit ihren Gesichtern auf dem Teppich. Die Teddys richteten sich langsam auf und rieben dabei mit ihren Tatzen ihre Schnauze. Sie warfen sich verwunderte Blicke zu und betrachteten gegenseitig ihre Körper.

»Pumpel, ich glaube wir müssen erst mal lernen uns zu bewegen.«

»Das glaube ich auch!«

Die beiden Teddys bewegten erst einmal ihre Arme und Beine, um ein Gefühl dafür zu bekommen, schauten sich wieder an und fingen an zu lachen. Gespannt sahen sie sich im Kinderspielzimmer um. Man konnte nicht viel sehen aber das Licht vom Vollmond, der in das Zimmer schien, ließ doch so einiges erkennen. Zwei Schreibtische mit Stühlen, ein großer Schrank und Regale füllten den Raum. Es gab eine Kissenecke und einige Plastikkisten, die mit Spielsachen gefüllt waren, sowie eine große Spielzeugkiste aus Holz, die nahe am Fenster stand. Rumpel und Pumpel fiel der alte grau-weiße Stoffhase auf, mit einer Brille auf seiner Hasennase und eine Fliege um den Hals, der auf der Spielzeugkiste saß und vom Mond angestrahlt wurde.

»Du, Pumpel! Siehst du da drüben auf der Kiste den alten Hasen sitzen? Der sieht mit der Brille irgendwie schlau aus, oder?«

Klappentext

 

Von der Traumfee erhalten Rumpel und Pumpel den Auftrag, das Schattenwesen in die Schwarze Welt zurückzuschicken. Keine leichte Aufgabe für kleine Stoffbären, die nur in der Geisterstunde zum Leben erweckt werden.

Auf der Suche nach dem Rätselstern, zehn Schlüsseln und einem Schatz beginnt eine fantastische, aber auch gefährliche und abenteuerliche Reise, auf der sie viele neue Freunde finden. Als Rumpel und Pumpel erkennen, dass sie auch auf Celinas Hilfe angewiesen sind, ist die Verzweiflung groß. Die Zeit ist knapp und ihr erster Kontakt mit einem Menschen lässt sich nicht länger aufschieben.