Suchbuch.de

Leseproben online - Schmökern in Büchern


Kategorien
> Kinderbücher > Prinzessin Angelina und die Elbenmedizin
Belletristik
Bücher Erotik
Esoterik Bücher
Fantasy Bücher
Kinderbücher
Krimis & Thriller
Kultur Bücher
Lyrikbücher
Magazine
Politik, Gesellschaftskritik
Ratgeberbücher
regionale Bücher
Reiseberichte
Bücher Satire
Science Fiction
Technikbücher
Tierbücher
Wirtschaftbücher
Bücher Zeitzeugen

Login
Login

Newsletter
Name
eMail

Kinderbücher
Buch Leseprobe Prinzessin Angelina und die Elbenmedizin, Bea Motzner
Bea Motzner

Prinzessin Angelina und die Elbenmedizin


Band 1

Bewertung:
(286)Gefällt mir
Kommentare ansehen und verfassen

Aufrufe:
2655
Dieses Buch jetzt kaufen bei:
Drucken Empfehlen
Maanranty, das Reich des Lachens und der Fröhlichkeit. Grüne saftige Wiesen, blühende Felder und Wälder. Glückliche Menschen im ganzen Reich. Das Volk und die Bediensteten liebten ihren gerechten König Manu und seine herzliche Königin Annemarie. Zur Geburt der Königstochter feierte das ganze Volk und freute sich, dass ihre Königsfamilie endlich Nachwuchs bekam. Als die Prinzessin das Licht der Welt erblickte, freuten sich auch die Völker der Wurzelzwerge und der Waldfeen, denn mit dieser Geburt wurde sicher gestellt, dass der Friedenspakt zwischen dem Reich der Menschen und dem Reich der Wurzelzwerge und der Waldfeen erhalten blieb.

Moonli, der König der Wurzelzwerge, und Lalahi, die Königin der Waldfeen, kamen persönlich zur Geburtsfeier des Menschenkindes. Moonli brachte gute Wünsche und ein Amulett, dass die Trägerin vor bösen Magien schützen sollte. Lalahi brachte gute Wünsche und Feenstaub mit. Dafür erhielten Moonli und Lalahi als Dank des Königs das Recht, seiner Tochter den Namen geben zu dürfen. Die zwei Ehrengäste schauten die Tochter lange an und berieten sich. „Angelina soll sie heißen." sagte Moonli endlich. „Angel - Sie wird das Gesicht und das Wesen eines Engels haben." „Lina bedeutet in der Sprache der Waldfeen‚ ´Die Tapfere'." beendete Lalahi die Erklärung des Wurzelzwerges. Die Eltern waren entzückt über den schönen Namen für ihr geliebtes Kind. Das Volk feierte vor Freude den ganzen Tag und die ganze Nacht. Jahre vergingen glücklich und freudenvoll. Angelina wuchs zu einem hübschen und lieben Mädchen heran. Sie war die Freude des Königspaares und des ganzen Volkes von Maanranty. Eines Tages hatte die Freude ein Ende. Trauer legte sich über das Schloss Bonhaing und das ganze Reich Maanranty, als die Königin schwer erkrankte. Die Fröhlichkeit verschwand aus dem Schloss und auch die Untertanen im ganzen Reich bangten um ihre Königin.

Prinzessin Angelina war mit ihren grade mal 20 Jahren etwas klein geraten. Ein bisschen zu pummelig vielleicht, aber ihr Gesicht war von strahlender Schönheit. Ihre pechschwarzen, vollen, leicht gewellten Haare, reichten ihr bis zu den rundlichen Hüften. Ein Maler hätte ein Gesicht nicht schöner malen können. Sie hatte magische, warme, dunkelgrüne Augen, in denen braune Sprenkel waren. Nun rannen Tränen aus ihnen. Angelina saß am Bett ihrer kranken Mutter. Sie weinte und war verzweifelt, ihre Mutter so krank im Bett liegend sehen zu müssen. Das Schlafgemach ihrer Mutter war abgedunkelt, da die Mutter sehr empfindlich auf Licht reagierte.

Der alte Magier Stonegran lief im Raum ständig auf und ab. Sein dunkelblaues Gewand mit quietschgelben Sternen wehte hinter ihm her. Über seinen langen weißen Bart stolperte immer wieder und murmelte dann kleine Verwünschungen vor sich hin. Wenn der Anlass nicht so traurig gewesen wäre, hätte Angelina über die Szene lachen müssen. Es sah zu komisch aus. „Ich weiß nicht mehr weiter, trotz meinen ganzen magischen und heilerischen Künsten. Nun bin ich so alt geworden und doch am Ende meiner Weisheit angekommen. Angelina, ich kann deiner Mutter nicht helfen." murmelte Stonegran traurig vor sich hin.

Der König betrat das Schlafgemach der Mutter. Traurig hörte Angelina zu, wie Stonegran mit ihrem Vater, König Manu, dem 313, sprach. „Es gibt nur noch eine Möglichkeit die Königin zu retten. Sie ist sehr gefährlich und fast unerreichbar. Die Djanjaheemedizin ist das Einzigste was sie noch retten kann." „Stonegran, du weißt, ich habe schon viele Ritter ausgesandt um die Medizin zu holen, doch keiner ist je zurück gekehrt. Es gibt keine Freiwilligen mehr."

Djanjahee, gibt es wirklich Djanjahee? Ich dachte, dass es nur ein Märchen wäre, wie das Märchen von den Wurzelzwergen, dass mir meine Mutter immer erzählt hatte, als ich noch ein kleines Kind war, grübelte Angelina. Sie hörte angestrengt zu, um jedes Wort von Stonegran verstehen zukönnen. Sie erfuhr, dass in Stonegrans Labor eine Karte lag, die den Weg zu dem Djanjaheeland wies, wenn man ein paar Rätsel richtig lösen konnte und die richtigen Wesen fragte. Der Weg führte durch den furchtbaren Gouulanwald, wo böse Gnome und Manruks ihr Unwesen trieben.

Manruks? Von Manruks habe ich noch nie gehört. Was um alles in der Welt sollte das denn nur sein? fragte sie sich. Immer wieder wurden ihre Gedanken von neuen Informationen unterbrochen. „Nun, dann bleibt mir nichts anderes mehr übrig als demjenigen die Hand meiner Tochter zu geben, der stark genug, schlau genug und rein genug ist um die Djanjaheemedizin zu beschaffen." sagte der König entschlossen.

Bei den Worten des Vaters hörte sie ein Glas zerspringen. Die Milch verteilte sich am Eingang des Schlafgemachs. In der Tür stand Lance und schaute erschrocken drein. Lance, der liebe, gute alte Lance, Stallbursche auf Schloss Bonhaing. Lance und Angelina waren im gleichen Alter, sie waren zusammen aufgewachsen. Für Angelina war Lance der beste Freund den sie hatte. Der Schreck stand ihm immer noch im Gesicht, als er die Scherben und die Milch beseitigte, die er zuvor hatte fallen lassen.

Wie konnte der Vater mir das denn nur antun? Irgendeinen Ritter heiraten? Eine erschreckende Vorstellung. Das kann ich doch nicht. mein Leben mit einem Menschen verbringen, den ich nicht liebe? Ich muss etwas unternehmen. Ich werde selbst zum Djanjaheeland reiten, dachte sie fieberhaft. Schnell überlegte sie sich einen Plan. Lance verschwand für kurze Zeit, als er wieder auftauchte, hatte er ein neues Glas Milch in der Hand. Er übergab es Angelina, legte ihr tröstend seine Hand auf die Schulter. Angelina flüsterte ihm zu, während Stonegran und ihr Vater sich weiter über Ritter und Hochzeit unterhielten.

„Lance, ich werde gehen, ich werde die Medizin holen. Bitte sattle Firestorm, ich komme um Mitternacht in den Stall." Firestorm, ihr Friesenhengst, der schnell wie der Wind war. Sein schwarzes Fell glänzte in der Sonne. Wenn sie mit ihm unterwegs war hatte, sie das Gefühl dass ihr nichts böses passieren konnte. Firestorm würde sie beschützen. Lance nickte nur, dann verabschiedete er sich und ging davon.

Angelina hielt die Hand ihrer Mutter und sagte leise: „Ich werde nicht eher wiederkommen, bis ich die Medizin habe, das verspreche ich dir. Bitte halte durch, ich werde mich beeilen. Vater darf es nicht erfahren. Du weißt, dass er es nie zulassen würde." Die Mutter schaute Angelina traurig an und nickte langsam. „Pass auf dich auf." flüsterte sie kraftlos. Angelina drückte noch einmal ihre Hand zum Abschied und ging in ihr Gemach, wo sie auf den Abend wartete.

Angestrengt überlegten sie, wie sie Stonegran überlisten konnte, um an die Karte und ein paar Informationen zu kommen. Der alte Zauberer war so um die 80 Jahre alt, hatte viel von der Welt gesehen und war schlau wie ein Fuchs. Was könnte ich ihm nur erzählen, dass er auch glauben würde? Sollte ich einfach so tun, als wäre ich neugierig, was denn mein zukünftiger Ehemann alles überstehen müsste, damit er mich heiraten konnte? Ich muss einfach an die Karte kommen, ich muss Näheres erfahren. Das war das Einzige, was sie hundertprozentig wusste, nur das ´wie´ wusste sie noch nicht. Nun war die Zeit gekommen, Stonegran in seinem Labor, dass sich in den Katakomben des Schlosses befand, einen Besuch abzustatten. Sie marschierte los durch die dunklen Gänge des Schlosses bis zu der Tür, die hinunter führte. Vor der Tür hielt sie inne. Ich mag die Katakomben nicht. Es ist dort gruselig und riecht modrig. Alles in ihr sträubte sich dagegen diese Tür zu öffnen. Es half alles nichts, sie musste ihre Angst überwinden. Sie war noch nie alleine da runter gegangen. Sie atmete tief durch und öffnete die Tür. Der modrige Geruch schlug ihr mitten ins Gesicht. Sie schritt hindurch. Vor mir liegen nun die langen dunklen Gänge der Katakomben. Als Kind habe ich immer gedacht, dass hier die Geister der Gefangenen noch umhergehen, die im Kerker gestorben sind. Der letzte Gefangene ist lange vor meiner Geburt hier gestorben.

Doch auch jetzt noch überkam sie die Angst. Schnellen Schrittes durchquerte sie die Gänge, ihr Herz klopfte laut. Seltsame Schatten bewegten sich im spärlichen Licht der Fackeln, die alle paar Meter an den Wänden hingen. Boden und Wände waren feucht. Immer wieder hörte sie das Klicken der Tropfen, die auf den Boden fielen. An vielen Stellen hatte sich dunkelgrüner Moos festgesetzt. Der modrig feuchte Geruch machte ihr arg zu schaffen. Durch den Gestank fiel es ihr schwer zu atmen. Ihre Schritte hallten laut durch die Gänge. Hinter ihr raschelte und fiepte es. Aus den Augenwinkeln konnte sie Bewegungen wahrnehmen. Was ist da hinter mir? Oh, bitte geh weg! Lass mich in ruhe! Verschwinde, komm nicht näher. flehte sie innerlich und traute sich nicht sich umzudrehen. Jeden Moment, glaubte sie, könnte eine Geisterhand sie packen und in eine der verfallenen Zellen zerren. Ihre Nerven waren bis zum Zerreißen gespannt. Bei den seltsamen Tönen hier unten zuckte sie immer wieder vor Schreck zusammen.

Der Weg hier unten ist so unendlich lang. Hoffentlich komme ich unbeschadet im Labor an. Sie betete im Stillen, und lief immer schneller, sog die stinkende, stickige Luft tief in ihre Lungen ein. Angelina bekam Seitenstechen, doch sie rannte weiter, bis sie atemlos die Tür des Labors erreichte. Schnell öffnete sie diese und schlüpfte hindurch. Erschöpft und mit wild klopfendem Herzen lehnte sie an der Tür. Sie rang nach Atem. Sie brauchte etwas, bis sich ihr Herzschlag beruhigte und sie wieder normal atmen konnte. Gott-Seih-Dank, ich habe es geschafft, ich bin in Sicherheit. Stonegran las gerade in seinem Zauberbuch, ohne aufzusehen sagte er: „Ich wusste, dass du kommen würdest. Keiner der Ritter ist rein genug, um zu ins Djanjaheeland zu gelangen. Angelina, setzt dich und höre mir gut zu!"

Angelina war verwirrt. Sie hatte sich ausgemalt, wie sie Stonegran dazu brachte, ihr die nötigen Informationen zu geben, indem sie flunkerte. Sie hatte nicht zu hoffen gewagt, dass gerade er ihr half. Sie setzte sich auf den Stuhl, der vor dem Tisch stand, auf dem sich viele Röhrchen und Gläschen befanden, die mit verschieden farbigen Flüssigkeiten gefüllt waren. Das Feuer im Kamin brannte hell und flackerte hin und wieder auf. Überall standen Kerzen, die das Labor erhellten. Es roch hier nach einer Mischung aus Verbranntem, nach Moder und nicht zu erklärenden süßlichen und sauren Gerüchen. Kurzum: Es stinkt bestialisch! Wie kann Stonegran es in diesem Gestank stundenlang aushalten? Angelina atmete nur ganz oberflächlich durch den Mund ein und aus. Sie wollte nur soviel wie unbedingt nötig diese eklige Luft in ihre Lungen lassen.

An der rechten Wand waren braune Regale, in denen Tausende von Büchern standen. Viele Bücher sahen schon uralt und abgenutzt aus. An der linken Wand standen blaue Regale, in dem Hunderte von verstaubten Einmachgläsern standen, in denen zum Teil undefinierbare Sachen zu finden waren. Als Kind hatte sie hier oft gestöbert und Stonegran bei seinen Zaubereien beobachtet. Auf den Gläsern standen unter vielen anderen auch: Fledermausflügel, Froschaugen, Schlangenzungen, Drachenblut, Drachenzähne, Katzenzungen, Galgenwurzel, Teufelsdreck und Weihrauch.

Jetzt saß sie hier vor Stonegran und hatte ihn nie so ernst gesehen. Er gab ihr die Zeit, ihre Gedanken zu ordnen. Dann begann er zu erzählen: „Hainjai, dass Djanjaheeland, ist viele Tagesreisen von hier entfernt. Du musst bis an das südlichste Ende des Reiches Maanranty. Nicht weit der Grenze sind die Berge der Tränen. Durch diese Berge führt eine Schlucht. Die, die Schlucht der Schreie genannt wird. Du musst sie still durchqueren. Der kleinste Laut wird dort sehr verstärkt und hallt von den Wänden immer und immer wieder, bis es ein ohrenbetäubender Lärm wird, der dich verrückt machen kann, bevor du dein Gehör verlierst. Also versuche so leise wie möglich durch diese Schlucht zu gehen." Stonegran legte eine Pause ein. Angelina war verängstigt angesichts der Aufgabe die sie bewältigen musste, wurde ihr mulmig.

Bin ich dem denn wirklich gewachsen? Ich bin doch oft sehr tollpatschig. Ich kann nicht daran glauben, unbeschadet diese schreckliche Schlucht zu durchqueren. Muss das denn wirklich sein? Den Gestank der hier im Labor herrschte, nahm sie kaum noch war.

„Hinter der Schlucht der Schreie kannst du rasten. Es ist ein ruhiges weites Land. Folge dem Flusslauf bis zum Tor. Du erkennst es an der Aufschrift: ´

Traurigkeit ist ein See in deinem Innern. ´ Gehe hindurch, folge dem Weg bis zum See der Traurigkeit. Du darfst das Wasser des Sees nicht berühren, denn seine Traurigkeit wird dich gefangen nehmen und du wirst niemals mehr aufhören zu weinen. Die Seehexe der Traurigkeit wird dich hinab in ihr Reich entführen, aus dem es kein Entkommen gibt. Suche nach dem Schattenmann, er wird dich mit seinem Floß auf die andere Seite des Sees übersetzen. Allerdings musst du vorher ein Rätsel lösen. Schau dem Schattenmann nicht ins Gesicht, egal was er sagt oder tut. Schau zu Boden, oder du wirst zu Stein. Nehme diesen Armreifen, das ist seine Bezahlung für seine Dienste." Er ging zu einem Regal indem so mancherlei Krimskrams lag, holte das ein oder andere und legte es auf den Tisch.

Angelina gruselte es bei dem Gedanken an den Schattenmann. Diese Aufgabe hört sich noch schwerer an, als die Vorherige. Wie soll ich nur all diese Aufgaben bestehen? Ich glaube, wenn ich etwas frage, dann werden die Details noch gruseliger! Ich sage lieber gar nichts. Zweifelnd lauschte sie weiter Stonegrans Worten.

„Auf der anderen Seite des Sees liegt der Gouulanwald, der Wald der 1000 Schrecken. Je weiter du in diesen Wald gehst, desto grässlicher und gefährlicher wird er. Mache dort rast und warte auf die Waldfeen. Lalahi, die Königin der Waldfeen, ist deine Patin, sie kennt dich, sie war bei deiner Geburt zugegen. Der kleine Beutel, der um deinen Hals hängt, war ein Geschenk der Feen, achte gut darauf, es ist Feenstaub darin. Er könnte dir noch von Nutzen sein."

Oh nein, immer diese Rätsel! Muss das denn wirklich sein? Ich war nie gut im Raten, dachte Angelina verzweifelt. Habe ich mir da nicht wirklich viel zu viel zugemutet? Kann ich das denn wirklich schaffen? „Stonegran, denkst du ich werde das hinbekommen?" fragte sie zaghaft nach.

„Wenn du an dich selber glaubst, ja." war seine Antwort und fuhr in seinen Ausführungen fort. „Hast du das Rätsel der Waldfeen gelöst, wird sie dich zu den Wurzelzwergen bringen. Sie kennen dich auch, der König war bei deiner Geburt ebenfalls zugegen. Dieses Amulett was du trägst, war ein Geschenk der Zwerge zu deiner Geburt, es hat magische Kräfte. Moonli, der König der Wurzelzwerge ist dein Pate. Er wird dich ein Stück deines Weges durch sein Reich ziehen lassen. Aber auch er wird dir ein Rätsel aufgeben um zu prüfen, ob du reinen Herzens bist. Ratest du falsch, wirst du umkehren müssen." Stonegran lies diese Information erst mal im Raum stehen, und wartete auf Angelinas Reaktion.

Erschreckt sah Angelina Stonegran an. Umkehren? Ich kann nicht umkehren, ich muss es einfach schaffen! Angelina betete in Gedanken zu ihren Schutzengeln das sie ihr halfen die Lösungen der Rätsel zu finden. Ihr fiel das Gebet ein, das die Mutter ihr einst gelehrt hatte.

Ø Vier Schutzengel mein, stehen mir bei in meinem Schlaf.Einer zum Kopfe, einer zur Linken,einer zur Rechten, einer zu Füssen.Wacht über mich bis das der Tag anbricht.Geht mit mir durch den Tagund bewahrt mich vor allen Übel.Gebt mir Hoffnung, Kraft und Mut.Helft mir in meiner Not.Amen. <

Dann nickte sie Stonegran zu zum Zeichen das er weiter erzählen konnte.

„Am Ende seines Reiches beginnt das Reich der Manruks. Teuflische Wesen, die im dunkelsten Teil des Gouulanwaldes hausen. Sie verbreiten Angst und Schrecken. Sie sind blutrünstige Monster, essen das Fleisch der Lebenden. Bist du in dem Wald, reite schnell, dreh dich niemals um. Egal was passiert. Firestorm wird den Weg zum See der Sterne finden. Dort sind freundliche Wesen, die dir helfen können, den Weg durch den Wasserfall zu finden. Auch sie werden dir ein Rätsel aufgeben, dass du lösen musst, um weiter zu kommen. Bist du durch den Wasserfall gekommen, findest du drei Wege. Einer davon führt dich nach Hainjai, ein anderer Weg in den Garten des Verderbens. Es ist ein Irrgarten, aus dem es kaum ein Entkommen gibt. Und der dritte Weg führt dich in der Zeit zurück. Und alles beginnt von vorn. Wähle gut." Um seine Worte zu verdeutlichen, zeigte er drei Finger seiner rechten Hand.

„Stonegran," sagte Angelina „gibt es denn keinen anderen Weg um an die Medizin zu kommen?"

Er schüttelte seinen Kopf. „Leider nein! Es gibt keine andere Möglichkeit. Ich weiß, dass du es schaffen kannst. Nimm diesen Spiegel, er wird dir von Nutzen sein. Hast du den richtigen Weg gefunden, kommst du zum Reich der Djanjahee. Die Djanjahee sind Elben, zu denen nur sehr wenige Menschen gehen dürfen. Sie sind die Beschützer der Wälder und der Tiere, die darin wohnen. Sie sprechen alle Sprachen der Tiere und der Menschen. Sie sind auch Heiler und Magier und kennen alle Heilmittel, die es auf der Welt gibt. Es ist ein Privileg, zum König der Djanjahee vorgelassen zu werden. Geh zum König des südlichen Elbenvolkes, Banjiaik und bitte ihn um die Medizin. Auch er wird dich auf die Probe stellen. Gib ihm diesen Siegelring als Geschenk."

Angelina betrachtete die Dinge, die auf dem Tisch lagen. Diese Sachen sollen mir also helfen an das Ziel zu kommen, Angelina verstand. Es wird das schwerste Abenteuer werden das ich jemals erleben werde. Doch ich muss mich den Gefahren stellen.

„Wie viel Zeit habe ich?" fragte sie ruhig. „Die Zeit läuft schnell, du musst zügig vorangehen. Schaue immer nach vorne, nie zurück. Wie viel Zeit du hast weiß ich nicht, daher spute dich. Ich kann dir leider auch nicht mehr mit auf deinem Weg geben. Ich wünschte, ich könnte dich begleiten. Wenn du tapfer, klug und reinen Herzens bist, wirst du dein Ziel unbeschadet erreichen. Nun beeile dich, verliere keine Zeit. Ich wünsch dir viel Glück, denn das wirst du brauchen." Mit diesen Worten packe der alte Magier alle Geschenke und die Karte in eine dunkel blaue Tasche und übergab sie Angelina. Sie bedankte und verabschiedete sich von Stonegran.

Mensch, das war ja einfacher als ich dachte aus ihm die ganzen Informationen raus zubekommen. Jetzt lief sie so schnell es ging durch die Katakomben zurück hinauf ins Schloss. Auch diesmal hatte sie Angst. Doch der Rückweg schien kürzer zu sein. Im Schloss angekommen, schlich sie leise und vorsichtig in die Wäschekammer des Schlosses. Sie konnte ja schlecht in ihren Kleidern sich in das Abenteuer wagen. Mit einem festlichen roten Kleid und dem Mieder darunter war es so schon schwer zu atmen, aber damit in ein Abenteuer zu gehen? Das wäre wohl keine gute Idee. Sie brauchte Männerkleidung, denn sie durfte nicht erkannt werden und brauchte bequeme Kleidung. Es gab viele Schurken da draußen, die sie kidnappen würden, um Lösegeld von ihrem Vater zu fordern. Na ja, und sie musste unbemerkt an der Schlosswache vorbei. Ihr Vater würde sie nie und nimmer ziehen lassen. Sie entschied sich für die Kleidung eines Stallburschen. Dunkelbraune Hose, weißes Hemd, eine schwarze Weste und einen dunkelgrauen Lodenmantel. Die Sachen waren ihr alle etwas zu groß. Für die Hose nahm sie sich einen Strick, den sie um ihre Hüften wickeln konnte, um damit ihre Hose zu befestigen. Eine dunkelblaue Kappe nahm sie auch mit, um ihre Haare darunter zu verstecken. Sie packte alles zusammen und schlich zurück in ihr Gemach. Angelina zog sich die Stallburschenkleider an, steckte ihre Haare hoch, bedeckte ihren Kopf mit der Kappe und setzte sie sich an ihren Schreibtisch um einen Brief an ihren Vater zu schreiben. Sie legte Kleidung und Kopfkissen auf das Bett, bedeckte sie mit der Bettdecke, so das es aussah als würde sie darin liegen. Sie wusste, dass ihre Amme, trotzdem das Angelina schon aus dem Alter heraus war, immer noch des Nachts nach ihr sah.

Kurz vor Mitternacht schlich sie sich vorsichtig in die Küche, um ausreichend Proviant und Wasser einzupacken. Schwer beladen schlich sie über den Schlosshof hinüber zum Pferdestall. Zum Glück schliefen die meisten Schlossbewohner, so das sie auch ohne Schwierigkeiten den Stall ereichte

Dort wurde sie schon von Lance erwartet. Firestorm war fertig gesattelt und gezäumt. Sein schwarzes Fell glänzte im Schein der Öllampe. Auch die kleine Schimmelstute Tinka war bereit für den Ausflug. Lance packte eilig ein paar Sachen in die Satteltaschen von Tinka. Eine kleine dicke Schimmelstute, die nur eins in Sinn hatte, nämlich fressen. Sie war Angelinas Geschenk für Lance zu seinem Achtzehnten Geburtstag gewesen. Er mochte Tinka sehr gerne. Mit der Zeit waren die beiden dicke Freunde geworden.

„Was tust du da?" fragte Angelina. „Ich komme mit dir! Ob es dir gefällt oder nicht. Ich lasse dich nicht alleine gehen!" Bei den Worten baute sich Lance vor Angelina auf und stemmte seine Arme in die Hüften. Und schaute sie auffordernd an. Seine dunklen Augen funkelten und seine Lippen waren zusammen gepresst. Sie wusste, dass er mit ihrem Vorhaben nicht einverstanden war. Aber er verstand, dass sie es tun musste. Eigentlich wollte sie ihren Weg alleine gehen. Lance kannte ihre Gedanken, er wusste immer schon vorher was Angelina tun wollte. Ich will mich nicht mit ihm streiten. Ich weiß nur zu gut wie stur Lance sein kann. Wenn er sich etwas in den Kopf gesetzt hat, dann kann Nichts und Niemand ihn davon abbringen. Ja ich werde nachgeben, dachte Angelina bei sich.

Lance stand abwartend vor ihr, schaute auf sie herunter. Er war einen Kopf größer als sie, braungebrannt und gut gebaut. Jetzt wo er so vor mir steht bemerke ich erst, dass sich auf seiner Oberlippe schon Flaum bildete, er wird sich bald rasieren müssen. Wie gutaussehend und erwachsen er doch schon ist. Das ist mir bisher nie aufgefallen. Seine dunklen Haare fielen ihm lockig bis auf seine breiten Schultern. Er war schon fast ein Mann. Lance wollte sie beschützen, denn er liebte sie. Sie atmete tief durch, dann sagte sie endlich: „In Ordnung Lance, ich weiß, ich kann dich nicht davon abhalten mich zu begleiten. Lass uns aufbrechen." Lance nickte, befestigte noch einen Hafersack an Tinkas Sattel. Schweigend wickelte Lance Leinensäcke um die Hufe der Pferde, damit die Hufe auf dem gepflasterten Innenhof nicht klapperten. Dann marschierten sie los, vorbei am Eingangstor. Dort konnten sie nicht durch gehen, denn das Eisengitter knarrte fürchterlich beim Öffnen. An der gegenüberliegenden Mauer gab es eine Tür, grade breit genug das ein Pferd durchpasste. Langsam öffnete Lance die Tür, schritt auf die andere Seite und wartete bis Tinka, Angelina und Firestorm hindurch waren. Dann schoss er die Tür leise hinter sich.

Der Berg, auf dem das Schloss Bonhaing stand, war steil. Es war ein mühsamer Abstieg der nur langsam voran ging. Der Mond schien voll und hell am Himmel, begleitete die nächtliche Wandergesellschaft. Erst am Fuße des Berges konnte sie auf ihre Pferde steigen. Gemächlich ging die Reise los. Durch kleine Wälder, große Felder und saftigen Wiesen. Lance hatte seine liebe mühe mit Tinka. Denn sie war besessen von dem Geschmack des saftigen Grases. Sie war stur, genau wie Lance. Gerade das mochte er so an ihr. Doch für dieses Unterfangen war es mehr als hinderlich, dass Tinka alle Nase lang stehen blieb, um sich ein Maul voll des saftigen Grases zu schnappen. Sie ritten den ganzen Tag und die ganze Nacht.

Für den Inhalt dieser Seite ist der jeweilige Inserent verantwortlich! Missbrauch melden



© 2008 - 2021 suchbuch.de - Leseproben online kostenlos!


ExecutionTime: 4 secs