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Kinderbücher
Buch Leseprobe Pferdeparadies Stammelhof, E-Book analog zum Taschenbuch 159 Seiten
E-Book analog zum Taschenbuch 159 Seiten

Pferdeparadies Stammelhof


Monkey macht das Leben schön

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Leonie schlug ihre Augen auf, und ihr erster Gedanke war: „Heute ist mein 16. Geburtstag!“ Seit sie einen jungen Mann namens Lutz kannte, der dummerweise etwa fünf Jahre älter war als sie, war dieses Alter zu einer magischen Grenze für sie geworden. Bisher hatte Lutz nie Anstalten gemacht, Leonie näherzukommen, aber ein oder zwei Andeutungen waren dabei gewesen. Deshalb glaubte sie, dass sie ihm nicht egal war. Tatsächlich fand Leonie auf ihrem Handy eine Nachricht von Lutz: „Happy Birthday! Bist du an so einem Tag ausgebucht oder hast du Zeit für Truska und ihren armen, einsamen Besitzer?“ Als Leonie die Worte gelesen hatte, musste sie grinsen. Truska … sie war der Grund, warum die beiden sich überhaupt kennengelernt hatten; Truska und Rasputin, um genau zu sein. Der Bernhardiner gehörte eigentlich Oma. Als Leonies Mutter Isabella mit ihr, der besten Freundin Pia und deren Tochter Lola von München aufs Land gezogen war, hatte sie ihnen den großen Hund mitgegeben. Sie besuchte ihn allerdings, so oft es möglich war. Oma wollte in absehbarer Zeit aufhören zu arbeiten und sich eine Wohnung in der Nähe suchen. Hoffentlich klappte das bald. Bevor Leonie aufstand, tippte sie an Lutz zurück: „Vielen Dank! Den Hunden ist es egal, ob ich Geburtstag habe. Die brauchen ihren Auslauf. Bis später!“ Mit Schmetterlingen im Bauch stand sie auf und ging ins Bad. Praktischerweise waren gerade Osterferien. Manchmal wachte Leonie von selbst früh auf. Wenn das der Fall war, ging sie nach einer Katzenwäsche in den nahegelegenen Stall und versorgte ihr Pferd Kobold. Bis vor kurzem hatte ihr zusätzlich Merlin gehört. Leider war seine Turnierkarriere nach einer Verletzung abrupt zu Ende gewesen. Eine sehr nette Bekannte hatte ihn übernommen, die sich ausschließlich aufs Freizeitreiten verlegt hatte. An diesem Tag hatte Leonie sich jedoch den Luxus gegönnt, in aller Ruhe auszuschlafen. Lolas Zimmertüre stand offen. Also musste die Freundin bereits auf den Beinen sein. Vielleicht war sie an diesem Tag morgens in den Stall gegangen. Die beiden Mädchen hatten das Dachgeschoss des Hauses für sich alleine. Ihre Mütter hatten sich die Schlafzimmer im Keller eingerichtet, während das Erdgeschoss Küche, Wohnzimmer, ein großes Bad und neuerdings Pias Arbeitszimmer beherbergte. Unten war die Wohnzimmertüre lediglich angelehnt. Gedämpft hörte Leonie den Fernseher und ging auf die Geräusche zu. Sie entdeckte ihre beste Freundin auf der Couch. Lola sprang sofort auf, als sie Leonie hereinkommen sah, und stürmte auf sie zu. Die beiden Mädchen fielen sich in die Arme und gratulierten sich gegenseitig zu ihren Geburtstagen. Ihre Mütter hatten sich nämlich im Krankenhaus kennengelernt, nachdem sie am selben Tag ihre Töchter zur Welt gebracht hatten und anschließend auf demselben Zimmer gelandet waren. Beide mussten lachen. „Es ist so cool, wenn man am gleichen Tag wie die beste Freundin Geburtstag hat“, stellte Leonie fest. „Aber so was von“, pflichtete Lola ihr bei. „Du, Isabella hat mir aufgetragen, dass wir heute nur gemeinsam in den Stall kommen dürfen.“ „Haben die etwa was vor?“ Leonie schaute fragend drein. Lola grinste. „Das finden wir heraus!“ Außer den beiden schien Pia zu Hause zu sein. Sie hatte seit einem Monat einen neuen Job und nach einer Phase der Einarbeitung gerade damit begonnen, im Homeoffice tätig zu sein. Die Mädchen wollten sie nicht stören, tranken rasch ein Glas Orangensaft und machte sich auf den Weg zum Stall. Die Boxen waren leer. Um diese Zeit durften die Pferde längst draußen sein. Joe, die Pferdepflegerin, hatte sich darum gekümmert, dass die Tiere im Frühling richtig angeweidet wurden. Das Gras setzte sich anders zusammen, als wenn es später im Jahr älter war und mehr Sonne abbekam. Da musste man vorsichtig mit Koliken und Hufrehe sein. In derartige Dinge wuchs Isabella Schritt für Schritt hinein. Sie hatte den Stall erst im vergangenen Sommer übernommen, nachdem sie keine geeigneten Stellplätze für ihre eigenen Pferde gefunden hatten. Der Hof lag da wie ausgestorben. Daher suchten die Freundinnen als Erstes in der Reithalle nach den anderen, doch da war ebenfalls niemand. „Wo stecken die alle?“, fragte Leonie Lola. Die Freundin zuckte mit den Schultern, und ihr nächster Weg führte sie zum Reiterstübchen. So still es überall gewesen war, so laut schollen ihnen die Stimmen der Anwesenden hier entgegen: „Happy Birthday, liebe Leonie und Lola!“, schrien Isabella, Pia, Joe, der Reitlehrer Carlos und Astrid, die nebenan wohnte und die beste Freundin der Geburtstagskinder geworden war. „Und wir suchen euch wie zwei Irre!“, rief Leonie lachend aus. Einer nach dem anderen fiel regelrecht über die beiden her, um ihnen persönlich zu gratulieren. „Woher habt ihr gewusst, wann wir kommen?“, wollte Leonie wissen. „Ihr könnt unmöglich seit Stunden auf uns warten, oder?“ „Was glaubst du wohl?“, krähte Astrid dazwischen. „Die moderne Technik macht’s möglich. Wir waren alle überzeugt davon, dass ihr als Erstes eure Handys in die Hand nehmen werdet. Sobald WhatsApp angezeigt hat, dass ihr online gewesen seid, waren wir startklar. Außerdem hat Pia euch gehört, wie ihr das Haus verlassen habt. Während ihr gesucht habt, ist sie schnurstracks zu uns gekommen.“ „Schlau!“, lobte Leonie. Endlich gaben die anderen die Sicht auf den großen Tisch frei, der sich in diesem Raum befand. Darauf stand eine Torte. Zudem stapelten sich Geschenke. Leonie und Lola machten sich direkt daran, eines nach dem anderen auszupacken und freuten sich über jedes einzelne. Wie viele Gedanken die Leute um sie herum sich gemacht hatten! Am Ende blieb für jede ein Paket übrig. Isabella und Pia hatten sie extra zurückgehalten. „Ich denke, das sollte die Krönung sein“, meinte Isabella, ehe die beiden sie überreicht bekamen. Leonie nahm die Kiste, welche mit Pferdepapier umwickelt war, entgegen. „Kann es kaputtgehen?“, erkundigte sie sich. „Nein“, antwortete Isabella lachend. Daher schüttelte Leonie es, denn es war verdächtig leicht. Eine leere Schachtel in der Größe hätte kaum weniger wiegen können. Sie machte sich daran, vorsichtig die Klebestreifen zu lösen, welche verhinderten, dass das Papier sich selbst abwickelte. Zum Vorschein kam ein großer Karton. In dem befand sich hauptsächlich lose zusammengeknülltes Zeitungspapier. Leonie schaute auf: „Du willst mir hoffentlich nicht durch die Blume sagen, dass ich umziehen muss, oder? Sieht fast so aus.“ „Bist du wahnsinnig?“, rief Pia. „Das Haus ist noch nicht einmal ganz fertig!“ Nachdem Leonie einiges an Papier beiseitegeschoben hatte, entdeckte sie ein Halfter. Fragend schaute sie ihre Mutter an. Die ergriff ein bisschen feierlich das Wort: „Dieses Halfter ist gewissermaßen symbolisch für dein neues Pferd, meine Große.“ „Was?“, schrie Leonie und fiel Isabella um den Hals. „Ich bekomme wirklich wieder ein zweites Pferd?“ „Na klar“, meinte Isabella, als wäre es das Selbstverständlichste der Welt. „Schließlich braucht Kobold mehr Zeit, um sich zu entwickeln. Du sollst doch jetzt Turniere reiten können, für die du die letzten Jahre alles gelernt hast.“ Das machte Leonie neugierig: „Hast du etwa ein Pferd in Aussicht?“ Diesmal schüttelte Isabella den Kopf. „So weit sind wir nicht, aber wir halten Augen und Ohren offen. Andi weiß Bescheid, falls er etwas hört.“ Als Heilpraktiker für Pferde kam Andreas Moosleitner viel herum. Seinen eigenen Wallach Atlas hatte er im Pferdeparadies Stammelhof stehen und kümmerte sich beinahe täglich um ihn. „Ich habe meine Fühler auch schon ausgestreckt“, erklärte Carlos. „Außerdem werden wir wohl alle demnächst mehr auf den Turnierplätzen unterwegs sein. Da kannst du leicht an das richtige Pferd geraten.“ Leonie spürte, wie ihr Herz schneller schlug, wenn sie bloß darüber nachdachte, dass sie bald ein Pferd neu kennenlernen und mit ihm zusammen trainieren würde. „Ob es wieder ein Wallach wird oder diesmal eine Stute?“, fragte sie sich laut. „Darauf kommt es nicht an“, winkte Carlos ab. Lola warf allerdings ein: „Stuten sind toll.“ Sie hatte automatisch abgewartet, was ihre beste Freundin in dem Geschenk finden würde, und darüber vergessen, ihr eigenes auszupacken. Nun machte sie sich daran. Zu ihrer Überraschung fand sie denselben Inhalt vor. „Was hat das zu bedeuten?“ Grinsend machte Pia sich ein wenig größer. „Na ja, wir haben zusammen überlegt; also Isabella und ich. Leonie hat seit Längerem zwei Pferde, eines eben als Nachwuchs. Deshalb finden wir, dass es nur fair ist, wenn du dich genauso nach einem jüngeren Tier umschauen darfst. Wir können sie hier ja viel günstiger unterbringen als früher in München. Von den Trainerstunden ganz abgesehen.“ Mit Schrecken dachten Leonie und Lola kurz an ihren früheren Reitlehrer Lothar Hündchen. Der hatte einen bellenden Ton am Leibe gehabt, dass er von ihnen lediglich scharfer Hund genannt worden war. „Das ist nicht euer Ernst!“, rief Lola aus und warf ihre Mutter beinahe um, als sie sich bei ihr bedankte. Anschließend ergriff Leonie die Hände ihrer Freundin, wirbelte sie herum und sang: „Wir gehen beide Pferde kaufen …“ Lola fiel mit ein, und die beiden hüpften ausgelassen im Reiterstübchen herum. „Also, wenn die so kindisch sind, sollten wir uns das vielleicht noch einmal überlegen“, warf Joe ein. „Denen kann man nicht einmal ein Pferd anvertrauen, geschweige denn jeder gleich zwei.“ Pia schlug vor: „Wie wäre es mit einem Geburtstagsfrühstück? Ich habe leider nicht viel Zeit dafür.“ „Ich hatte langsam Angst, du fragst nie“, erklärte Joe. „Da steht so eine leckere Torte. Die ist nicht bloß zum Anschauen da.“ Gemeinsam schnitten Leonie und Lola das gute Stück an, damit Pia jedem einen Teller füllen konnte. Hinter dem Kuchen standen zusätzlich Brotkörbe mit Semmeln und Brezen, sowie ein Schälchen Butter und Teller mit Aufschnitt. Daran taten sich alle gütlich, ehe es an den Alltag ging. Pia war die Erste, die sich verabschiedete. „Bis zum nächsten Mal hat sich alles eingespielt“, versprach sie, drückte zuerst Lola und dann Leonie an sich und ging nach Hause. Es war, als hätte sie zum Aufbruch geblasen. Plötzlich hatten alle etwas zu tun. Die beiden Geburtstagskinder blieben mit Astrid zurück. Sie konnten sich ein Grinsen nicht verkneifen. „Hast du das begriffen?“, fragte Lola schließlich. „Wir bekommen beide ein zweites Pferd!“ Daraufhin nickte Leonie. „Ich hatte ein bisschen darauf gehofft, aber nicht damit gerechnet, dass Isabella mir das sozusagen zum Geburtstagsgeschenk macht.“ Lola widersprach: „Bei dir bin ich fest davon ausgegangen, dass es über kurz oder lang so kommt, aber ich? Mama hat nie ein Wort darüber verloren, dass ich zu Silia jemanden dazu kriegen könnte. Ich bin total platt! Was machen wir jetzt?“ „Aufräumen, wenn die alle uns schon so eine Freude gemacht haben“, schlug Leonie vor. Für gewöhnlich wäre das Lolas Part gewesen. „Aber danach gehen wir Reiten, oder?“ „Gibt es in China Reis zu essen? Natürlich reiten wir.“ Still und leise begann Astrid damit, alles, was verderblich war, in den Kühlschrank zu stellen. Dabei biss sie immer wieder von einer Breze ab. „Sag mal! Bist du nicht satt geworden?“, wollte Lola wissen. Astrid erklärte: „Die hat mich einfach angemacht. Komisch, seit ich weiß, dass Mama schwanger ist, esse ich mehr.“ „Eigentlich heißt es, dass die Männer gerne sympathieschwanger wären“, stellte Leonie fest. „Scheinbar kann das genauso auf werdende Geschwister zutreffen.“ Lachend nickte Astrid. „Ist bei mir definitiv der Fall.“ „Warten wir also auf die Phase Essiggurken mit Marmelade.“ Bei dem Gedanken schauderte Astrid. „So weit geht meine Sympathie für die Schwangerschaft meiner Mutter nicht!“, entgegnete sie entschieden. „Hat sie übrigens bis jetzt auch nicht gegessen.“ Zu dritt war der Tisch rasch abgeräumt. Leonie freute sich darauf, in den Sattel zu kommen. Gemeinsam holten sie ihre Pferde von der Koppel und führten sie in den Stall. Die Tiere steckten zwar mitten im Fellwechsel, aber da zumindest Kobold und Silia geschoren waren, machte sich das bei ihnen kaum bemerkbar. Anders sah die Sache bei Nelly, Astrids Araberstute, aus. Die hatte im Herbst ein schönes Winterfell angesetzt. Da es sich während der Arbeit mit dem Schwitzen in Grenzen hielt und der Stammelhof außerdem ein Solarium besaß, hatte Astrid auf das Scheren verzichtet. Dafür sammelte sich während des Striegelns ein ganzer Haufen Haare um sie herum an. Lachend meinte sie: „Da haben wir gleich den Bausatz für das erste eurer neuen Pferde.“


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