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> Kinderbücher > Pamelo und die alte Lokomotive
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Kinderbücher
Buch Leseprobe Pamelo und die alte Lokomotive, Mirjam Wyser
Mirjam Wyser

Pamelo und die alte Lokomotive



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Durch die anbrechende Nacht fährt ein kleiner Zug. Noch die letzten Kurven, bevor er das Ziel erreicht hat. Pamelo ist noch der letzte Passagier. Er schaut mit leerem traurigen Blick aus dem Fenster. Es hat angefangen, leicht zu schneien. Von der Lokomotive kommt ein lautes Zischen. Mit einem leichten Ruck hält der Zug an. „Endstation alles aussteigen!“, tönt es durch den Lautsprecher. Pamelo öffnet die Waggontür und tritt auf den verschneiten Bahnsteig. „Es gibt nichts Verlasseneres auf der Welt als dieser einsame Bahnhof. Am Rücken angehängt hat er den Koffer mit seinem Saxofon. In der Hand trägt er einen zweiten Koffer, mit all seinen Habseligkeiten. Als er den Bahnhof verlässt, weht ihm ein kalter Wind entgegen. Er stellt den Mantelkragen hoch und stampft durch die verschneite Straße. In der Zwischenzeit hat es noch stärker angefangen zu schneien. Pamelo zieht seine Mütze noch tiefer ins Gesicht. Die kleine Stadt wirkt menschenleer. „Nicht mal einen Hund, würde man bei diesem Wetter auf die Straße schicken!“, murmelt Pamelo vor sich hin. Aus einer Kneipe ertönt lautes Gelächter. Über dem Eingang steht mit verschnörkelter Schrift: “Hotel zum funkelnden Kristall“. Der Verschneite stößt die Tür auf schüttelt den Schnee ab und betritt das Wirtshaus. Das Lachen verstummt. Die Augen der Anwesenden heften sich auf den späten Gast. Er hat die ungeteilte Aufmerksamkeit. Um diese Jahreszeit kommen keine Fremden in diesen Ort. Bei diesem heftigen Schneefall ist das kleine Städtchen oft nicht einmal mit dem Zug erreichbar. „Plötzlich ruft einer: „Das ist ja Pamelo! Alter Freund wie geht es dir? Wo ist Marcello, dein Freund?“ Pamelo grüßt kurz, beinahe unhöflich. Er wirkt kaltschnäuzig. Auf die Frage gibt er keine Antwort. Er wendet sich ab, damit niemand sieht, dass Tränen in seine Augen schießen. Er mag mit niemandem sprechen und wendet sich direkt dem Wirt zu. „Ich brauche ein Zimmer. Am liebsten hätte ich die Mansarde mit dem Dachfenster!“ Der Wirt schaut ihn erstaunt an, nickt dann zu stimmend: „Das Zimmer ist frei, aber schlecht geheizt! Ich habe auch komfortablere Zimmer frei!“ Pamelo winkt ab. „Ich nehme die Mansarde!“ Der Wirt zuckt etwas ungläubig die Schultern und meint lächelnd: „Wie Sie wollen! Der Kunde ist König!“ Er überreicht Pamelo den Zimmerschlüssel. „Ich kenne den Weg!“, gibt Pamelo zur Antwort. Mit schweren Schritten steigt er die Treppe hoch, in den zweiten Stock. Plötzlich kann sich auch der Wirt wieder an den Musiker erinnern. Pamelo hört noch wie Wirt und Gäste leise über ihn flüstern. „Dem armen Musikanten sieht man an, wie sehr er leidet!“ Im Korridor ist es kalt und finster. Plötzlich ist der Gang zu Ende. Er stößt eine weitere Tür auf. Kein Licht brennt. Vorsichtig tappt er die drei Treppenstufen hoch, die zur Mansarde führen. Einen Augenblick verharrt er und hat das Gefühl ein Schatten husche an ihm vorbei. „Hier ist es wie im Spukhaus!“, brummt er vor sich hin. Pamelo tastet vorsichtig nach dem Türgriff. Er hat Mühe das Schlüsselloch zu finden. Nach drei vier Versuchen lässt sich die Tür öffnen. Durch das Dachfenster wird der Raum etwas erhellt. In der Mansarde ist wirklich kalt. Eisblumen hängen am Dachfenster. Die Luft wirkt abgestanden. Offenbar wurde die Mansarde schon lange nicht mehr vermietet. Er stellt sein Gepäck in eine Ecke, sucht nach dem Lichtschalter findet ihn aber nicht. Das Zimmer ist einfach möbliert. Ein Bett steht unter dem Dachfenster. In der abgeschrägten Ecke steht ein kleiner Tisch mit einem schmuddeligen Tischtuch. Ein Kerzenständer mit einer halb abgebrannten Kerze steht darauf. Er sucht nach Streichhölzern und zündet den Docht an. Das Licht beginnt zu flackern, erlöscht wieder. Erst beim dritten Versuch gelingt es, die Kerze anzuzünden. Pamelo öffnet das Dachfenster, schaut zum Himmel. Große Schneeflocken fallen leise und setzen sich behutsam auf die Bettdecke. Er zieht Schuhe und Mantel aus, legt sich aufs Bett und deckt sich bis zum Hals zu. „Ich brauche diese kalte Luft. Mein Gehirn ist wie aufgeweicht, wie gelähmt! Geblieben sind mir nur Erinnerungen, an eine schöne Zeit!“, denkt er schweren Herzens.


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