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Kinderbücher
Buch Leseprobe Ole Ohnefurcht, Cord Brammer
Cord Brammer

Ole Ohnefurcht


Die Angst vor Wölfen

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Sommerferien


 


Alle standen an ihrem Platz. Die Stühle waren hochgestellt, der Boden gefegt und die Fenster geschlossen. Kurz bevor es läutete, wünschte Herr Krause seiner Klasse schöne Ferien, und als der Gong endlich den Raum erfüllte, stürmten alle nach draußen auf den Flur, um schnell nach Hause zu fahren.


Ole hatte es nicht so eilig wie die anderen. Seit sein Großvater nicht mehr bei ihm wohnte, da seine Großmutter sich von ihm getrennt hatte, kam ihm das Haus leer vor. Nun lebte er nur noch mit seiner Schwester Lane und Oma Frida unter einem Dach.


Ole vermisste seine Eltern sehr. Die beiden waren vor mehreren Jahren bei einem schweren Autounfall ums Leben gekommen. Vor allem dachte er abends an sie, wenn Stille ins Haus einkehrte. Ole lag häufig in seinem Bett, starrte an die Decke und wünschte sich nichts mehr, als ganz schnell einzuschlafen.


Der Morgen gefiel ihm viel besser als der Abend, da der ganze Tag dann noch vor ihm lag. Und am liebsten unternahm er etwas mit seiner besten Freundin Nina und seinem besten Freund Peter.


„Ich finde es echt gemein, dass Herr Krause mir eine Vier in Mathe gegeben hat“, sagte Peter enttäuscht.


„Dafür sind doch deine anderen Zeugnisnoten gut“, tröstete Nina ihn.


„Na ja, es könnte besser sein“, sagte Peter. „Die andere Vier in Sport hätte auch nicht sein müssen. Aber ich habe mein Bestes im Unterricht gegeben. Mehr kann ich nun mal nicht aus mir herausholen.“


„Peter, für uns ist es sowieso egal, was da für Noten stehen“, sagte Ole. „Du bist unser bester Freund. Und wir mögen dich genauso, wie du bist.“


„Ganz genau“, stimmte Nina zu.


„Danke, Leute“, sagte Peter. „Ich wünschte, meine Eltern wären so entspannt wie ihr. Bestimmt organisieren sie Nachhilfe für mich, wenn die Schule wieder losgeht.“


„Kopf hoch“, sagte Ole. „Jetzt sind erst mal Ferien, vergiss das nicht. Wir werden uns von dem Stress der letzten Wochen erholen und viele Abenteuer erleben. Wie in den letzten Ferien auch, da bin ich mir ganz sicher.“


„Hast du schon eine Idee, was wir unternehmen könnten?“, fragte Nina.


„Bisher nicht. Ihr vielleicht?“


„Nein, leider nicht“, sagte Nina.


„Ich auch nicht“, warf Peter hinterher.


„Wir finden schon was“, war Ole überzeugt. „Und wenn uns gar nichts einfallen sollte, gibt es immer noch das Schwimmbad.“


Ole wurde von hinten auf die Schulter getippt. Als er sich umdrehte, stand Fritz vor ihm, ein weiterer Klassenkamerad. Bei ihm waren wie immer Ralf und Henrik, die aber so gut wie nie ein Wort von sich gaben. Fritz sagte: „Wir wollten euch nur schöne Ferien wünschen.“


„Das wünsche ich euch auch“, sagte Ole. „Hast du etwas Besonderes geplant?“


„Ich fliege gleich morgen mit meinen Eltern nach Island, in das Land der Feen und Trolle“, sagte Fritz.


„Oh, dann bring mir mal bitte eine Fee mit“, sagte Nina mit einem Lächeln.


„Und mir einen Troll“, sagte Peter dann.


„Wenn ich welche sehen sollte, mache ich das“, sagte Fritz. „Was habt ihr denn vor?“


„Wir bleiben hier“, antwortete Ole. „Ihr wisst doch, wie viel hier los sein kann.“


„Allerdings“, sagte Fritz. „Ich würde eigentlich auch gerne hierbleiben, aber meine Eltern bestehen nun mal darauf, dass ich sie begleite. Also euch viel Spaß.“


„Danke, euch auch“, sagte Ole zum Abschied. Als Fritz, Ralf und Henrik gegangen waren, wandte er sich Nina und Peter zu: „Komisch, dass wir früher mit ihm nur Streit hatten, und heute verstehen wir uns gut mit ihm.“


„Er hat sich ganz schön verändert“, fand Peter, der wegen seines hohen Körpergewichts oft unter Fritz hatte leiden müssen.


„Ja, zum Positiven“, sagte Nina.


Die drei bogen in die Dorfstraße ein, hielten bei der Tankstelle an und suchten sich drinnen ein Eis aus. Dabei bekamen sie mit, wie sich die Kassiererin mit Stulle unterhielt, der täglich in der Tankstelle Kaffee trank. Wer ihm den Spitznamen gegeben hatte, konnte keiner mehr mit Gewissheit sagen.


„Ach, das ist aber interessant“, sagte die Kassiererin. „Wie schön, dass sich endlich jemand um die Gebäude kümmert. Und womit verdienen die neuen Besitzer ihr Geld?“


„Soweit ich weiß“, antwortete Stulle, „lebt dort nur ein Mann. Er hat eine Dackelzucht, wird im Dorf erzählt. Ob er noch woanders arbeitet, weiß ich ehrlich gesagt nicht.“


„Bis morgen sind wir, was das angeht, bestimmt schlauer“, lachte die Kassiererin und nahm von Ole drei verschiedene Eistüten entgegen. „Das macht genau fünf Euro … Habt ihr eigentlich schon Ferien?“


„Ja, ab heute“, sagte Ole und gab ihr passend das Geld. „Erster Ferientag sozusagen.“


„Dann genießt die freie Zeit“, sagte sie.


„Danke schön“, bedankten sich die drei bei ihr und verließen das Tankstellengebäude. Draußen setzten sie sich im anliegenden Park auf den Rasen und packten ihr Eis aus. Wegen der hohen Temperaturen fing es sofort zu schmelzen an, sodass sie sich beeilen mussten.


Schon bald fuhr ein weißer Lieferwagen an ihnen vorbei, den Ole bereits mehrmals gesehen hatte, ohne ihm wirklich Aufmerksamkeit zu schenken. Außen am Lieferwagen war ein großer Dackelkopf abgebildet, unter dem in Großbuchstaben eine Adresse stand.


„Ich weiß jetzt, was wir unternehmen könnten“, sagte Ole zu Nina und Peter, die mit dem Rücken zur Straße saßen und den Lieferwagen nicht gesehen hatten.


„Und was?“, fragte Peter.


„Lasst euch mal überraschen“, sagte Ole. „Kommt heute um drei Uhr zu mir.“


„Okay, ich bin gespannt“, sagte Nina.


„Und ich erst“, sagte Peter.


 


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