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Kinderbücher
Buch Leseprobe NENIA, Bernhard Müllner
Bernhard Müllner

NENIA


Teil 3

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Prolog
Im Herzen der Nacht

Bei stiller Nacht zur ersten Wacht ...
(F. v. Spee, Trauergesang)

Ein eisiger Wind durchzog die Gassen von Hessford, als die Uhr am Glockenturm Mitternacht schlug. Der Mond leuchtete wunderschön und mit ihm die Sterne. Fast unscheinbar und unentdeckt schlich eine schwarze Gestalt durch Straßen und Gassen. Sie war von einem tiefschwarzen Mantel vermummt und die Kapuze verdeckte ihr bleiches, starres Gesicht. Als sie an eine Kreuzung kam, betrachtete sie die hellen Straßenlaternen und man sah kurz im flackernden Schein des Lichtes ihre schmalen, bleichen Lippen aufblitzen. Je mehr sie von der Stadt hinter sich gelassen hatte, desto langsamer wurde ihr Gang. Bald war keine Laterne mehr am Straßenrand zu sehen, und der düstere Schein des Mondes war die einzige, schaurige Lichtquelle. In der Hand hielt die seltsam vermummte Gestalt einen zerknitterten Brief. Darauf war beinahe unleserlich eine Nachricht verfasst worden.
Treffen uns um halb eins beim Hesswald!
T. T.
Von der Ferne sah man schon die Umrisse des Waldes, der mit seiner schaurigen Schönheit die umliegenden Felder in den Schatten stellte. Die Gestalt zitterte. Ihre bleiche, dürre Hand umklammerte den beschriebenen Zettel, welchen sie in ihrer Handfläche zerdrückte. Ein Heulen! Die Gestalt zuckte zusammen. Abrupt blieb sie stehen und drehte sich zögernd in alle Himmelsrichtungen. Keiner war in ihrer umliegenden Umgebung. Ihre Schritte wurden schneller. Plötzlich spürte sie etwas Weiches an ihrem Fuß. Ein Schrei! Sie trat um sich und stieg auf etwas Weiches. Eine Maus! Die Gestalt war mit ihren Nerven am Ende. Schnell nahm sie ihre Kapuze ab und es kam ein mageres Frauengesicht zum Vorschein. Es war blass und eckig. Ihre pechschwarzen Augen tasteten die nähere Umgebung ab. Dann ging sie schnellen Schrittes weiter. Der Wald wurde größer und mächtiger. Man wagte kaum zu atmen so majestätisch wirkte er im hellen Schein des Mondes. Die Frau schien angespannt und müde, als sie am Rande des Hesswaldes voller Angst stehen blieb. „Es freut mich, dass du her gekommen bist.“, zischte es hinter der Frau. Sie drehte sich um. Die Gestalt vor ihr war größer und stärker als sie. Es war ein Mann. Sein Gesicht blieb von der Dunkelheit verdeckt. „Was wollen Sie von mir?“, fragte die dürre Frau ohne eine Miene zu verziehen. Ihre Stimme klang barsch und rauchig. „Jetzt sag bloß du kannst dich nicht mehr an mich erinnern, Lotte.“, brummte die Männerstimme heißer. „Es tut mir Leid, nein.“, gab die Frau eisig zurück und ging ein paar Schritte auf die Männergestalt zu. „Oh wie dumm von mir.“, gab dieser zur Antwort und lachte laut auf. „Ich habe wohl die Dreistigkeit des Gerichtes vergessen.“ Die Frau wurde ungeduldig. „Ich verstehe nicht!“ „Solltest du aber.“, sprach der Mann lang gedehnt. „Denn bald wirst du wieder mir gehören!“ Ein lautes Lachen erhallte und mit einem Schlag waren die Frau und der Mann verschwunden. Zurück blieb das dunkle Nichts.

Die Nacht umgab den Wald. Die Nacht umgab die Stadt. Die Nacht umgab die dunkle Seele, die so viele vergeblich suchten.

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