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Kinderbücher
Buch Leseprobe Marie, Meggy Mohr
Meggy Mohr

Marie



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Teil 1 Juli 2016 - Aufrollen des Falls Marie Krüger Es war ein schöner, warmer Julimorgen. Gedankenverloren saß ich am Tisch und sah auf die Weiden, wo die Pferde grasten. Mein Tag begann mit einer seltsamen Begegnung. Während ich noch beim Kaffeetrinken saß, klingelte es an der Türe. Ich stand vom Tisch auf und ging zur Türe. Als ich aufmachte standen zwei Polizeibeamte in Zivil vor mir. Seltsamerweise fragten sie nach Marie. Marie – wie lange war es her, dass ich Marie nicht mehr gesehen hatte? Früher waren Marie und ich, während der Schulzeit, mehr oder weniger befreundet. Aber ich hätte sie nicht als allerbeste Freundin bezeichnet. Wir waren in der Schule zusammen und verbrachten Zeit auf dem Pferdehof. Marie war immer ein bisschen eine Außenseiterin, klein, pummelig und nicht gerade die hellste. Aber was war passiert, dass die Polizei nach ihr fragte? „Guten Morgen, mein Name ist Meyer und das ist mein Kollege Herr Müller. Wir sind von der Polizei Hasenfeld und haben ein paar Fragen an Sie. Dürfen wir reinkommen?“ Er zeigte mir seinen Polizeiausweis und ich ließ die beiden Polizisten eintreten. In der Küche setzten wir uns an den Küchentisch. Beide Männer waren von mittelgroßer Statur, sportlich und beide um die Anfang vierzig. „Möchten Sie auch einen Kaffee oder Tee?“, fragte ich aus Höflichkeit. Irgendwie war mir Unbehagen zu Mute. „Nein Danke, für mich nichts.“, sagte Herr Meyer. „Für mich auch nichts.“ schloss sich Herr Müller an und schob seine Brille hoch. Ein eher hässliches Modell mit einem dicken schwarzen Gestell, wie aus den siebziger Jahren. War wohl in der heutigen Zeit aber wieder modern. „Worum geht es denn?“, fragte ich Herrn Meyer. „Wir sind von einer Sonderkommission, die ältere, nicht aufgeklärte Vermisstenfälle wieder aufrollt. Im Wald bei Kallmuth haben Spaziergänger menschliche Knochenreste gefunden. Zurzeit bearbeiten wir den Fall Marie Krüger. Frau Krüger ist seit einigen Jahren als vermisst gemeldet. Wir sprechen mit allen Personen, die mit ihr Kontakt hatten. Nach unserer Recherche kannten Sie Frau Krüger und besuchten eine Schule zusammen. Was können Sie uns über die Person Marie Krüger sagen, wie war ihr Umfeld, wie Ihre Beziehung zu ihr?“ Ich überlegte, immerhin war es schon einige Jahre her, dass ich sie gesehen hatte und das auch nur flüchtig. Seit über zehn Jahren hatte ich keinen Kontakt mehr zu Marie. Wir hatten uns auseinander gelebt; aufgrund der Lebensentwicklung aus den Augen verloren. „Das letzte Mal als ich Marie gesehen habe war vor ungefähr zehn Jahren.“, sagte ich dem Polizisten. „Ich habe Marie vor zehn Jahren flüchtig im Dorf gesehen. Sie war wohl nur auf der Durchreise in Kallmuth. Unsere Wege haben sich nach der Schulzeit getrennt. Sie hatte eine Ausbildung in einem Büro begonnen…das war glaube ich in Nettersheim, während ich meine Ausbildung zur Pferdewirtin hier in Kallmuth begonnen habe. Danach haben wir uns immer seltener gesehen. Ab und zu auf dem Hof wo die Pferde standen, sie hatte dort ein Pflegepferd. Aber das hat sie nach einiger Zeit auch aufgegeben.“ „Kannten Sie die Schüler, mit denen sie zusammen war, ist Ihnen da etwas aufgefallen?“, wollte nun der zweite Polizist, Herr Müller, wissen. Nachdem ich einen Schluck Kaffee getrunken hatte, stellte ich die Tasse ab und sah Herrn Müller an. „Nein. Sie war eine Einzelgängerin, hatte nie viel Kontakt zu anderen gehabt. Wir sind ein paar Mal ausgeritten.“ Gedanklich schaute ich zurück auf die Zeit auf dem Pferdehof. „Sie wurde ab und zu gemobbt von zwei Mitschülern. Wie hießen die denn noch? Ich komm gleich schon noch drauf, außerdem ist es ja schon ziemlich lange her.“, entschuldigend zog ich die Augenbrauen hoch. Ich nahm noch einen Schluck Kaffee und sah zum Fenster hinaus. Der Morgen versprach sich zu einem sonnigen Tag zu entwickeln, die warmen Sonnenstrahlen durchdrangen das Fenster und kitzelten mein Gesicht. „Ah, jetzt weiß ich die Namen wieder: Susanne Hoch und Peter Sonnig. Das waren die beiden. Aber nach ein paar Monaten sind sie alle drei nicht mehr zum Stall ge- kommen. Ich habe nie wieder was gehört. Allerdings waren Peter und Susanne schon manchmal etwas eigenartig.“ „Wieso?“, fragte Herr Müller und zückte sein Notizbuch. „Na ja“, begann ich „an manchen Tagen saßen sie stundenlang in der Sattelkammer und redeten geheimnisvoll und Peter schrieb sich meistens irgendwas in ein kleines Büchlein. Jedes Mal, wenn jemand die Sattelkammer betrat, hörten sie abrupt auf.“ Herr Meyer sah mich an und fragte dann: „Wie lange ist das her, ich meine vor dem Verschwinden vom Hof der beiden? Danach haben Sie Marie aber noch gesehen, nicht wahr?“ Ich sammelte mich wieder und beantwortete seine Frage. „Puh, das ist schon so lange her, das weiß ich doch jetzt nicht mehr. Vielleicht zwei bis drei Wochen vorher. Als ich Marie dann im Sommer vor zehn Jahren traf, das war an der Tankstelle am Dorfende,“, automatisch machte ich eine Kopfbewegung nach links, als wenn ich den beiden Männern den Weg zur Tankstelle zeigen wollte, „ich fuhr gerade drauf und wollte tanken, als ich Marie sah. Verändert hatte sie sich, sie war schlanker geworden. Ihre Augen waren aber ausdruckslos wie ich fand. Sie hatte sich irgendwas zum Essen gekauft. Ich ging auf sie zu und fragte sie, wie es ihr ginge und was sie so mache. Aber irgendwie schien sie in Gedanken weit weg zu sein. Sie sagte nur, dass sie schnell nach Keldenich fahren müsse. Das war unsere letzte Begegnung.“ Herr Müller schrieb fleißig mit und schob sich zwischendurch mit einer geübten Handbewegung seine Brille wieder hoch.


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