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Kinderbücher
Buch Leseprobe Märchenbasar Vol.1, diverse Autoren
diverse Autoren

Märchenbasar Vol.1



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Der unbedachte Abenteurer


von Carsten Steenbergen


An einem schönen sonnigen Sommermorgen saß Fiona Fusselfuß auf der  Holzbank vor ihrem Häuschen. Genau genommen saß sie dort jeden Tag, außer natürlich wenn es regnete. Fiona liebte ihre Blumen und führte oft lange Gespräche mit ihnen.


Ab und zu erhielt die alte Dame Besuch von den Bewohnern des Waldes. Denn sie konnte etwas, was andere Menschen nicht vermochten. Sie verstand die Sprache der Tiere. Und da sie immer freundlich zu allen war, bekam sie sehr oft Besuch.


Vom Hügel, auf dem Fionas Häuschen stand, hatte man einen herrlichen Blick auf eine schöne Blumenwiese und den dahinter liegenden Wald. Ab und an wehte von dort ein süßer Duft herüber und kitzelte die alte Dame in der Nase.


Am Fuße des Hügels floss träge ein schmaler Bach und glitzerte in der morgendlichen Sonne. Manchmal brachte dieser aus dem Wäldchen große Blätter oder auch mal ein Stöckchen mit.


Heute jedoch kam mit dem Wasser ein besonders großer Ast und in seiner Mitte hatte jemand ein grünes Ahornblatt aufgestellt. Das sah ja aus wie das Segel eines kleinen Bootes! Fiona Fusselfuß wunderte sich über das Holz mit dem lustigen Blattsegel, das vor ihrem Haus an Land gespült wurde.


Da die Sonne aber so herrlich schien und ihr das Gesicht wärmte, mochte sie nicht zum Bach hinunter gehen, um einen näheren Blick zu wagen. Der Erbauer des Schiffes war nirgendwo zu sehen, daher lauschte sie einfach dem Konzert der Vögel und dachte an ihre bunten Blumen.


Eben war sie ein wenig auf ihrer Bank eingenickt, als plötzlich ein seltsamer Laut hinter ihr zu hören war. Verwundert setzte sich Fiona auf und schaute zu ihrem Häuschen. Da sich das Geräusch nicht wiederholte, lehnte sie sich wieder zurück und schloss die Augen.


Da war es schon wieder! Leises Klappern kam aus der Küche. Dann waren trippelnde Schrittchen zu hören.


„Ob Tips zu Besuch gekommen ist?", dachte die alte Dame. „Vielleicht hat sie ja wieder großen Hunger. Ich werde besser mal nachsehen." Tips wohnte zusammen mit ihrer Feldmausfamilie in einem Getreideacker ganz in der Nähe.


Viele Menschen fürchteten sich vor den putzigen Nagern und vertrieben sie aus ihren Häusern. Dabei konnte man so interessante Gespräche mit Feldmäusen führen.


Besonders Tips Beschreibungen ihrer Erlebnisse genoss Fiona immer sehr......


 


Der Basar der Träume


von Axel Baumgart


Jede große Stadt des Sultanats Thalien hatte einen Basar. So auch die Hauptstadt Thales. Wie auf jedem Basar gab es dort Kräuter, Gewürze, Obst, Gemüse und alles, was man von Märkten kennt. Trotzdem war der Basar von Thales anders, geheimnisvoll: Nach Vollmondnächten nämlich, so erzählte man sich, konnte es vorkommen, dass dort Träume wahr wurden.


Die Kinder ganz Thaliens kannten die Geschichten vom Basar. Träumte jemand in einer hellen Vollmondnacht sehr intensiv von einem Herzenswunsch und konnte sich daran am nächsten Morgen erinnern, brauchte er nur noch ein Haar vom Zauberer des Sultans. Mit der Erinnerung an den Traum und dem Haar in der Tasche besuchte der Glückliche am Nachmittag erwartungsvoll den Basar der Träume, wie er genannt wurde. Dort ging dann der Traum in Erfüllung, so sagte man jedenfalls. Es gab viele Erzählungen über diese Traumsucher. Sie wurden von der Großmutter an die Mutter und von der Mutter an die Tochter weitergegeben. Manchmal kam auch eine neue Geschichte hinzu.


Jasemin, die Tochter des Sultans, kannte sie alle. An das Gerücht, dass für jeden guten Traum, der in Erfüllung ging, auch ein böser Traum wahr wurde, wollte sie jedoch nicht glauben. Sie hatte nur einen einzigen Wunsch: Einen kleinen Bruder. Als einziges Kind des Herrschers und seiner Frau bekam sie den Ärger immer allein ab, wenn Mama oder Papa schimpften. Nach einem Bruder, oder zur Not auch einer Schwester, sehnte sie sich daher sehr. Am liebsten einen großen Bruder, der sie beschützen konnte, aber in diesem Punkt würde sie mit sich reden lassen.


Morgen war wieder Vollmond und sie versuchte schon seit Tagen, von einem Bruder zu träumen. Im Palast wie im ganzen Land gab es kein anderes Gesprächsthema, als die bevorstehende Nacht. Jeder hatte einen Wunsch: Ein tolles Rennkamel, eine eigene Karawanserei, einen neuen Brunnen für den Rosengarten oder die immerwährende Gunst des Sultans. Jasemin jedoch fand, ihrer sei der allerwichtigste.


Als sie am Abend zu Bett ging, fragte sie ganz leise ihre Mutter ............


 


Anna und Heck-Meck


von Ingrid Linnenberger


Anna besucht die 2. Klasse der Grundschule und sie ist eine gute Schülerin. Aber sie hat  ein großes Problem und das heißt Heck-Meck. Er bringt ihr nur Unannehmlichkeiten. Halt, das stimmt nicht ganz, manchmal hilft er ihr beim Nachdenken. Wenn sie  nicht weiß ob ein Wort groß oder klein geschrieben wird, dann fragt sie Heck-Meck. So überlegen sie gemeinsam, bis es Anna wieder einfällt.


Der kleine unsichtbare Freund ist wie ein Blitz aus heiterem Himmel gekommen und er lässt dem Kind seitdem keine Ruhe mehr. Den Namen Heck-Meck hat Anna ihm gegeben, weil er ja so prima passt.


Der kleine Kerl sieht lustig aus. Er ist ungefähr so groß wie Annas Barbiepuppe, hat einen dicken Bauch und viel zu dünne Beinchen mit riesigen Füßen daran. Abstehende Ohren zieren den kugelrunden Kopf, auf dem nur ein paar dünne, ungekämmte Haare wachsen. Eine dicke Knollennase ragt aus seinem Gesicht und die braunen Äugelchen schauen verschmitzt über den Brillenrand. Der graue Bart reicht ihm bis zur Brust und manchmal, wenn er nervös ist oder aufgeregt, streicht er ihn unentwegt mit seinen knorrigen Händen glatt.


Heck-Meck liebt buntgestreifte Ringelsocken. Die großen Füße stecken in braunen Lederschuhen mit gelben Schnürsenkel. Seine braune Hose ist viel zu kurz und wird von einem roten Gürtel gehalten. An der grünen, viel zu engen Weste, blinken große silberne Knöpfe und ein honiggelber Schal umschlingt seinen Hals.


Anna  hat ihrer Mutter den kleinen Kerl beschrieben. Empört erzählt sie auch, was er so anstellt. Mama  hat nur gelacht und gesagt, dass sie ihn wegschicken soll. Sie ärgere sich doch nur über ihn. Außerdem käme Anna auch gut ohne ihn zurecht.


Schon wieder sind im Matheheft Eselsohren, wie die eines sizilianischen Packesels. Das soll ein Freund sein? Wie kann Heck-Meck ihr nur so etwas antun? Sie hat ihre Hausaufgaben sorgfältig gemacht, heute sogar ohne einmal zu radieren. "Du doofer Heck-Meck! Jetzt habe ich meine Hausaufgaben so schön gemacht, habe mich so angestrengt und was machst du? Schau dir mal an, wie das Heft aussieht? Ich kann doch meiner Lehrerin die Hausaufgaben so nicht zeigen. Sie wird schimpfen mit mir! Warum verschwindest du nicht einfach!" Das kleine Mädchen  ist enttäuscht und wütend. .........


 


Die goldenen Wölfe


von Gabriele Hofmann


Zu einer Zeit, als die Bäume noch sprechen konnten und die Tiere mit den Menschen in Eintracht lebten, wohnte auf einem sehr, sehr hohen Berg ein weiser Mann. Er war der Hüter des Lebens.


Hoch oben, wo sich kleine verkrüppelte Bäume gegen den kalten Nordwind stemmten und viele Blumen oft schon vor der Blüte erfroren, stand seine Hütte. In ihr lebte der Weise seit vielen Tausenden von Jahren. Sein Haar war so weiß wie der Schnee auf den Gipfeln und sein zum Zopf geflochtener Bart reichte ihm bis zu den Fußspitzen. In seinem Gesicht funkelten zwei silberne, weitsichtige Augen.


Tag für Tag saß er, selbst bei klirrendem Frost, vor seiner Hütte, rauchte Pfeife und betrachtete die unten am Berg liegenden fünf Dörfer. Der Hüter sah, wie die Menschen ihre Felder bestellten und Häuser bauten. Es erfreute ihn, wenn sie heirateten, Kinder bekamen. Mensch und Natur lebten zu ihrem gegenseitigem Nutzen friedvoll beieinander. Der alte Mann war bei diesem Anblick glücklich und zufrieden.


Hin und wieder, so etwa alle hundert Jahre, überkam ihn jedoch die große Langeweile. Sie kroch in seine Hütte, schlief mit ihm ein und wachte neben ihm auf. Es gab nur eine Möglichkeit, sie wieder loszuwerden. Diese Möglichkeit hieß spielen, hieß das Schicksal herausfordern.


Eines Tages hatte der Weise morgens keine Lust aufzustehen. Erst gegen Mittag bereitete er sich sein Frühstück. Als er hinunter auf die Dörfer sah, musste er gähnen. Nichts, aber auch gar nichts von Interesse war dort zu sehen. Unruhig lief er in seiner Hütte hin und her. Sogar die Pfeife wollte ihm nicht schmecken. Also gut, dachte er, dann ist es wohl wieder soweit. Zeit, den Dörfern ein wenig Aufregung zu verschaffen.


 Kurze Zeit später tauchte in einem der Dörfer eine goldene Wölfin auf. Ihr Fell glänzte wie Seide. Ihr Gang jedoch war schwerfällig, die Augen schauten müde.


An einem kleinen Haus, kurz vor dem Dorfplatz, ließ sie sich nieder. Die Zunge hing ihr aus dem Maul. Die Pfoten waren wund gelaufen, ihr Leib schwer und rund. Bevor die Menschen zu ihr eilen konnten, brachte sie fünf Junge zur Welt.


Von ihrem langen Weg und der Geburt völlig erschöpft, bat sie die Menschen um Hilfe, sie sollten sich um die kleinen Wölfe kümmern.


Nachdem die Menschen ihr dies versprochen, sagte die Wölfin: „Jedes der Dörfer soll eines meiner Jungen aufziehen. Sie werden dafür später den Dorfbewohnern zu Wohlstand und Glück verhelfen."


Kurz darauf starb sie.............




Hans und der König


von Ulla Magonz


Es war einmal ein König, der durch die Schuld seiner sechs Söhne völlig verarmte. Die Armut zwang ihn sogar, den prächtigen Palast zu verkaufen.


Nachdem die Prinzen jahrelang in Saus und Braus lebten, gab es nur noch gähnende Leere in den königlichen Schatzkammern. Da es nun nicht mehr lohnte, am Königshofe zu verweilen, machten sich die gewissenlosen Buben aus dem Staub und ließen ihren unglücklichen Vater allein zurück. Die Mutter hatte das ausschweifende Leben der Sechs ins frühe Grab gebracht.


Zauberer Mieso, der neue Herr, duldete König Eckbert nicht länger im Schlosse. Der bedauernswerte Mann hauste fortan bei den Ziegen im Stall. Dort stank es zwar gewaltig, aber er hatte ein Dach über dem Kopf und musste nicht frieren.


Sobald es dunkelte, schlich sich der Küchenjunge Hans zu seinem ehemaligen Brotherrn. Er brachte ihm heimlich zu essen von den Resten der Schlossküche. Dankbar nahm dieser das Essen und die Gesellschaft des Knaben an, zumal er doch sonst nur mit den Tieren reden konnte.


Eines Tages nun berichtete Hansi, dass der dritte Küchengehilfe von dem garstigen Mieso hinausgeworfen wurde. Das brachte den pfiffigen Bub auf eine glänzende Idee. Zuerst mochte der König nichts davon wissen. Aber schließlich ließ er sich überzeugen und willigte ein. So schmuggelte das kleine Schlitzohr seinen ONKEL ECKI als neuen Gehilfen ins Schloss. In seinen alten, verschlissenen Kleidern blieb der frühere Schlossherr unerkannt.


Vom Morgengrauen bis zur Dunkelheit verrichtete der König ohne Murren die niedrigsten Arbeiten.


Einmal erschien völlig unerwartet der Magier in der Küche, schaute in alle Töpfe hinein, probierte die Speisen mit seinen langen dürren Fingern und hatte wie immer Tausenderlei auszusetzen. Plötzlich fuhr er Eckbert wütend an:


,,He, du erbärmlicher Wicht, dich kenne ich doch!"


Verschüchtert schüttelte der Ärmste stumm sein Haupt.


,,Antworte, elender Halunke, sonst..


 


Der Zauberring


von Ute Petkelis


Am Rande eines kleinen Bergdorfes in einer alten verfallenen Hütte wohnte ein kleiner Junge namens Friedrich. Seine Eltern hatten es trotz redlicher Arbeit zu keinem Reichtum gebracht und ab jetzt musste er für sich allein sorgen.


Gestern war die Beerdigung seiner Mutter gewesen, die an einer schweren Lungenentzündung gestorben war. Sein Vater war schon vor einigen Jahren bei Baumfällarbeiten ums Leben gekommen.


Kurz vor ihrem Tod hatte die Mutter Friedrich an ihr Krankenbett gerufen.


„Junge, ich werde nicht mehr lange leben. Dann bist du allein. Verwandte haben wir keine."


Mit zittrigen Fingern hatte sie unter ihrem Strohsack gefasst und ein braunes ledernes Säckchen hervorgezogen.


„Das ist das Einzige, das ich dir mit auf den Weg geben kann. Davon wirst du eine Zeitlang leben können. Außerdem befindet sich ein ..." Aber weiter kam seine Mutter nicht mehr. Ein schwerer Hustenanfall schwächte sie so sehr, dass sie erschöpft in ihr Kissen zurückfiel. Gleich darauf verlor sie das Bewusstsein. In derselben Nacht starb sie, ohne noch einmal aufzuwachen.


 Nun saß Friedrich allein an dem wackligen Tisch, dessen Holzplatte vom vielen Putzen schon ganz grau geworden war. Er dachte darüber nach, wie es weitergehen soll. Da erinnerte er sich an das Abschiedsgeschenk der Mutter und erhob sich.


Hinter einem losen Wandbrett neben dem Schornstein hatte er sich ein kleines Geheimfach eingerichtet. Hier lagen das alte Märchenbuch, aus dem die Mutter immer vorgelesen hatte, ein paar schön gemusterte Steine und Schneckenhäuser sowie das Ledersäckchen.


Vorsichtig nahm er es zusammen mit dem Buch heraus. Den Rest ließ er in der Mulde liegen und drückte die Latte wieder davor.


Seine beiden Schätze legte er auf den Tisch, wobei es in dem Beutel verdächtig klimperte. Behutsam zog er an der roten Schnur, mit der er umwickelt war. Das weiche Leder fiel auseinander und gab den Blick auf drei Silbertaler frei.


Erstaunt über so viel Reichtum nahm der Junge die Geldstücke in die Hand. Ein Lächeln breitete sich auf seinem Gesicht aus. Plötzlich stutzte er. Da lag etwas, versteckt in einer Falte des Säckchens. Friedrich legte das Geld zur Seite und holte den geheimnisvollen Gegenstand heraus......


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