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Kinderbücher
Buch Leseprobe Lotte und Jan werden Freunde, Matthias Meister
Matthias Meister

Lotte und Jan werden Freunde



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„Bevor wir nach Hause fahren, halten wir noch eben am Supermarkt,″ sagte Lottes Mama und sah sie dabei durch den Rückspiegel an. „Was möchtest Du denn heute Abend essen, Lotte?″ „Hm, ich glaube, am liebsten möchte ich eine Scheibe frisches Brot mit Butter und einer Scheibe Käse drauf. Und dazu eine Gurke″ antwortete Lotte und lachte ihrer Mama von der Rückbank des Autos über den Spiegel an. „Schließlich habe ich ja schon heute Mittag in der Kita etwas Warmes gegessen.″ „Soso″ lachte die Mama zurück, „das gnädige Fräulein haben schon gespeist! Was gab es denn Gutes?″ „Bratwurst mit Kartoffeln und Soße und dazu Erbsen und Möhren.″ „Na, das hört sich aber gut an.″ „Ja, hat auch echt lecker geschmeckt. Das musst Du zu Hause auch mal wieder machen, Mama.″ „Ist notiert, junge Frau. Das gibt es dann nächste Woche einmal, denn heute hast Du Deinen Appetit damit ja gestillt.″ Sie hatten jetzt fast den Supermarkt erreicht. Lottes Mama betätigte den Blinkerhebel am Lenkrad, bremste etwas ab und fuhr das Auto auf den Parkplatz des Geschäfts. Suchend blickte sie zwischen den vielen parkenden Autos nach links und nach rechts, bis sie eine freie Parklücke gefunden hatte. Geschickt parkte sie das Auto ein und drehte den Zündschlüssel, so dass der Motor ausging. Dann stieg sie aus, öffnete die hintere Tür des Wagens und half Lotte dabei, aus dem Auto auszusteigen. Den Sicherheitsgurt konnte Lotte ja schon alleine lösen, (obwohl sie das ja eigentlich nicht sollte, Mama und Papa haben ihr immer wieder gesagt, sie solle das ja nicht während der Autofahrt machen) aber die verflixte Autotür, die bekam sie einfach nicht auf. Wenn Mama und Papa vorne aussteigen wollten, zogen sie einfach nur an dem silbernen Hebel an der Tür und schon ging diese auf. So einen Hebel hatte sie an ihrer Tür ja auch, aber sie konnte daran so fest und so oft ziehen wie sie wollte, die Tür wollte einfach nicht aufgehen. Sie musste unbedingt mal dem Papa Bescheid sagen, dass er die Tür reparieren soll. Die ist doch bestimmt kaputt und deswegen hat Mama jetzt immer noch mehr Arbeit, weil sie mir aus dem Auto helfen muss! Als Lotte und ihre Mama jetzt auf dem Parkplatz standen, alle Autotüren geschlossen waren und die Mama das Auto abgeschlossen hatte, nahm sie Lotte an die Hand. „Auf solchen Parkplätzen muss man immer ganz besonders vorsichtig sein,″ sagte sie. „Die Autofahrer können nämlich manchmal gar nicht gut sehen, wenn sie nach ihrem Einkauf ins Auto gestiegen sind und wieder ausparken wollen, weil ja links und rechts andere Autos parken. Und andere Autofahrer schauen immer nur durch das linke und rechte Autofenster, weil sie einen freien Parkplatz suchen. Das habe ich ja gerade auch gemacht. Aber dadurch sieht man eben nicht immer auf die Fahrbahn und sieht dann zu spät, dass da jemand zwischen den Autos hervorkommt. Also ist es hier auf dem Parkplatz schon besser, wenn ich Dich an die Hand nehme, Lotte. Auch wenn Du schon sechs Jahre alt bist, so bin ich doch noch etwas größer als Du. Ich kann besser über die Autodächer hinwegsehen und erkennen, ob ein anderes Auto angefahren kommt. Und umgekehrt werde ich dann auch besser von den anderen Autofahrern gesehen.″ „Ich weiß, Mama″ sagte Lotte und blickte zu ihrer Mutter hinauf. „Ich bin ja auch gar nicht böse, wenn Du mich hier an die Hand nimmst. An anderen Stellen, wo es nicht so gefährlich ist, darf ich ja dafür rennen und spielen, wie ich möchte. Und ich weiß ja auch, wie man sich an einer Straße verhält. Am Rand vom Bürgersteig immer stehen bleiben, dann erst nach links und dann nach rechts und dann noch einmal nach links sehen. Und wenn ich sicher bin, dass kein Auto kommt, laufe ich schnell und ohne zu trödeln auf die andere Seite.″ „Meine Große″ sagte die Mama und streichelte Lotte dabei über die Haare. „Du bist schon so vernünftig. Ich bin richtig stolz auf Dich.″ Jetzt vergewisserten sich die beiden noch einmal, dass der Weg frei war und dann gingen sie zügig zu der Abstellfläche für die Einkaufswagen. Sie nahmen sich jeder einen Wagen (die Mama einen Großen und Lotte einen kleinen Einkaufswagen für Kinder mit dem tollen Fähnchen am Griff) und betraten den Laden. „Sieh‘ mal, Lotte, heute haben sie wieder das Brot mit der leckeren Kruste, das Du immer so gerne isst. Beim letzten Besuch hier war das ja ausverkauft″ rief die Mama der Lotte hinterher, die mit ihrem kleinen Einkaufswagen schon vor dem letzten Regal im Gang stand und neugierig auf die vielen Süßigkeiten blickte, die dort zu sehen waren. „Ja, das möchte ich gerne nachher essen″ rief Lotte laut durch den ganzen Gang zurück. Dann schaute sie verstohlen schnell nach links und rechts und legte schnell eine Packung von den Keksen mit der Himbeermarmeladen-Füllung in ihren Wagen. Das waren ihre Lieblingskekse und Mama würde bestimmt nicht schimpfen, wenn sie eine Packung davon kaufen würden. Gerade einmal drei Schritte weiter endete das Regal und man würde auf den Querweg kommen, der zum nächsten Gang führte. Lotte ging langsam weiter und meinte sich zu erinnern, dass dort Nudeln und Reis angeboten wurden und sie überlegte gerade, dass es zu Hause auch schon lange keine Spaghetti Bolognese mehr gegeben hat. Und während sie noch überlegte und am Ende des Ganges angekommen war, hörte sie nur noch jemanden ein lautes „Weg daaaa″ rufen und eh‘ sie sich versah, war ein kleiner rothaariger Junge mit seinem Einkaufswagen, den er rennend vor sich herschob, in ihren Wagen hineingefahren. Fast wären beide Wagen umgekippt aber zum Glück ist nichts weiter passiert. Der laute Schrei von dem Jungen und dann das Geschepper, als die beiden Einkaufswagen zusammenprallten, waren die einzigen Folgen des Unfalls. „Hey, spinnst Du?″ Nach einer Schrecksekunde funkelten Lottes Augen erbost den Jungen an und beide Kinder waren für einen Moment sprachlos. „Du spinnst doch wohl, nicht ich″ wetterte der Junge zurück. „Pass‘ doch gefälligst auf, wenn Du mit Deinem Miniwagen aus einem Seitengang kommst.″ „Du weißt wohl nicht, wie man sich im Supermarkt benimmt. Das ist doch hier keine Rennbahn, wo man mit dem Wagen möglichst schnell durch die Gänge rast!″ „Geh‘ mir jetzt aus dem Weg, damit ich ungestört weiter einkaufen kann.″ Damit schob Lotte ihren Einkaufswagen um den Jungen herum und wollte gerade zielstrebig zu den Nudeln im Regal gehen, als ihre Mutter von hinten angelaufen kam. „Was ist denn hier los? Wer macht denn hier solchen Krach?″ „Der da″ sagte Lotte, noch immer empört, und zeigte mit dem Finger auf den Jungen. Der Blödian meint, er müsste hier ein Einkaufswagenrennen veranstalten, rumschreien und andere Leute erschrecken.″ Lottes Mama sah erst auf den Rotschopf und dann im Laden umher. „Sag‘ mal,″ sprach sie den Jungen an, „bist Du alleine hier im Laden? Ist nicht auch Dein Vater oder Deine Mutter hier?″ „Meine Mutter steht da hinten und quatscht mit unserer Nachbarin, die sie hier getroffen hat. Und dann kriegt die nie was mit! Obwohl wir erst vor ein paar Tagen hierhergezogen sind, geht das schon wieder genauso los wie früher in unserer alten Wohnung, da hat sie auch ständig mit anderen Leuten geredet. Ich glaube, manchmal merkt sie gar nicht, dass ich auch noch da bin.″ Jetzt redete der Junge ganz normal, ohne zu schreien, fast ein bisschen traurig. „Wie heißt Du denn?″ wollte die Mutter noch wissen, aber statt zu antworten drehte der Junge sich urplötzlich mit seinem Einkaufswagen um, rannte so schnell er konnte zurück über den Gang und schrie wieder laut „Weg daaaa!″ als er sich dem nächsten Quergang näherte. Lotte und ihre Mama sahen sich sprachlos an, schüttelten den Kopf und beeilten sich, ihren Einkauf zu beenden. Schnell waren Lottes Lieblingskäse und die Butter im Wagen verstaut, ebenso wie die Nudeln, die Lotte demnächst auch mal wieder gerne essen würde. Am Abend saßen dann alle am Abendbrottisch und Lotte erzählte Ihrem Papa, der wie immer gegen 17 Uhr aus dem Büro zurück nach Hause kam, was sie den Tag über erlebt hatte. Von der Stadt, die sie im Kita-Sandkasten gebaut hatte, vom Seilchenspringen mit den anderen Mädchen und natürlich auch, dass der Alex ihr versprochen hatte, auf ihre Sandkasten-Stadt aufzupassen. Der Vater hatte das Gefühl, dass Lottes Augen besonders hell leuchteten, als sie von Alex gesprochen hat. ‚Kleine Mädchen sind doch irgendwie alle gleich‘ dachte er und grinste für andere unsichtbar selbst in sich hinein. Natürlich vergaß Lotte auch nicht, von dem rothaarigen Jungen im Supermarkt zu erzählen. An dieser Stelle mischte sich auch Lottes Mama in das Gespräch ein und sagte „Das war wirklich ein frecher Wirbelwind, dieser Junge. Da können wir nur froh sein, dass keinem von beiden etwas passiert ist. Das kann auch anders ausgehen, wenn mit so viel Karacho ein Einkaufswagen auf den anderen knallt!″ „Ach, Papa″ sagte Lotte noch, bevor sie ihr letztes Stück Käsebrot genussvoll in den Mund steckte, „Du musst unbedingt noch unser Auto reparieren!″ „Warum denn das?″ fragte der Vater erstaunt. „Wenn Mama und Du vorne aus dem Auto aussteigen wollt, dann zieht ihr doch einfach nur an dem silbernen Hebel und die Tür geht auf,″ sagte Lotte mit wichtiger Miene, „aber stell‘ Dir vor, an der hinteren Tür, also da, wo ich sitze, da geht das nicht, da muss der Hebel wohl kaputt sein. Wenn ich daran ziehe, passiert gar nichts. Und darum muss die Mama immer extra von außen meine Tür öffnen, damit ich aussteigen kann. Dadurch hat sie viel mehr Arbeit, als wenn ich das selbst erledigen könnte.″ Lottes Papa musste sich ein Lachen verkneifen. „Das, liebe Lotte, ist kein Fehler, da ist nichts kaputt. Ich habe an der hinteren Tür die Kindersicherung eingeschaltet, damit so ein Wirbelwind wie Du nicht im Übereifer während der Fahr die Tür öffnen kann.″ „Ach,″ sagte Lotte ein wenig beleidigt, „deshalb ist das so. Aus dem gleichen Grund kann ich wohl auch nicht selbst an der hinteren Tür das Fenster öffnen?″ „Genau so ist das. Wir wollen doch nicht, dass unserem Schatz etwas während der Autofahrt passiert. Dafür haben wir Dich doch viel zu lieb!″ Lächelnd beugte der Vater sich zu Lotte und gab ihr einen Kuss auf die Wange. Lotte sah ihren Papa ebenfalls lächelnd an und war mit der Antwort zufrieden. ‚Meine Mama und mein Papa passen bestimmt viel besser auf mich auf als die Eltern von diesem blöden rothaarigen Jungen‘ dachte sie zufrieden und schluckte das letzte Stück ihres Käsebrotes hinunter.


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