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> Kinderbücher > Gauner, Spuk und kleine Helden
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Kinderbücher
Buch Leseprobe Gauner, Spuk und kleine Helden, Stefan Ruck
Stefan Ruck

Gauner, Spuk und kleine Helden


Kinderbuch

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Natürlich spukt es hier … Hier in diesem Verlies war einst der alte Burgherr, der edle Graf Hieronymus, die letzten drei Jahre seines Lebens unter bestialischen Bedingungen eingesperrt.“ Die interessierten Zuhörer horchten auf. „Die Burg wurde damals auf hinterhäl-tige Art und Weise von brutalen Raubrittern erobert. Niemand vermochte der gewaltsamen Übermacht dieser unmenschli-chen Rohlinge standzuhalten. Selbst die tapferen Burgwachen, die vordem als kampferprobt und unbesiegbar galten, waren ganz und gar machtlos. So sehr sie sich auch unter größten Mühen anstrengten, sie konnten absolut nichts tun, um ihre hochwohlgeborene Herrschaft zu schützen. Während die an-deren Mitglieder der gräflichen Familie allesamt auf grausa-me Weise getötet wurden, warfen die großspurigen Sieger den gramgebeugten Hausherrn in diesen dunklen, feuchten Keller, wo er unter unmenschlichen Bedingungen dahinsiechen muss-te. Schließlich starb er schwach und ausgemergelt unter den zwanghaft auferlegten, leidvollen Qualen im Alter von nur dreiunddreißig Jahren.“ Es folgte eine kurze Pause. Die fragenden Blicke der neugieri-gen Besucherschar waren erwartungsvoll auf die mitteilsame Rednerin gerichtet. „Aber man sagt, dass sein unruhiger Geist immer noch Nacht für Nacht umhergeht.“ Die Mundwinkel der freundlichen Museumsdame bewegten sich unter einem leichten Zucken fast unmerklich nach oben. Auch sie belächel-te die Vorstellung eines herumspukenden Geistes abschätzig. „Siehst du“, fühlte sich Melissa sofort bestätigt. „Also spukt es doch!“ Oh nein, nicht schon wieder, schoss es Robert ge-nervt durch den Kopf. Hätte sich die Frau, die doch sonst einen so vorteilhaften Eindruck machte, diese überflüssige Be-merkung nicht einfach ersparen können? Der geheimnisvolle Einbrecher Als Benny das bekannte Klappern der Schlüssel vernahm und kurz darauf die vertrauten Stimmen von Vater und Mutter in seine Ohren drangen, war er doch heilfroh, nicht mehr allein in dem großen Haus sein zu müssen. Damit seine Eltern nicht merkten, dass er zu so später Stunde noch nicht schlief, legte er sich rasch wieder ins Bett und zog sich die Decke über den Kopf. Bennys Mutter öffnete leise die Tür einen Spaltbreit und lugte durch die schmale Ritze, die einen schwachen Blick ins Zimmer freigab. Dann schloss sie zufrieden die Kinder-zimmertür wieder genauso geräuschlos, wie sie sie geöffnet hatte, um ihren Sohn nicht aufzuwecken. Sie hatte keinen Verdacht geschöpft. Das beruhigende Gefühl, dass seine Eltern wieder zu Hau-se waren, ließ Benny nun doch noch in den wohlverdienten Schlaf sinken. Denn er wusste sich nun in sicherer Geborgen-heit. Während er einschlief, nahm er sich fest vor, den beiden zunächst nichts von seinem außergewöhnlichen Erlebnis zu erzählen. Wahrscheinlich würden sie ihm die merkwürdige Geschichte ja nicht einmal glauben! Vielmehr wollte er der seltsamen Sache selbst auf den Grund gehen und am nächsten Morgen höchstpersönlich nach vorhandenen Spuren suchen, die der Einbrecher versehentlich wegen der übereilten Flucht hinterlassen haben könnte. Und wenn er irgendetwas Brauch-bares fand, was er sehr hoffte, hatte er immer noch die Mög-lichkeit zu entscheiden, wie er weiter zu handeln gedachte. Am nächsten Morgen stand Benny sehr zeitig auf. Die ersten Strahlen der sonntäglichen Morgensonne drangen hell durch alle sich bietenden Öffnungen in das Haus, und die Eltern nutzten die arbeitsfreie Zeit, um einmal richtig auszuschlafen. Für Benny bot sich somit die beste Gelegenheit, den nächtli-chen Tatort ungestört und sehr genau bei Tageslicht unter die Lupe zu nehmen. Nachdem er sich flüchtig gewaschen und eilig angezogen hatte, begab er sich sofort auf Spurensuche. Er wollte unbedingt damit fertig sein, bis seine treusorgende Mutter die kleine Familie wie jeden Sonntagmorgen zum ge-meinsamen Frühstück zusammenrief. Als der Frühling verschlief „Nun übertreib mal nicht!“, warf der betagte Mann lachend ein. Dennoch fühlte er sich geschmeichelt, dass ihn dieses kleine Mädchen für dermaßen gescheit hielt. Tatsächlich war er sehr belesen und strebte sein ganzes Leben lang ohne Un-terlass zielstrebig danach, sich fortlaufend zu bilden und zu informieren, Fragen zu stellen und nach Antworten zu su-chen. Und er war sehr stolz darauf, dass ihn seine Enkelin immer wieder um Rat fragte, wenn sie in ihrer kindlichen Ahnungslosigkeit nicht weiterwusste. „Wenn du erst einmal so alt sein wirst wie ich, und wenn du im Laufe deines Lebens immer fleißig lernst und viele Bücher liest, dann wirst du auch einmal so klug sein wie dein alter Großvater.“ Er schau-te Rebecca vielsagend an. „Und vielleicht sogar noch etwas klüger“, ergänzte er im Anschluss überzeugt. „Aber nun setz dich bitte und erzähle deinem Opa doch mal, was du auf dem Herzen hast!“, forderte der greise Mann seine Enkelin auf und wies auf einen Stuhl, der gleich in der Nähe der beiden stand. Rebecca rückte den Stuhl zurecht und folgte der Aufforderung, sich zu setzen. Dann zögerte sie zunächst. Sie wusste nicht so recht, wie sie anfangen sollte. Der Opa blinzelte dem verunsicherten Mädchen mit einem leichten Kopfnicken aufmunternd zu. „Nur Mut! Raus mit der Sprache. Was bedrückt dich?“ Da begann Rebecca, dem Opa von ihren Sorgen und Nöten zu berichten. „Ach, Opa“, sprach sie bekümmert mit einem leichten Seuf-zer. „Es ist nun schon so lange Winter. Anfangs habe ich mich ja über den vielen Schnee gefreut. Man konnte so tolle Sachen anstellen nach dem trüben, regnerischen Herbst – Schneeballschlachten, einen Schneemann bauen oder eine riesige Schneehöhle. Das hatte auch alles riesigen Spaß gemacht.“ Rebecca senkte den Blick traurig nach unten. Ihre Stimme nahm einen leisen und nachdenklichen Ton an. „Aber wird es denn nun nicht langsam Zeit, dass der Frühling den Winter ablöst und die Natur wachrüttelt?“ Es folgte eine kurzweilige, nachdenkliche Pause. Dann sprach das verzweifelte Mädchen frei heraus: „Ich sehne mich so sehr nach der Wärme der Son-ne auf meiner Haut, nach munterem Vogelgezwitscher, das mich morgens weckt und nach dem Aufblühen der Natur. Warum wird es nicht endlich Frühling?“ Nun war es raus! Rebecca sah ihren Großvater fragend an. Sie hatte ihm unverblümt mitgeteilt, was sie quälte und hoffte nun inständig, dass er eine helfende Antwort auf ihre dringliche Frage wusste.


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