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> Kinderbücher > Das kleine gelbe Gummiboot 2
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Kinderbücher
Buch Leseprobe Das kleine gelbe Gummiboot 2, Doris Sutter, Illus Nicole Keipke
Doris Sutter, Illus Nicole Keipke

Das kleine gelbe Gummiboot 2


Caro und der Sonnendieb

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Kapitel 3


Neue Freunde 


Kaum war das Ziel erreicht und der Anker von Fandango im Altrhein auf den Grund gesunken, hob Papa Trolli ins Wasser. Caro kletterte in ihr gelbes Gummiboot und paddelte auf die kleine Sandbank vor der Insel.  


„Aber heute nicht so lange", hatte die Mama gemahnt. „Wir sind spät dran. Ich mache schnell unser Abendessen, und dann geht's ab in die Koje. Ich rufe dich, wenn das Essen fertig ist."


 Caro zog Trolli auf den Sand. Sie setzte sich auf den dicken Gummiwulst des Bootes und wollte nun von ihrem Freund wissen, was es in dieser Woche für Neuigkeiten gegeben hatte.


 Ganz tolle, ja verrückte Neuigkeiten hatte Trolli zu erzählen. Doch kaum hatte er Luft geholt und wollte von Emma und Krax berichten, machte es plötzlich neben Caro „Schlabumm!", und ein grünes Ungetüm landete auf dem kleinen gelben Gummiboot. Caro plumpste vor Schreck in den Sand.  


„Was bist du denn für einer?", fragte Trolli, der genau so erschrocken war wie Caro.  


„Man nennt mich Fridolin, der Grashüpfer", stellte sich das grüne Wesen vor und ließ dabei seine Kniegelenke knacken. Caro hob ihre kleine Nase keck über den Gummirand von Trolli und maulte: „Du bist eine Heuschrecke, das weiß ich genau. Nur so ein Monster wie dich habe ich noch nie gesehen."  


„Unsinn!", widersprach Fridolin. „Ich bin keine Heuschrecke, ich bin ein Grashüpfer."  


Das kleine Mädchen rappelte sich mühsam aus dem Sand auf.


Gerade hatte sie sich wieder auf Trollis Gummiwulst gesetzt, als der nächste Schrecken kam. Erst begann es, fürchterlich in der Luft zu brummen, dann schrie eine Stimme: „Weg da! Aus dem Weg! Los, weg, weg!" Ehe sie sich versah, knallte etwas gegen Caros Stirn, und mit einem: „Autsch!" plumpste sie schon wieder in den Sand. Diesmal aber waren es zwei Wesen, die auf dem Rücken lagen. Das kleine Mädchen, alle Viere von sich gestreckt. Und ein dicker blauer Käfer, der aufgeregt mit seinen sechs kleinen Beinchen zappelte und mit seinen dicken Fühlern wackelte. Er schimpfte: „Helft mit sofort auf, ihr nichtsnutzigen Dummköpfe. Soll ich vielleicht hier auf dem Rücken liegen bleiben? Also, wird's bald? Los, los!"  


Caro rappelte sich auf, streckte ihren Zeigefinger und kippte den Käfer vorsichtig um, damit er wieder auf seine Beine kam. „Das wurde aber auch Zeit", maulte er. „Wie kann man nur so dreist sein und sich direkt in meine Einflugschneise setzen? Also mal wieder typisch Mensch! Keine Ahnung vom Fliegen, aber überall im Weg rumstehen...!"


„Jetzt hör aber mal auf zu schimpfen", beschwerte sich Trolli, „wir können doch unmöglich wissen, dass hier deine Landebahn ist."  


Der dicke blaue Käfer breitete seine harten blauen Flügeldeckel aus und ließ sie ein wenig klappern. Dann entfaltete er die zwei darunter liegenden, ganz zart schillernden Flügelchen, schüttelte sie ein bisschen, so dass sie leise aufbrummten und murrte: „Na ja, wenigstens ist noch alles dran." „Das kommt nur davon, weil der Käfer so kurzsichtig ist", warf der Grashüpfer Fridolin kichernd dazwischen und machte noch schnell eine Kniebeuge. „Also gut", sagte der dicke blaue Käfer würdevoll. Er schien sich etwas beruhigt zu haben. „Darf ich mich vorstellen: Mein Name ist Kalle. Kalle der Käfer. Und diesem windigen grünen Typ dort", und er warf Fridolin einen verächtlichen Blick zu, „braucht ihr kein Wort zu glauben. Der ist eine reine Luftnummer."  Bevor Fridolin antworten konnte, machte das kleine gelbe Gummiboot einen Hüpfer, so dass Caro beinahe wieder in den Sand geplumpst wäre, und schimpfte los: „ Schluss jetzt mit dem Unsinn! Der kleine Rotschopf hier ist meine Freundin Caro und ich bin Trolli, das kleine gelbe Gummiboot. Wir sind hierher geschwommen um auf der Insel zu spielen, wie wir es schon oft gemacht haben. Euch haben wir hier aber noch nie gesehen - also führt euch nicht auf, als ob diese Sandbank euch gehört!"   Etwas kleinlaut wollte Kalle etwas entgegnen, als die nächste Überraschung kam.  „Igitt, eine Spinne!", rief das kleine Mädchen.  Und tatsächlich hing mitten zwischen ihnen plötzlich eine dicke schwarze Spinne an ihrem Faden und schaute streng in die Runde.  „Was soll denn der Krach?", schimpfte sie. „Wie soll sich denn bei diesem Getöse eine Fliege in mein Netz verirren? Es ist einfach unerhört!"  Streng schaute sie in die Runde und maulte ungnädig weiter: " Ich habe mich auf diese einsame Sandbank zurückgezogen um meine Ruhe zu haben. Und was geschieht? Eine Krähenbande macht sich hier breit und heckt ihre Unverschämtheiten aus, und kaum sind sie weg, kommen Menschenkinder mit riesigen Booten und stören."  „Nun ja, ich sehe hier nur ein kleines Menschlein, und als großes Boot würde ich mich auch nicht gerade bezeichnen. Da übertreibst du wohl ein bisschen?" Die beruhigende Stimme von Trolli entspannte die Situation, und alle schauten sich ein wenig ratlos an.  Da war ja ein seltsamer Haufen zusammengekommen - ein Gummiboot, ein Grashüpfer, ein Käfer, eine Spinne und Caro. Trolli ergriff wieder das Wort:   „Ich schlage vor, dass wir uns jetzt er einmal alle vorstellen - wir müssen ja nicht gleich Freunde werden, aber freundlich miteinander umgehen sollte doch möglich sein."  Erst zögerten sie, aber dann nickten alle zu dem Vorschlag. Und überhaupt - warum sollten Grashüpfer, Spinnen, Käfer, Gummiboote und Menschenkinder nicht auch Freunde werden? Nur, weil sie alle ein bisschen anders waren? Das war kein Grund, es nicht doch zu versuchen.  Also stellten sich alle noch einmal vor. Und so erfuhren Caro und Trolli  dass die Spinne Manda hieß.  „Überall bekannt als „murrende Manda"!", wie Fridolin so leise flüsterte, dass die Spinne es bestimmt nicht hören konnte.  Und als sie sich genug miteinander bekannt gemacht hatten, brannte Trolli drauf, endlich seine Neuigkeiten loszuwerden.


„Erzähle doch mal, Manda, was du über die Krähenbande weißt", forderte Trolli die Spinne auf. „Ich muss Euch anschließend auch was ganz Eigenartiges erzählen!"


 Manda rüttelte ein wenig an ihrem langen Faden.


„Diese Vögel sind unmöglich", knurrte sie. „Sie hocken auf meiner Insel wie schwarze Unheilsboten und hecken böse, böse Dinge aus".


 „Was denn zum Beispiel?" warf Trolli ein, als Manda eine Pause einlegte um streng in die Runde zu schauen, ob ihr auch alle genau zuhörten. „Lass dir doch nicht jedes Wort aus der Nase ziehen!"   Für seine Ungeduld erntete Trolli sofort einen stechenden Blick.


 „Letzte Woche haben sie den Bootsleuten die Würste vom Grill geklaut.


Dann sind sie hierher geflogen und haben sie über der Insel abgeworfen. Eine ist wie ein Geschoss mitten durch mein Netz gesaust. Stundenlange Spinnarbeit war umsonst. Als hätte ich nichts anderes zu tun!", maulte sie heftig. „Aber schlimmer ist das, was ich nicht hören kann. Sie stecken die Köpfe zusammen und flüstern. Ich sage euch, das bringt Unheil. Ihr werdet noch an mich denken!"


 Das passte zu dem, was Trolli loswerden wollte. Doch gerade, als er zum Sprechen ansetzte, hörten sie einen Ruf. „Caro! Ca-ro-lin!", schallte Mamas Stimme vom großen Motorboot über das Wasser. „Komm jetzt an Bord." Schnell verabschiedeten sich Caro und Trolli von ihren neuen Freunden. Caro schob das Gummiboot ins Wasser. Wenn Mama rief, dann musste sie sofort hören, sonst durfte sie nicht mehr allein auf die Sandinsel paddeln.  


„Tschüß!", rief sie noch. „Morgen kommen wir wieder. Dann müssen wir uns noch viel mehr erzählen."  Sie griff nach den Holzpaddeln, und war schnell die paar Meter bis zur Fandango gerudert, wo Papa erst sie und dann Trolli an Bord hob.


 „Ach, wie ärgerlich", dachte Trolli, das kleine Gummiboot, als es wieder auf dem Vorschiff des großen Motorbootes lag. „Jetzt konnte ich Caro noch nicht mal erzählen, was Krax vorhat. Na gut, morgen ist hoffentlich auch noch ein Tag, und dann wird sie alles erfahren."


 Er schloss die Augen, und augenblicklich war er eingeschlafen.


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