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Kinderbücher
Buch Leseprobe Adventszauber, Undine Klipstein
Undine Klipstein

Adventszauber


Die Weihnachtszeitretter

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2


Zwei Stunden später zieht köstlicher Plätzchenduft in jeden Winkel der Wohnung. Die Arbeitsplatte der Küchenzeile ist noch mit Mehl bedeckt. Der Teig liegt wohlgeformt zu kleinen Vanillekipferln auf dem Backblech und wartet darauf, im Backofen abgebacken zu werden.


Die Weihnachtsdosen füllen sich mit den gebackenen Köstlichkeiten. Doch manches Plätzchen gelangt nicht dorthin, sondern wird, nur zur Kostprobe, von Mathilda und ihrem Vater verspeist, bis die Mutter dem Ganzen Einhalt gebietet.


"Genug, genascht wird später!", schallt sie mit ernstem Gesicht.


"Schade, das Naschen ist doch das Schönste an der Weihnachtsbäckerei", schmunzelt der Vater und zwinkert Mathilda zu, die Vanillekipferl in die blaue Sternendose schichtet.


Bald ist das letzte Blech im Ofen und die Mutter schneidet das Berliner Brot in mundgerechte Stücke.


"Schaut mal, draußen ist ja der reinste Schneesturm im Gange!" Der Vater kniet auf dem kleinen Sofa, welches vor dem Küchenfenster steht.


"Ich will auch gucken", ruft Mathilda und flitzt um den Küchentisch herum. "Vorsicht, du kleines Mehlmonster!", ruft der Vater und hebt sie auf das Sofa.


Im Schein der Straßenlaternen tanzen unzählige Flocken. Die grüne Straßenlaterne hat sich schon eine pudrige Schneemütze aufgesetzt.


Nachdem die Mutter das letzte Bachblech aus dem Ofen geholt hat, gesellt sie sich zu den beiden und schaut, gebannt wie ein Kind, dem Schneetreiben zu.


"Sollten wir in diesem Jahr weiße Weihnachten beschert bekommen?", fragt die Mutter leise.


"Das wäre ganz toll!", entgegnet der Vater. "Aber warum flüsterst du?" "Hab ich das?"


"Ja, hast du, Mama!"


"Keine Ahnung, vielleicht liegt das einfach...", kopfschüttelnd steht sie auf und zupft nervös an ihren Haaren.


"...an der Adventszeit!", beendet der Vater den Erklärungsversuch der Mutter. Er stellt sich neben sie und nimmt sie in den Arm.


"Wer hat Lust auf Kakao und Plätzchen?"


"Jetzt flüsterst du aber, Papa!", antwortet Mathilda. "Ja, ich hab gedacht,..."


"..., dass du allein rumnaschen kannst", fällt ihm die Mutter ins Wort. "Erwischt!", antwortet er lachend und zwinkert seiner Tochter zu.


"So, das Mehlmonster bekommt aber erst Kakao, wenn es unsere Mathilda wieder hervorzaubert. Los, ab ins Bad!"


"Gleich", bettelt Mathilda.


Sie möchte noch ein wenig dem Schneetreiben zuschauen, während die Eltern die Spuren der Weihnachtsbäckerei beseitigen.


Plötzlich schießt Mathilda ein Gedanke durch den Kopf.


Diese seltsamen kleinen Spuren, wem immer sie auch gehören, es kann kein großes Wesen sein. Wo es jetzt wohl ist? Ob es friert?


Die Schneedecke wächst zusehends. Mathilda springt vom Sofa auf den Dielenboden und läuft ins Badezimmer.


"Ich muss morgen nachsehen, Spuren suchen. Ich muss den Spuren folgen. Ich muss herausfinden, wem diese Spuren gehören", murmelt sie leise vor sich hin, während sie sich die Hände wäscht.


Plötzlich spürt Mathilda ein seltsames Kribbeln in ihrem Bauch.


"Der Schnee!!! Er deckt doch alles zu! Was ist, wenn dem kleinen Wesen etwas passiert? Vielleicht ist es morgen zu spät ...?"


"Mathilda, mit wem sprichst du denn?" Wie aus dem Nichts steht der Vater hinter ihr. "Ich ... ich hab ..."


"Was hast du?"


Soll sie ihren Vater einweihen? Was ist, wenn er ihr auch nicht glaubt? Nein, es muss ihr Geheimnis bleiben!


"Ist wohl die Adventszeit", neckt sie der Vater. "In diesem Jahr scheint diese Zeit dich wohl sehr durcheinander zu bringen."


Ein zaghaftes Nicken, dann wendet sich Mathilda wieder dem Waschbecken zu, spült sich die Seife von den Händen und wäscht sich ihr Gesicht.


"Papa, finden alle kleinen Tiere jetzt einen Unterschlupf? Es fällt doch so viel Schnee und es ist so kalt."


"Aber sicher. Die Tiere wissen, wo sie sich vor dem Wetter schützen können."


"Und wenn das Tier neu in der Stadt ist? Woher soll es wissen, wo es einen freien Platz findet?" Mathilda wendet sich ihrem Vater zu. Wassertropfen laufen in kleinen Rinnsalen an ihrem Gesicht hinab.


"Es gibt mehr Plätze als kleine Tiere hier in der Stadt." "Wirklich?"


"Ganz bestimmt. Draußen unter unserer Eisentreppe habe ich heute sogar ein neues Versteck geschaffen."


"Ein Versteck?"


"Ja, während ihr einkaufen ward, habe ich den Keller aufgeräumt und einiges, das nächste Woche entsorgt wird, unter der Treppe zwischengelagert."


Ein kleines beruhigendes Lächeln umspielt ihre Lippen. Sie dreht sich um und dreht den Wasserhahn zu.


"Kommt ihr? Der Kakao ist fertig!", schallt es aus der Küche. Rasch trocknet Mathilda Gesicht und Hände.


"Stopp!", ruft der Vater, als sie an ihm vorbei flitzen will. Er klopft ihr ein paar Mehlflecken aus dem Pulli. "So, jetzt bist du kein Mehlmonster mehr. Nun los, wir wollen Kakao schlürfen und Plätzchen naschen. Wer ist zuerst in der Küche!?!"


Mathilda flitzt über den Dielenboden und erreicht als Erste die Küche.


Auf dem alten, ovalen Holztisch stehen drei Tassen mit dampfendem Kakao und ein Teller mit frisch gebackenen Plätzchen. Die Flamme der ersten, dicken, roten Kerze am Adventskranz brennt ganz ruhig und zaubert einen goldenen Schein auf den Tisch.


Mathilda sitzt zwischen ihren Eltern auf dem kleinen Sofa. Es ist gemütlich in der Wohnküche. Gegenüber dem Sofa stehen noch zwei Sessel. Rechts neben dem Sofa steht ein kleiner Tisch auf dem Zeitungen und auch manches Kinderbuch seinen Platz findet. Ein wollener Flickenteppich unter dem ovalen Holztisch sorgt im Winter für warme Füße. Gegenüber dem Tisch steht ein altes Küchenbüffet, in dem das Geschirr verstaut ist.


Draußen lässt das Schneetreiben ein wenig nach. Der Mond schiebt sich durch die Wolkenlücken hindurch. Der Schnee glitzert im Mondlicht wie ein Teppich aus Edelsteinen.


Drinnen verspeist die kleine Familie Vanillekipferl, Bethmännchen und Berliner Brot. Der warme, süße Kakao wird genüsslich geschlürft, während draußen kleine, spitze Abdrücke auf dem Haldenplatz erscheinen.



 


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