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> Kinderbücher > Achtung! Anton, der Kirschenwurm
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Kinderbücher
Buch Leseprobe Achtung! Anton, der Kirschenwurm, Christin Adlaßnig
Christin Adlaßnig

Achtung! Anton, der Kirschenwurm


und andere Geschichten von Tieren, die man...

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Kleine Tiere ganz GROSS


 


Diese Geschichte handelt von einer kleinen Ameise, die sich mit viel Mut und Schlauheit Gehör bei den Menschen verschaffte, aber mehr will ich nicht verraten …


 


Alex lief schnell hinter den anderen Ameisen über die Wiese des Strandbades her, um zu seinem Bau im Wald zu gelangen. Dieser Weg war aber sehr gefährlich für sie, denn im Sommer lagen und saßen dort viele Menschen. Doch es war nun einmal der kürzeste Weg nach Hause und deshalb nahmen sie auch diese Gefahr in Kauf.


 


Heute schleppte die kleine Ameise einen riesigen Schoko-brösel mit, der für seine Freunde bestimmt war. Diese waren im Ameisenbau fleißig, uneigennützig, arbeiteten zusammen, halfen einander. Nur so konnte das Leben in ihrer Ameisenwelt funktionieren - faulenzen gab es nicht.


 


Plötzlich verfinsterte sich der Himmel und ein großer Schatten fiel auf das Ameisenstraßenstück. „Nicht schon wieder“, flehte Alex. Er ahnte, was ihm nun bevorstand.


 


Die Ameise hatte bereits seine Erfahrungen mit den Menschen gesammelt und fand, dass diese ihm und seinen Freunden das Leben ziemlich schwer machten.


 


Und dann war es auch schon geschehen. Ein großes, blaues Badetuch fiel vor ihm auf den Boden und unterbrach die Straße. Es war wirklich mühsam, denn nun musste er auf einen Grashalm klettern, auf das Liegetuch hüpfen, es überqueren und seinen Weg wieder finden. Und das alles mit einem Schokostück am Rücken! Aber es hätte auch schlimmer kommen können. Denn einmal war es auch schon passiert, dass die Menschen das Tuch direkt auf ihn geworfen hatten und Alex beinahe zerdrückt hätten. Mein Gott, wenn er sich damals nicht blitzartig in einem kleinen Erdloch versteckt hätte, wäre es um ihn geschehen gewesen.


 


Heute aber war Alex mit seiner Geduld am Ende. Er beschloss, sich diesen Menschen genauer anzusehen und ihm zu erklären, dass er doch besser auf kleine Lebewesen aufpassen sollte.


 


Also legte er seinen Schokobrösel an den Rand des Tuches und marschierte entschlossen auf den Liegenden zu.


 


„Alex, was machst du da? Bist du verrückt geworden, bleib hier!“, riefen ihm die anderen Ameisen nach. Doch er hörte nicht auf sie, denn wenn Alex sich einmal etwas in den Kopf gesetzt hatte, dann konnte er stur sein. Und genau das war er jetzt. Der Krabbler wusste, dass er ganz nahe an das Ohr des Menschen kommen musste, damit ihn dieser auch hören konnte. Mühsam erklomm er eine Zehe und zwängte sich durch die Haare entlang des Beines.


Der Mensch begann plötzlich zu zucken, eine Hand tauchte auf und Alex wurde weggeschnippst. In hohem Bogen segelte der kleine Ameiserich durch die Luft und landete unsanft neben dem Tuch im Gras.


 


Na bitte, das war doch die Höhe! „Verflixte Ameisen, wieso können einen diese lästigen Biester nicht in Ruhe lassen?“, hörte er den Mann schimpfen.


 


„Jetzt reicht´s aber“, ärgerte sich Alex, richtete sich auf und stemmte zwei Paar Beine in die Seite. „Erst zerdrückt dieser Rüpel fast eine wehrlose, kleine Ameise und dann beschimpft er mich auch noch!“


 


Er beschloss, nicht aufzugeben und versuchte noch einige Male sein Glück. Doch immer wieder wurde er erbarmungslos durch die Luft befördert.


Erschöpft blieb Alex schließlich sitzen und betrachtete seinen Widersacher zornig und lange.


 


Er bemerkte, dass es nicht nur ihm so erging, sondern auch den Fliegen, die sich auf die Haut des Mannes setzten. Allesamt wurden sie weggejagt, bloß diejenigen, die auf den Haare am Kopf landeten, störten offensichtlich nicht und durften bleiben. Das war also der einzig, richtige Weg in die Nähe des Ohres.


 


Alex wartete solange, bis der Mann sich hinlegte und rannte dann los. Und wirklich, diesmal konnte er ungestört über die Haare wandern, ohne dass er weggeschnippt wurde. Als die Ameise direkt über dem Ohr angelangt war, beugte er sich, an der Spitze einer Haarsträhne hängend, so dicht wie möglich darüber und brüllte hinein. „Hallo du, mein Name ist Alex und ich wollte dich bitten, in Zukunft ein bisschen mehr auf uns Ameisen aufzupassen, sonst trampelst du noch eine von uns tot!“


 


Die Ameise fand, dass er sein Anliegen sehr höflich und freundlich formuliert hatte, doch er bekam keine Antwort. Er rief erneut - wieder nichts. Anscheinend konnte der Mensch ihn nicht hören. Also musste Alex direkt in das Ohr gelangen.


 


Ein bisschen mulmig war ihm schon zumute, als er in die schwarze Ohrhöhle hineinschaute. Aber nichtsdestotrotz brachte er sich genau darüber in Position, schloss die Augen und ließ sich fallen. Kaum war er gelandet, krabbelte die Ameise tiefer in den Gang hinein. Doch plötzlich hörte er den Mann schreien: „Das gibt´s doch gar nicht, jetzt ist mir doch glatt irgendein Vieh ins Ohr gekrabbelt. Ahhhh, wie das juckt!!!“ Der Mensch schüttelte wild seinen Kopf in der Hoffnung, dass der ungebetene Gast herausfallen würde. Doch Alex hielt sich fest und ließ nicht locker.


 


Jedes Mal, wenn sich die Ameise nicht bewegte, hörte auch der Mann auf zu wackeln. Wenn er allerdings ein wenig her-umwanderte, begann der Mensch sofort wieder zu schreien und zu zappeln. Alex gefiel es, ihn zu ärgern, ja, es machte ihm sogar Riesenspaß. Der Ameiserich grinste böse, dachte an all das Leid, welches die Menschen ihm und seinen Freunden bereits angetan hatten und rannte dann zufrieden in dem Ohr hin und her.


 


Der Mann lief und sprang wie ein Verrückter über die Liegewiese des Schwimmbades, klopfte sich aufs Ohr und schrie. Es war ihm auch egal, dass sich die anderen Gäste verwundert nach ihm umdrehten und sich auf die Stirne tippten. Als den Mann jedoch die Kräfte verließen und er sich schnaufend auf den Boden fallen ließ, kamen die Leute näher und betrachteten ihn vorsichtig. Sie begannen zu rätseln, was wohl der Grund für dessen eigenartiges Verhalten war. Sie versuchten, mit ihm zu reden, doch er war so sehr mit sich selbst und mit Jammern beschäftigt, dass er gar niemand anderen wahrnahm.


 


„Vielleicht war er zu lange in der Sonne?“, mutmaßte der eine. „Aber vielleicht ist er auch mit dem Kopf gegen einen Baum gelaufen und ist jetzt total verwirrt?“, rätselte ein anderer. „Ach was, der ist sicher bloß betrunken!“, meinte eine Frau verächtlich, betrachtete den Liegenden ohne Mitleid, drehte sich um und ging kopfschüttelnd davon.


 


Währenddessen saß Alex im Ohr und sah sich um. Er fand, dass es hier drinnen ziemlich schmutzig war und hielt es für angebracht, seine Meinung darüber auch zu äußern: „Pfui, vom Putzen hältst du wohl nicht viel, wie?“


 


...



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