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Fantasy Bücher
Buch Leseprobe Wolves of the Kogaionon, Nicole Lungeanu
Nicole Lungeanu

Wolves of the Kogaionon



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Avizina starrte auf seine Hand, die noch immer auf der Brust des kleinen Mädchens lag. Der Wolf hatte seinen Dienst getan. Er zog sich zurück und gab Körper und Verstand wieder frei. Zurück blieb ein verwirrter und geschwächter Avizina. Er hasste dieses Gefühl der Hilflosigkeit. Verloren gegangene Zeit, in der er nicht wusste, was er getan hatte. Das Bewusstsein zurückzuerlangen und auf die Person vor sich zu starren, das waren die schlimmsten Sekunden, denn jede ›Beute‹ konnte das Ende eines geliebten Menschen bedeuten. Oft erkannte die sterbende Person nicht, wer über ihr gebeugt war. Manchmal aber schon. Diese Entscheidung traf Zalmoxis und das konnte Segen und Fluch zugleich sein.


Dies traf heute, den Göttern sei Dank, nicht zu. Was ihn stutzig werden ließ, war die sanfte Rückkehr in seinen Körper. Für gewöhnlich zog sich sein Wolf ruckartig zurück. Dafür bedurfte es einen starken ›Anker‹ – in seinem Fall rief er sich das Gesicht seines Bruders in Erinnerung – um seine wirren Gedanken zu sortieren und um wieder als Mensch zu funktionieren. So aber war es heute nicht.


Leise stieg er aus dem Fenster und sah sich im Mondschein um.


Bei Zalmoxis, wo bin ich?


Dieses Dorf war Avizina fremd. Es war nicht besonders groß und er konnte in der Ferne die Umrisse des Schwarzen Waldes erkennen. Kleine eckige Steinhütten, deren strohgedeckte Dächer das Mondlicht widerspiegelten, standen niedlich angeordnet um einen freien Platz. Am Tag musste dieser Platz nur so vor Menschen wimmeln. Jedes Dorf besaß ein Zentrum wie dieses, an dem Handel betrieben wurde. Dieses hier war seinem nicht unähnlich und doch wunderte er sich, was er hier verloren hatte. Jeder Wolf besaß sein eigenes Revier. Nie verließen sie dieses. Warum also hatte ihn sein Wolf hierhergebracht? Es ergab keinen Sinn. Wo war der Wolf dieses Dorfes?


Er drehte sich um seine eigene Achse und erspähte das Gebirge im Hintergrund.


Grundgütiger! Unmöglich!


Sein Dorf war ein zweitägiger Fußmarsch entfernt. Ein innerer Sog ließ ihn schließlich voranschreiten. Sein Wolf rührte sich wieder. Avizina stolperte vor Erstaunen. Hatte er sich das eben eingebildet? Ein weiterer Sog. Widerwillig setzte er einen Fuß vor den anderen. Noch nie hatte er seinen Wolf so nah unter der Haut gespürt – und war dabei Herr seiner Sinne! Es kribbelte wie tausend kleine Ameisen. Als wäre er ein Schlafwandler, trugen ihn fremde Füße vor eine runde Hütte, die abseits der anderen stand.


Die Hütte eines Heilers!


Eine kleine Steinmauer grenzte sie von den anderen Grundstücken ab. Ein riesiger Holunderbaum stand davor. Die Naturgewalten hatten einen Hohlraum in den Stamm geformt und Avizina konnte eine Figur des Gottes Derzelas erkennen. Der Gott saß auf einem Pferd und hielt das Füllhorn in den Armen. Derzelas – in manchen Regionen auch Derzis genannt – war eine Gottheit der Unterwelt. Er stand für Gesundheit, geistige Vitalität und Fülle. Avizina hatte im Vorgarten eines Heilers nichts anderes erwartet.


Neben der Hütte erspähte er außerdem die Umrisse dreier Bienenstöcke. Er wollte weitergehen, doch sein Wille war nicht sein eigener. Sein Wolf wollte, dass er hierblieb. Es war, als ob er mit ihm kommunizierte. Gefangen im eigenen Körper zu sein, war für gewöhnlich die reinste Folter, doch heute bekam Avizina eine Gänsehaut vor Neugier.


Wacher Geist, aber unwilliges Fleisch. Was hast du mit mir vor?


Die Tür wurde aufgestoßen und hinaus lief eine junge Frau. Sie presste ein paar Sachen an ihre Brust. Als sie an Avizina vorbeilief, rempelte sie ihn an. Sie murmelte eine Entschuldigung und verschwand im dunklen Mantel der Nacht. Aus den Augenwinkeln heraus bemerkte er eine Gestalt im Türrahmen. Seine Aufmerksamkeit wurde zu einem jungen Mann gezogen. Sein Wolf heulte innerlich auf und ließ ruckartig von ihm ab und auf einmal fühlte er sich leer und nackt. Er schüttelte sich. Er hatte noch immer keine Ahnung was er in diesem Dorf, und vor allem vor dieser Hütte und deren Steinwall, sollte. Er war dabei weiterzuziehen, doch er konnte seinen Blick nicht von dem jungen Mann abwenden. Er hatte sein Gesicht zum Mond gewendet und seine Augen geschlossen. Seine nackte Brust glänzte im Mondschein. Als er seine Lider hob und sich ihre Blicke trafen, da rührte sich etwas in Avizina. Er konnte sich dieses Gefühl nicht erklären. Spürte nur einen starken Drang, diesen Unbekannten näher kennenzulernen.


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