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Fantasy Bücher
Buch Leseprobe Wolfsmondnacht, Amy Lynn Morgan
Amy Lynn Morgan

Wolfsmondnacht



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Auch hier war alles voller Unrat. Donatiens Blick fiel auf Knochen, die sich in einer Holzschale auf dem Tisch befanden. Irgendwas war daran merkwürdig. Er hob die Knochen an und verfluchte zum ersten Mal in seinem Leben seine Kenntnisse der Anatomie.
Crus, der menschliche Unterschenkelknochen eines Kindes. Patella, die Kniescheibe
Die Fibula, das Wadenbein, noch fest verbunden mit der Tibia, dem Schienbein. Lateinische Namen, an die er sich festhielt, ein Bollwerk gegen das in seinen Verstand kriechende Entsetzen.
Mit dem Blick des Anatomen untersuchte er den Fund weiter. Der Malleolus lateralis, der Außenknöchel, war gebrochen. Unter Donatiens tastenden Händen löste er sich ganz von der Fibula. Der Fuß fehlte komplett. Donatien tastete über die sehr markante Spitze des Wadenbeins, die Apex capitis fibulae. Nagespuren waren an den Knochen. Ein Fetzen Fleisch hing daran. Es war noch weich. Das Kind war noch nicht lange tot.
Hatte Garnier sie gefangen gehalten, bevor er sie tötete? Jeanne über einen Monat in der Gewalt dieser Kreatur? Entsetzen rann wie Eiswasser über Donatiens Rücken. Er hatte Jeanne nicht gekannt, doch schmerzte es ihn zu wissen, wie sie leiden hatte müssen und welche Pein dies Céleste bereiten würde. Was war Gilles Garnier nur für eine Kreatur? Ein loup-garou war kein Wolf, sondern ein Dämon. Ein Wolf quälte seine Beute nicht. Er tötete um zu überleben. 
Einzelne Tränen stahlen sich aus Donatiens Augen. Das arme Kind! Es musste eine Höllenangst durchgestanden haben. Welchen Verlust musste Céleste hinnehmen? Würde sie es überwinden? Schlimm, dass er der Überbringer dieser Unglücksbotschaft sein würde. Welch grausames Schicksal! Vorsichtig legte er die Kinderknochen zurück, doch die Erinnerung an sie würde ihn verfolgen.
Es war eine Sache, an zu Zwecken der Anatomieforschung beschafften Toten herumzuschneiden, doch eine andere, die Knochen eines ermordeten Kindes in Händen zu halten. Donatien fuhr vor Schreck zusammen, als die Tür ins Schloss fiel. Fest umklammerte er das Macuahuitl und tastete mit der anderen Hand nach dem Obsidianmesser.


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