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Fantasy Bücher
Buch Leseprobe Welt aus Sand, M.P. Anderfeldt
M.P. Anderfeldt

Welt aus Sand


Die Chroniken von Pathaar I

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»Ein Durchbruch?« Ankon verzog skeptisch den Mund.
Der etwas hündisch wirkende Diener nickte eifrig. Ankon hatte seinen Namen vergessen, aber es war offensichtlich einer, dem Yaho absolut vertraute.
»Weiß Yaho davon?« Schwer vorstellbar, dass der Oberpriester nicht wusste, was in seinem eigenen Tempel geschah.
»Selbstverständlich. Er selbst war es, der mich ersucht hat, Euch zu informieren.«
»Nun, dann überrascht mich«, sagte der Patron und lächelte. Wenn der Diener mich enttäuscht, werde ich ihn für den Dienst im untersten Stockwerk vorschlagen, dachte er. Dieser Gedanke versöhnte ihn ein wenig mit der Aussicht, wieder in den heißen, stinkenden Keller hinabsteigen zu müssen.
Wenig später stand er schwitzend in einem spärlich erleuchteten Raum, dessen gewölbeartige Decke im Dunkel verschwand.
»Habe ich zu viel versprochen?«, fragte der Diener. Ankon ließ ihm den anmaßenden Ton durchgehen, denn was er sah, war einmalig. Sie standen am Rand eines mit weißer Kreide markierten Kreises, der Diener direkt auf der Linie, der Patron schräg dahinter.
»Das …« Das war genau das, was sie schon so lange suchten.
»Tut das nicht weh?«, fragte er leise.
Der Diener zuckte die Schultern.
»Und sein Geist?«, fragte Ankon weiter, ohne den Blick abzuwenden.
»Probiert es aus.«
»Er … es kann sprechen?«
»Er kann verstehen. Es ist uns gelungen, eine Vielzahl seiner körperlichen und geistigen Funktionen zu erhalten.«
Das war natürlich eine direkte Verletzung der Befehle des Fürsten, der darauf Wert legte, dass die Experimente sich deutlich vom Menschen unterschieden.
»He …,« Ankon räusperte sich. »Wie heißt er?«, fragte er wieder den Diener.
Mit Genugtuung nahm der Diener zur Kenntnis, dass der Patron »er« gesagt hatte. »Wir nennen ihn Zero.«
»Zero! Hör mir zu.«
Zero wandte den Kopf und sah Ankon an. Der Patron befeuchtete sich nervös mit der Zunge die Lippen.
»Wie kann ich wissen, dass er mich versteht?«
»Sagt ihm, was er tun soll.«
»Das wird er tun?«
»Zero«, rief der Diener. »Das ist Patron Ankon. Tu, was Patron Ankon dir sagt.« Siegessicher lächelte er.
Jetzt lächelte auch Ankon. Ohne auszuholen, versetzte er dem Diener mit beiden Händen einen Schlag und stieß ihn in den markierten Kreis. Der Mann gab einen überraschten Laut von sich und fiel auf die Knie. Schnell stand er auf.
Zero rührte sich nicht, sah Ankon nur in die Augen.
»Töte ihn«, befahl der Patron. »Töte ihn, Zero.«
Atemlos beobachtete er das Schauspiel, das sich nun entfaltete. Blutig, ja, aber nicht übertrieben grausam. Zero war sparsam in seinen Bewegungen, das Töten schien ihm keine Freude zu bereiten, ihn aber auch nicht zu stören. Er tötet, wie unsereins atmet, dachte Ankon. Das ist ein Geschenk der Götter.
Es mochte sein, dass Yaho zornig würde, wenn er hörte, dass sein treuer Diener tot war. Er würde dem Oberpriester einen neuen Diener kaufen müssen. Oder auch eine Dienerin, falls er das bevorzugte. In jedem Fall würde es jemand sein, dessen Loyalität zuallererst ihm, Patron Ankon, galt. Der Oberpriester war sein Verbündeter, aber auch er musste unter Kontrolle gehalten werden.
Wieder blickte er auf Zero, der völlig still da stand. Diese Kraft. In den richtigen Händen kann diese Kraft die Welt verändern.


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