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Fantasy Bücher
Buch Leseprobe Von Sternenschein und Weltenglanz, Cayson Bendix
Cayson Bendix

Von Sternenschein und Weltenglanz


Dunkle Sonne, verbrennst sie alle

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PROLOG


 


Als ein leichter Wind aufkam, lief ein Frösteln durch den Körper des jungen Mannes.


Er zog die Schultern höher, stieß einen leisen Seufzer aus und stapfte dann grummelnd weiter durch den dunklen Wald.


Nachdem es die Nacht über durchgeregnet hatte, fielen immer wieder schwere Regentropfen von den Baumspitzen, welche hier und da auch in seinem Nacken oder auf seinem Kopf landeten, was zu den Dingen zählte, die er regelrecht verabscheute. Richard hasste ganz allgemein dieses unbeständige, nasskalte April-Wetter. Diese feuchte, frühmorgendliche Kälte, die durch die dickste, noch so gut gefütterte Kleidung kroch und die die Zehen und Fingerspitzen klamm werden ließ, war einfach zu viel für sein nach Wärme trachtendes Gemüt.


Wenn man ihn nach seiner Meinung hinsichtlich der perfekten Wetterverhältnisse fragte, dann antwortete er stets und ohne Umschweife: „25 Grad! Mindestens! Durchgehend!“


Kein ständiger Wechsel der Jahreszeiten, keine Winter mit tagelangem Schneefall, keine herbstlichen Stürme, die Regen und Kälte mit sich brachten – das war seine Idealvorstellung, was das Wetter betraf.


Er schnaubte verärgert und stapfte missmutig über den weichen, feuchten Waldboden, als er ein leises Lachen neben sich wahrnahm. Er drehte den Kopf zur Seite und sein Blick fiel auf seinen Vater, dessen dichter Vollbart zuckte, während er amüsiert seinen Sohn betrachtete.


„Nicht dein Tag heute?!“


Richard verdrehte die Augen und gab mürrisch zurück: „Du weißt, dass ich dieses Wetter hasse … Und diese Uhrzeit!“


Sein Vater Martin lachte nochmals auf und schlug dem jungen Mann mehrere Male auf die Schulter. „Ich weiß, aber so ist das nun mal, wenn man zur Frühschicht eingeteilt ist. Irgendjemand muss unserer alten Mutter ja beim Aufstehen und Schlafenlegen behilflich sein.“


„Ich weiß, ich weiß“, seufzte Richard und blieb für einen Augenblick stehen. „Aber könnte ich bitte bald wieder eine Abendschicht übernehmen?! Dann könnte ich meine Aufgabe bestimmt mit ein wenig mehr Enthusiasmus durchführen.“


Martin, der bereits einige Schritte weiter gegangen war, stoppte ebenfalls und drehte sich schmunzelnd um.


Richard mochte diesen Gesichtsausdruck seines Vaters sehr, vor allem, wie sich die kleinen Lachfalten in solchen Momenten um seine funkelnden, stahlgrauen Augen legten, die von einer knallroten Brille umrahmt waren. Wenn er einen dann ansah, hatte man das Gefühl, als würde die Energie, die in ihm pulsierte, durch seine Augen nach außen dringen.


„Ich werde deinen Wunsch bei der nächsten Planung berücksichtigen“, entgegnete Martin seinem Sohn lächelnd, zwinkerte ihm zu und deutete ihm schließlich mit einer Kopfbewegung, dass sie weitergehen mussten.


Mit einem gespielt dramatischen Augenrollen und einem lauten Seufzer setzte sich Richard wieder in Bewegung und stapfte eine Weile wortlos neben seinem Vater her. Dabei ging er in Gedanken einige Themen der letzten Vorlesung durch und überprüfte, ob er den Stoff beherrschte, der bei der nächsten Prüfung abgefragt werden würde.


Er musste dabei gar nicht auf den Weg achten. Zum einen, weil sein Vater dabei war – sie waren immer mindestens zu zweit, wenn es darum ging, ihre Mutter aufzuwecken oder sie beim Einschlafen zu begleiten –; zum anderen, weil er den Weg mittlerweile in- und auswendig kannte. Schließlich ging er ihn seit seinem 20. Geburtstag regelmäßig, mal morgens, wenn es noch dunkel war, mal abends, kurz bevor die Sonne am Untergehen war.


Auch wenn ihm das Wetter dabei manchmal nicht behagte, hatte er es doch jedes Mal genossen, in Kontakt mit seiner Mutter zu treten, die ihren Kindern so viel Wärme und Liebe spendete. Es waren zwar stets nur ein paar wenige Minuten, die das Prozedere dauerte, doch in diesem kurzen Zeitraum schöpfte er immer wieder neue Kraft und Mut, dass er, sein Vater und all die anderen Kinder ihrer Gemeinschaft auf dem richtigen Weg waren.


„Wir sind gleich da“, riss ihn Martins Stimme aus den Gedanken.


Richard brummte bejahend und stapfte weiter den Waldweg entlang, bis er das ihm wohl vertraute Gebilde des Vogelkopfes erblickte.


Trotzdem er es schon so oft gesehen hatte, bewunderte er das Felskonstrukt jedes Mal aufs Neue. Es wirkte mächtig und fragil zugleich und hatte die Jahrhunderte überdauert, ohne dass ihm Wind und Wetter zugesetzt hatten.


Und da war noch ein Gefühl, das sich in ihm regte, wenn er die eigentümlich aufeinander geschichteten Steine betrachtete: Stolz.


Ja, er war stolz darauf, ein Sonnenkind zu sein.


Ein Krieger der Xi Hou.


Einer der Nachkommen der Neun, die ihre Göttin in die Welt gesetzt hatte.


Früher schon hatte er die Legende geliebt, die ihm sein Vater abends immer zum Einschlafen erzählt hatte. Damals waren die Erzählungen rund um die neun Halbgötter nur ein Kindermärchen für ihn gewesen, doch als er ein gewisses Alter und eine gewisse Reife entwickelt hatte, hatte ihn Martin zur Seite genommen und ihm erklärt, dass diese Legende nicht nur eine x-beliebige Gute-Nacht-Geschichte darstellte, sondern dass sie tatsächlich existierten; es gab sie wirklich – die Sonnenkinder der Xi Hou.


Tapfere Männer, die der Sonnengöttin dienten und denen im Gegenzug dafür bestimmte Fähigkeiten geschenkt wurden. Fähigkeiten, die es ihnen ermöglichte, sich gewisse Elemente zunutze machen zu können.


Nein, die Legende war nicht einfach nur ein Ammenmärchen, das von Generation zu Generation weitergegeben wurde, sondern sie berichtete von dem ewigen Kampf zwischen Sonne und Mond sowie von der Entstehung einer ganz besonderen Gruppe der Auserwählten und Richard hatte heute noch jedes einzelne Wort davon in seinem Kopf.


 


***


Vielen Dank für dein Interesse an ″Dunkle Sonne, verbrennst sie alle″!


 


Den zweiten Teil der Leseprobe findest du auf: https://caysonbendix.files.wordpress.com/2018/02/leseprobe_von-sternenschein-und-weltenglanz_dunkle-sonne-verbrennst-sie-alle_cayson-bendix.pdf


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