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Fantasy Bücher
Buch Leseprobe Violett / Valerie, Elezra S. Thomesford
Elezra S. Thomesford

Violett / Valerie


Die Welt der Türen

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Prolog


(A Day In A Life)


 


Eine weiße Ratte hockte auf einem schmalen Sims vor einem Fenster. Gerade eben war es noch strahlend sonnig gewesen, doch jetzt wurde es schlagartig dunkel und dadurch auch ein wenig kühler. Das Mädchen hatte die Vorhänge seines Zimmers hastig und ziemlich grob zugezogen. Die Luft war abgestanden. Die Ratte blickte mit ihren leblos wirkenden Knopfaugen in das Innere des Raumes, wo das Mädchen langsam durch das Chaos, welches auf dem Fußboden herrschte, zu seinem Bett hinüber trottete.


Die Ratte kratzte kurz und relativ unmotiviert am Glas ihres Terrariums, hörte aber bald damit auf und machte sich daran, an dem dicken Ast hinaufzuklettern, der seinerzeit für diesen Zweck auf Anraten des Verkäufers aus der Tierhandlung gekauft worden war. Sie hielt einen Moment lang inne und nagte kurz am Holz, bevor sie weiter zur Spitze des Astes vordrang. Wäre sie ein Mensch gewesen, hätte es sie überrascht, diesmal kein Gitter vorzufinden, welches sie am Verlassen ihres gläsernen Heimes hinderte, so wie sie es die tausenden Male zuvor erlebt hatte. Aber als ein von Instinkten geleitetes Tier nutzte die Ratte einfach die Gelegenheit, die sich ihr bot, ohne über Gründe oder Konsequenzen nachzudenken.


Nach einem gewagten Sprung in die Tiefe trippelte sie über den mit Schulheften, Zetteln, Zeitschriften, einer Handtasche, Kleidern und CD-Hüllen übersäten Boden und wäre dabei beinahe von einem achtlos von des Mädchens Schlafstatt geschleuderten Buch getroffen worden. Ohne sich darum zu kümmern, setzte sie ihren eingeschlagenen Weg fort. Zielstrebig lief sie einigen Plüschtieren ausweichend weiter, ohne noch einmal zu der mittlerweile auf ihrem Bett liegenden Teenagerin zurückzublicken, in den Schutz des sich neben der angelehnten Tür befindenden Schrankes hinein.


 


„Und Sie denken, Sie wird es nicht schaffen?“


„Leider Ma′am, es sieht ganz so aus. Eine Zeit lang stand es auf Messers Schneide, da schien es, als hätte Ihre Tochter die Kurve gekratzt. Aber in den letzten Wochen haben ihre schulischen Leistungen wieder stark nachgelassen. Die letzte Arbeit war, gelinde gesagt, eine Katastrophe!“


„Verdammt!“, zischte sie unterdrückt und begann gedanklich an einer Strafpredigt zu arbeiten.


„Wir müssen auf jeden Fall einen Weg finden, sie wieder zu motivieren.“


„Sie haben leicht reden!“, ereiferte sie sich und ihre bis dahin schleppende Stimme wurde angriffslustig und verteidigend zugleich. „Ich habe einfach keinen Einfluss mehr auf sie, sie redet ja kaum noch mit mir! Ein Vegetarier wäre leichter zu einem Porterhouse-Steak zu überreden als meine Tochter dazu, endlich mal ihren Hintern hochzubekommen um zu lernen! Und außerdem, Sie werden doch dafür bezahlt, das Zeug in ihr Hirn zu schaufeln! Ist doch Ihre Aufgabe, wenn Sie der als Profi nicht gewachsen sind …“


Die beiden schwiegen kurz, der Anrufer etwas betreten, die Frau, um wieder zu Atem zu kommen. Der Klassenvorstand räusperte sich schließlich.


„Nun, Ma′am, ich weiß, ihre Tochter wird gerade 14, das ist kein einfaches Alter. Aber wir können auch nicht …“


„Oh Mist, elender, das darf doch nicht wahr sein!!!“


Die Mutter warf spontan den Hörer auf die Gabel und hetzte in die leicht verqualmte Küche. Der Lehrer lauschte einige Sekunden lang verwundert dem Besetztzeichen.


 


Valerie schloss langsam ihre vom Weinen geröteten Augen, öffnete sie aber wieder einen Spalt, als sie ein leises Rascheln vernahm. Doch sie war zu müde, um sich näher mit der Quelle des Geräusches auseinanderzusetzen. Die bleiernen Lider fielen ihr langsam wieder zu. Von Ferne hörte sie die letzten Takte von „Everybody Hurts“ verklingen und während daraufhin die Klänge des „Yer Blues“ den Raum erfüllten, dämmerte Valerie immer weiter weg, der willkommenen Dunkelheit des Schlafes entgegen. Das Letzte, das sie wahrnahm und das in ihr wie ein Echo widerhallte, war Janis Joplins bittere Forderung: „Take Another Little Piece Of My Heart“. So bekam sie weder den Lärm in der Küche im Stockwerk darunter noch Richard Ashcrofts Feststellung „The Drugs Don’t Work“ mit. Und genauso wenig merkte sie, wie ihr das eingerahmte Bild ihres Vaters aus den Händen glitt.


 


Eine Tür öffnete sich …


 


 


Chapter 1


Tür I


(Die Wüste)


 


Als Violett aufwacht, ist sie zunächst völlig verwirrt. Einige Augenblicke lang kann sie sich partout an nichts erinnern, was direkt vor dem Einschlafen geschehen ist. Sie schüttelt irritiert den Kopf wie um die Spinnweben loszuwerden, die, wie es ihr scheint, ihr Gedächtnis blockieren. Ganz entfernt kann sie sich nach und nach entsinnen, sich niedergelegt zu haben, aber das ist doch zu Hause gewesen, in ihrem Zimmer. Verwundert rappelt sie sich auf und blickt sie um sich.


‚Wo bin ich?‘


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