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Vampirblut


von Savannah Davis

fantasy
ISBN13-Nummer:
B0094ITA9G
Ausstattung:
Ebook
Preis:
2. 68 €
Mehr Infos zum Buch:
Website
Verlag:
-kein Verlag-
Leseprobe

 

Prolog 

Die Erde vor 2,5 Milliarden Jahren.  

Gerade ging ein Krieg um die Vorherrschaft zu Ende. Der 

Sieger stand inmitten des Schlachtfeldes, das seine Krieger 

hinterlassen hatten. Ein grollendes Lachen entrann seiner 

Kehle.  

Nur ein einziger Blutstropfen quoll aus der Wunde über 

seinem Herzen. Noch bevor dieser auf die Erde traf, verwandelte er sich in einen rubinroten Stein. 

Ein Feind, der schwer verletzt zu Füßen des Siegers lag 

und das beobachtet hatte, nahm sich des Steines an; wohl 

wissend, dass dieser noch von Nutzen sein konnte. 5

1. Kapitel 

„Wie viele Freundinnen hattest du schon?“, fragte ich 

grinsend. Tucker stand im Wasser. Hinter ihm rauschte der 

kleine Wasserfall, den er uns hatte zeigen wollen. Auf Tuckers gebräunter Haut hatten sich Wassertropfen gesammelt. Wie tausend Diamanten funkelten sie in der Sonne. 

Dakota stand neben ihm. Ihre kastanienbraunen Locken 

waren von der Feuchtigkeit glänzend und glatt geworden. 

Sobald sie wieder trockneten, würden sie sich in wilde Korkenzieher verwandeln. 

Ich unterzog den Freund meiner besten Freundin Dakota 

gerade dem  Beste-Freundin-Test. Irgendwie fühlte ich mich 

dazu verpflichtet. Schließlich musste ich Dakota vor dem 

anderen Geschlecht schützen. Nicht ohne Grund hatte ich 

beschlossen, dass die Sache mit dem Freund nichts für mich 

war. Jahrelang hatte ich Väter kommen und gehen sehen 

und wusste genau, was eine kaputte Beziehung mit einem 

anrichten konnte.  

„Lass mich mal nachrechnen“, rief Tucker und versuchte, 

das rauschende Wasser hinter sich zu übertönen. Er zog eine 

Hand unter Dakotas Armen hervor und begann, an den 

Fingern abzuzählen. Mir klappte der Mund auf.  Nicht so 

viele!, dachte ich schockiert. 6

„Zwei“, kam es endlich. „Eigentlich nur eine, denn die 

andere war meine Cousine und es war auch nur ein Kuss.“ 

„Cousine? Kuss?“, schnappte ich und wollte ihn gerade 

über die Folgen von Inzest aufklären. 

„Ich konnte nicht widerstehen. Sie war einfach zu hübsch 

und diese Lippen, so schön glänzend und noch ganz verklebt von Eis und Schokolade.“ Tucker grinste und Dakota 

schüttelte sich aus vor Lachen. „Ich war fünf und sie drei, 

aber es war die schönste Beziehung, die ich je hatte.“ 

Dakota boxte ihm gegen die Schulter. „Das ist nicht 

wahr!“ 

Ich ließ mich zurück auf die kleine Picknickdecke fallen, 

die Tucker mitgebracht hatte, schnappte mir eins der Sandwiches, die er zubereitet hatte, und zog die Möhren, die er 

gestiftelt hatte, näher heran. Ich seufzte; dieser Junge war 

wirklich perfekt. Er hatte an alles gedacht, als er diesen 

Ausflug gestern geplant hatte. Und ich war dankbar, dass er 

auf diese Idee gekommen war, auch wenn ich der Natur 

nichts abgewinnen konnte. Ich war kein Mensch, der wandern ging, auf Berge kletterte und in Wäldern herumstolperte. Doch dieses Mal machte ich eine Ausnahme. Ich hätte 

alles über mich ergehen lassen, wenn es mich nur weit weg 

von meiner Mutter brachte.  7

Erst vorgestern hatte meine Mutter mich mit der Entscheidung überrascht, dass wir zu meinen Großeltern ziehen 

würden. Schon wenige Augenblicke später saßen wir im 

Auto, hinter uns der Anhänger mit unseren wenigen Habseligkeiten – meine Mutter achtete immer darauf, dass wir 

nicht zu viel anschafften, damit wir schnell packen und 

flüchten konnten – und die funkelnden Lichter von Los 

Angeles bei Nacht. Vor uns die stundenlange Fahrt nach 

Vallington, der Kleinstadt am Ende der Welt, aus der wir 

geflohen waren, als ich zwei war. 

Die ganze Fahrt über hatte ich kein Wort mit meiner Mutter gewechselt. Ich hatte es so satt, dass ihre kaputten Beziehungen uns immer wieder dazu zwangen umzuziehen, alles 

aufzugeben. Aber zumindest waren wir bis jetzt immer in 

Los Angeles geblieben. Und in den letzten Jahren konnte ich 

mich endlich soweit durchsetzen, dass ich auf der Glendale 

High bleiben durfte. Ich kann mich nicht erinnern, wie oft 

ich schon die Schule wechseln musste, wie oft ich Freunde 

verloren hatte, wenn meine Mutter mal wieder eine Beziehung beendete. Gab es überhaupt einen Teil von Los Angeles, in dem wir noch nicht gewohnt hatten? 

Und jetzt, wo ich schon fast die Hoffnung gehabt hatte, 

dass es ihr endlich gelungen war, einen Mann zu finden, der 

sie liebte, der alles für sie tun würde, der noch dazu stink-8

reich war, da zerstörte sie wieder alles. Meine Mutter war 

einfach unfähig, feste Bindungen einzugehen, seit sie sich 

von meinem Vater hatte scheiden lassen und mit mir Hals 

über Kopf von Vallington nach Los Angeles geflohen war. 

Nun war ich wieder hier in Vallington. Fünfzehn Jahre 

später. Am Rande des Yosemite Nationalparks. Am Ende 

der Welt. Eingeschlossen von Natur. Unendlichen Weiten 

von Bäumen, Felsen, Gestrüpp und eben Natur. Nicht zu 

vergessen, die Blutsauger. Ich würde mein Lieblingsdeo 

gegen Mückenspray eintauschen müssen. Genauso wie ich 

meine geliebten Designer-Outlets gegen die winzige Mall 

außerhalb von Vallington eintauschen musste. 

Ich hatte die Großstadt geliebt, die Boutiquen von Los 

Angeles und das Cheerleading. All das musste ich jetzt 

aufgeben, für ein Leben in einer Kleinstadt, in der es außer 

einer Kirche, einem Diner und ein paar Andenkenläden für 

die Touristen nichts gab. Nicht einmal über ein Footballteam 

verfügte diese Stadt und damit auch keine Cheerleader. 

Bisher hatte ich nur die Sommerferien hier verbringen 

müssen. Wenige Wochen im Jahr Langeweile und Albträume. Das war auszuhalten. Doch jetzt würden sie wiederkommen: Die Monster, die mich, so lange ich denken konnte, im Schlaf verfolgten, wenn ich in Vallington war. 9

Auch in der vergangenen Nacht hatte mich einer dieser 

Albträume heimgesucht. Ich rannte durch das Grün des 

Yosemite Nationalparks. Vorbei an riesigen Bäumen, aus 

deren Schatten mich dämonisches Lachen verhöhnte. Vorbei 

an grausigen Fratzen, die weit ihre Mäuler aufgerissen 

hatten, als wollten sie mich verschlingen. Und doch war der 

Traum, den ich in der letzten Nacht erlebte, anders als all die 

Albträume, die ich von früher kannte. Dieses Mal war ich 

nicht allein im Wald. Ein Mann, dessen Gesicht ich nicht 

erkennen konnte, weil die Schatten der Baumkronen es 

verdeckten, lehnte an einem Baumstamm. In seiner Hand 

ein silbernes Kreuz, das er an einer Kette schaukelte. 

Dakota ließ sich neben mich auf die Decke fallen. Kühle 

Wassertropfen landeten auf meinem Körper, als sie ihre 

Haare ausschüttelte. „Du solltest auch ins Wasser gehen, 

Josie“, sagte sie und schlang ihre Haare in ein Handtuch. „Es 

ist herrlich kühl.“ 

„Ich bin abgekühlt“, sagte ich und wischte mir übertrieben ein paar Wassertropfen aus dem Gesicht. 

„Ach komm schon. Es ist doch nur Wasser“, säuselte sie 

an meinem Ohr. 10

Ich schloss die Augen und drehte mich auf den Bauch, 

damit auch meine Kehrseite ein paar Sonnenstrahlen abbekam. „Wasser und Algen und Fische und …“ 

„Fische? Du wirst doch wohl keine Angst vor Fischen haben?“ Tucker blieb zu meinen Füßen stehen und klaute mir 

meine Sonnenstrahlen. 

„Angst, nein. Ekel, ja.“ 

„Wir sollten uns langsam auf den Rückweg machen“, 

murmelte Tucker und sank neben Dakota auf die Decke. 

Ich warf ihm einen mürrischen Blick zu. „Hier im Wald 

wird es schnell dunkel.“ 

Wald, ach ja. Das war der Grund, warum ich die Augen 

die ganze Zeit geschlossen hielt. Weil sich überall um diese 

wundervolle kleine Lichtung herum wilde, unbändige Natur befand. Noch mehr Getier, kleine krabbelnde, hässliche 

Monster. 

„Lass ihr noch ein paar Minuten. Josie hat noch nicht genug Farbe auf dem Rücken abbekommen.“ Das war Dakota, 

meine Freundin. Die Einzige, die ich hier hatte. Ich kenne sie 

schon, solange ich denken kann. Sie war einfach schon immer da gewesen, wenn ich die Ferien hier verbrachte. Sie 

wohnte gleich neben meinen Großeltern. Ich glaube, wir 

hatten schon zusammen gespielt, bevor wir nach Los Ange-11

les gezogen waren. Ich war froh, dass ich wenigstens sie hier 

hatte. 

Wenn wir nicht stehen geblieben wären, um uns einen der 

Mammutbäume anzuschauen, wenn Tucker uns nicht nahe 

an seine Seite gezogen hätte, damit er uns die starken, knorrigen Äste eines dieser Riesen besser zeigen konnte, wäre 

vielleicht nur einer von uns in die Tiefe gestürzt. So gab der 

Boden unter uns Dreien nach. 

Ich erwachte durch den Strahl einer Taschenlampe, die 

auf mein Gesicht gerichtet war. Jemand tupfte mir die Stirn 

ab. Wie durch Wasser nahm ich Dakotas Stimme wahr. Mein 

Kopf dröhnte und ich musste gegen das Licht anblinzeln. 

Unter meinen Händen fühlte ich Erde und in meinem Rü-

cken kaltes Felsgestein. 

„Sie … Ich glaube, sie kommt zu sich.“ Dakota klang 

leicht hysterisch. Sie stand über mich gebeugt. Tucker beleuchtete mich etwas abseitsstehend mit der Taschenlampe. 

„Was ist passiert?“, murmelte ich. „Hat mich ein Auto angefahren?“ 

„Sie macht schon wieder Scherze. Ihr geht es gut.“ 

„Bist du dir sicher? Was ist, wenn sie das Gedächtnis verloren hat? Schließlich hat sie sich den Kopf gestoßen.“ 12

„Dakota, ich bin hier. Direkt neben dir. Klärt mich jetzt 

mal einer auf, was hier los ist?“ Mich plagten höllische 

Kopfschmerzen und mir war übel. Außerdem rauschte es in 

meinen Ohren, als wäre der Wasserfall noch irgendwo in 

der Nähe. 

„Wir sind in eine alte Goldgräbermine gestürzt. Die sind 

hier überall.“ Tucker richtete die Lampe auf ein Loch über 

unseren Köpfen. Es war nicht groß, aber groß genug, um 

uns drei zu verschlucken. Als ich mich etwas vorbeugte, 

konnte ich den Wipfel des Jahrhunderte alten Baumes sehen, 

der sich vor dem feuerfarbenen Himmel abzeichnete. Die 

Sonne ging unter. 

Langsam schob ich mich an der Felswand nach oben. Für 

einen Moment drehte es sich in meinem Kopf. Schwankend 

stellte ich mich direkt unter das Erdloch und streckte einen 

Arm nach oben, als könnte ich wie durch ein Wunder den 

Rand erreichen. Aber ich wusste schon, bevor ich mich 

aufgerichtet hatte, dass es zu hoch war. 

„Keine Chance“, sagte Tucker in meinem Rücken. „Wir 

müssen einen anderen Weg finden.“ 

Dakota schob eine Hand in meine. „Es tut mir leid.“ 

„Du kannst nichts dafür. Außerdem besser, als bei meiner 

Mutter zu sein.“ Ich gab mir Mühe, meine Stimme fest klingen zu lassen, was bei der Übelkeit, die sich in meinem 13

Magen nach oben zu kämpfen versuchte, nicht einfach war. 

Ich schluckte. „Also, wo ist der Ausgang?“ 

Tucker reichte Dakota die Taschenlampe und kramte in 

seinem Rucksack. Ich hoffte, er würde irgendein Zauberding 

herausziehen, wie Merlin aus seinem Hut, aber er beförderte 

nur eine Flasche Wasser zum Vorschein. Er reichte sie mir 

und ich nahm einen vorsichtigen Schluck. Das Wasser war 

kühl und es fühlte sich gut an, als es langsam meine Kehle 

hinunter rann und sich einen Weg durch die Speiseröhre 

bahnte. Ich nahm noch zwei Schlucke und reichte die Flasche an Dakota weiter.  

„Also, wir haben noch zwei Flaschen Wasser und ein paar 

Kekse.“ Tucker warf uns unter hochgezogenen Augenbrauen einen scharfen Blick zu. „Aber keine Sorge, soviel ich 

weiß, sind diese Minen hier nicht all zu groß. Wenn wir 

aufpassen, wie wir laufen, sollten wir schnell hier raus 

kommen.“ 

„Du meinst, das hier ist kein riesiges unterirdisches Labyrinth?“, sagte ich sarkastisch und nickte in Richtung der 

zwei Tunnel, die nur wenige Schritte vor uns abzweigten. 

„Tucker ist gerade schon mal dort lang gelaufen.“ Dakotas Stimme quietschte vor Nervosität. Sie zeigte auf den 

Tunnel hinter uns, tippelte von einem auf den anderen Fuß 14

und rieb sich über ihre Arme. „Dort hinten geht es nicht 

mehr viel weiter“, flüsterte sie. 

Ich drückte ihre Hand. „Wir schaffen das schon. Heh, L.A. 

ist ein Dschungel. Wenn uns einer hier raus bringt, dann 

ich.“  

Leider war ich mir kein bisschen sicherer als Dakota. Ich 

musste heftig gegen die Angst ankämpfen, die sich in mir 

nach oben fraß. Verdammte Wildnis! 

„Also, Dschungelführerin? Links oder rechts?“, wollte 

Tucker wissen. 

„Rechts“, sagte ich und nickte. Mit den Fingern tippte ich 

mir gegen die Stirn. Etwas Klebriges hatte sich dort gesammelt. Ich sog scharf die Luft ein, als ich die Wunde an meinem Haaransatz berührte. Tucker leuchtete mir ins Gesicht 

und zog die Stirn kraus. 

„Sieht nicht weiter schlimm aus. Es blutet schon gar nicht 

mehr.“ 

„Können wir nicht endlich losgehen? Je eher wir gehen, 

desto schneller kommen wir hier wieder raus“, sagte Dakota 

mit zittriger Stimme. Sie trat neben Tucker und schlang ihre 

Arme um seine Taille. Tucker küsste sie auf die Stirn und ich 

wünschte mir zum ersten Mal in meinem Leben, dass ich 

auch jemanden hätte, der mich in dieser Situation tröstete. 15

Die Luft hier unten war stickig, irgendwie dick und 

feucht. Unsere Stimmen hallten von den steinernen Wänden 

wider. Ohne Tuckers Taschenlampe hätten wir keinen Fuß 

weit sehen können. Durch das Loch über unseren Köpfen 

drang inzwischen kaum noch Licht herein. Der Tag war fast 

vorbei. Nicht mehr lange und meine Mutter würde sich 

fragen, wo ich solange blieb. Meine Großmutter würde sich 

Sorgen machen, denn so gerne sie es sah, dass ich und die 

Natur uns näher kamen, so sehr hatte sie mich immer vor 

ihr bewahren wollen, wenn es draußen dunkel wurde. Nur 

langsam wurde mir die Tragweite der Situation bewusst. 

Die Chancen standen gut, dass wir hier nicht wieder raus 

finden würden. Dass wir hier unten sterben würden. 

„Also rechts“, sagte Tucker. Er nahm meine rechte Hand, 

Dakota meine Linke. So liefen wir hintereinander durch den 

Schacht. Der Boden war uneben und das Licht der Taschenlampe nicht ausreichend. Wir stolperten mehr als wir liefen. 

Unsere Schritte hallten von den Wänden wider. Die Luft 

war feucht und roch modrig. Auf beiden Seiten des Tunnels 

befanden sich in einigen Abständen kleine Nischen in den 

Felswänden. 

„Die sind zur Probe reingeschlagen worden. Wo nicht 

weiter gegraben wurde, war auch kein Gold zu finden“, 

erklärte Tucker und versuchte, sich unserem Tempo anzu-16

passen. Seine Hand fühlte sich heiß in meiner an. Ganz 

anders als meine. Sie war so kalt, ich hatte das Gefühl, meine 

Finger würden erfrieren. Ich schob es auf die Kälte, die uns 

hier unten umgab. Meine Beine zitterten ein wenig und hin 

und wieder knickten sie kurz ein, als wären sie aus Gummi. 

Dakotas Finger schlangen sich um meine Knöchel und 

drückten so stark zu, dass ich die Lippen fest zusammenpressen musste, um nicht zu wimmern. Aber ich ertrug es, 

denn ich wusste, sie hatte nur Angst, ich könnte sie aus 

Versehen loslassen und in der Dunkelheit verlieren. 

Plötzlich blieb Tucker stehen. Der relativ geräumige Tunnel, in dem wir uns befanden, spaltete sich vor uns in zwei 

Kleinere. Er ließ meine Hand los, ging ein Stück voraus und 

leuchtete in beide Gänge einmal kurz rein. „Nichts zu sehen. 

Welchen wollen wir nehmen?“, rief er uns über die Schulter 

zu. Er kam zu uns zurück und leuchtete mir ins Gesicht. Er 

wollte wohl schauen, ob die Wunde an meiner Stirn noch 

blutete. 

Ich wollte Dakota und Tucker die Entscheidung überlassen. Immerhin könnte sie über Leben und Tod entscheiden. 

Unser Leben. Unseren Tod. Hier ging es nicht nur um mich, 

sondern um uns. Eine Tatsache, die ich sonst in meinem 

Leben eher verdrängte. Meist konzentrierte ich mich ausschließlich auf mich. 17

Zu meiner Überraschung waren mir im Augenblick andere Menschen wichtiger als ich selbst. Allen voran Dakota 

und meine Großeltern ... und meine Mutter. Auch wenn ich 

ohne sie wohl überhaupt nicht in dieser Situation stecken 

würde. In Los Angeles würde ich jetzt wahrscheinlich auf 

dem Weg zu einem Konzert der Jonas Brothers sein. 

Im Moment wäre ich sogar froh gewesen, in der Küche 

meiner Großmutter sitzen zu können, an einem Tisch mit 

meiner Mutter. Vielleicht hätten wir über unsere Probleme 

gesprochen, ziemlich wahrscheinlich aber hätten wir uns 

gestritten. Immerhin hätten wir Großmutters Apfelkuchen 

in uns hineingestopft. Auf meinem Teller wäre ein riesiger 

Berg Sahne gewesen und meine Mutter hätte einige Tassen 

starken Kaffee getrunken. Meine Oma hätte zwischen uns 

gesessen, munter geplaudert und so getan, als würde sie die 

frostige Stimmung zwischen ihrer Tochter und der Enkelin 

nicht wahrnehmen. 

Wir entschieden uns für den linken Gang. Es war enger 

hier, die Decke niedriger, der Boden unebener, die Luft 

stickiger. Tief und lang atmete ich ein, um genügend Sauerstoff zu bekommen. Das Atmen fiel mir schwer und die 

Lunge schmerzte. 

 

Klappentext

»Plötzlich war der Mann, den ich liebte, eine Bestie und ich die Einzige, die ihn aufhalten konnte.«

Josie hat sich selbst noch nie als Teil der indianischen Legenden ihrer Großmutter gesehen. Daran ändern auch die Albträume nichts, die die Siebzehnjährige heimsuchen, immer, wenn sie sich in der Nähe des Yosemite Nationalparks aufhält. Alles ändert sich, als der geheimnisvolle William in ihr Leben tritt und ihre Träume plötzlich wahr werden. Schneller als ihr lieb ist, muss Josie mit dem Schwert in der einen und der Armbrust in der anderen Hand gegen Dämonen, Vampire und Götter antreten. Und dann steht sie vor der wichtigsten Entscheidung ihres Lebens: kann sie ihre Gefühle für William ignorieren und ihn töten? Ein junges Mädchen und ihre Freunde, gefangen zwischen Liebe, schweren Verlusten und der ständigen Angst vor dem Tod.

Rezension

Dieses Buch zeichnen humorvolle Dialoge genauso aus, wie spannende und mysteriöse Szenen. Im Vordergrund der Geschichte steht die Freundschaft und der Zusammenhalt der Figuren. Was ich am Schreibstil der Autorin sehr mag, ist ihre Fähigkeit, den Leser wirklich miterleben zu lassen. Die Figuren wirken sehr lebendig, die Geschichte scheint gut durchdacht.
Eine Empfehlung von mir für die Vampire und Dämonen, die durchaus noch spitze Beißerchen haben.