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Fantasy Bücher
Buch Leseprobe Tharsya, Ruth M. Fuchs
Ruth M. Fuchs

Tharsya


die Rückkehr der roten Drachen

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... "Da erzählte sie mir unter dem Siegel der Verschwiegenheit, oben in den Bergen fände man manchmal den seltenen Suppenstein. Wenn man den in einer Suppe mitkoche, gäbe er ein köstliches Aroma ab und obendrein würde er auch noch sehr lange halten. Sie zog dann einen unscheinbaren flachen Stein hervor und behauptete, das wäre so ein Stein und fragte, ob ich ihn ausprobieren wolle. Ich sagte natürlich ja und warf ihn in einen Kessel mit kochendem Wasser. Diese Aita meinte dann, etwas Gemüse würde das Aroma des Steins erst richtig zur Geltung bringen und wir schnitten alles klein, was ich an Gemüse im Haus hatte und warfen es in den Kessel. Dann sagte diese Womblinga, die Würzmischung, die ich da am Herd stehen hätte, würde sich sicher auch gut in der Suppe machen und ich gab etwas davon in den Topf. Derweil hatte sich diese Aita in meiner Küche umgesehen, und einige Grießklößchen entdeckt, die mir vom Vortag übrig geblieben waren und wir gaben sie auch noch dazu. Und dann noch etwas Salz, um den Geschmack abzurunden, wie es dieses Womblingweib empfahl. Nach einer Stunde war die Suppe, oder vielmehr der Eintopf fertig und es schmeckte köstlich."
"Aber Lessa," wandte die Zwergin vorsichtig ein, "ein solcher Eintopf, mit all diesen Zutaten, hätte der nicht auch so..."
"Ja natürlich," gab Lessa unmutig zu, "er hätte auf jeden Fall gut geschmeckt. Aber diese Aita redete mir ein wahres Loch in den Bauch! Sie schenkte mir den Stein im Kessel und machte dann, dass sie weiterkam und bestimmt hat sie Tränen gelacht! Als sie weg war und ich mir den Eintopf so besehen hab, dämmerte mir erst, dass sie mich zum Narren gehalten hatte und so war es ja auch - dieses hinterhältige Geschöpf!"
Die Zwergenfrau kicherte:
"Du, die du auch jenseits unseres Berges als wahre Meisterköchin bekannt bist, Lessa! Gerade du.. "
Lessa warf ihr einen Blick zu, an dem man spielend eine Karotte hätte schneiden können. Sofort verstummte die Zwergin.
"Aber," wagte der Elf einzuwenden, "wenn sie dir den Stein geschenkt hat, was ist denn dann für ein Schaden entstanden?"
"Was für ein Schaden? Mein Ruf als Köchin ist ruiniert!"
"Sie hat es also rum erzählt?" fragte die Zwergin mitleidig.
"Nicht, dass ich wüsste."
"Ja, aber dann..." Floritzl verstand die Aufregung nicht. Für ihn sah das wie ein gelungener, harmloser Streich aus, wie er selbst schon einige verübt hatte. Die Zwergin sah sein Erstaunen und schüttelte leise den Kopf.
"Lass es gut sein," flüsterte sie ihm zu, als Lessa, immer noch vor Wut bebend wegging, um einen Wetzstein für die Messer zu holen, "Lessa ist im Grunde noch sturer als der sturste Wombling - und da reicht es, dass sie weiß, dass man sie reingelegt hat. Ich hoffe nur, sie geht nicht gleich auf diese Aita los."

Gerade wollte Floritzl weitergehen, als er noch einmal zum Eingang blickte - und wie angewurzelt stehen blieb. Gerade war ein Wombling hereingekommen, aber was für ein Wombling! Wild sah er aus, mit einem Vollbart, so struppig wie ein Brombeerstrauch und ebensolchem Haupthaar, einer speckigen Hose aus Leder und einem beeindruckenden Messer am Gürtel.
Neugierig lief der Elf hinüber und bot - als er bemerkte, dass Brombell und Horbard nur unsicher herumdrucksten - dem Neuankömmling zur Begrüßung die Hand.
"Ich bin Tschertel, der Wilde. Bergwombling," dröhnte der Wombling, ergriff die gebotene Hand und - drückte zu.
"Au! Äh, sehr erfreut," Floritzl hatte alle Mühe, bei diesem festen Händedruck nicht in Tränen auszubrechen. Vorsichtig bewegte er jeden Finger, als Tschertel wieder losließ und genoss das Gefühl, wie der Schmerz nachließ.
"Ja. Danke. Die Spatzen haben mir von der drohenden Gefahr berichtet. Bin ja mehr ein Mann der Berge. Liebe die Einsamkeit. Kenne aber meine Pflicht. In Zeiten der Not, wenn Einigkeit geboten, stelle ich meine Wünsche hintan. Biete meine Kraft und Kampferfahrung."
"Kampferfahrung?" mischte sich da Horbard ein, "das ist ja großartig! Wir haben nämlich eine Menge Waffen, zum Teil noch aus dem letzten Krieg, aber kaum Leute, die sich damit auskennen."
"Wo?" fragte Tschertel, der Wilde.
"Da hinten!" Brombell zeigte mit dem Finger und der Bergwombling marschierte ohne ein weiteres Wort in die angegebene Richtung.
"Warte, ich komm mit!" Floritzl beeilte sich, ihm zu folgen.
In einer kleinen Nebenhöhle fanden sie die Waffen. Pfeile, Bögen, Schwerter, Schilde, Spieße und was sonst noch so als Waffe gelten mochte, lagen auf einem kleinen Berg völlig durcheinander. Selbst Floritzl, der sich nie um Kämpfe gekümmert hatte, sah, dass die Waffen in keinem besonders guten Zustand waren. Der Bergwombling machte sich nichtsdestotrotz ans Aussortieren. Er bedeutete dem Elf, drei Haufen zu machen: Unbrauchbare Waffen, reparaturbedürftige Waffen und einsatzbereite Waffen.

Schon bald gab es einen großen Stapel reparaturbedürftiger Waffen: Schwerter, die geschliffen werden mussten, Bögen ohne Sehne oder Pfeile, bei denen teilweise die Federn fehlten. Verbogene, zerbrochene oder sonst wie völlig unbrauchbare Dinge gab es sehr viel weniger und auf dem Platz für einsatzbereite Waffen lag einsam ein Spieß aus Eichenholz mit feuergehärteter Spitze.
"Brauchen Scheuersand, Wetzsteine, Henfgras, Federn und einen Hammer," ordnete Tschertel an, während er selbst sich daran machte, ein kleines Feuer zu entfachen. Gehorsam lief der Elf los, das gewünschte bei Lessa zu besorgen.
Als er zurückkam, hatte er ein paar Zwerge im Schlepptau, die anboten, bei evtl. Schmiedearbeiten zu helfen. Der Bergwombling überließ ihnen gern alles an Metallwaffen und machte sich selbst daran, die Bögen fachmännisch mit Sehnen zu bespannen, die er vorher geduldig aus Henfgras, einer besonders langen, zähen und ziemlich reißfesten Grassorte, die für Seile und Schnüre in ganz Tharsya verwendet wurde, drehte und flocht.

So schmolz also der Stapel mit reparaturbedürftigen Waffen dahin und der für einsatzbereite wuchs. Kaum war ein Schwung Waffen beieinander, begann Tschertel auch schon, Übungen mit den Männer in der Höhle abzuhalten. Er fertigte aus einem Brett und ein paar Leisten eine Art Zielscheibe, die er mit Ringen bemalte. Schnell versammelte sich eine Gruppe von Leuten um ihn, die neugierig zuschauten. Kaum stand die Scheibe, griff sich Tschertel den nächstbesten Moosmann und drückte ihm einen Bogen in die Hand: "Schieß!"
Das war leichter gesagt als getan. Der Moosmann zupfte hilflos an der Sehne, die daraufhin einen hellen Klang von sich gab. Der Moosmann strahlte: "Ach, das ist zum Musik machen?"
"Prima, und ich spiel Flöte dazu," mischte sich Floritzl sofort ein.
"Nein!" donnerte da aber der Bergwombling. Er holte tief Luft, dann fuhr er ruhiger fort: "Keine Musik. Pfeilschießen."
Er nahm dem verdutzten Moosmann den Bogen aus der Hand, legte einen Pfeil auf die Sehne, spannte sie, zielte und ließ los. Der Pfeil schoss davon und blieb zitternd im Zielbrett stecken.
...


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