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Fantasy Bücher
Buch Leseprobe Süd Salatonien, Jan Michalsky
Jan Michalsky

Süd Salatonien



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Pein Eppel wurde auf einmal aus irgendeinem Grund unwohl. Dieses Gefühl fand seine Begründung darin, dass die Masse der Einwohner ihnen offensichtlich zu folgen schien. Zumindest dachte er das … Doch dann gingen sie an ihnen vorüber und schritten hurtig zu einem riesigen weißen Gebäude in den äußeren, unbewohnteren Bezirken der Stadt, vor dem sich eine riesige Obst- und Gemüsemenge versammelt hatte. Ein Chor, gemischt aus den verschiedensten Stimmen, wurde mit jedem Schritt lauter und bald kristallisierte sich eine klare Forderung heraus:


»Schuldig! Schuldig! Schuldig!« Die imposanten Säulen, die Statue einer Karotte mit verbundenen Augen, einem Schwert und einer Waage in der Hand sowie die Ausrufe des Pöbels ließen keinen Zweifel daran, dass dies das Gerichtsgebäude Karotoniens war, und auf den Zehenspitzen versuchte Starvarius, dieselbe Erkenntnis zu erlangen.


 


Vorsichtig tippte er einer besonders wütend brüllenden Möhre auf die Schulter und fragte in gehobener Lautstärke, um gegen die Geräuschkulisse anzukommen: »Entschuldigung, aber könnten Sie mir sagen, was hier los ist?« Der alte Karotener stellte für einen Augenblick sein wildes Gebrüll ein und wandte sich der Sternfrucht zu. »Was hier los ist?! Sie machen heute mit der Zahnfee kurzen Prozess! Dieses Miststück!« Fragend schaute die schockierte Sternfrucht drein.‘


 


,Jetzt bin ich aber mal gespannt!‘ Scheinbar konnte sich der Spiegel diesen Einwurf nicht verkneifen. So unterbricht Schiel kurz ihre Geschichte und macht ein paar Blubberblasen mit ihrer Pfeife. ,Wie bitte?‘ ,Die Zahnfee war unter den Menschen immer sehr beliebt. Kinder legten ihre Milchzähne unter das Kissen und sie ließ etwas Geld da.‘ Schiel schüttelt seufzend den Kopf. ,Das hat sie immer noch gemacht. Leider kommt so etwas in Süd Salatonien nicht so gut an …


 


»Hängt sie auf!«, brüllte ein wütender Greis aus der Mitte der Masse. »Hängt sie auf!«, antwortete der aufgebrachte Pulk. »Warum sollte man die Zahnfee hinrichten?«, fragte der Leibwächter, während er versuchte, Pein Eppel vom Gehen abzuhalten. »Erinnert ihr euch noch an Kühe?« Starvarius nickte. Obwohl er lange in der Wildnis gehaust hatte, war es auch ihm nicht entgangen, dass Kühe die letzten Tiere waren, die noch köstliche Milch gaben. Ebenso bewusst war ihm auch, dass ihre Art unglücklicherweise vor ungefähr zehn Jahren ausgestorben war. »Die letzte Kuh ist ja vor zehn Jahren gestorben und jetzt kriegen wir das Zeug nur noch aus der Rückgewinnung von Milchzähnen. Wir haben alles versucht, um sie bis zur Kollektivabgabe vor dieser Hexe zu verstecken, doch selbst unter unseren Kopfkissen findet sie die Dinger und klaut das Zeug. Und was tut sie dann noch? Lässt nutzlose Papierfetzen da, um uns zu verspotten! Richtet sie! Schuldig!«


 


Mit den letzten Worten fiel er zurück in das übliche Grölen und wandte sich der Masse zu, als die Tür des Gerichts aufschwang und der Karotenenrichter, gefolgt von zwei Wachen, welche die Zahnfee gefesselt mit sich führten, hinaustrat. Feierlich hob der Richter die Hände in die Höhe, woraufhin die Gemeinschaft in freudiger Erwartung seiner Entscheidung verstummte. »Das Urteil ist gefallen.« Schweigen auf dem Platz. »Tod durch Hai!« »JAAAA! SCHULDIG! RICHTET SIE!« Die Masse war außer sich und Starvarius stand handlungsunfähig zwischen ihnen. Pein Eppel allerdings war wieder voll in seinem Element und schrie freudig mit: »Hängt sie auf! Schuldig!«, ehe die Sternfrucht ihn mit einem Ellbogenstoß zum Schweigen brachte. Das war das Zeichen für die Gerichtsdiener. Unter tosendem Applaus schoben sie ein riesiges Aquarium auf den Platz, in dem sich zwei gewaltige Haie grazil tollend dem Publikum präsentierten. Die beiden Wächter zogen die Zahnfee herbei. Sie sah ein wenig aus wie die Menschen aus den Bilderbüchern, nur mit ein paar zierlichen Flügel, die aus dem langen weißen Gewand ragten, und dass sie kaum größer als die Früchte war. »Lasst mich! Ich hab doch nichts Böses getan!« Doch ihre Rufe gingen in der jubelnden Masse unter. Als die Wachen die Verurteilte kopfüber in das Becken steckten, wandte Starvarius den Blick ab – und mit einem Happs ging ein »Hurra!« durch die Reihen der Bewohner. Die Sternfrucht packte ihren enthusiastischen Begleiter am Arm, der wie ein kleines Mädchen kichernd in die Hände klatschte, und zog ihn hinter sich her.


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