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Fantasy Bücher
Buch Leseprobe Sirona die Seelenwanderin, Cora Lysander
Cora Lysander

Sirona die Seelenwanderin


Wenn Unsterblichkeit ein Fluch ist

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VORGESCHICHTE

 


An dem Sommertag, an dem Sirona ihren ersten Tod starb, versiegten zwei weitere Brunnen. Ein stetiges Rascheln erfüllte die Luft – das kleine Königreich Taurun im Land Hayathran, der Welt der Lebenden, zerfiel zu Staub.


Die Stiefel des Magiers hinterließen sandige Spuren auf dem Weg zum Thronsaal.


Xeres, so erzählte man noch Jahrhunderte später, sei mit dem Wind gekommen und habe sich wie der Schatten einer Wolke auf die Welt gelegt.


 


Das Licht der Mittagssonne stach durch die hohen Fenster des Thronsaales und wurde verschluckt, ehe es den Boden erreichte.


Als fürchtete es sich vor dem, was bevorstand.


Auf den Gesichtern der Herrschaften lag ein grauer Schleier und die Luft roch nach erkalteten Kerzen. Nur hin und wieder verirrte sich ein Sommerhauch durch die Saaltür. Drei Dienerinnen brachten Karaffen mit Wein und stellten sie neben das Gebäck auf die Tafel. Die Mädchen schwiegen und sahen sich nicht an. Ihre Bewegungen waren hastig, beinahe fahrig – die Angst nistete überall.


 


Prinzessin Sirona von Taurun kümmerte das nicht und schritt ohne zu grüßen an Statthaltern und Oberen vorbei. Dabei beobachtete sie die Dienerinnen und kniff die Augen zusammen, sodass es aussah, als hüpften ihre mit Blumenbändern geschmückten Köpfe auf und ab. Wie Schmetterlinge, dachte Sirona und grinste.


Sie stieg die drei Stufen zu ihrem Vater hinauf und setzte sich in den Thronsessel neben ihm. Kaum hatte sie die Beine übereinandergeschlagen, legte ihre Zofe Dirbe ihr ungefragt einen Umhang über die Schultern und nestelte an ihr herum. Mit ihrer Mausstimme, die Sirona wie nichts auf der Welt hasste, drang das rothaarige Mädchen auf sie ein, wie gut es ihr doch täte, einen Becher Wasser zu trinken – als müsste sie ein Kleinkind ermahnen.


Wütend warf Sirona ihren Kopf herum. Die mondhellen Haare peitschten gegen Dirbe. Fast wäre der Becher auf dem Tablett umgekippt.


„Ich entscheide, wann ich Durst habe. Nicht du!“


Dirbe senkte den Blick. In Gegenwart von Sironas Vater wagte es ihre Zofe nicht, weiter auf sie einzudringen. Die Röte auf Dirbes Wangen brachte ihre Sommersprossen zum Glühen. Sie knickste hastig und entfernte sich mit dem Tablett. Als sie sich zu den anderen Dienerinnen an der Tafel gesellt hatte, drehte sie sich wie zufällig nach Sirona um. Ihr Blick traf den ihren.


Kalt und verächtlich.


Einen Herzschlag lang.


„Du solltest dankbar sein“, rügte Sironas Vater sie prompt. Wie immer hatte er nichts gesehen; Sironas Problem mit Dirbe existierte für ihn einfach nicht. König Aren seufzte und schaute verloren ins Leere. Er griff in die Armlehnen des Thronsessels und versuchte vergeblich, das Zittern seiner Hände zu unterbinden. „Sei dankbar!“, sagte er leise.


Vaters Gesicht schien über Nacht gealtert zu sein. Er trug kein Geschmeide, wie er es normalerweise tat; das war Sirona nicht entgangen. Lediglich ein schlichter Goldreif zierte sein Haupt. Sirona biss sich auf die Unterlippe und versuchte, das dunkle Gefühl hinter ihrem Brustbein zu verdrängen. Noch gestern Abend hatte die Prinzessin geglaubt, schlechte Nachrichten wären nichts anderes als Geschichten fernab der Palastmauern – bis bei Sonnenuntergang ein Bote auf einem Esel Einlass begehrt und Xeres’ Ankunft angekündigt hatte.


Sirona starrte auf die offene Saaltür, und die Sehnsucht nach ihrer verstorbenen Mutter überfiel sie unverhofft. „Es tut mir leid, Vater“, flüsterte sie.


König Aren ergriff Sironas Hand und drückte sie, als hätte er ihre Gedanken erraten.


„Wer ist Xeres? Was will dieser Magier, Vater?“


König Aren schüttelte nur stumm den Kopf.


Etwas regte sich im Saal, und ein Raunen ging durch die Reihen. Die Wachmänner stöhnten auf. Nur zögernd traten sie zur Seite; ihnen war befohlen worden, sich nicht zu rühren.


Ein hochgewachsener hagerer Mann im staubigen Mantelumhang schritt durch die Saaltür. Die schweren Sohlen seiner Stiefel verursachten ein leises Klacken auf dem Marmor.


Wie alle im Saal beachtete Sirona den Fremden namens Xeres jedoch nicht. Ihre Blicke richteten sich stattdessen auf das Wesen im zerschlissenen Lederkittel, das dem Magier in den Thronsaal folgte. Es fixierte die Dienerinnen neben der Tafel mit gierigen Augen, die im diffusen Licht wie die einer Katze aufleuchteten.


Eines der Mädchen stieß einen spitzen Schrei aus.


Die Kreatur zuckte zusammen, griff nach dem Dolch an ihrer Hüfte und fletschte die raubtierhaften Zähne. Ein leises Knurren drang aus ihrer Kehle.


Sirona spürte, wie sich ihre Kopfhaut spannte. Ihre Schenkel verkrampften sich, und sie stemmte sich unwillkürlich gegen die Rückenlehne. Nie zuvor hatte sie größere Abscheu gegenüber einem Lebewesen empfunden. Was da dicht hinter seinem Herrn schritt, verhöhnte alles, was sie über die Ordnung der Welt zu wissen glaubte. Auf den ersten Blick wirkte der Körper menschlich. Die mittelgroße Gestalt erinnerte an einen Waldmenschen aus den südlichen Wäldern Ithlans: schwarzhaarig und sehnig. Doch etwas Fremdes hatte sich mit dem Menschlichen vermischt und es entstellt. Sironas Verstand weigerte sich zu begreifen, was ihre Augen sahen. Es war, als hätten sich zwei leuchtende Farben zu einem trüben Grau vermischt. Und sich somit ausgelöscht.


Die Dienerinnen hielten den Atem an und drängten sich dicht aneinander; sie wagten nicht, ihren Platz neben der Tafel zu verlassen und Schutz bei den hohen Damen und Herren zu suchen.


Das Wesen reckte den Kopf. Mit bebenden Nasenflügeln sog es den Geruch der Angst ein.


Ein Lachen kratzte durch die Stille.


„Beeindruckt, König Aren?“ Die Stimme des Magiers hallte durch den Saal bis unter das Gewölbe. Wenige Schritte vor dem Thronsessel blieb Xeres mit vor der Brust verschränkten Armen stehen. „Ich schenke ihn Euch. Der Bursche gehorcht aufs Wort.“ Xeres neigte sich vor, seine Augen weiteten sich.


Entsetzt hielt Sirona den Atem an. Xeres’ Augen schienen zwei tiefschwarze Löcher zu sein. Ohne Glanz. Ohne Leben.


„In ihm fließt Wolfselfenblut. Das macht ihn besonders scharf.“


Ein kaum merkbarer Ruck durchfuhr König Aren. Als hätte ihn soeben ein Teil seiner selbst verlassen. „Ihr habt Menschen und Wolfselfen … Was habt Ihr getan?“


Xeres zuckte mit den Schultern. „Mir eine Armee aufgebaut, die etwas taugt.“


König Aren kratzte über den Bezug der Armlehnen, die Nägel hinterließen helle Spuren im Leder. „Ihr … ihr habt die Wolfselfen ausgelöscht!“


„Irrtum.“ Das von schwarzen Haaren umrahmte Gesicht des Magiers gefror zu einer Maske. „Vor Euren Toren warten mehr, als es jemals gegeben hat. Und glaubt mir: Nichts wäre meinen Ji’harbis lieber, als Taurun einen Besuch abzustatten.“


Ein erschrockenes Flüstern breitete sich im Saal aus.


Sirona griff nach dem Unterarm ihres Vaters, doch anstatt ihr Trost zu spenden, schüttelte er sie ab wie ein lästiges Insekt.


Ein grauer Schatten legte sich über ihn. „Ji … wie nennt Ihr sie?“


„Ji’harbi. Beherrscht Ihr etwa die Wolfselfensprache nicht?“ Der Magier lachte auf. „Natürlich nicht. Ihr seid ja nicht bei diesem arroganten Volk aufgewachsen. Sie haben mich halbverhungert im Wald gefunden, könnt Ihr Euch das vorstellen?“ Xeres stieß ein gespieltes Knurren aus und klackte mit den Zähnen. „Menschenlump haben sie mich genannt. Aber sie haben mir das Lesen beigebracht – und ich habe mich wie ein Holzwurm durch ihre Geheimnisse gebohrt.“ Xeres’ Stimme dröhnte im Saal, als beanspruchte er die ganze Luft. „Ihre Magie hat mich stark gemacht. Ich liebe sie. Sie sind meine Freunde, König Aren. Ji’harbi bedeutet nichts anderes als Freund. Wie passend, findet Ihr nicht?“


„Spart Euch Euren Zynismus! Aus Eurem Mund stinkt es wie aus einer Jauchegrube!“


Xeres winkte amüsiert ab. Sein leises Lachen schien die Mauerfugen entlangzukriechen und sich in die Gehörgänge einzunisten.


Sirona drückte ihre Hände auf die Brust: Etwas Kaltes war soeben in jede ihrer Körperfasern eingedrungen. Es lauschte dem Pochen ihres Herzens – und las hemmungslos ihre Gedanken.


Meine Freunde riechen euch.


Die Stimme bohrte sich durch ihren Verstand.


Ein Wink von mir genügt und sie werden alles zerreißen. Meine Gedanken durchdringen die dicksten Mauern und sind schneller, als ein Pfeil fliegen kann.


Stille legte sich über den Saal. Die Herren tasteten nach ihren Schwertern, die Damen wurden blass wie Statuen.


Sirona rang nach Luft. Sie sah, wie ihre Zofe Dirbe zusammensackte, das Blumenband sich aus ihrem Haar löste und wegrollte. Sofort ruckte der Kopf des Wolfselfenmischlings in die Richtung des Mädchens. Er fletschte die Zähne und wankte leicht, als hätte er vorgehabt, sich auf die Bewusstlose zu stürzen – besann sich aber im letzten Moment. Seine Gesichtszüge entspannten sich, während sein Blick interessiert auf den entblößten Schenkeln ruhte, die im dämmerigen Licht hell herausstachen.


Aus dem Gesicht ihres Vaters war alle Farbe gewichen. „Warum spielt Ihr mit mir? Warum nehmt Ihr Euch nicht endlich, was Ihr wollt?“


„Falls Ihr es noch nicht begriffen habt: Das tue ich gerade.“ Der Magier schnalzte leise mit der Zunge. „Ich will Taurun und seine Menschen. Verschwindet aus dem Palast und leistet keinen Widerstand, dann bleiben meine Soldaten brav zu Fuß.“


Ein Beben erfasste König Aren. Die Haut über seinen Fingerknöcheln spannte sich, bis das Weiße hervortrat. „Was erdreistet Ihr Euch? Steckt ein Dämon in Eurer Brust?“


„Wie lustig, dass immer das Böse herhalten muss. Ich bin ein Mann aus Fleisch und Blut. Wie Ihr. Meine Forderungen sind rein strategischer Natur.“ Xeres lachte spöttisch auf. „Beunruhigt Euch das?“


„Ich lasse mich nicht wie einen Hund verjagen!“


„Als kleine Entschädigung schenke ich Euch meinen Wolfselfen. Und ganz nebenbei bemerkt: Euer Leben.“ Er reckte sein Kinn in Richtung der Kreatur. „Er ist etwas Besonderes. Er wird Euch in den Bergen gute Dienste erweisen.“


„Zumindest bis Ihr ihm befehlt, uns die Kehle durchzuschneiden“, erwiderte König Aren trocken.


Xeres stieß ein ersticktes Lachen aus. „Ich fürchte, damit müsst Ihr leben. Es ist Eure Entscheidung. Nicht meine.“


Neben Sirona saß ein Mann mit einem Antlitz aus Wachs, der noch vor Kurzem ihr Vater gewesen war. Kalt. Leblos. Für einen Augenblick glaubte sie, er hätte aufgehört zu atmen, um für immer erstarrt sitzen zu bleiben.


Doch König Aren erhob sich. Und sein Zeigefinger zielte wie eine Pfeilspitze auf die Brust des Magiers. „Verschwindet aus meinen Augen!“ Seine Stimme donnerte durch den Saal.


Für eine Ewigkeit, so schien es Sirona, stand die Zeit still: Alles würde gut werden. Ihr Vater würde sie schützen, sie in die Arme nehmen und trösten. Er würde auch diesmal dafür sorgen, dass schlechte Nachrichten nur als Balladen und Geschichten den Weg hinter die Palastmauern fänden.


Der Magier legte den Kopf schief. Eine schwarze Strähne rutschte wie ein Vorhang über sein Gesicht. „Mir scheint, die Trockenheit hat Euch das Hirn verdorrt.“ Mit einem unverständlichen Fluchen wandte er sich ab, und in ihrer Naivität glaubte Sirona, er würde seine Kreatur nehmen und endlich verschwinden.


Xeres hatte die wenigen Schritte bis zu ihrem Thronsessel schneller überwunden, als sie reagieren konnte – sein Gesicht war plötzlich so nah, dass sie den schalen Atem auf den Wangen spürte.


Wie gelähmt begegnete sie dem Blick der vom Straßendreck geröteten Augen. Wo Pupille und Iris hätten sein sollen, war nur vollständige, undurchdringliche Schwärze.


Als sie erschrocken den Kopf zur Seite drehte, fasste er sie am Kinn und zwang sie, ihn anzusehen. „Bist du immer so still? Was denkst du? Sag mir: Was denkst du über einen Mann, dessen Stolz wichtiger ist als das Leben seiner Untertanen?“ Mit einer schnellen Bewegung packte er ihre Handgelenke. Seine Finger gruben sich in ihre Haut. „Der deinen Tod in Kauf nimmt!“


„Lasst mich los!“, schrie Sirona.


„Du willst nicht sterben. Aber die Sturheit deines Vaters verlangt es so. Ist das gerecht?“


„Geh weg!“ Der warme Atem ekelte sie an.


„Was, wenn du zu entscheiden hättest?“ Xeres drang erbarmungslos auf sie ein. „Du würdest mein Geschenk nicht ablehnen!“


„Lasst meine Tochter aus dem Spiel!“, fuhr ihr Vater dazwischen. „Sie kann nichts dafür!“


Die leeren Augen saugten Sirona auf. „Antworte!“ Der Magier riss ihre Hände an seine Brust. „Ich überlasse die Entscheidung dir.“


Durch den Stoff seiner Tunika hindurch spürte Sirona das schnelle Schlagen seines Herzens. Verängstigte Stimmen hüllten sie ein, und ein Schrei – wohl ihr eigener – verflüchtigte sich in den Gewölben.


„Was Ihr da tut, ist absurd!“ Ihr Vater zerrte sie nach hinten. Seine Faust schnellte vor.


Blitzschnell wich Xeres aus. Sirona floh in die Arme ihres Vaters.


Der Magier blieb reglos vor dem Thron stehen. Mit kalter, ausdrucksloser Miene.


Obwohl Sirona vorhin den Herzschlag eines lebendigen Menschen gespürt hatte, schoss ihr ein schrecklicher Gedanke durch den Kopf: Ein Dämon lebt in seiner Brust.


Und Sirona hatte ihn berührt.


„Schade drum.“ Ein Grinsen zuckte in Xeres’ Mundwinkeln.


Ob es Spott oder Wut ausdrückte, vermochte Sirona nicht zu sagen.


„Das tut mir fast schon leid.“ Er hob die Hand und vollführte eine ruckartige Bewegung, als winkte er jemanden heran.


Das mittlerweile von den Wachmännern umstellte Wolfswesen hatte seinen Herrn keinen Moment aus den Augen gelassen. Es kümmerte sich nicht um ihre Schwerter und gehorchte.


Die Wachmänner warfen sich unsichere Blicke zu; auf ein Zeichen König Arens hin ließen sie es gewähren.


Mit lautlosen Schritten schlich es näher. Seine Nasenflügel blähten sich, neugierig reckte es den Kopf. Als sich Sironas Blicke mit denen des Wolfselfenmischlings zufällig kreuzten, streifte sie das kalte Leuchten seiner Pupillen.


Verzweifelt zerrte Sirona ihren Vater am Ärmel, doch der König reagierte nicht. Seine Züge verdunkelten sich.


Ergeben blieb der Wolfselfenmischling hinter seinem Herrn stehen.


„Tauruns Hoheiten wagen es, mein Geschenk abzulehnen.“ An den Schläfen des Magiers pochte die Wut. „Zeig es ihnen!“


Das Wesen hob erwartungsvoll den Blick. Als sein Herr sich weder zu ihm umwandte noch mit ihm sprach, machte sich Ratlosigkeit in dem grauhäutigen Gesicht breit. Der Wolfselfenmischling holte tief Luft; es war ihm anzusehen, wie er mit sich rang. Doch hinter dem Rücken seines Herrn wagte er nicht zu fragen.


Kurz darauf spürte sie ein Kitzeln, als ob Atemluft über ihre Haut striche. Fremde Gedanken durchdrangen ihren Verstand, verblassten aber wieder, ehe sie begriff, was vor sich ging.


Der Wolfselfenmischling stöhnte erschrocken auf, offensichtlich getroffen von einem nur für ihn hörbaren Befehl. Seine Wangen wurden aschfahl, als er mit bebender Hand nach seinem Dolch griff. Winzige Schweißperlen glänzten an seinem Hals.


„Warum, oh Herr, verlangt Ihr das von mir?“, fragte der Wolfselfenmischling mit klarer Menschenstimme.


Sirona presste die Fingerknöchel gegen die Zähne. Nie hätte sie vermutet, dass die Kreatur fähig war zu sprechen. Mit einer menschlichen Stimme – und nichts traf Sirona unvorbereiteter als die Angst darin.


„Tu es!“ Xeres wirbelte zu dem Wolfselfenmischling herum, packte ihn an den Schultern und zerrte ihn vor den Thron.


Ein Funke Wahnsinn floh über das Gesicht der Kreatur, ihr hilfeheischender Blick streifte König Aren und ruhte für einen entsetzlichen Moment auf Sirona.


Dann ging alles schnell.


Das Ziehen des Dolches verursachte ein ratschendes Geräusch. Die Klinge blitzte auf und verharrte in der Luft –, um mit tödlicher Wucht niederzufahren.


Sirona riss die Hände vors Gesicht; etwas Warmes spritzte gegen ihre Fußfesseln. Blut, registrierte ihr Verstand.


Das Wesen brach zusammen, schlug klatschend auf dem Steinboden auf und krümmte sich in einer immer größer werdenden Blutlache.



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