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> Fantasy Bücher > Seth- eine unsterbliche Liebe
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Fantasy Bücher
Buch Leseprobe Seth- eine unsterbliche Liebe, vivien burckart
vivien burckart

Seth- eine unsterbliche Liebe



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Schweigend gingen wir nebeneinander nach oben. In meinem Zimmer brannte schon das kleine Licht auf meinem Nachttisch, das Feuer im Kamin knisterte und wärmte den Raum angenehm. Ich merkte, dass ich noch immer schrecklich fror. Das Bett stand mitten im Raum, große Kissen, schweres Holz, eine Matratze, die so dick war, dass meine Beine in der Luft baumelten, als ich mich darauf setzte. Seth ging zielstrebig auf einen Sessel zu, der direkt neben dem Kamin stand, und setzte sich ebenso hin.


„Deck dich gut zu, es wird kalt werden“, raunte er, aber er sah mich nicht an. Sein Gesicht hatte er abgewandt und vermied es, mich anzusehen. Ich spürte seinen inneren Kampf. Ohne ein Wort schlüpfte ich unter die Decke. Das einzige Geräusch war das Rascheln, als ich mich darunter bewegte, um eine Position zu finden, bequem zu liegen und ihn sehen zu können. Die Helligkeit störte mich jetzt, meine Augen sehnten sich nach Dunkelheit. Ich war schrecklich müde, das merkte ich erst jetzt. Mit einer raschen Handbewegung knipste ich das Licht aus und atmete tief ein. Jetzt konnte ich ihn noch viel besser sehen. Das Feuer, das im Kamin flackerte, spielte Schatten und Licht auf sein Gesicht. Sein Haar war zerzaust, es war auch für ihn ein anstrengender Tag. Seine Finger waren um die Lehne des Sessels gekrallt. Seine Brust hob und senkte sich schwer, schnell, aber es wurde von Minute zu Minute langsamer. Er schien sich zu beruhigen. Der Schein des Feuers umspielte sein Gesicht, ich konnte jede Linie ganz genau erkennen. Er sah so wunderschön aus, so stark.


„Ich bin nicht stark, Lilly“, seufzte er.


„Wenn du meine Gedanken schon belauschst, dann musst du auch ertragen, was ich denke“, grinste ich und zu meiner Überraschung erkannte ich, dass auch er grinste.


„Warum hat Theodore das Bild und nicht du?“


„Es hing bei uns, früher, bis … Farenay uns alles genommen hat. Eine Weile, nachdem du das erste Mal dein Gedächtnis verloren hattest, konnte ich es nicht mehr ertragen, es zu sehen und wollte es vernichten.“


Ich holte zischend Luft. „Vernichten?“, wiederholte ich ungläubig und dachte daran, wie ich es vor einigen Augenblicken berührt hatte.


„Ja, doch Jessica hat mich daran gehindert und es mit zu sich genommen, unter der Bedingung, dass sie es an einen Platz hängt, an dem ich es nie mehr sehen musste.“ Jetzt klang seine Stimme wieder kalt und streng.


„Jessica ist ein Engel“, murmelte ich und strich mir mit der Hand durchs Haar.


„Manchmal“, grinste er.


Wir lachten beide.


„Glaubst du, es könnte noch eine andere Möglichkeit geben?“


„Hm, ehrlich gesagt, nein. Es war schon schwer genug, überhaupt einen Ausweg zu finden, um es abzuwenden, es zu beenden. Ich habe gehört, worüber du mit Jessica gesprochen hast. Es wäre schön, wenn es so etwas wie eine höhere Instanz gäbe. Aber die meisten von uns sind froh, dass die wilden Zeiten vorbei sind. Sie wollen nur in Ruhe leben. Die meisten sind glücklich und genießen ihre Unsterblichkeit, sie kämen nicht auf die Idee, das in Gefahr zu bringen. Daher gab es keine Veranlassung, eine solche Instanz zu wählen.“ Seine Zähne knirschten wieder aufeinander.


„Und du denkst, dass du es tun könntest?“


Es dauerte eine Weile, bis er antwortete. Ich war mir sicher, dass er sich selbst ehrlich diese Frage stellte und ich war mir sicher, dass er mir auch eine ehrliche Antwort geben würde.


„Sie hat uns alles genommen, Lilly, alles zerstört. Sie hat viel Böses getan, nicht nur uns gegenüber. Du hast es selbst gehört, was Rutherford und Suzanna erzählt haben, was sie durchmachen mussten, auch wenn ich ihnen nicht hundert Prozent vertraue. Doch es gibt auch noch andere, die noch heute so viel Angst vor ihr haben, dass sie nicht mit uns reden wollten. Charles war das ganze letzte Jahr unterwegs. Die beiden waren die Einzigen, die sich bereit erklärten. Franky und Phil sind gute Kämpfer, und dann ist da auch noch Kyle, dem ich mein Leben anvertrauen würde. Ja, ich könnte es tun! Auch wenn es eine große Gefahr für alle bedeutet, wir haben keine andere Wahl, Lilly. Sie lässt uns keine andere Wahl.“


„Wieder Franky und Phil …“, seufzte ich.


„Ja, aber sie sind in der Lage, selbst zu entscheiden. Ich habe sie nicht um Hilfe gebeten, sie kamen von allein zu mir. Sie wissen, dass ich dasselbe auch für sie tun würde. Damals waren wir unzertrennlich, in all den sinnlosen Kriegen um Land, Macht, Geld. Wir haben viele Jahre kämpfend verbracht. Wir alle. Auch wenn Phil und Franky heute nicht mehr den Anschein machen sollten - für dich. Sie haben alle schon oft gekämpft, getötet.“ Er starrte in die Flammen. Wenn er es so erklärte, erschien mir die Möglichkeit plötzlich nicht mehr ganz so unmöglich zu sein, sie zu besiegen, obwohl ich mir immer noch Sorgen um alle machte. Aber sie waren erfahrene Krieger, alle, ohne Ausnahme. Wie viel stärker konnte Farenay schon sein?


„Du solltest versuchen, zu schlafen.“


„Ich möchte nicht schlafen, ich möchte dich ansehen“, gab ich zu. Er schüttelte wieder den Kopf, doch sein Mund kräuselte sich.


„Wenn ich es tue, dann können wir wieder mehr haben, als uns nur verstohlene Blicke zuzuwerfen, Lilly. Wir bräuchten keine Angst mehr davor zu haben, uns nahe zu sein.“


Ich versuchte, diese Bemerkung zu übergehen, der Gedanke daran vernebelte meinen Verstand.


 


„Warum tut sie das überhaupt. Ich meine, ich dachte, es wäre Eifersucht. Ich dachte, wir wären die einzigen, denen sie es missgönnte. Was ist ihr Problem?“, fragte ich schließlich um ein anderes Thema anzuschneiden.


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