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Saphirrot Gesamtausgabe


von Sven Rübhagen

fantasy
ISBN13-Nummer:
B01AAWYJCW
Ausstattung:
344 Seiten E-Book
Preis:
.00 €
Mehr Infos zum Buch:
Website
Kontakt zum Autor oder Verlag:
sven.ruebhagen@web.de
Leseprobe

DIE SCHWEBENDE STADT »Großer Gott, Meister Lembrix, an welchen Ort habt Ihr mich geschickt?« Niedergeschlagen und in Gedanken versunken saß Dasgo auf dem staubigen Boden seiner Kammer, die man ihm zugewiesen hatte. Die aufgehende Sonne schickte ihre goldenen Strahlen durch das hochliegende, kleine Fenster, sodass man den Staub in der Luft fliegen sehen konnte. Ein schartiges Schwert, dessen Klinge bereits von rostigen Flecken besetzt war, lag vor ihm auf dem Boden. Wenn Dasgo an das dachte, was gleich kommen würde, verzog es ihm schmerzhaft das Gesicht. Das Schwert, das hier vor ihm lag, würde ihm kaum behilflich sein! Nervös stand Dasgo auf und lief in der Kammer auf und ab. Sie war sehr klein und spärlich eingerichtet. Gerademal ein Haufen Stroh in der Ecke diente ihm als Schlafplatz und ein Eimer, in dem er seine Notdurft verrichten konnte, sonst hatte diese Kammer nichts zu bieten. Dasgo war ein Gefangener! Er setzte sich auf das Stroh, das nach Schmutz und Schweiß roch, vergrub sein Gesicht in den Händen und wartete auf das Unvermeidliche. Minath, das war die Stadt, in der er sich seit ein paar Wochen aufhielt. Minath war eine große Stadt. Die Stadt der Drachenreiter! Plötzlich musste Dasgo lachen, da er daran dachte, dass er von seinem Meister hierher geschickt worden, um seine Erfahrungen als Drachenreiter zu erweitern. Dasgo war noch recht jung. Er hatte die zwanzig gerade erst überschritten, doch schon, seit er ein kleiner Junge war, faszinierten ihn Drachen und deren Reiter. Seinen Traum, Drachenreiter zu werden, hatte er sich vor ungefähr einem Jahr erfüllt, als er in der Nähe seines Heimatortes Kalant einem jungen Drachen das Leben gerettet hatte. Kalant war eine Stadt westlich des großen Perlenmeeres, das die gesamte Westseite des Kontinents Aratras beherrschte. Auf dem Wasser hatte Dasgo einen kleinen, weißen Drachen schwimmen sehen und ihn vor dem Ertrinken gerettet. Bei diesem Gedanken musste Dasgo lächeln. Er hatte schließlich seinem Lehrmeister Lembrix davon erzählt. Von ihm hatte er viel über Reiter und Drachen erfahren. Er hatte Dasgo die letzten Jahre weiterunterrichtet und sein Drache, den er auf den Namen Dragonit getauft hatte, war ebenfalls gewachsen und reifer geworden. Schließlich hatte sein Lehrmeister ihn nach Minath geschickt, um wirklich unter Drachenreitern zu leben und mehr Fortschritte machen zu können. Die Stadt Minath war weit von seinem Heimatort Kalant entfernt. Es lag ganz im Osten Aratras und nicht einmal direkt auf dem Kontinent, sondern noch etwas weiter östlich. Jeder, der Minath auch nur aus der Ferne sah und noch nichts vorher von ihr gehört haben sollte, würde seinen Augen nicht trauen. Minath war eine schwebende Stadt, getragen von einer dichten Wolkendecke, die sich in der Nähe der Stadt niemals verzog. Das Faszinierende dabei war, dass es trotzdem immer sonnig war. Minath war nur mithilfe eines Drachen zu erreichen. Einen Pfad oder eine Brücke gab es nicht. Ein Schmunzeln schlich sich auf Dasgos Gesicht, als ihm sein eigener Gedankenfehler auffiel, denn aus der Ferne war Minath nur sehr undeutlich zu erkennen. Dafür lag sie einfach zu hoch am Himmel. Dasgo erinnerte sich noch gut daran, wie er nach Minath gekommen war. Die Reise war sowohl für ihn als auch für Dragonit sehr anstrengend gewesen. Schon vorher waren sie viel geflogen, allerdings hatten sie sich dabei immer in der Nähe von Kalant aufgehalten. Sie hatten fast zwei Tage gebraucht und der Aufstieg war nicht leicht gewesen, da Dragonit, um Minath anzusteuern, sehr hoch fliegen musste. Immer wieder fand es Dasgo faszinierend, wie stark und groß Dragonit bereits war, trotz seines jungen Alters. Dasgo stand wieder auf und trat dabei dem Eimer um, sodass sich der Inhalt langsam auf dem schmutzigen Boden verteilte. Kaum waren sie hier angekommen, war sein Drache von den Minath-Drachen verstoßen worden. Er war zu schwach gewesen, so hatte man ihm später erklärt. Dragonit hatte sich zwei der Minath-Drachen stellen müssen. Er war unterlegen gewesen und man hatte ihn weggesperrt! Wohin wusste er nicht. »Und jetzt soll ich dasselbe durchmachen?«, rief er seine Frage laut in den Raum. Natürlich bekam er keine Antwort, denn er war alleine in seiner Kammer. Sein Blick wanderte zu dem Schwert, das noch immer unverändert am Boden lag. Warum war er es nicht würdig ein Drachenreiter zu sein? Dragonit war kein schwacher Drache. Er war sein bester Freund! Die Einwohner von Minath, und das waren nicht gerade wenige, wussten nicht einmal, was einen wirklichen Drachenreiter ausmachte! Es kam nicht nur alleine auf Stärke und Härte an. Die Drachen in Minath wurden zum Töten gezüchtet. Sie kannten kein Gefühl und eine Verbundenheit zu ihren Reitern erst recht nicht! Dasgo schüttelte den Kopf. Er war sich nicht einmal sicher, ob Dragonit überhaupt noch lebte. Bei diesem Gedanken zog es ihm schmerzhaft den Bauch zusammen. Dutzende Male hatte er bereits darüber nachgedacht, wie er seinen Drachen befreien könnte. Doch dies erwies sich als praktisch unmöglich. Minath war durchzogen von einem Verlies, das aus der Ferne von den schweren Wolken verborgen gehalten wurde, und wurde von Drachen bewacht. Es war unmöglich, ungesehen dort rein zu kommen. Minath war eine Stadt von hohem Rang. Jeder Neuankömmling musste eine Prüfung bestehen. Eben diese, in einem Drachenkampf zu bestehen. Gewann er, wurde er zusammen mit seinem Reiter aufgenommen; verlor er, wurden Drache und Reiter getrennt weggesperrt. Und das für unbestimmte Zeit! So wie Dasgo und Dragonit! Dasgo wusste, dass er nur auf die Folter wartete. Eine Folter, die mit dem Tod enden würde. Kaum hatte er diesen Gedanken zu Ende gedacht, öffnete sich eine schwere Gittertür und ein muskulöser Mann mit einem großen Messer am Gürtel betrat Dasgos Kammer. »Mitkommen!«, befahl er knapp und im übellaunigen Ton. Widerwillig setzte sich Dasgo in Bewegung, hob allerdings noch das Schwert vom Boden auf. »In wenigen Minuten beginnt dein Kampf«, sagte der Wächter und stieß ihn hart in den Rücken, als er an ihm vorbeigegangen war, sodass er beinahe zu Boden ging. Dasgo keuchte schwer, stolperte ein, zwei Schritte und konnte sich gerade noch an der betonierten Wand festhalten aber er blieb stehen. Der Wächter lachte abfällig. »Wenn du jetzt schon den Boden küsst, wird der Drache in der Arena keinen Spaß mit dir haben.« Dasgo verkniff sich jeglichen Kommentar und lief wortlos weiter. Im Gehen wog er seine Waffe in der Hand. Nicht dass er dies nicht schon in seiner Kammer oft genug getan hätte, doch es beruhigte ihn etwas. Der ehemalige Drachenreiter wurde durch einen dunklen Korridor geführt. Links und rechts gewahrte er immer wieder neue Kammern, in denen erschöpfte, schwache Menschen saßen. Dasgo musste bei dem Anblick nur den Kopf schütteln. Wie konnte man Menschen nur so behandeln? »Was ist los, drachenloser Drachenreiter? Zu müde, um weiter zu gehen?« Dasgo hatte gar nicht bemerkt, wie er vor einer Kammer stehengeblieben war. Zur Antwort bekam er noch einen derben Schlag in den Rücken dazu. Erneut stolperte Dasgo vorwärts. Dieses Mal tat er dem Wächter nicht den Gefallen, um sein Gleichgewicht zu kämpfen, sondern landete auf dem Boden. Was für seinen Begleiter nach Schwäche aussah, war Dasgos volle Absicht! Kaum schlug Dasgo zu Boden, rollte er über die Schulter ab und riss in derselben Bewegung die Beine in die Höhe. Alles ging so schnell, dass der Wächter einfach in sein hochgestelltes Bein hineinlief und sich gleich darauf krümmte. »Was sollte das?«, fragte dieser abfällig und suchte mit seinem Augen gehetzt nach Dasgo. Dieser war bereits wieder auf den Füßen und ohne auf seine Frage zu antworten, schlug er ihm mit dem Schwertknauf vor die Schläfe, sodass sein starker Wächter einfach zur Seite kippte. Dasgo schenkte ihm noch einen abfälligen Blick, dann setzte er seinen Weg zur Arena fort. Er war vielleicht drachenlos aber auf keinen Fall wehrlos oder schwach. DRACHENARENA Der Weg zur Arena war nicht mehr weit. Der Korridor, durch den ihn der Wächter geführt hatte, war schnell zu Ende. Dasgo lief eine ausgetretene, schmale Treppe hoch und kam somit an die Oberfläche. Auch wenn Minath einen bitteren Geschmack in seinem Mund hinterließ, wenn er nur an den Namen dachte, war es eine schöne Stadt, mit prachtvollen und mächtigen Türmen. Ganz oben an der Spitze eines jeden Turmes befand sich eine große Fläche. Sie diente den Drachen als Landeziel oder als Ruheort. Dasgo ließ den Blick kreisen. Der Himmel, der an diesem Tag strahlendblau war, war bespickt mit dunklen Schatten, die sich schließlich als fliegende Drachen herausstellten, die die Stadt anvisierten. Er sah nach vorne, fasste sein Schwert fester und lief los. Minath hatte natürlich nicht nur Türme, sondern auch Häuser, in denen ebenfalls Drachenreiter lebten. Die Häuser befanden sich eher im Innern der Stadt und waren umkreist von den Türmen. Ein unbemerktes Eindringen war somit gar nicht möglich. Schon alleine deshalb, weil es sofort auffiel, wenn jemand sich mit einem Drachen der Stadt näherte. Die Luft war geschwängert von einem anhaltenden, mal lauteren und leiseren Gekreische und Gebrüll der heranfliegenden Drachen. Dasgo hatte schon daran gedacht, jetzt da er ohne Wächter unterwegs war, einfach zu fliehen, doch wo hätte er schon ohne seinen Drachen hingekonnt? Die Stadt Minath schwebte Meilen über dem großen Kristallmeer. Ein Sprung aus der Höhe wäre selbst für einen Meisterschwimmer tödlich. Außerdem wies das Kristallmeer tobende Wellen auf, die mit Gewalt gegen Felsen krachten. Dort zu schwimmen war beinahe ein Ding der Unmöglichkeit! Das Kristallmeer befand sich auf der Ostseite Aratras. Während das Kristallmeer sehr wild war, war das Perlenmeer sehr ruhig. Nur sanfte Wellen wurden somit an Land gespült. Nein, dachte Dasgo, wenn er Minath wieder verlassen wollte, musste er Dragonit befreien und fortfliegen. Auch wenn die Drachenreiter etwas ganz anderes mit ihm vorhatten. Bei dem Gedanken verzog sich sein Gesicht zu einer gequälten Grimasse und seine Handfläche schloss sich automatisch kraftvoll um den ledernen Schwertgriff. So wie es Brauch in Minath war, musste er nun einen Drachenkampf bestehen! Wenn er gewann, war er frei und wurde mit etwas Glück sogar ausgebildet. Doch der Kampf war so gestrickt, dass er nicht gewinnen konnte, dies wusste Dasgo. Er glaubte nicht mehr daran, dass er hier eine Zukunft hatte. Die Reiter wollten nur noch seinen Tod. Seinen Tod dafür, dass er in ihren Augen zu schwach war. Dasgo lief schneller, um die Arena zu erreichen und in der Hoffnung somit die schlechten, quälenden Gedanken loszuwerden. Er musste sich dem Kampf stellen. Schließlich hatte er gar keine andere Wahl. Fliehen konnte er nicht, und wenn er sich irgendwo versteckt hielt, wäre es nur eine Frage der Zeit, bis man ihn finden würde, und dann war er so wie so tot. Ihm blieb nichts anderes übrig, als das Beste zu hoffen. Schließlich war die gepflasterte Straße zu Ende und die Häuser wichen an den Seiten zurück und machten einer riesigen, runden Arena Platz. Sie sah aus wie ein gigantischer Berg in Form eines finsteren, stachelbesetzten Drachenkopfes. In den Augen loderte ein stummes Feuer und sie blickten drohend auf Dasgo herab. Das Maul, das den Eingang darstellte, war weit geöffnet. Unmittelbar neben der Arena stand eine riesige Statue. Sie zeigte einen Mann mit gezogenem Schwert, finsterem Gesicht und langen Haaren. Dasgo blickte stolz in das harte Gesicht der Statue. Das war Tropas, der größte Drachenreiter, der je auf Aratras gelebt hatte. Nachdem Dasgo eingetreten war, lief er durch einen dunklen Gang. Durch das Sonnenlicht, das von draußen noch ins Innere drang, erkannte der ehemalige Drachenreiter, dass er auf einer steinernen Zunge lief. Der Gang war lang und bald fand er sich in vollkommener Dunkelheit wieder. Mit nervösen Bewegungen sah er immer wieder zurück und er fragte sich, ob es nicht doch besser war umzukehren. Dasgo schüttelte entschieden den Kopf. Das war unmöglich. Er musste sich der Herausforderung stellen. Wenn er es nicht tat, würde er sich das selber nie verzeihen. Außerdem war Dasgo ein Kämpfer und er verstand selber nicht, weshalb dieser Kampf ihn so aus der Fassung brachte. Weil es dein letzter Kampf sein wird, hörte er seine eigenen höhnischen Gedanken. Weil du noch niemals in einem offenen Kampf einem Drachen gegenübergestanden bist! Der Gang, der den Rachen eines Drachen darstellte, war beinahe zu Ende und Dasgo erkannte schon einen Teil der großen Arena. Von weit oben drang weißliches Sonnenlicht, wahrscheinlich durch die Augen des Stein-Drachen. Trotzdem war es mehr ein Dämmerzustand als wirklich hell. Schließlich hatte Dasgo das Ende des Ganges erreicht. Die Arena war gigantisch. Sie war kreisrund und der Platz war besetzt mit spitzen Felsen. Sie hatte beinahe die Eigenschaften eines kleinen Gebirges. Mit klopfendem Herzen sah Dasgo sich um. Viele Einwohner Minaths saßen auf den Rängen, um sich an dem Spektakel zu erfreuen. Sie riefen und klatschten ihm entgegen, doch Dasgo freute sich nicht. Die Menschen waren gekommen, um ihn sterben zu sehen! Sein Drache hatte bereits verloren! Und jetzt war er an der Reihe! Fast schon, wie um sich das Gegenteil zu beweisen, biss er sich auf die Unterlippe, spreizte seine Beine, um einen festen Stand zu haben und fasste sein Schwert fester. Er würde kämpfen und er würde es seinem Gegner nicht zu leicht machen. Auch wenn dieser ein Drache war. Plötzlich fing der Boden an zu beben und ein lautes Krachen und Poltern war zu hören. Wie aus einem bösen Traum beobachtete Dasgo, wie hinter einem breiten Felsen etwas Großes, Massiges emporwuchs. Es dauerte einen kurzen Moment, bis er feststellte, dass ihm tatsächlich ein Drache gegenüberstand. Er war schneeweiß, hatte einen finsteren Blick mit dunklen Augen und einen muskulösen Körper. Seine Vorderläufe waren kraftvoll und die weißen, ledrigen Flügel eng an den Körper angelegt. Der Drache machte einen Schritt auf Dasgo zu und trat dabei einfach einen Teil des Felsens kaputt, hinter dem er sich gerade erst versteckt hatte. Gleichzeitig stieß er ein ohrenbetäubendes, beinahe schon qualvolles Kreischen aus. Dasgo kannte diesen Drachen! Es war Dragonit, sein eigener Dache!

Klappentext

3 Drachen-Fantasy-Romane in einem Band Dieses Buch erzählt die spannende Geschichte des jungen Dasgo mit seinem Drachen Dragonit voller Magie, Spannung und Freundschaft.

Rezension

Ich liebe Fantasy, daher kam diese Gesamtausgabe für mich gleich in Frage. Saphirrot ist ein Fantasy-Abenteuer, wo man abtauchen kann und die Abenteuer eines jungen Mannes miterleben darf, der immer den Wunsch hatte ein Drachenreiter zu werden. Dieses Buch liest sich sehr leicht und flüssig und es war sehr schwer eine Pause einzulegen, weil man einfach wissen wollte, wie es weiter geht. Solche Bücher fesseln einen von Anfang an und man ist am Ende traurig, wenn man sie durch hat und hofft einfach nur, das es eine Fortsetzung gibt. Aber diese Gesamtausgabe beinhaltet schon alle drei Abenteuer, von daher ist dieser Wunsch leider nicht erfüllbar. Aber vielleicht hat der Autor ja ein Einsehen mit mir und schreibt noch ein viertes oder sogar fünftes Abenteuer von dem jungen Drachenreiter.