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Fantasy Bücher
Buch Leseprobe Saphirrot 2, Sven Rübhagen
Sven Rübhagen

Saphirrot 2


Die Legende der weißen Drachen

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Übung macht den Meister


 


Dasgo sprang zur Seite, rutschte auf dem sandigen Steinboden weg und schlug der Länge nach auf den Boden. Mit einem erschrockenen Keuchen rollte er über die Schulter ab und kam wieder auf die Füße. Gleich darauf musste er sich ducken, denn die Klinge brauste auf ihn zu.


Ohne zu überlegen, riss Dasgo sein eigenes Schwert in die Höhe und versuchte seinem Gegner die Klinge aus der Hand zu schlagen. Doch dieser sprang nur zur Seite und sofort ein Stück zurück, um aus der Gefahrenzone zu gelangen.


Dasgo gewährte ihm keine Pause. Sofort sprang er mit erhobener Waffe vor und attackierte seinen Gegner. Dieser wich noch einen Schritt zurück, um mehr Raum zu gewinnen. Dasgo schlug nach ihm, doch sein Kontrahent ließ sich zur Seite gleiten, sodass sein Schlag ins Leere ging. Dann holte Dasgos Gegenüber aus und beförderte ihn mit einem kurzen Triff gegen das Bein zu Boden. Er wollte wieder aufstehen, doch dazu kam er nicht mehr. Sofort befand sich der Fuß des Gegners auf seiner Brust.


Tropas grinste ihn spöttisch von oben herab an, dann hielt er ihm die Hand entgegen.


„Das war gar nicht mal so schlecht“, lobte er und Dasgo nahm dieses Lob durchaus ernst.


Dankend zog er sich an seiner Hand hoch.


„Ich habe schon wieder verloren!“, motzte Dasgo. Doch Tropas schüttelte nur den Kopf. „Das sehe ich etwas anders“, sagte er mit einem zufriedenen Grinsen. „Du warst noch nie ein schlechter Kämpfer. Du wirst immer besser, auch wenn ich dich besiege, wirst du jedes Mal besser und lernst dazu. Gebe nicht auf und du wirst zum Gewinner!“


Dasgo dankte Tropas für seine ehrlichen Worte. Er hatte vollkommen recht. Immerhin hatte er bereits viel durchgestanden und - zumindest meistens - an sich geglaubt.


Dasgo und Tropas befanden sich auf dem Tropas-Felsen - Tropas Heimat. Der Kampf, den sie gerade bestritten hatten, war natürlich nicht der erste zwischen ihnen gewesen. Tropas hatte erklärt, er wolle ihn vorbereiten, damit sie gewappnet wären, für das, was kommen würde. Allerdings hatte er darüber, was genau er meinte, bisher nur sehr wenige Worte verloren.


Um nicht zu sagen überhaupt keine!


In Lembrix` unterirdischen Tunnel hatte er erwähnt, die Stadt Minath würde vom Himmel stürzen und halb Aratras überfluten. Dasgo fragte sich, wie sie diese Katastrophe abwenden könnten und was ihm dabei gute Kampffähigkeiten helfen würden. Selbst ihre beiden Drachen, Saphirrot und Dragonit, würden dies nicht verhindern können. Was Dasgo wirklich nachdenklich stimmte, war die Frage, warum Tropas die ganze Zeit über so gelassen war. Wenn das, was Tropas prophezeit hatte, tatsächlich eintreffen würde, dann wären sie alle verloren. Eine Zukunftsperspektive, auf die man sich sicherlich nicht freuen konnte.


Tropas hatte sie inzwischen zu ihren Drachen geführt. Sie lagen unter dem steinernen Dach vor Tropas` Haus und schliefen. Der Reiter hockte sich zu Boden, zog ein Bein zu sich heran und massierte seinen Finger, an dem er einen auffälligen Ring trug.


„Was hat dieser Ring für eine Bedeutung?“, fragte Dasgo schließlich, nachdem er sich zu Dragonit gesetzt und Tropas kurze Zeit neugierig gemustert hatte.


Einen Moment sah Tropas mit einem Gesichtsausdruck auf seinen Ring, als bemerke er zum ersten Mal, wie schön dieser war. Schließlich sagte er: „Dieser Ring ist aus demselben Stahl geschmiedet wie mein Schwert.“ Stolz klopfte er mit der Hand gegen seine Hiebwaffe. „Wie du dir denken kannst, steht S für Saphirrot. Es ist ein Zeichen für die Freundschaft und den Zusammenhalt zwischen dem Drachen und mir.“


Das fand Dasgo klasse. Er und Dragonit hatten auch schon eine Menge durchgestanden und das von dem Moment an, als er seinen Drachen als kleiner Junge aus dem Perlenmeer gezogen hatte. Von da an hatte Dasgo gewusst, dass dieses Wesen sein bester Freund werden würde.


Und dies hatte sich bewahrheitet.


Dasgo sah auf sein eigenes Schwert. Genau genommen war es gar nicht seines, sondern eine Leihgabe von Tropas. Sein eigenes besaß er bereits seit der Gefangenschaft in Minath nicht mehr. Dies hatte ihn lernen lassen, mit einem Bogen zu kämpfen. Er kam gut mit dieser Waffe zurecht, allerdings war sie in einem Kampf, in dem der Gegner ein Schwert führte, nicht wirklich geeignet. Das Schwert, welches er von Tropas erhalten hatte, war ein gutes Schwert, doch sein neuer Traum war, dass man extra für ihn eine Waffe anfertigte - genau wie für Tropas!


„An was denkst du?“, fragte Tropas schließlich und Dasgo erzählte ihm von seinem Traum. Tropas lachte amüsiert.


„Das finde ich gut. Du wirst ein guter Reiter, ganz bestimmt. Du bist talentiert und ehrgeizig. Außerdem hast du dein Herz am rechten Fleck.“


Freudestrahlend bedankte sich Dasgo bei seinem neuen Lehrmeister.


Eine Weile herrschte eine angenehme Stille zwischen den beiden Reitern und Dasgo ließ seinen Blick einfach in die Ferne schweifen. Der Himmel war blau und die Sonne, die sich langsam im Westen in die Tiefe neigte, färbte den Tropas-Felsen in ein wohltuendes, wärmendes Gold.


„Wieso erzählst du mir so wenig?“, fragte Dasgo schließlich geradeheraus und Tropas sah ihn im ersten Moment betroffen an, doch dann grinste er unsicher.


„Weißt du, ich habe keine Ahnung, wie lange ich und mein Drache am Leben bleiben. Es könnte jeden Tag zu Ende sein. Nach den normalen Gesetzen bin ich schon seit hunderten von Jahren tot.“


„Und das macht dir Angst?“, vermutete Dasgo, woraufhin Tropas nach kurzem Zögern nickte.


„Darf ich ganz ehrlich sein?“, fragte Tropas und wirkte dabei plötzlich sehr nervös. Dasgo war zunächst irritiert, denn dieses Verhalten passte gar nicht zu dem Mann, den er in den letzten Tagen kennengelernt hatte.


„Sollten wir es schaffen, Aratras zu retten, dann werde ich sterben.“


Dasgo schüttelte langsam den Kopf. „Das glaube ich nicht“, sagte er mit einer Stimme, die überzeugender klang, als er es innerlich fühlte.


Mit einer raschen Geste widersprach Tropas: „Mir wurde damals mitgeteilt, ich werde ins Leben zurückkehren, wenn die Zeit da ist, damit ich die Katastrophe abwenden kann, verstehst du? Nur deshalb sitze ich jetzt mit Saphirrot hier und unterrichte dich. Die Wahrheit ist, ich habe keine Ahnung, wie wir das schlimme Schicksal abwenden sollen. Ich habe die ganze Zeit über das Gefühl, ich sollte viel mehr wissen, doch, obwohl die Gedanken in meinem Kopf sind, kann ich sie nicht fassen. Diese Gedanken sind aber wichtig. Wir brauchen sie, um unsere Herausforderung zu meistern.“


Plötzlich wirkte Tropas sehr hilflos. Kopfschüttelnd und mit besorgter Miene stand er auf.


Dasgo nickte und erhob sich ebenfalls. Auch Dragonit richtete sich in diesem Augenblick auf und beobachtete die beiden aus seinen treuen Augen.


„Wahrscheinlich brauchst du etwas Zeit, um dich an alles zu erinnern“, versuchte Dasgo seinen Lehrmeister zu trösten. „Was glaubst du denn, was für ein Wissen es ist, das sich noch in deinem Kopf versteckt?“


Tropas zuckte nur mit den Achseln, ehe er Dasgo musterte. „Das weiß ich nicht genau. Ich habe das Gefühl, dass es etwas mit Minath zu tun hat. Ich habe den Verdacht, dass etwas bei der Erweckung schiefgelaufen ist. Ich weiß, dass dieses Wissen da sein müsste, doch das ist momentan nicht der Fall.“


„Gib dir Zeit und du wirst dich daran erinnern!“, sagte Dasgo und versuchte dabei möglichst überzeugend zu klingen.


Tropas nickte mit einem leichten Lächeln.


„Lass uns Aratras ein wenig erkunden“, schlug Dasgo vor und forderte mit einem zufriedenen Grinsen Dragonit auf, sich zu erheben.


 


Er musste Tropas unbedingt auf andere Gedanken bringen.


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