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Fantasy Bücher
Buch Leseprobe Runenfluch, Bianca Röschl
Bianca Röschl

Runenfluch



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Alana hörte die nahenden Schritte hinter ihr. Hörte die kläglichen Stimmen im Wind.


„Fliehe! Fliehe weit und schnell!“, riefen sie ihr ängstlich zu.


Die schweren Schritte kamen näher und näher. Der Boden erzitterte. Alana spürte die lähmende Kälte, die unaufhaltsam in ihren Körper kroch. Sie fühlte die Anziehungskraft, die sie daran hinderte, fortzulaufen. Sie wusste, er kam auf sie zu. Langsam. Bedrohlich und doch verlockend zugleich. Er rief nach ihr. Seine dunkle Stimme klang so vertraut in ihren Ohren. Sie konnte sich ihm nicht entziehen. Im Grunde ihres Herzens war sie längst schon sein. Er begehrte sie, begehrte ihr junges Leben, ihre reine Seele, wie schon lange nichts mehr seit all den Jahrhunderten. Er musste sie haben, um jeden Preis.


Voll heißem Verlangen streckte er seine skelettierten Hände nach ihr aus. Alana war machtlos. Blieb wie angewurzelt stehen und ließ sich berühren.


Nun stand er direkt hinter ihr, der Seelensammler. Das Böse aus ihren Träumen. Der Fluch hatte sie eingeholt. Nun würde er sie endlich töten. So wie er es bereits mit Swingard, Dankrun, Hildegund und auch mit Frodegard gemacht hatte. Deren Seelen er sich einverleibt hatte. Für alle Zeiten an ihn geknechtet.


Seine Hände umfassten Alanas Schultern. Die knochigen Finger mit den hufförmig gespaltenen Nägeln strichen sanft, beinahe schon zärtlich über ihr Dekolleté und ruhten an der Stelle über ihrem pochenden Herzen. Ein aufregendes Kribbeln erfasste ihren Leib. War es das Adrenalin, welches ihr Körper durch ihre Adern schoss? Oder war es die blanke Furcht, die sie nun bemächtigte? Sie konnte es nicht sagen.


Sie spürte seine knochige Wange an der ihren. Der süßliche Geruch von Fäulnis und Verwesung umgab ihn. Sein schwarzwehender Umhang umfing sie liebevoll und das Gewimmer der darin gefangenen Seelen machten das Herz ihr schwer. Leidenschaftlich wie ein Liebhaber drückte er sie fest an seinen toten Körper.


Alana war verwirrt. Sie hatte erwartet, dass der Seelensammler sie anschrie, beleidigte, ihr höllische Pein zufügte. Sie leiden ließ, um sie langsam und qualvoll zu töten. Stattdessen hielt er sie zärtlich in seinen knochigen Armen, als wäre sie das Kostbarste, was er auf Erden besaß. Seine hässliche Fratze hielt er in ihren Haaren verborgen und saugte begierig ihren verlockenden Duft ein. Küsse, so kalt wie Gletschereis, bedeckten innig ihren Nacken, dass sie glaubte, zu einem Eiszapfen gefrieren zu müssen. Und dennoch brannte ihre Seele heiß vor sinnlichem Verlangen. Nie hätte sie gedacht, dass das Böse derart verführerisch sein konnte. So vertraut. So begehrenswert, dass die Sehnsucht danach derart schmerzte. Nichts wünschte sie sich in diesem Moment mehr, als sein Eigentum zu werden. Dass er ihren Körper und ihre Seele in seinen Besitz nahm. Sich mit ihr vereinigte. Für alle Ewigkeit. Die Vollendung seines Fluches.


Voll aufwallender Wonne umfasste seine linke Hand ihre weiche Brust, während seine rechte hinab zu ihrem bebenden Schoß wanderte. Die pure Wollust ließ sie leise aufstöhnen. Sie drehte sich um, damit er sie richtig küssen konnte. Sie wollte ihn spüren, an jeder einzelnen Stelle ihres Körpers.


Doch als sie in sein totes Angesicht blickte, blieb ihr Herz vor Schreck beinahe stehen.


Wie ein harter Schlag ins Gesicht nahm ihr dieser Anblick den Atem.


Nicht des Seelensammlers dunkle Leichenfratze sah sie vor sich.


Nicht die ausdruckslosen Augen in dessen Totenschädel, die sie schon so oft in ihren Träumen verfolgt hatten.


Des Seelensammlers Marter war perfider, als sie sich jemals hätte vorstellen können:


Das Böse blickte sie begehrlich mit sanften rehbraunen Augen an.


Mit Adrians Augen!


Adrians liebes Gesicht in des finsteren Seelensammlers Gestalt!


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