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Fantasy Bücher
Buch Leseprobe Rufe niemals den Butzemann!, Stephan Doeve
Stephan Doeve

Rufe niemals den Butzemann!



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Sie hörte, wie ihre Eltern sich ihrer Zimmertür näherten und ihren Namen riefen. Doch Anne war vor Angst immer noch nicht imstande, einen Laut von sich zu geben, um sich bemerkbar zu machen.


Langsam näherte sich die schemenhafte Bewegung Annes Bett und nahmen die Konturen eines großen Menschen an. Die Konturen waren so dunkel, als ob die Gestalt im Nebel ganz in schwarz gekleidet war. Es sah aus, als ob er einen schwarzen Umhang trug


Mit einem Mal löste sich Annes Körper aus der Schockstarre. Sie sprang vom Bett und wollte zur Zimmertür flüchten. Doch bis dahin sollte sie nicht kommen. Denn kaum hatte Anne den Boden mit ihren Füßen berührt, spürte sie etwas an ihrem rechten Fuß.


Ruckartig wurde sie an dem Fuß gezogen und verlor das Gleichgewicht. Wäre das Bett nicht direkt neben ihr gewesen, dass den Sturz halb abgefangen hatte, wäre Anne mit dem Kopf auf den harten Boden gefallen.


Noch bevor die geschockte Anne versuchte, sich vom Boden wieder aufzurichten, bemerkte sie, dass eine große Hand ihren Fuß wie einen Schraubstock festhielt. Durch den Rauch konnte sie nur die Hand erkennen, doch das reichte Anne, um bei ihr einen lauten Schrei auszulösen. Sie lag auf dem Boden und sah durch den Rauch zwei rote Augen leuchtend funkeln. Der dazugehörige dunkele Körper war weiterhin durch den starken Rauch nur schemenhaft sichtbar.


Verzweifelt versuchte Anne, nicht in Ohnmacht zu verfallen, denn sie spürte, dass dies ihrem Kreislauf alles zu viel wurde.


Mit dem Mut der Verzweiflung besann sich Anne der Nagelfeile in ihrer Hand. Sie holte damit weit aus und stach der mysteriösen Gestalt die Nagelfeile mit aller Kraft in den Handrücken. Trotzdem lockerte sich die Hand um Annes Fuß nicht. Anne hörte ein fluchendes Geräusch, aber keinen Schmerzensschrei von der Gestalt.


Nun geriet die schwarze Gestalt in Wut und packte mit seiner anderen Hand Annes zweiten Fuß. Nun wurde Anne an beiden Füßen so feste gepackt, dass sie glaubte, diese würden ihr von den Beinen abgerissen.


Die schreiende Anne wurde regelrecht über den Boden geschleift. Da sie auf dem Rücken lag, sah sie, das die Türen ihres Kleiderschranks geöffnet waren und die schwarze Gestalt mit ihr im Griff darauf zusteuerte.


Anne hatte keine klaren Gedanken mehr, doch sie konnte realisieren, dass die Gestalt mit ihr in den Kleiderschrank wollte. Als die schwarze Gestalt sich umdrehte, erkannte Anne dessen pechschwarzen Umhang mit einer ebenfalls schwarzen Kapuze. Unter der breiten Kapuze konnte sie nur schwer ein Gesicht erkennen, denn die Gestalt hielt ihren Kopf gesenkt. Aber dessen rote Augen konnte sie deutlich sehen..


Sie versuchte sich an irgendwas festzuhalten, aber da war nichts in ihrer Nähe, woran sie Halt finden konnte.


Die schwarze Gestalt betrat bereits das Innere des Kleiderschranks. Er brauchte Anne nur noch wenige Meter weiter zu ziehen und schon wären beide im Kleiderschrank verschwunden. Nun war Anne endgültig am Ende ihrer psychischen und körperlichen Kräfte angelangt. Sie gab ihren Widerstand auf und ließ sich von der schwarzen Gestalt ohne Gegenwehr weiterziehen.


Doch auf einmal ließ die schwarze Gestalt Anne los und gab dabei ein fluchendes Geräusch von sich. Mit einem großen Schritt ging die Gestalt in den Kleiderschrank und dessen Türen schlossen sich hinter ihr zu. Offenbar wurde die unheimliche Gestalt durch irgendwas gestört.


Anne vernahm noch die Stimmen ihrer Eltern, die mittlerweile in ihrem Zimmer waren und laut ihren Namen riefen. Sie merkte noch, wie sie geschüttelt wurde und anschließend auf der Seite lag. Das spätere eintreffen vom Rettungswagen und des Notarztes bekam Anne nicht mehr mit. Denn da hatte ihr erschöpfter Körper sie schon in eine erlösende Bewusstlosigkeit gleiten lassen.


 


 


 


„Und was hast Du dieses Wochenende vor, meine Süße?“


Erschrocken sah Kerstin auf und blickte in das Gesicht ihrer Mutter, die ihr diese Frage stellte. Sie war so sehr in Gedanken über die letzten seltsamen Ereignisse, das sie schon fast apathisch am Küchentisch beim Frühstück saß.


„Ich weiß es noch nicht“, antwortete Kerstin reflexartig und wandte sich wieder ihrem Frühstück zu.


Das es an der Haustür klingelte, interessierte Kerstin nicht. Sie war zu sehr damit beschäftigt, die vielen seltsamen Ereignisse zu verarbeiten.


 


„Hallo Melanie“, hörte Kerstin ihre Mutter sagen. „Du kommst gerade zur rechten Zeit. Vielleicht kannst Du Kerstin aus ihrem Suppenkoma rausholen.“


Mit einem breiten Grinsen betrat Kerstins Freundin Melanie die Küche und machte mit der rechten Hand das Victoryzeichen.


„Was gibt es denn heute zu feiern?“, fragte Kerstin immer noch lustlos und wunderte sich gleichzeitig über Melanies gute Laune.


„Ach, Du weißt es noch nicht?“, wunderte sich Melanie und rückte ihre Brille auf ihrem runden Gesicht zurecht.


Kerstin sah auf und antwortete irritiert über Melanies gute Laune: „Was soll ich denn wissen? Ich habe heute noch keine Nachrichten gehört.“


„Na ich glaube nicht, dass heute in den Nachrichten berichtet wird, was letzte Nacht mit Anne geschehen ist“, sagte Melanie in Erwartung von Kerstins Reaktion.


Mit einem Schlag wurde Kerstin aus ihrer Apathie gerissen. Sofort kam ihr der Butzemann in den Sinn, aber diesen Gedanken verwarf sie schnell.


„Im Gegensatz zu Dir reden manche Schulkameraden mit mir, sowohl persönlich als auch über SMS. Deshalb bin ich immer auf dem neusten Stand, was an der Schule so los ist. Und natürlich erfahre ich auch immer das Neuste über die Schüler“, sagte Melanie mit einem triumphierenden Blick.


Langsam wurde Kerstin ungeduldig. „Was ist nun mit der blöden Anne?“, fragte sie leicht gereizt. “Hat sie endlich der Erdboden verschluckt?“


„Sie ist seit gestern Abend im Krankenhaus und das ist noch nicht alles“, antwortete Melanie mit einem geheimnisvollen Unterton. „Ihre Eltern haben Anne angeblich ohnmächtig in ihrem Zimmer gefunden. Und vorher soll es aus ihrem Zimmer laute Schreie von ihr gegeben haben. Als sie wieder im Krankenhaus aus ihrer Ohnmacht erwacht war, sagte sie, eine in schwarz gekleidete Gestalt mit roten Augen wollte sie entführen. So eine Verrückte, hat wohl zu viele Horrorfilme gesehen, diese Anne.“


Fast hätte sich Kerstin an ihrem Müsli verschluckt und auch ihrer Mutter fiel beinahe die Kaffeetasse aus der Hand.


„Was sagtest Du?“, fuhr es aus Kerstin heraus. „Anne hat eine schwarze Gestalt mit roten Augen gesehen?“


„Ja, das hat sie“, antwortete Melanie belustigt. „Sie hatte sogar behauptet, das die schwarze Gestalt aus ihrem Kleiderschrank kam und sie da hinein zerren wollte.


Ihre Eltern haben sie bewusstlos in ihrem Zimmer gefunden. In was für Wahnvorstellungen sich Anne wohl hinein gesteigert hatte. Die war bestimmt auf Drogen, anders kann ich mir das nicht vorstellen.“


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