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Fantasy Bücher
Buch Leseprobe Renascut, Sahar G. Khamseh
Sahar G. Khamseh

Renascut


Was bringt dir die Zukunft, wenn du in ...

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R e n ă s c u t


Copyright © 2021 by Sahar G. Khamseh


Band 1


 


 


DER TRAUM


»Lana, wer sitzt denn da neben dir auf der Rückbank?«


»Aber das bist doch du, Schatz.« 


»Meine Liebe, ich sitze hier vorne und fahre. Der Fremde kann unmöglich ich sein. Wie kommt er plötzlich in unser fahrendes Auto hinein?«


»Darian, du tust mir weh. Hör bitte auf. Lass los.«


»Aber das bin ich nicht. Liebling, ich bin doch hier … Lana, ich kann nicht das Lenkrad loslassen und nach hinten steigen. Hey du! Lass meine Verlobte in Ruhe! Siehst du nicht, dass sie sich dagegen wehrt? Lass sie los. Lana, Liebling! Versuch dich zu befreien.«


»Das kann ich nicht. Warum tust du mir denn weh, Darian?«


»Aber das bin nicht ich! Liebling, befreie dich von seinen Klauen. LASS SIE LOS! Wer bist du überhaupt? Warum vermutet sie, dass du ICH bist? … Lass ihre Kehle los. Lana, bitte befreie dich von ihm. Versuch dich von ihm zu befreien und ich halte gleich hier vorne an!«


»Darian, du … erwürgst mich.«


»Nein, Lana! Ich halte gleich an und komme dir zur Hilfe. Nein! NEIN! Wehr dich Schatz! Hey du! HÖR AUF! Nein! NEIIINNN! Lanaaaa!«


 


Mit weit aufgerissenen Augen schreckt Darian aus seinem Albtraum auf. Er dreht sich zu seiner Angebeteten um, während Lana den verdammten Wecker, der laut und penetrant vor sich hin klingelt, ausschaltet. 


Jedes Mal, wenn er seine große Liebe erblickt, fühlt er wie sein Herz hüpft und sich über ihre Anwesenheit freut. Der Gedanke sie zu verlieren, wie in seinem bösen Traum, ist  unvorstellbar für ihn. Lana ist sprichwörtlich das Beste, was ihm geschehen konnte. Sie schenkt ihm Wärme, Freude, baut ihn auf wenn ihm alles zu viel wird und macht ihn Hoffnung auf eine herrliche Zukunft. So fühlt er sich, seitdem er sie kennengelernt hat. Eine Begegnung, die er nie vergessen wird. Eine Begegnung, die bestimmt Schicksal war.


Bei einer Tagung für Architekten, bei der Lana ihre Freundin im Catering unterstützen sollte, da ihre Kollegin kurzfristig krank geworden war, waren Darian und sie zusammengestoßen, als er sich über den Kaffee beschwerte und sie diesen in einem sehr selbstbewussten Ton verteidigte. Nicht nur das, sie hatte ihn auch noch für sein nichtakademisches Verhalten gerügt, das sich angeblich für einen Architekten nicht schickte. Lana hatte sich so sehr für diesen ungenießbaren Kaffee eingesetzt, dass Darian sie zu einem richtigen Kaffee einladen musste, um ihr zu beweisen, wie Kaffee, seiner Meinung nach, eigentlich schmecken muss. 


Als es dann nicht nur bei einem einmaligen Kaffeetrinken geblieben war, sondern regelmäßiger Kaffeegenuss in unterschiedlichen Restaurants, Bars und Lounches folgten, fing Lana an Darian zu gefallen. Nicht auf ihre Optik legte er Wert, sondern auf das Gesamtpaket. So wie einst seine Mutter ihn prägte mit der Aussage, dass Schönheit nicht der erste ästhetische Blick ist, denn sie kann sehr schnell vergehen. Es ist das Zusammenspiel des Verhaltens, der Charakter und die Einstellung. 


Das fand er damals, wie heute so beeindruckend, dass er in jeder Frau genau erforscht hatte, wie weit er ihre Schönheit einschätzte. Bei Lana war er hin und weg. Das Zusammenspiel ihrer »Schönheit« war für Darian zum ersten Mal etwas Vollständiges aus Gutmütigkeit und einer gesunden Portion Selbstwertgefühl. Dies brachte ihn dazu sie so zu umwerben, dass sie kurze Zeit später ein Paar wurden.


Erst als sie einige Zeit zusammen waren, gab Lana zu, dass der Kaffee vom Catering wirklich verdammt schlecht schmeckte und ihr diese Tatsache sehr bewusst gewesen war, jedoch sie unter den damaligen Umständen nicht das Catering ihrer Freundin schlecht machen wollte. Er musste daraufhin lachen und umarmte sie für ihren loyalen Einsatz. Damals so wie heute kann er ihr immer noch ihre kleinen Notlügen verzeihen, da sie gutmütiger Art sind.


Jetzt, nach drei Jahren, genießt er jeden Morgen aufs Neue den wunderschönen Anblick ihrer glänzenden braungrünen Augen, den schön betonten Lippen und den hellbraunen langen Haaren, die ihr kleines ovales Gesicht umformen. Mit ihren achtundzwanzig Jahren ist Lana in seinen Augen die perfekte Vollendung der Sinnlichkeit, seiner Meinung nach.


Die Vorstellung, seine Zukunft mit ihr verbringen zu dürfen, entfacht in ihm eine Symphonie der Gefühle. Gefühle, die sich sogar noch steigern, wenn er sie mit ihrem charmanten und herzlichen Charakter addiert. 


Eine wunderbare Frau, die gerade zu ihm schaut und sagt: »Aufstehen!«


Darian legt ihr die Arme um die Schultern und zieht sie an sich. »Nein! Noch ein wenig kuscheln.«


»Dein Chef wird dir den Kopf abreißen, wenn du wieder zu spät kommst«, erklärt Lana, ergibt sich aber lächelnd in seine Umarmung. 


»Damit droht er mir jedes Mal«, murmelt er und küsst sie an ihrer Schläfe. 


Spielerisch befreit sie sich aus seinen Armen, dreht sich wieder zu ihm um, küsst ihn auf seinem Muttermal oberhalb seines linken Augenbraue und steht aus ihrem gemeinsamen Bett auf. Gemütlich zieht sie ihren Morgenmantel an und geht in die Küche, um das Frühstück vorzubereiten. 


Mittlerweile herrscht an den Werktagen immer eine Art Routine bei den Beiden. Es steht immer einer von ihnen auf und bereitet das Frühstück vor. Meistens macht es Lana, weil ihr Schatz öfters morgens nicht so früh aus dem Bett kommt und wenn es nach Darian ginge, würden sie länger schlafen und dann nur mal rasch eine Tasse Kaffee trinken und zur Arbeit fahren.


 


Lana hingegen nimmt sich Zeit und bereitet immer ein leckeres Frühstück für beide vor. 


Auch wenn es ihm schwer fällt früher aufzustehen, schätzt er es an seiner Verlobten, die darauf besteht den Tag immer gemeinsam mit einem guten Frühstück zu beginnen. 


Denn es heißt ja bekannterweise, Frühstücken wie ein Kaiser, Mittagessen wie ein König und Abendessen wie ein Bettler. 


Dafür ist er auch bereit, ein klein wenig früher aufzustehen.


Jeden Morgen diese angenehme Routine im Leben, eine tolle Frau an seiner Seite und einen spannenden Job als Architekt, den Darian mit seinen dreißig Jahren erfolgreich meistert. Da fühlt er sich mitten in einem guten Leben angekommen und fühlt das Glück auf seiner Seite. 


 


Während Lana Kaffee aufsetzt, legt sich ihr Verlobter noch etwas hin. Es ist noch viel zu früh heute morgen aufzustehen. Allmählich bemerkt Darian wie er wieder in den Tiefschlaf fällt. Er wird immer ruhiger. Seine Gedanken werden immer leiser und die Geräusche um ihn herum verstummen. 


Reflexartig spring er auf und setzt sich aufrecht hin. Seine schwarzen, verwuschelten Haare, die mittlerweile bis zu seinem Nacken gewachsen sind, länger als er sie normalerweise trägt, streicht er mit seiner rechten Hand zur Seite, um auf die Uhr sehen zu können. Bereits einige Minuten länger geschlafen. 


Keine gute Idee jetzt noch eine Runde zu ruhen. Die Arbeit ruft. Gewissenhaft steht Darian schleppend aus dem Bett auf und macht sich frisch. Noch im Halbschlaf öffnet er den kalten Wasserhahn und füllt seine leicht gebogenen Handflächen mit kaltem Wasser. Mit einem Ruck spritzt er das Wasser auf sein Gesicht und all seine Poren ziehen sich zusammen. Das kalte Wasser erstarrt sein Mimik kurzzeitig und erweckt sein Geist, sogar sein Muttermal oberhalb des linken Auges erwacht. Ruckzuck schließt er die Lider, damit ihm die kalte Brise nicht in den Augen brennt. So bleibt er wach und kann dann eine warme Dusche vertragen. Anschließend noch die Zähne putzen, das für heute geplante Hemd und die passende Hose anziehen und dann kann der Tag beginnen.


 


Fertig angezogen geht er herunter in die Küche und sieht seine Zukünftige, die gerade dabei ist, mit dem Küchenmesser die Gurke für ihr Frühstück zu schneiden.


Auch wenn Lana mit dem Rücken zu ihm steht, beeindruckt sie ihn trotzdem durch ihre galante Art. Eine Frau, die alle Kleider tragen kann. Sogar der alte Morgenmantel, den sie nicht ersetzen möchte, weil es ein Geschenk von ihrem Verlobten war. 


Alles was er ihr schenkt, behält sie, bis es völlig zerschlissen ist. Für sie erinnern diese Kleinigkeiten an die schönen Situationen, bei denen sie beschenkt wurde. Darian hingegen möchte ihr am liebsten jeden Tag etwas Neues kaufen. Ihr soll es gut gehen, sie soll sich glücklich fühlen. Denn sie macht ihn ebenfalls glücklich. Aber ab und an möchte er seine Liebste auch mal ärgern. Es macht ihm Spaß sie zu necken. Sowie jetzt.


Darian schleicht sich langsam an sie heran, packt sie an ihrer Taille und zieht sie sanft zu sich. Mit einem Ruck stößt ihr Rücken an seine harte Brust.


Kurz überrascht dreht sie ihren Kopf nach links und erkennt durch ihren Augenwinkel, Darians Antlitz. Sie lächelt und entspannt sich wieder. 


Leicht verträumt schmiegt er sein Stirn an ihre Wange und genießt ihre Nähe. 


»Weißt du, wie sehr ich dich liebe?«, flüstert er ihr leise ins Ohr. 


Mit einem Schmunzeln auf den Lippen dreht sie sich zu ihm und lehnt sich am Küchentisch. »Nein, wie sehr?«, fragt sie frech.


Ihr Lebensgefährte lächelt verlegen und schwenkt seinen Kopf zur Seite, während er ihr antwortet: »Hör auf zu sticheln! Ich gebe mir wirklich viel Mühe, dir das jeden Tag zu zeigen.« 


Lana grinst. »Ich weiß und ich bin auch glücklich mit dir.«


Darians Blick schweift auf ihre rechte Hand, die immer noch das Küchenmesser hält. Mit seiner Hand greift er nach ihrem Handgelenk und zieht sie behutsam zu sich. Seine mandelbraunen Augen fixieren ihre Lippen. Er nährt sich ihr langsam.


Lanas Grinsen verändert sich zu Lust. Geduldig wartet sie, bis er seine Lippen auf ihre presst und sie liebkost. Es ist ein Gefühl, als ob die Funken zwischen ihnen sprühen. Auch noch nach drei Jahren ziehen sie sich an wie am ersten Tag.  


Am liebsten möchte er seine Verlobte nehmen und gleich hier, in der Küche, zwischen Brötchen, Butter, Salat und Salami lieben. Jedoch spielt die Zeit gegen ihn. Bereits heute morgen hat er schon einige Minuten länger verschwendet und jetzt darf er keine Zeit mehr verlieren. Sanft löst er sich von ihr und lächelt sie an. »Ich liebe dich«, haucht er.


»Ich dich auch«, flüstert sie ihm zu. 


Erleichtert geht er zur Kaffeemaschine, die bereits anfängt die Meldung »Kaffee ist fertig!« herauszubrodeln und holt aus dem Schrank, zwei Tassen heraus. Anschließend schenkt er  für sich und seine Auserwählte in die Tassen, Kaffee ein und geht zum Esstisch. »Schatz, heute Abend hat John meinen Junggesellenabschied vorbereitet«, erinnert er sie daran. 


»Ich werde also entweder etwas später nach Hause kommen oder wir sehen uns erst morgen wieder.«


Lana nickt. »Ich weiß! John erwähnt es fast jedes Mal, wenn ich mit ihm spreche. Ich glaube er freut sich über heute Abend mehr als du.«


Beide lachen, während Darian auf die Uhr schaut und feststellt, dass die Zeit unbarmherzig vorangeschritten ist. 


»Oh!«, stöhnt er auf. »Jetzt komme ich zu spät zur Arbeit. Ich muss leider los, sonst reißt mir mein Chef wirklich den Kopf ab!«


Seine Verlobte richtet ihren Blick fragend zu ihm. »Aber du hast noch nicht gefrühstückt!«


»Das tut mir leid. Es ist wichtig, dass ich pünktlich bin. Wir haben ein wichtiges Meeting. Da darf ich nicht zu spät kommen. Kannst du mir bitte schnell ein Brötchen schmieren? Ich nehme einfach dann dein lecker belegtes Schnittchen mit und esse es in der Pause.«


...


 


 


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