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Fantasy Bücher
Buch Leseprobe Poisons & Potions , A. Bendragon
A. Bendragon

Poisons & Potions



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Die Minuten vertickten langsam an Arthers Krankenbett.
Millipher spürte, wie sie sich langsam beruhigte, doch in ihrem Kopf rotierten immer wieder die Liedzeilen:

A bullet had found him,
his blood ran as he cried.
No money could save him,
so he lay down and he died

ohne, dass sie sagen konnte, warum.
Arthers Puls klopfte schnell, aber regelmäßig gegen ihre Fingerspitzen, sie hatte eine kleine Falte in die Wolldecke, die oben lag, gelegt, um besser seine Atembewegungen verfolgen zu können.
Sie waren langsam, wirkten schwer, aber gleichmäßig.
Allmählich sickerte es in ihre Gedanken, wie hilflos sie in dieser Situation hier war.
Es konnte Minuten dauern, bis Arther wieder aufwachte, es konnte Tage dauern oder Wochen oder Monate.
Was, wenn er gar nicht wieder zu sich kam?
Wenn er in ein Wachkoma fiel?
Wie lange würden sie ihn hier mit den primitivsten Mitteln am Leben halten können, ganz abgesehen davon, dass sie jetzt schon nicht wussten, was er bei dem Sturz alles abbekommen hatte?
So oder so ähnlich musste sich eine Panikattacke anfühlen, Millipher spürte ganz unvermittelt, wie das Blut in ihren Ohren zu rauschen begann.
Mit einem Schlag war ihr kalt, ihr Herz raste und sie hatte Schwierigkeiten zu atmen.
Ihr wurde schwindelig und ihr Kopf fühlte sich plötzlich leer an.
‘Reiß Dich zusammen! Um Arthers Willen reiß’ Dich zusammen!’
Es war mehr ein Gefühl als ein Gedanke, jetzt nicht schlapp machen zu können, es durchstehen zu müssen bis Arther außer Gefahr war.
Alles andere durfte einfach nicht passieren!
“Geht das Turnier weiter?”
Sie sah zu Bruder Bayram am Tisch am Fenster, konnte bloß seine dunkle Gestalt vor dem hereinfallenden Licht verschwommen erkennen.
Ihre Stimme war viel zu dünn, sie klang undeutlich in ihren Ohren.
So eben vermochte sie zu erkennen, wie Bruder Bayram sich ihr ein wenig zuwandte.
Es war ihr unmöglich einzuschätzen, ob er etwas gemerkt hatte.
“Ich weiß es nicht, Mylady! Ich werde Ingraban zum Turnierplatz schicken um es in Erfahrung zu bringen!”
“Nein, nein, bitte nicht! So wichtig ist es nicht!” wehrte sie rasch ab und spürte, wie ihr Herzschlag sich allmählich beruhigte, sie wieder durchatmen konnte.
Die Banalität der Unterhaltung hatte ihr gut getan, den Schein von Normalität vermittelt, wo es keine mehr gab.
Oder eine Neue entstand.
Während ihr Blick langsam zu Arther wanderte strich er über die Vorderseite ihres Kleides.
Sein Blut trocknete daran.
Doch sie konnte sich für nichts in der Welt entscheiden, Arther jetzt allein zu lassen um sich umzuziehen.
Sie sah zu ihm.
Arther hatte die Augen locker geschlossen, sein Gesicht wirkte ruhig, entspannt, aber nach wie vor fast durchsichtig-blass.
Kleine Schweißperlen standen auf seiner Stirn.
Die Tür ging auf und Anthea kam herein, atemlos, mit Merlis Körbchen an ihrem Arm baumelnd.
Sie eilte sogleich in ihre Richtung, blieb neben der Liege stehen und knickste, warf dabei immer wieder einen scheuen Blick auf Arther, auch während sie sie dann fragte: “Benötigt Ihr etwas, Mylady?”
Ihre Haare waren aufgelöst und ihre Wangen gerötet.
Millipher schüttelte den Kopf und schenkte ihr ein kleines Lächeln.
“Nein. Danke, Anthea.”
“Wie … wie geht es Sir Arther?”
Wieder machte sie eine rasche Kopfbewegung in Richtung der Liege.
“Im Moment leider nicht so gut.” gab Millipher zurück und bemühte sich, nicht zuletzt für sich selbst, es nicht völlig negativ klingen zu lassen.
\"Anthea ... darf ich Dich bitten, Dich um Merli zu kümmern! Du hast gesehen, wie er gefüttert wird und ich habe jetzt, ehrlichgesagt, andere Sachen im Kopf! Bitte!\"
\"Natürlich, Mylady!\" knickste das Mädchen vor ihr.
Millipher schenkte ihr ein bemühtes Lächeln.
\"Danke schön.\"
“Wenn es Euch Recht ist, werde ich mich jetzt zurückziehen und später nach Euch sehen, Mylady?” meinte Anthea jetzt und sah sie fragend an.
“Wenn Ihr etwas benötigt, bitte schickt nach mir!”
“Natürlich, Anthea, danke.” erwiderte Millipher mit einem kleinen Nicken.
Ihr wurde bewusst, wie weit sie somit schon im Voraus plante.
Doch Arthers Verletzung war keine Kleinigkeit, er würde nicht innerhalb von ein paar Tagen gesund sein.
Wenn überhaupt.
Das Mädchen knickste noch mal vor ihr und verließ dann den Raum.
Millipher legte widerstrebend Arthers Arm sacht neben seinem Körper auf die Liege, stand auf und beugte sich leicht über Arther, schlug die Decken zurück, die sie zuvor über ihn gebreitet hatte.
Ihr erster Blick galt seinem Verband.
Deutliche Blutflecke waren in dem hellen Stoff zu erkennen, doch Millipher fand sie noch immer erstaunlich klein, tolerabel.
Sie wandte sich Arthers Oberkörper zu, suchte ihn mit den Augen  sorgsam nach Zeichen einer inneren Verletzung ab.
“Was macht Ihr da, Mylady?” erkundigte sich Bruder Bayram sanft, der plötzlich neben ihr stand.
“Ich versuche herauszufinden, ob er innere Verletzungen hat.” gab sie zurück.
Für den Bruchteil einer Sekunde erinnerte sie sich daran, dass es keine zwölf Stunden her war, dass sich ihre Lippen auf Arthers Brust befunden hatten.
Behutsam legte sie ihre flache Hand unter seinen rechten Rippenbogen, drückte seine Haut behutsam ein wenig nach unten, wiederholte das an seinem gesamten Bauchbereich, besonders vorsichtig an dem Verband, den Bruder Bayram vom Bund der Hose bis knapp über die untersten Rippen gewickelt hatte.
Eine schwere goldene Klammer hielt die letzte Bindentour an ihrem Platz, Millipher verspürte für einen aberwitzigen Moment den Wunsch, lauthals zu lachen.
Arthers Leben stand auf dem Spiel, doch alle royalen Standards mussten offensichtlich penibel eingehalten werden.
Nachdem sie sich wieder etwas gefangen hatte, plante sie, den Verband
spätestens am Nachmittag zu wechseln, und fürchtete sich jetzt schon davor.
“Und was macht Ihr jetzt?” erkundigte sich Bruder Bayram interessiert.
“Ich gucke immer noch ob er innere Verletzungen hat.” erwiderte Millipher.
“So lange sein Bauch weich ist, hat er wahrscheinlich keine inneren Blutungen oder zumindest keine schwerwiegenden. Wenn eine größere Blutung da drinnen stattfindet wird das Bauchfell gereizt und man kann spüren, dass die Muskeln der Bauchdecke sehr hart werden. Im Moment scheint da aber alles in Ordnung sein.”
Sie verkniff sich ein Seufzen, breitete die grobe Wolldecken wieder sorgsam über Arther während Bruder Bayram fragte: “Hat er Schmerzen?”
Millipher sah den Gelehrten kurz an.
“Ich glaube nicht. Ich denke, er wäre sonst unruhig.”
Bruder Bayram nickte.
“Habt Ihr keine von Euren … Tabletten mehr für Ihn?
Millipher musste lächeln.
Er sprach das Wort so ehrfurchtsvoll aus als wäre es ein Allheilmittel.
Nur leider war es hier mit ein paar Schmerz- und einigen Magnesiumtabletten bei Weitem nicht getan.
“Nein. Hierfür leider nicht.”
Bruder Bayram nickte und wandte sich ab, Millipher hatte den Eindruck, dass er nicht wirklich verstand.
Sie setzte sie sich erneut auf den Hocker, nur um gleich wieder aufzustehen.
Langsam wandte sie sich Bruder Bayram zu, der nun wieder an seinem Tisch stand und in sein Buch schrieb, zögerte, sah zu Arther, wollte ihn eigentlich nicht aus den Augen lassen.
“Bruder Bayram?”
Er sah sofort von seinem Buch auf, sie an.
“Ja? Was gibt es, Mylady?”
“Habt Ihr wohl bitte eine kleine Schüssel Wasser und ein sauberes Tuch?”
“Ich … ich mach’ das schon!” bot Ingraban sich sofort an, der am Kamin stand, Millipher gestand sich ein, dass sie ihn und die anderen sofort vergessen hatte nachdem sie Arther auf die Liege gebettet hatten.
“Danke, Ingraban.” meinte Bruder Bayram.
“Danke schön.” meinte auch Millipher in seine Richtung und setzte sich nun wieder auf den Hocker, nahm Arthers Hand mit ihrer Linken und legte die Fingerspitzen ihrer Rechten an sein Handgelenk.
Noch immer war das Klopfen dort viel zu schnell, aber regelmäßig.
Ingraban brachte ihr die Schüssel mit dem gewünschten Wasser und das Tuch, “Danke schön!” meinte Millipher noch mal zu ihm, stellte die Schüssel achtsam auf dem Boden ab und tauchte eine Ecke des Tuches hinein, tupfte damit dann behutsam über Arthers schweißnasse Stirn.
Die Tür öffnete sich und Eduard kam herein...


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