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Fantasy Bücher
Buch Leseprobe Pair Bonds 2, Mariko Masuoka
Mariko Masuoka

Pair Bonds 2


Das Schicksal des Omega

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Prolog


Die Luft waberte stickig durch den Raum. Es war drückend heiß und das Kunstleder des Stuhls klebte, wie ein ABC-Pflaster, an meiner Haut. Selbst mein Shirt war komplett durchweicht. Widerspenstig hingen mir einige Strähnen ins Gesicht, und der herablaufende Schweiß brannte mir in den Augen. Schwere Schritte erklangen hinter mir und ich spürte, wie sich eisige Blicke in meinen Rücken bohrten. „Rede endlich!“ Ein heftiger Tritt gegen meinen Stuhl, brachte mich kurz ins Wanken, doch ich fing mich sehr schnell wieder. Es war ein Polizeibeamter, der mich soeben verhörte. „Wie oft denn noch! Es war Notwehr!“, beteuerte ich lautstark und sah über meine Schulter den Beamten direkt an. Mein Blick traf einen stahlhart durchtrainierten Cop. Er hatte eine Vollglatze und einige Narben zierten sein Gesicht. Dieser Kerl hatte eindeutig viel erlebt. Doch auch wenn der Kerl bedrohlich wirkte, von seiner Erscheinung würde ich mich nicht einschüchtern lassen. Stattdessen erwiderte ich standhaft seinen eiskalten Blick. „Mister Baker ist ein Alpha und er hat mich und meinen Partner bedroht! Ich musste doch etwas tun, um uns vor ihm beschützen!“ Der Polizist schlug mit der Faust auf den Tisch der vor mir stand, lehnte sich nach vorn und kam mir, mit seinem Gesicht, eklig nahe. Ich konnte seinen Mundgeruch regelrecht schmecken! „Rede keinen Scheiß, Junge! Mister Baker hätte es nicht nötig, sich wegen einem kleinen Straßenköter die Hände schmutzig zu machen! Er kann genug Omegas haben. Außerdem, du und ein Omega? Das ist der größte Witz, des Jahrhunderts!“ Er riss meinen Stuhl herum, so dass ich ihm direkt gegenüber saß und endgültig in die Visage glotzen musste. Mit einem widerlichen Grinsen zerrte er mich an meinen Armen auf die Füße. Die Fesseln, die meine Handgelenke fixierten, bohrten sich schmerzhaft in meine Haut. „Wir sitzen jetzt schon seit Stunden hier und ich habe längst Feierabend. Vielleicht bringen dich deine Zellengenossen ja zum Reden!“ „Was? Stop!“ Ich wehrte mich heftig und versuchte, mich ihm zu entziehen. Doch als er seinen Griff verstärkte und meine Arme ruckartig nach oben hebelte, durchfuhr meine Schultern ein brennender Schmerz, der mich gequält aufschreien ließ. Ich fiel mit dem Oberkörper nach vorn, doch er umklammerte meine Handgelenke weiterhin gnadenlos. Noch mehr Schweiß bildete sich auf meiner Stirn und lief über mein Gesicht. „Lass es bleiben, Junge, oder soll ich dir gleich die Arme brechen?“ Er grinste selbstgefällig, ließ meine Gelenke langsam los und stieß mich in den Rücken aus dem Verhörraum hinaus, weiter auf den Gang. Wie konnte ich nur in so eine Lage geraten? Wenn ich nicht reagiert hätte, dann hätten entweder Killian oder ich das nicht überlebt. Ich hatte doch keine Wahl! Mir stellten sich nur zwei Fragen. Hatte ich Branden ermordet? Ging es Killian gut? Egal, was mich hier erwartete, meine einzige Sorge, all meine Gedanken, galten nur meinem kleinen Wolf. Er musste mit den Nerven am Ende sein, dessen war ich mir absolut sicher. Wir liefen durch einen heruntergekommenen Gang, dessen Wände mit rostigen, schmierigen Stahltüren gesäumt waren. Dem Geruch nach zu schließen, befanden sich hier die Ausnüchterungszellen. Geradezu befand sich eine weiße Tür, die durch ein Codeschloß gesichert schien. Der Cop blieb stehen und drehte mich so, dass ich mit dem Rücken zur Tür stand. „Wage es nicht, dich umzudrehen.“, knurrte er mich an, bevor er den Pin eingab. Ein lautes Piepen und Klicken verrieten mir, dass die Tür sich geöffnet hatte. Kaum war die schwere Tür aufgeschwungen, überkam mich ein äußerst ungutes Gefühl, als er mich wieder herumdrehte. Der Raum, hinter dieser Tür, lag im Dunkeln und nur mit Mühe erkannte ich eine alte Treppe, die auf die obere Etage führte. Scheinbar herrschte hier gerade Nachtruhe, und mir wurde bewusst, dass ich wirklich sehr lange im Verhör gewesen sein muss. Rostige Metallstangen, die schwach im sperrigen Licht schimmerten, deuteten darauf hin, dass sich hier noch weitere Zellen befinden mussten. „Willkommen in deinem neuen Heim, Schätzchen!“ Mit diesen Worten hieb der Wärter mit seiner Faust auf einen alten Lichtschalter und flackernd erwachten mehrere Deckenlampen zum Leben. Reflexartig kniff ich meine Augen zu, um nicht geblendet zu werden. Nachdem ich sie wieder geöffnet hatte, sah ich mich zögerlich um. Es waren tatsächlich alte Zellen, die sich hier aneinanderreihten und dabei alles andere als einladend wirkten. Die Insassen hetzten sofort nach vorn, um zu sehen, was es wohl für ein neues Spielzeug gibt. Denn kaum hatten die vielen Männer mich entdeckt, johlten und pfiffen sie so laut sie konnten. „Hey Baby, komm mal her! Ich will dein süßes Gesicht mal genauer ansehen!“ Ein eisiger Schauer lief über meine Haut, als immer mehr Stimmen sich zu der ersten gesellten und sie immer lauter und fordernder in meinen Ohren dröhnten. Ein Stoß in meinen Rücken ließ mich nach vorn stolpern und ich wusste auch ohne mich umzusehen, dass der widerliche Kerl mich drängte weiterzugehen. „Beweg deinen kleinen Arsch!“ Widerwillig folgte ich der Aufforderung und hielt dabei mein Haupt gesenkt, um direkten Blickkontakt mit den anderen Insassen zu vermeiden. Meine Haare verbargen glücklicherweise meinen angeekelten Blick. Je weiter ich in diese Hölle vordrang, desto lauter wurde es um mich herum. Diese Idioten zerrten wie die Tiere an den Stangen, in der Hoffnung, doch noch meine Aufmerksamkeit zu erregen. Irgendwann war es nur noch ein heilloses Durcheinander und Gewirr von Stimmen, die ich gekonnt ignorierte. In meinem Kopf war alles leer und statt mich meiner Angst zu ergeben, hämmerte nur ein Name in meinem Kopf: Killian. Vor einer Zelle, mittig am Gang gelegen, packte der glatzköpfige Bulle meinen Kragen und stoppte mich. „Hier ist dein neuer Genosse Dylan! Lass diesen aber am Leben!“, lachte er und ich sah neugierig auf. Ich erkannte ganz hinten, in einer Ecke, einen Mann mit aschblonden Haar. Seine Strähnen schimmerten im gedimmten Licht und seine eiskalten Augen, schienen sich geradezu in meine Brust zu bohren. Mir jagte es einen Schauer über den Rücken. Am Leben lassen? War es hier etwa gang und gäbe, dass man sich gegenseitig abschlachtete? Ich war so perplex, dass ich nicht einmal merkte wie die Zelle aufgeschlossen wurde, und mir endlich auch meine Fesseln abgenommen wurden. „Rein mit dir!“ Ein weiterer Stoß in meinen Rücken ließ mich in den kleinen Raum hineinstolpern. Mit einem Knall fiel die Tür hinter mir ins Schloß und ich war endgültig gefangen. Wie angewurzelt blieb ich mitten in der winzigen Zelle stehen und sah, wie dieser Dylan mich mit seinen Blicken taxierte. Schweigend erhob er sich und ließ mit einer geschmeidigen Bewegung seine Hände in seine Hosentaschen gleiten. Er kam langsam auf mich zu, ohne dass seine Augen auch nur die geringste Regung zeigten. Kalter Schweiß bildete sich auf meiner Stirn. Mein Körper war zum Zerreißen angespannt, jederzeit verteidigungsbereit, und doch ließ ich mir nichts anmerken. „Du bist also der Neue. Was hast du angestellt? Kaugummi geklaut?“ Als er sich in seiner vollen Größe vor mir aufgebaut hatte, starrte er mir unverwandt ins Gesicht. Und auch ich musterte ihn prüfend. Er hatte ein hübsches Gesicht. Eine gerade Nase, die nicht zu lang war, eher elegant. Blonde, lange Wimpern und eisblaue Augen, die kalt und emotionslos wirkten. Seine Brauen waren perfekt geformt und seine Lippen waren recht schmal, was zusammen mit seinem restlichen Gesicht sehr gut harmonierte. Eine Narbe zog sich unter seinem linken Auge entlang und untermalte seine Ausstrahlung zusätzlich. Die aschblonden Haare fielen ihm locker ins Gesicht. „Kaugummi gewiss nicht. Nein, ich habe nichts verbrochen. Ich sitze unschuldig ein.“, grummelte ich mir in meinen imaginären Bart und ließ ihn nicht aus den Augen. Dieser Kerl war gefährlich, seine Ausstrahlung verriet es. Er roch regelrecht nach Gefahr. Mit ihm sollte ich es mir definitiv nicht verscherzen. „Unschuldig?“, lachte er auf und tat einen Schritt auf mich zu, so dass ich automatisch zurückwich und gegen das Gitter taumelte. Nase an Nase, standen wir uns gegenüber, weshalb ich schwer schlucken musste. „Das behaupten sie alle, wenn sie hier landen.“ Seine Stimme durchdrang jede Faser meines Körpers und ließ mich frösteln. „Glaube, was du willst, ich werde hier eh sehr bald wieder raus sein.“, erwiderte ich und hielt seinem Blick stand. Dylan rührte keinen Muskel, während die Luft um uns herum immer stickiger wurde. Seine ernste Miene wich einem leichten Lächeln, was seine Züge weicher erscheinen ließ. „Du hast Mumm, das muss ich dir lassen.“ Er klopfte mir auf die rechte Schulter und ging ein paar Schritte zurück, was mir wieder Freiraum zum Atmen ließ. Erleichtert sog ich die Luft ein und ließ sie dann langsam entweichen. Dylan kehrte währenddessen zurück, Richtung Bett und ließ sich darauf sinken. Es war ein typisches Doppelstockbett. Er nutzte scheinbar die untere Liege. Ich beobachtete, wie er in seine Hosentasche griff und eine Schachtel Kippen sowie Streichhölzer herausholte. Mir fiel die Kinnlade herunter. „Du … Du hast Zigaretten? Aber, wie? Das ist doch ein absolutes Tabu!“ Dylan zuckte nur mit den Schultern, führte den Stängel an seinen Mund, ließ das kleine Streichholz entflammen und sog genüsslich an der Zigarette, um den beißenden Rauch zu inhalieren. „Na und? Ich gebe schließlich auch etwas dafür. Irgendwie muss man sich die Zeit hier doch erträglich machen.“ Er spielte mit dem Daumen am Filter herum und musterte mich erneut. „Du könntest es hier auch definitiv angenehm haben, mein Freund.“ Amüsierten Blickes hob er die Brauen und leckte sich über die Lippen. Mir schoss das Blut durch den Körper. Diese Haltung, diese Geste, so vieles erinnerte mich an Killian. Als wäre er sein böser Zwilling oder ein perfider Klon. „Angenehm? Wie stellst du dir das vor?“ Gerade, als ich ein paar Schritte auf ihn zuging, packte er mein Handgelenk und zog mich ruckartig zu sich aufs Bett. Ehe ich mich versah, wirbelte er mich schon herum, knallte mit dem Kopf allerdings gegen die Bettkante und ich landete auf dem Rücken. „Au!“ Im nächsten Augenblick saß er auch schon triumphierend grinsend auf meiner Hüfte. „Was soll das?“, beschwerte ich mich lautstark, doch dieser Kerl ließ mir gar keine Zeit, klar zu denken und angemessen zu reagieren. Er zog nochmals an seiner Kippe und pustete mir den Rauch ins Gesicht, was mich dazu brachte stark zu husten. Nachdem er den Glimmstängel in die Kloschüssel geschnippt hatte, griff mit etwas Nachdruck in mein Haar. „So einen süßen Zellengenossen hatte ich noch nie. Die anderen haben immer sofort den Schwanz eingezogen und vor lauter Angst gewimmert. Doch du, du lässt dich nicht von meiner Ausstrahlung bedrängen. Bist du also kein Omega?“ Er grinste eisig und fuhr mit der anderen Hand über mein Oberteil. Seine Frage offenbarte es mir. Dieser Kerl war ein Alpha, und vermutlich hier im Knast auch noch ein ganz Großer! Mit ihm sollte ich es mir wahrlich nicht verscherzen, wenn ich Killian jemals wiedersehen wollte. Dass ich hier sitze, habe ich bestimmt nur Branden zu verdanken! Das nur, weil der Geld scheißt, wie ein Esel! Ja, es war nicht üblich, noch vor einer Verhandlung bei den verknackten Häftlingen zu landen. Doch da der Bulle von vorhin, so viel Gefallen daran gefunden hat, ging ich mal stark davon aus, dass Branden seine Kontakte hat spielen lassen. Unschuldig unter den schwersten aller Schwerverbrecher und das nur, weil er mit Geld alles erreichen konnte, was er wollte. Dieser Vorstellung kotzte mich einfach an und ließ mir die Galle hochkommen. Dylan hatte unglaublich starke Arme, was mich aus meinen Gedanken riss und mir keine Chance gab, mich seinem Griff zu entziehen. Er presste, ohne Gnade oder Wärme, seine Lippen hart auf meine und verlagerte sein Gewicht auf mir. Meine Kehle schnürte sich unter dieser groben Behandlung zu. Er meinte es ernst. Sehr ernst sogar. Ich war neu, ein Beta und hatte hier keinerlei Macht. Doch sollte ich mich hier einfach ergeben? Nein! Mit einer schnellen Bewegung, rammte ich ihm mein Knie in die Eier. Sofort ließ er los, brüllte einmal kurz gequält auf und rollte zur Seite. Ich nutzte diese Gelegenheit, schwang mich vom Bett und rannte zum Gitter. „Hey! Lasst mich raus! Ich bin unschuldig!“ „Nicht mehr lange!“, lachte ein Insasse, von der gegenüberliegenden Seite und als ich denjenigen fand, der da rief, erkannte ich, dass er hinter mich deutete. Lautes Gelächter erfüllte den Gang und immer mehr Männer sammelten sich an den Gittern zum Gang. Sie pfiffen und grölten. Doch als ich hinter mich sah, war es schon zu spät. Dylan ließ seine Faust auf mich niedersausen, knallte meinen Kopf gegen die Metallstangen und riss meine Arme nach hinten, wo er sie, beinahe bis zum auskugeln, nach oben riss. Automatisch fiel mein Oberkörper nach vorn. „Du Pussy! Keiner wagt es, mir an die Eier zu gehen! Du wirst hier schon noch lernen, wo dein Platz ist!“, zischte er mir ins Ohr, und riss meine Hose herunter. Panik stieg in mir auf. Das konnte nicht sein Ernst sein! Mein Blick trübte sich, als ich mich hilfesuchend umsah. Doch das einzige, was ich sah, waren Männer die ihre Schwänze auspackten und lüstern darangingen sich einen runterzuholen. Allein diese Blicke ekelten mich an und ich spürte, wie mir kotzübel wurde. Die Stimmen, sie verschwammen ineinander und mein Gehirn versank in einem Chaos aus Angst, Ekel, Demütigung und Panik. „Mach dich auf was gefasst, du wirst das absolut niedrigste Schwein in diesem Loch sein …“, dröhnte es in meinem Ohr. Heiße Tränen schossen mir in die Augen, Angst kochte hoch und …


 


Kapitel 1 – Zweifel


Um mich herum erklangen die Stimmen der Menschen nur dumpf, denn geistig war ich überhaupt nicht anwesend. Die Nachricht des Arztes riss mich völlig heraus! Ein Baby? So schnell? Ich war zwar in der Hitze, aber dass es so bald zu einer Schwangerschaft käme, hätte ich nicht gedacht. Der Arzt ließ mich mit dieser Information einfach stehen, und wie versteinert saß ich auf meinem Stuhl. Immer wieder huschten Leute an mir vorbei, doch schenkten sie mir keinerlei Beachtung. Gott sei Dank. Mein Hirn lief auf Hochtouren, denn es stand ja noch die Frage im Raum: Wer ist der Vater? Konnte Matt mit mir überhaupt ein Kind zeugen? Ich hätte mal in Sexualkunde besser aufpassen sollen … Wie in Trance legte ich meine Hand auf meinen Bauch und schloss für einen Moment die Augen. Es war egal, von wem das Kind war. Es war MEIN Kind, daran gab es nichts zu rütteln. Nun musste ich das Ganze irgendwie Branden erklären. Doch was, wenn ich Matt als potentiellen Vater benennen würde? Branden würde nicht zögern, ihn umbringen zu lassen, dessen war ich mir sicher. „Okay!“ Ich klatschte entschlossen in die Hände und rieb mir mit den Handflächen über das Gesicht. Als ich mich aufschwang, stand mein Entschluss fest. Egal was ich tat, es änderte nichts. Ich musste mich mit Branden gutstellen und einen Weg finden, Matt aus dem Knast zu holen. Wenn Branden sich überzeugen ließ, dann nur von mir. Ich straffte die Schultern und atmete einmal tief durch. Mein Blick wanderte zur Tür, die Branden und mich trennte und mein Puls begann zu rasen. Wie würde er wohl reagieren? Mit leisen Schritten ging ich auf die Tür zu, hob die Hand und klopfte zögerlich an. Ich wartete, bis ich ein leises Brummen hörte, was nur schwer als ein „herein“, zu interpretieren war. Wie wird er wohl reagieren, wenn er mich jetzt sieht? Ich hatte Angst. Branden war kein Mensch, der jemandem einfach so verzieh. Doch mir blieb keine andere Möglichkeit. Also auf in die Höhle des Löwen. Mit einem kurzen Räuspern betrat ich das große Zimmer und mein Blick schweifte umher. Dieser Raum sah gewiss nicht aus, wie ein Krankenhauszimmer. Die Wände waren in warmen Cremefarben gestrichen und antike Möbel, ein Sideboard und eine Schrankwand reihten sich an der linken Wand aneinander. An der gegenüberliegenden Wand befanden sich eine dunkelbraune Ledercouch und ein schwarzer Tisch. Geradezu, an der Fensterfront, stand ein modernes Krankenbett. Branden sah furchtbar blass aus. Seine Augen waren dunkel und seine sonst so gepflegten Haare, hingen ihm strähnig ins Gesicht. Sein Blick traf mich wie ein Schlag. Eiskalt und distanziert begutachtete er mich.


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