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Fantasy Bücher
Buch Leseprobe Ozeansommer, Anne Daurer
Anne Daurer

Ozeansommer


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Einmal im Leben passiert es. Man öffnet ein Tor zu einer verbotenen Welt. Man sieht neue Bilder, riecht verlockende Düfte, entdeckt bisher unbekannte Farben. Man will Teil der Welt werden, doch man darf nicht. Man könnte das Tor schließen. Die unerreichbare Welt vergessen. Seinen Weg fortsetzen und so tun, als hätte man das Tor nie gefunden. Aber man kann nicht. Man kann und will das Neue nicht vergessen, denn es hat die Augen und das Herz geöffnet. Und die Seele auch. In diesem Moment entscheidet man sich, zu leben. Vielleicht entscheidet man sich, für jemanden zu leben. Oder zu sterben. Man will alles tun, um ihn zu beschützen. Wenn dieser Zeitpunkt gekommen ist, darf man nicht überlegen. Man muss etwas tun. Als Delia sagte, ich müsse Niklas retten und ich müsse mich entscheiden, überlegte ich keine Sekunde. Doch ich hatte keine Ahnung, was ich tun sollte. Eigentlich wollte ich Nein sagen. Ein Nein, das alles ausschloss, was ich im Sommer erlebt hatte. Ein lautes, hartes Nein. Dann weggehen und Delia vergessen. Niklas vergessen. Alles vergessen. Doch wie hätte ich vergessen können? Mein Ozeansommer war länger gewesen, als ein Sommer sein kann. Zwei Jahre im August, in denen ich in eine fremde Welt getaucht war, die jenseits meiner Vorstellungskraft und meiner Wünsche lag. Niemals hätte ich gedacht, dass ich so etwas erleben würde wie Niklas und das, was er in mir verursachte. Am Allerwenigsten hätte ich erwartet, Dinge zu sehen, die ich nicht sehen konnte. Nicht sehen durfte. Alles, was ich im August erlebt hatte, lag weit entfernt von meiner Janawelt, und noch weiter weg von meinen Träumen, wie meine Zukunft aussehen sollte. Ich war ein verrücktes Mädchen gewesen mit einer noch verrückteren Freundin. Dann hatte sich meine Welt verdunkelt und ich wäre gerne von der Brücke gesprungen. Natürlich hatte ich das nicht getan. Stattdessen wurde ich nach De Haan geschickt. Dort wurde mir Niklas geschickt. Niklas. Was dann kam, hatte alles übertroffen. Die Liebe übertroffen und alles, was ich mir darunter vorgestellt hatte. Die Freude übertroffen. Die Sehnsucht. Das Glück. Den Schmerz. Auf eine mir unerklärliche Weise war es mir gelungen, den Abschied zu überleben und etwas zu finden, das meinem Leben einen neuen Sinn gab. Und nun musste ich mich wieder entscheiden. Für Niklas. Das klang einfach und logisch. Es war alles, was ich mir wünschte. Und doch zerstörte es alles, was ich mir aufgebaut hatte. Und das war nichts anderes als die Lüge, dass ich ohne Niklas leben konnte. „Entscheiden?“, fragte ich Delia. „Was denn entscheiden? Ich weiß genau, was ich will.“ Und wen ich will. Delia lächelte. „Das glaube ich dir. Aber dein Kopf ist nicht frei.“ Mein Kopf war so frei, dass der Novemberwind ungehindert durch rauschte und das Laub der vergangenen Monate verwehte.


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