Suchbuch.de

Leseproben online - Schmökern in Büchern


Kategorien
> Fantasy Bücher > Ordo Lupus und das Tor des Tempels
Belletristik
Bücher Erotik
Esoterik Bücher
Fantasy Bücher
Kinderbücher
Krimis & Thriller
Kultur Bücher
Lyrikbücher
Magazine
Politik, Gesellschaftskritik
Ratgeberbücher
regionale Bücher
Reiseberichte
Bücher Satire
Science Fiction
Technikbücher
Tierbücher
Wirtschaftbücher
Bücher Zeitzeugen

Login
Login

Newsletter
Name
eMail

Fantasy Bücher
Buch Leseprobe Ordo Lupus und das Tor des Tempels, Lazlo Ferran
Lazlo Ferran

Ordo Lupus und das Tor des Tempels



Bewertung:
(302)Gefällt mir
Kommentare ansehen und verfassen

Aufrufe:
1340
Dieses Buch jetzt kaufen bei:
Drucken Empfehlen

„Ich fühle mich so alleine. Obwohl in der Kathedrale, 50 Meter unter mir, eine Versammlung der ganzen Stadt stattfindet, weiß niemand, dass ich hier bin oder dass sich über ihnen jeden Moment die Schlacht ereignen wird. Ich kauere mich hinter den Sarkophag direkt neben dem Hebewerk, meine Hand neben dem Knoten, der das Seil an dem massiven Dachbalken aus Eichenholz hält. Und ich warte. Ich nehme das alles mit diesem Diktiergerät auf, das ich mitgebracht habe. Wie bin ich dorthin gelangt? Anscheinend haben mich die kleinen Wolfsengelstatuen an diesen Ort und in diese Zeit geführt und man könnte sagen, dass das alles in meiner Kindheit mit dem Zwischenfall auf dem Friedhof Highgate angefangen hat. Aber der wirkliche Wendepunkt, oder der Punkt, an dem mein Leben aus den Fugen geriet, war der Mord an meiner Tochter, Annie.“ Ich fühlte mich, als ob wir uns unter Wasser befänden. Die Luft um uns herum kräuselte und bewegte sich wie die Oberfläche der klaren See, von unten gesehen. Plötzlich öffnete sich ein dunkler Spalt und etwas Entsetzliches kam hindurch. „Annie!“, schrie ich, warf sie hinter mich und drückte sie an die Wand. Ein langer schuppiger Arm peitschte um mich herum und ergriff ihren Arm. Er zog sie mit einer Kraft zu sich, die viel stärker war als ich. Verzweifelt versuchte ich ihn wegzudrücken, aber der Arm und der widerliche Körper dahinter, auf dem etwas wie ein riesiger Schlangenkopf saß, der sich über mir erhob, zog Annie in den Spalt. Mit einem letzten Schrei „Daddy!“ verschwand sie und der Spalt schloss sich. Ich rannte zu ihm hin, die Luft zerkratzend, aber es gab nichts mehr dort. „Bitte Gott, nein!“, schrie ich so laut ich nur konnte, meine Tränen begannen zu fließen. Ich verstand nicht, was gerade passiert war, aber die einfache Tatsache, dass Annie verschwunden war, war das Einzige, was zählte. Ich sank auf meine Knie und weinte mehrere Minuten, bevor der Wille, sie zu suchen und etwas zu unternehmen, in mir erstarkte. Ich ging schluchzend herum, sah in jede Türöffnung, um jede Ecke und beäugte misstrauisch jeden Wagen, bevor schließlich jemand meinen Zustand bemerkte und mich ansprach. Ich konnte wegen meines Schluchzens nicht sprechen und begann zu hyperventilieren. Ich suchte verzweifelt nach Hilfe, aber war nicht in der Lage, meine Emotionen unter Kontrolle zu bringen. Da er meine verwirrende Mischung aus Französisch und Englisch gehört hatte, sprach der Mann mittleren Alters Englisch. „Warten Sie hier, Monsieur. Ich hole Hilfe! Es dauert nur eine Minute.“ Er rannte zum Ende der Straße und rief etwas auf Französisch. Mehrere Stimmen waren zu hören und er rannte wieder zurück. „Nur ein paar Minuten, Monsieur.“ Die normalerweise hübsche, mit Bäumen gesäumte Straße in Nevers sah wie eine Szene aus dem Roman Thérèse Raquin aus. Ein Mord war geschehen und alles schien schwarz und verrottet.


Für den Inhalt dieser Seite ist der jeweilige Inserent verantwortlich! Missbrauch melden



© 2008 - 2020 suchbuch.de - Leseproben online kostenlos!


ExecutionTime: 3 secs