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Fantasy Bücher
Buch Leseprobe Mondauge 2, Sven Rübhagen
Sven Rübhagen

Mondauge 2


Das Geheimnis der Mondwölfe

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Der Besitzer des Schuppenschwertes Daros konnte unmöglich sagen, wie lange sie sich an den Drachen festklammerten und er fragte sich nicht nur einmal, woher er überhaupt die Kraft nahm, nicht einfach loszulassen. Auch wenn es völlig gegen seinen eigenen Willen war, sah er schließlich in die Tiefe und sie mussten sehr weit oben am Himmel fliegen, denn er konnte das Tal von Marano recht klein erkennen. Und ein Stück weiter südlich glaubte er die Stelle zu sehen, wo der schwarze Turm gestanden war. Blinde Wut machte sich in Daros über Gorgon breit, denn er hatte diesen Turm zerstört und somit war es für sie praktisch unmöglich, Marano wieder zu verlassen. Am schwarzen Turm war damals Eris gestorben. Sie war vom Turm gestürzt und war mit den Kopf auf einem Stein aufgeschlagen. Dieser Gedanke sorgte nicht gerade dafür, dass es ihm besser ging. Irgendwo dort unten musste das Wolfswesen Mondauge stehen. Ihm hatten sie es überhaupt zu verdanken, dass sie noch am Leben waren. Mondauge hatte sich dem gefährlichen Schuppendrachen gestellt, an dem sie gerade festgeklammert hingen. Die Drachenfigur des Schwertes, die in seinen Handrücken gebissen hatte, hinterließ auch nicht gerade ein angenehmes Gefühl. Nur am Rande nahm er wahr, wie ihm warmes, klebriges Blut die Hand herunterlief. Die Drachenfigur hatte ihre spitzen Zähne tief ins Fleisch geschlagen, doch Daros wagte es nicht einmal, ein Stöhnen über seine Lippen kommen zu lassen, aus Angst, es könnte zu viel Kraft kosten. Wegen diesem Schwert hatte alles begonnen. Er hatte es vor einiger Zeit (es kam ihm vor, als läge es Ewigkeiten zurück) in einer alten Waldhütte außerhalb von Marano gefunden und damit hatte Gorgon den Turm zerstört. Dieses Schwert brachte Unglück, war aber gleichermaßen auch ein Schutz. „Der Drache landet!“ Diese Worte hatte Arad ausgesprochen. Auf ihn waren Daros und Eris im schwarzen Turm gestoßen und seitdem hatte Arad sich zu einem treuen Begleiter und Freund entwickelt. Daros brauchte eine gefühlte Ewigkeit, um überhaupt zu verstehen, was Arads Worte zu bedeuten hatten und eigentlich musste er sie gar nicht verstehen, denn das, was nun geschah, war völlig selbsterklärend. Plötzlich ging ein Ruck durch den Drachen, dass Daros glaubte, ihm würden die Gelenke aus den Schultern gerissen. Der Drache verlor stetig an Höhe und nun hatte Daros tatsächlich Todesangst. Er wusste nicht, wo der Drache landete. Um dies zu erkennen war einfach nicht genügend Zeit, um sich einen Überblick zu verschaffen. Wenn sie nicht sprangen, dann würde der Drache sie vermutlich einfach zerquetschen, da sie sich ja die ganze Zeit über an den Rückläufen des Drachen geklammert hatten. Was Arad und Daros nun taten, war wirklich eine reine Verzweiflungstat. Daros konnte nicht sagen, über was der Drache genau flog, doch in dem Moment, als er einen niedrigen Punkt erreicht hatte, ließen sie los und stürzten in die Tiefe. Der Aufprall war so hart, dass sich Daros ziemlich sicher war, dass sie zumindest schwere Verletzungen davongetragen hätten, wären sie auch nur einen Moment früher gesprungen. So kamen sie mit ein paar Prellungen und Schürfwunden davon. Daros rollte sich sofort in Sicherheit, um vom landenden Drachen nicht erdrückt zu werden. Er lehnte sich an eine grobe Felswand und kam schweratmend zu sich. „Wo sind wir?“, wollte Arad wissen, doch auf diese Frage wusste Daros natürlich auch keine Antwort, sodass er nur den Kopf schüttelte und in die Ferne blickte. Was mit dem Schuppendrachen oder mit Gorgon war, war Daros in diesem Moment beinahe egal, so erschöpft war er. Selbst das Schwert, dessen Drachenfigur nun wieder von seiner Hand abließ, nahm er nur ganz leicht am Rande wahr. Überhaupt musste er in diesem Moment aufpassen, nicht einfach einzuschlafen. „Gorgon steigt aus seinem Sattel!“, zischte ihm Arad entgegen. „Ob er weiß, dass wir hier sind?“ Das konnte sich Daros kaum vorstellen, doch er würde sie jeden Augenblick bemerken, wenn sie hier noch weiter herumsaßen. Dies gab ihm noch einmal Kraft und er stemmte sich in die Höhe. Sofort begann er heftig an zu zittern und als er sich nach dem Schwert bücken wollte, brach er beinahe wieder in sich zusammen. Sofort war Arad zur Stelle, um ihn zu stützen und somit liefen sie weiter in den Schutz der Dunkelheit hinein, in der Hoffnung, nicht gesehen zu werden. Doch das war einfach absurd. Sie mussten einfach gesehen werden. Auch wenn es völlig finster war, erkannte Daros doch, dass sie sich auf einem ziemlich hohen Felsen befanden und von dem gab es so schnell kein Entkommen. Sie waren bis zu einer Stelle geschlichen, von der aus sie zumindest nicht sofort gesehen werden konnten, allerdings noch recht gut beobachten konnten, was geschah. Gorgon musste inzwischen vom gewaltigen Schuppendrachen heruntergestiegen sein, denn Daros konnte keine Person in der Nähe des Drachens erkennen. „Wo ist er hin?“, zischte Arad ihm ins Ohr und natürlich wusste er darauf auch keine Antwort. Vielleicht gab es hier eine Art Höhle, in die er hineingelaufen war. Um ehrlich zu sein, hatte Daros in diesem Moment auch wenig Mut, das herauszufinden. Zumindest war er froh, dass allmählich wieder etwas Energie in ihn zurückfloss. „Daros, was tun wir jetzt?“, fragte Arad im selben zischenden Ton. „Wir können nicht einfach hier sitzen bleiben! Wenn wir das tun, dann erfrieren wir! Hier auf dem Felsen ist es bitterkalt!“ Damit hatte Arad natürlich Recht und Daros fragte sich nun, warum sie sich überhaupt an den Drachen geklammert hatten. Sie hätten auch bei Mondauge bleiben und ins Tal zurückkehren können. Hatte ihnen diese Tat wirklich etwas gebracht? Die Antwort war für ihn nicht wirklich befriedigend. Wenn Daros ehrlich war, hatte er die Kälte (seitdem sie sich auf diesem Felsen befanden) gar nicht mehr gespürt, doch nun, als Arad es ausgesprochen hatte, nahm er sie überdeutlich wahr. Sofort begann er die Kälte auf seinen Händen und Gesicht zu spüren und er musste sein Gesicht nicht einmal berühren, um zu wissen, dass es völlig gerötet war. „Da passiert etwas“, sagte Arad und tatsächlich bewegte sich eine Gestalt in der Dunkelheit. Natürlich war es Gorgon. Es musste tatsächlich eine Art Höhle geben. Gorgon ging hinüber zum Schuppendrachen und führte ihn ein Stück fort. Auf Daros machte es den Eindruck, als wenn er schon des Öfteren hier gewesen sein musste. Mit einer nachdenklichen Miene blickte Daros auf sein Schwert, das er noch immer fest umklammert in der Hand hielt. Wenn Gorgon tatsächlich nicht damit rechnete, dass er sich hier aufhielt, dann gab es eine Möglichkeit, ihn zu überwältigen. Daros warf Arad einen vielsagenden Blick zu und ohne eine Reaktion abzuwarten, erhob er sich und schlich das kurze Stück, das er zuvor mit Arad gegangen war, wieder zurück. Gorgon lief mit dem Rücken zu ihm und Daros war sich vollkommen sicher, dass er nicht wusste, dass sie beide hier waren. Zumindest redete er sich das ein. Nur ein paar Schritte und er würde ihn erreichen. Es war nur eine kleine Entfernung, dennoch war es eine Distanz, auf der so viel schief gehen konnte. Schließlich schob er alle negativen Gedanken (davon gab es ungefähr tausende) beiseite, atmete zweimal tief durch und rannte dann auf Gorgon zu. Gerade, als er das Schwert auf seinen Gegner niedersausen lassen wollte, geschah etwas vollkommen Eigenartiges. Kurz bevor die Klinge den Mann berührte, wurde sie von etwas gebremst, das Daros nicht begreifen konnte. Anschließend begannen die Augen der Drachenfigur auf dem Knauf rot zu glühen und der Schuppendrache schrie ein Kreischen in die Nacht, dass sich Daros die Nackenhaare aufstellten. Zur selben Zeit fuhr Gorgon zu ihm herum und für den Bruchteil einer Sekunde stand echte Verwunderung auf seinem Gesicht. Anschließend entwendete er Daros einfach das Schwert und zwar mit einer so fließenden Bewegung, dass er gar nicht wusste, wie ihm geschah. Schließlich wurde er noch mit einem heftigen Tritt zu Boden befördert, was ihm eigentlich sogar das Leben rettete, denn der Schuppendrache war nun dabei, sich in den Kampf einzumischen und hätte ihn beinahe zertreten. Plötzlich fühlte er sich von hinten gepackt und fortgezogen und er vernahm ein spöttisches Lachen, das zu Gorgon gehörte: „Was bist du für ein Narr?“, spie er aus. „In deinen Händen ist das Schuppenschwert einfach nur nutzlos!“ Daros funkelte ihn wütend an. „Wie meinst du das?“ Wieder lachte Gorgon. In seinen Augen funkelte es nun so spöttisch auf, dass es Daros beinahe rasend gemacht hätte, würde ihn das eben Erlebte nicht zu sehr lähmen. Gorgon reagierte zuerst nicht auf seine Frage, sondern hob das Schuppenschwert vom Boden auf und wog es in der Hand. Die Drachenfigur war nun wieder starr und ihre Augen nicht mehr mit glühendem Leben gefühlt. „Das Schuppenschwert gehorcht nur seinem Besitzer.“ Diese Worte verwirrten Daros. Er warf einen kurzen, hektischen Blick zum Schuppendrachen hinüber, der sich inzwischen wieder beruhigt hatte. Nur ein leichtes Zucken seines Schwanzes, verriet noch einen Teil seiner Nervosität. Mit der freien Hand deutete Gorgon auf den Schuppendrachen. „Ich habe den Drachen erweckt und der Drache hört auf das Schwert. In den falschen Händen ist diese Waffe absolut nutzlos.“ „Und warum ist sie dann in deinen Händen?“, rief Arad aus. Um ein Haar hätte sich Daros verwundert umgewandt, da sich Arad bisher in den Hintergrund gehalten hatte. Nun stand er neben Daros und funkelte Gorgon hasserfüllt an. Wieder lachte Gorgon und Daros glaubte fast, so etwas wie Unsicherheit darin zu hören. Dann wurde er wieder ernst und sein Gesicht verfinsterte sich. „Ihr habt keine Ahnung, in welcher Gefahr ihr schwebt!“, behauptete er heftig und erhob sich wieder. „Nur mit dem Schwert war es möglich, den Drachen zu erwecken. Der Turm war praktisch sein Panzer, den ich ihm ablegen musste, um ihm die Freiheit zu schenken.“ Daros erhob sich langsam und ließ Gorgon dabei nicht aus den Augen. „Ich denke, du hast selber keine Ahnung, was du anrichtest, Gorgon,“ sagte er nicht laut, aber deutlich. „Mit der Zerstörung des Turmes hast du etwas getan, was sich nicht wieder gut machen lässt, ich hoffe, das ist dir klar.“ „Wer braucht schon die Welt außerhalb von Marano?“, blaffte Gorgon und seine laute Stimme war sicherlich noch weit in der Ferne zu hören. Plötzlich breitete Gorgon seine Arme aus und sagte mit einer noch lauteren Stimme: „Ganz Marano gehört mir! Mit dem Schwert und dem Drachen kann mich niemand unterwerfen.“ Daros blickte zu den Drachen hinüber. Er hatte sich einfach zu Boden gelegt und schien zu schlafen. In diesem Moment sah er beinahe friedlich aus und Daros empfand Mitleid mit dem Drachen, denn plötzlich wurde ihm mehr als bewusst, dass der Drache Gorgon nichts bedeutete. In der Flugechse sah er nur ein Werkzeug, das er für seine Zwecke nutzen konnte. Nun lachte Daros ihm ins Gesicht. „Nein, Gorgon. Du bist der Narr! Wie kannst du glauben, unbesiegbar zu sein? Das ist niemand. Absolut jeder hat eine Schwäche und wenn wir die gefunden haben, dann können wir Marano vor dir retten!“ Daros wusste, dass es stolze Worte waren und er schwor sich, diese einzuhalten. Nun verfinsterte sich der Blick Gorgons endgültig und er trat soweit auf Daros zu, bis er direkt über ihm stand. „In welcher Position bist, dich über mich lustig machen zu können?“, bellte er ihn an. In diesem Moment verspürte Daros keine Angst und er brachte es sogar fertig, Gorgon frech ins Gesicht zu grinsen, während er zu ihm aufsah. Daros war ein Mann, der bereits viele Gefahren und schlimme Augenblicke überstanden hatte und diese würde er ebenso bewältigen. Zusammen mit Arad. Aus Erfahrung wusste Daros, dass es immer einen Ausweg gab, auch wenn ihre Lage gerade nicht sehr rosig war. Schließlich hatte Daros nichts mehr zu lachen, denn er sah gerade noch, wie Gorgon seine Hand zu einem Schlag erhob und keine Sekunde später spürte er, wie die metallene Drachenfigur des Schwertes gegen seine Schläfe krachte. In dem Moment, als sich Gorgons Hand hob und zum Schlag ausholte, sah er gerade noch, wie Arad vorsprang, um dies zu verhindern. Obwohl Arad unglaublich schnell reagierte, war er zu langsam. Daros brach neben ihm in die Knie und auch Arad spürte einen heftigen Schlag am Kopf. Keinen Moment später verlor Daros das Bewusstsein.


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