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Fantasy Bücher
Buch Leseprobe Mondauge, Sven Rübhagen
Sven Rübhagen

Mondauge


Die Wölfe von Marano

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Prolog


Eiswüste


 


Um ihn herum war Schnee. Schnee in einem so kräftigen Weiß, dass es schon in den Augen schmerzte, wenn man die Augen nicht zusammenkniff.


Es war vollkommen still. So still, dass es schon nicht mehr natürlichen Ursprungs sein konnte. Schneeflocken peitschten zusammen mit dem beißend kalten Wind durch die dicht aneinander stehenden Berge, doch es ertönte nicht das geringste Geräusch.


Die Temperaturen standen hier so weit unter null, dass es sich jeglicher menschlicher Vorstellungskraft entzog.


Es war ein gewaltiges, uraltes und von der Natur erschaffenes Tal, welches zu allen vier Seiten von gewaltigen Bergketten umschlossen war.


Er richtete seinen Blick wieder nach vorn. Eine ausdruckslose Grimasse stand auf seinem Gesicht und selbst, wenn er einen anderen Gesichtsausdruck hätte aufsetzen wollen, er hätte es nicht geschafft. Dazu hatte die Kälte ihm einfach schon zu stark zugesetzt.


Vor ihm lag ein gewaltiger Schneehügel, der steil in die Höhe ragte.


Entschlossen umfasste er seinen Dolch, den er am Gürtel trug und schritt, ohne ihn auch nur eine Sekunde aus den Augen zu lassen, darauf zu.


Er hatte nicht einmal die Hälfte der Strecke absolviert, als etwas Unglaubliches, zugleich aber auch vollkommen Furchteinflößendes geschah.


Auf dem Hügelkamm tauchte plötzlich eine riesige, weiße Kralle auf, so als ob sich eine große Kreatur mit unglaublicher Anstrengung in die Höhe zog.


Der Mann stolperte erschrocken zurück, verlor das Gleichgewicht, als der Schnee unter seinen Füßen wegrutschte, stürzte rückwärts nach hinten und rollte den Schneehügel wieder hinab.


Fast hatte er geglaubt, sich getäuscht zu haben, dass seine überreizten Nerven ihm einen bösen Streich spielten.


Nein, das war vollkommen ausgeschlossen. Er hatte ganz sicher eine riesige Klaue gesehen. Die Klaue eines …


Der Mann musste alle Mühe aufbringen, um seinen Kopf zu heben und zu sehen, um sich zu vergewissern.


Kaum hatte er ihn leicht gehoben, wünschte er sich sofort, er hätte es nicht getan.


Die Schwäche, die bis vorhin noch in seinen Knochen gesteckt hatte, war wie weggeblasen. Plötzlich fiel es dem Mann unglaublich schwer den Blick wieder von dem abzuwenden, was da auf ihn zugekrochen kam.


Es war einer der Momente, in dem alle Gliedmaße außer sich vor Panik auf einmal reagieren wollen. Der Mann robbte rückwärts. In seinem Kopf war nur noch der Wunsch verankert fort von dieser Kreatur zu sein.


Er schloss für den Bruchteil einer Sekunde die Augen und zwang sich zur Ruhe. So viel Zeit musste einfach sein.


Die Kreatur stieß ein ohrenbetäubendes Brüllen aus, woraufhin er endlich seine Starre überwand. Der Mann reagierte genau so, wie er es all die Jahre gelernt hatte. Es war wieder der Krieger in ihm, der die Kontrolle über ihn übernahm.


Er wandte sich zur Seite, kam mit einer fließenden Rolle wieder auf die Füße und zog gleichzeitig seinen Dolch. Das Gebrüll der Kreatur hatte eine unglaubliche Lawine ausgelöst, die nun von den hohen Bergen ins Tal herabpolterte.


 


Kaum war ihm dies klar geworden, wurde er von dem weißen Drachen im heißen Feuer gebadet.


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