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Fantasy Bücher
Buch Leseprobe Julie, Luka Porter
Luka Porter

Julie


Mittsommernacht in Tallyn

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Ahnungslos lief Julie auf den Höhleneingang zu. Es waren nur noch wenige Schritte. Daan war inzwischen auch angekommen, aber trotz seiner läuferischen Talente war er etwas langsamer gewesen als die galoppierenden Mädchen. Er sah Julie gerade noch aus einiger Entfernung in der Höhle verschwinden. Während Daan, der von dem Kreuz keine Ahnung hatte, nur dachte “wo will sie denn jetzt hin“ brach in den Katakomben die Hölle los. Die Höhle war so kühl, wie Julie vermutet hatte. Fröstelnd ging sie ein, zwei Schritte in den Vorraum. Mehrere Abzweige gingen von der Eingangshöhle ab. In welche Richtung Tonia wohl gegangen war? In diesen wenigen Sekunden, in denen Julie nur Bewegungslos sinnierend im Eingang stand, schrillten bei den Rottweilern die Alarmglocken, wie schon seit Hunderten von Jahren nicht mehr. Durch die Nähe des Kreuzes verwandelten sie sich augenblicklich zu mordlüsternen Monstern, deren einziges Ziel darin bestand, das Böse, welches schon so viele Gute auf dem Gewissen hatte, zu töten. Die Hunde hatten seitlich im Schatten gelegen und waren kaum zu sehen, wenn man eintrat. Nun sprangen die Bestien wie aus einem Guss auf und stürmten, Gespenstischerweise ohne zu knurren oder zu bellen, auf Julie zu. Julie kannte sich gut genug mit Hunden aus um zu wissen, dass das kein freudiges Begrüßungskomitee war. Entsetzt drehte sie auf dem Absatz um und rannte aus der Höhle in den nahen Wald, ihre Killer auf den Fersen. Draußen kamen Dolf und Tasso gerade von ihrem Suchgang zurück. Tasso sah, dass sich die Hunde wie wahnsinnig gebärdeten, obwohl von dem jungen Mädchen offensichtlich keine Gefahr ausging. Er rief die Hunde lautstark zurück. Aber zu seiner und Dolfs Überraschung hörten die Hunde, die gegenüber Tasso sonst absolut gehorsam waren, dieses Mal nicht auf ihren Herren. Daan war inzwischen angekommen. Er übersah die Situation mit einem Blick. Mutig warf er sich auf einen der Hunde, die Julie immer noch folgten. Doch der Hund war wie von Sinnen und außer sich. Er biss Daan nur kurz und heftig in den Arm und schüttelte den Arm dabei wie ein Raubtier, das einem Beutetier das Genick bricht. Dann ließ der Hund den blutenden Halbelfen los und hetzte hinter Julie her. Unbemerkt von allen, die mit Entsetzen diesem Spektakel folgten, schlich sich Tonia aus der Höhle. Geduckt, um nicht in letzter Sekunde noch erwischt zu werden, schlich sie sich zu ihrem Pferd Cade, welches sie in einiger Entfernung genau wie Julie an einen Stamm gebunden hatte. Nur für einen kurzen Moment beschlichen Tonia Zweifel. Letztlich, so fand sie wieder zu ihrer gewohnten Kaltherzigkeit zurück, hatten alle Anwärterinnen gewusst, wie gefährlich es werden würde. Woher da die Gefahr kam war nun wirklich unwichtig. Und sie, Tonia, würde sich von der kleinen Miss Sonnenschein sicher nicht um die Chance ihres Lebens bringen lassen. Julies Gedanken rasten. Was tun? Beim Blick über die Schulter sah sie, was mit Daan passierte. Sie konnte sich ausmalen, was die Tiere mit ihr machen würden, wenn sie sie erwischten. Weiter, nur weiter, hämmerte es in ihrem Kopf. „Wozu, meinte eine hämische Stimme in ihrem Kopf, meinst du die Bestien laufen sich müde? Julie wurde klar, dass sie so den Kürzeren ziehen würde. Ein Baum! schoss es ihr durch den Kopf, ich muss auf einen Baum! Hunde können nicht klettern, oder doch? Egal, es war besser als hilflos hier herum zu irren. In diesem Moment verfing sich Julies Fuß in einer herausragenden Wurzel. Sie fiel der Länge nach in das modrig zerfallene Laub auf dem Waldboden. Den Schmerz an ihren aufgeschürften Knien nahm sie in der Angst nicht einmal wahr. Der vordere Hund war jetzt so dicht, dass sich Julie der typische Geruch des Hundes aufdrängte. Fieberhaft stemmte Julie sich wieder hoch, der Schuh blieb an der Wurzel stecken. Sie sprang förmlich den nächsten erreichbaren Baum an und katapultierte sich mehr als das sie kletterte den schmalen Stamm hoch. Sie war nicht ganz schnell genug. Der Hund richtete sich am Stamm auf und fetzte mit seinen Krallen über Julies nackten Fuß. Brennender Schmerz durchzuckte Julie, die sich in panischem Entsetzen immer weiter in die Krone des Baumes hochzog, um nur ja weit genug weg von den messerscharfen Krallen und Zähnen des Höllenhundes zu sein. Endlich konnte sie sich verschnaufen, sicher würde bald Hilfe kommen. Sie hatte Tasso und Daan gesehen, die hinter den Hunden herstürmten. Erleichterung durchflutete Julies Körper wie eine Welle. Dann brach der Ast, auf dem sie saß. Julie stürzte drei Meter tief auf den erstaunlich harten Boden, genau vor die Fangzähne der beiden Rottweiler. Dolf war neben dem Höhleneingang stehen geblieben. Tasso und Daan hingegen hatten, wie Julie richtig gesehen hatte, die Verfolgung aufgenommen. Daan hatte etliche Sekunden gebraucht, bis er wieder aufstehen konnte. Er biss die Zähne zusammen. Daan war übel von den Schmerzen, sein ganzer Arm pochte und fühlte sich jetzt schon geschwollen an. Aber er konnte Julie doch nicht im Stich lassen. Trotz seiner Verletzung war der Halbelf genauso schnell wie der hinkende Tasso, den er unverletzt sicher um Längen geschlagen hätte. Dennoch war Julie in ihrer Todesangst noch ein bisschen schneller gewesen, die Sekunden, die Daan zum Aufrappeln gebraucht hatte, fehlten ihm jetzt. Hilflos musste er zusehen, wie seine Gefährtin direkt vor die mahlenden Kiefer der schwarzbraunen Hunde stürzte. „Das war es jetzt also“ dachte Julie. „Ich werde meinen Vater nicht wiedersehen“. Sie schloss die Augen. Wenigstens musste sie dann nicht mit ansehen, wie die Hunde sie zerfetzten. In diesem Moment brach ein Bär aus dem Wald. Sein Maul war weit aufgerissen und er grollte mit donnerndem Fauchen auf Julie zu. Tonia hätte ihn wohl erkannt; es war der gleiche Bär, der sie bei der Hütte des Falkners aus dem Wald getrieben hatte. „Na toll“, dachte Julie mit einem letzten Anflug von Galgenhumor, „jetzt kann ich aussuchen ob ich von dem Bären oder den Hunden zerfetzt werde“. Aber das Riesenraubtier griff nicht Julie an. Mit wütendem Gebrüll stürzte sich der Bär auf die beiden Hunde. Immer wieder hub er mit seinen riesigen Pranken nach den Rottweilern, die sich, inzwischen blutend und verletzt, nicht um ihr eigenes Leben zu kümmern schienen. Ihr Ziel war es, die Kreuzträgerin zu töten, die Magie ließ ihnen keine Wahl. Wieder und wieder nahmen sie erneut Anlauf und sprangen auf Julie zu. Diese hatte sich inzwischen aufgerappelt. Julie saß mit dem Rücken an den Baumstamm gelehnt und beobachtete hilflos den Kampf um ihr Leben, den nun jemand anders für sie austrug. Zurück auf den unzuverlässigen Baum konnte Julie nicht; sie hatte sich bei dem Sturz den linken Arm gebrochen und wäre nicht mehr in der Lage gewesen, sich hochzuziehen. Einer der Hunde schlug dem Bären die Krallen quer durch das haarige Gesicht. Blutende Striemen wurden auf Stirn und Wange sichtbar, der Bär war schon nach diesem kurzen Kampf mit den rasenden Bestien sichtlich erschöpft. Inzwischen waren Daan und Tasso angekommen. Die Hunde reagierten immer noch nicht auf Tassos Rufe; nicht einmal er traute sich jetzt noch, dazwischen zu gehen. Daan wusste plötzlich blitzartig was los war. Er rief so laut er konnte: “Julie, ein Kreuz, hast du ein Kreuz?“ Julie nickte verstört. „Du musst es wegwerfen so weit du kannst, hörst du? Wirf es weg!“ Plötzlich fügte sich alles zusammen. Mathys hatte ihr nichts befehlen wollen, er hatte sich Sorgen gemacht! Mit der gesunden Hand fummelte Julie so gut es ging den Gürtel ab. Mit zitternden Fingern öffnete sie den Knopf der kleinen Tasche und zog das Kreuz hervor. Der Anblick gab den Hunden zusätzliche Energie...

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