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Fantasy Bücher
Buch Leseprobe John Spraud und das Geheimnis von E, S.C.Fürler
S.C.Fürler

John Spraud und das Geheimnis von E



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Die Sprauds im schottischen Aberdeen waren darauf bedacht, dass niemand etwas von ihrem Famieliengeheimnis erfuhr. Sehr bedacht sogar. Es gelang ihnen auch einigermaßen gut, denn keiner, der die Sprauds kannte, hätte je geahnt, dass mit ihnen etwas nicht stimmen könnte. Keiner hätte je vermutet, dass sie in eine unglaubliche Geschichte verstrickt sein könnten, und schon gar nicht, dass ihre Kinder in diese schier unbegreifliche Sache verwickelt waren. Darüber waren sie auch sehr froh, denn ihr Geheimnis war selbst für sie so unbegreiflich, dass es ihnen die Angst in die Knochen trieb, schwer auf ihre Gemüter drückte und wie ein bleierner Umhang auf ihren Schultern lastete. Sie fürchtete ständig, undurchsichtige Gestalten könnten Wind von der Sache bekommen und ihren Kindern etwas anhaben. Schon der bloße Gedanke daran ließ ihre Eingeweide schrumpfen und ihr Blut in den Adern gefrieren. Sie unternahmen alles, nur damit diese unsägliche Geschichte niemand zu Ohren kam oder ihre Kinder etwas davon erfuhren. Einfach entsetzlich wäre es, wenn diese leidige Sache mit John und Babs ans Licht kommen würde oder die beiden dahinterkämen. Mrs. Spraud war derart besorgt, dass sie in ihrem Leid zu ertrinken drohte. Mr. Spraud hingegen steckte die kalte Furcht im Nacken. Mit Argusaugen achtete er auf alles, das auch nur im Entferntesten den Geruch von Abnormität hatte. Trotz seiner unermüdlichen Anstrengungen waren ihm aber die seltsamen Dinge, die sich in der Nacht zuvor in seinem Haus ereignet hatten, völlig entgangen. Er hatte sie schlichtweg verschlafen, was auch nicht verwunderte, denn es passierte rasend schnell und vollkommen lautlos. Nur das Leuchten grüner Blitze hätte ihn wecken können, doch auch das war nicht geschehen, da er am Abend zuvor etwas zu tief ins Glas geschaut hatte.


Auch an diesem trüben Morgen, an dem diese Geschichte beginnt, war Mr. Spraud sehr darum bemüht, auf jede Ungereimtheit zu achten, was jedoch gründlich in die Hose ging, da seine älteste Tochter July von einem hysterischen Schreianfall geplagt wurde und alle auf Trab hielt.


John Spraud saß an diesem regnerischen, führ ihn so schicksalhaften Tag in seinem Zimmer und langweilte sich wieder einmal zu Tode. John war überdurchnittlich groß und sehr schlank. Seine Augen waren tiefblau. Mit seiner schwarzen Sonnenbrille, die er fast immer trug, fühlte er sich wie ein berühmter Rockstar. Doch sein Leben war bei Weitem nicht so aufregend wie das eines Rockstars. Genau genommen war sein Leben stinklangweilig. Doch das sollte sich blad ändern, nur ahnte er noch nichts davon, denn auch er hatte die seltsam gekleideten Menschen, die in der Nacht zuvor um ihr Haus geschlichen waren, nicht bemerkt. Keiner von ihnen hatte hatte sie bemerkt. Keiner hatte gesehen, wie sie in grünen Blitzen aus dem Nichts erschienen und in ihr Haus eindrangen. Doch sie waren nicht gekommen um etwas zu stehlen. Sie waren gekommen, um etwas zu hinterlegen. Etwas, das Johns Leben für immer dramatisch verändern sollte. Dunkle Mächte von Anderswo lenkten auf magisch anmutende Weise dieses unglaubliche Geschehen. Für diesen Tag sollte Johns Leben jedoch noch normal verlaufen, sofern bei den Sprauds je etwas normal war. Er nahm die Fernbedinung ,zappte sich gelangweilt durch sämtliche Kanäle und döste dabei ein. Er verfiel in einen unruhigen Schlaf und träumte wirres Zeug. Er träumte von einer seltsam anmutenden Stadt, deren Häuser wie gigantische, steinerne Iglus aussahen. Aus diesen Iglus ragten mächtige Masten und Türmchen, die in einem diffusen grünlichen Dämmerlich schaurige Schatten warfen. Auf einmal strömte Licht von oben herab. Große runde Schatten huschten über die hell erleuchteten Iglus und ein unheimliches Surren lag in der Luft. Dann erlosch das Licht so jäh, wie es aufgetaucht war, und eigenartig gekleidete Menschen stahlen sich durch schemenhaft beleuchtete Straßen. Manche von ihnen verschwanden spurlos in grünen Blitzen, andere erschienen in gespenstischen Funkenregen aus dem Buchstäblichen Nichts.  Es war beängstigend und John erwachte schlagartig. Schweißperlen standen auf seiner Stirn und ihm war ganz schummrig zumute. Sein Herz pochte gegen seine Rippen, sein Mund war völlig ausgetrocknet und er hatte das beklemmende Gefühl, diesen Traum letzte Nacht schon einmal geträumt zu haben.


Anderswo versammtelten sich zur selben Zeit dunkle Gestalten, um Johns Schicksal zu besiegeln. Es passierte in einem gewökbeartigen Raum, in dem in düsteren Nischen mächtige Feuer flackerten.  Ihr Lichtschein warf lange, spinnengleiche Schatten auf riesige Steinköpfe, die überall herumstanden und die glänzenden Wände zierten. Gruselerregende steinerne Tierfratzen starrten von der Gewölbedecke durch die langen goldenen Lichtstreifen hindurch, die das Feuer an die schwarze Decke warf. Milchige gesichter wurden vom Glimmern des Feuers erleuchtet. Es war heis und stickig. Ein Mann begann zu sprechen. Seine Stimme klang auf aufsässig.


″Willst du den Jungen wirklich hierherlocken und töten?″


″Ja″, sagte eine zweite Stimme. Sie klang wie ein jäher eisiger Windstoß.


″Lass ihn doch wo er ist″, setzte die aufsässige Stimme nach.


″Hab ich mich nicht deutlich genug ausgedrückt, Achnum?″,zischte die kalte Stimme. Sie klang so frostig, dass die Worte in der Luft zu Eis gefroren.


″Und ich sag dir, lass ihn wo er ist! Dieses Bürschchen macht uns doch nur Ärger. Keiner weiß, dass er noch am Leben ist. Selbst Anu hat nicht den geringsten Verdacht. Du wirst in Kürze die Macht über unser Reich erlangen. Du brauchst den Jungen nicht″, fauchte Achnum widerspenstig. Ein leichtes Zittern mischte sich in seine aufsässige Stimme.


″Tu, was man dir befiehlt, Achnum, wenn dir dein Leben lieb ist″, drohte plötzlich eine dritte Stimme.


″Ich will den jungen tot sehen, Achnum″, zischte die kalte Stimme, ″und du wirst ihn mir bringen.″


″Der Junge weiß doch nicht mal, dass wir existieren″, stieß Achnum halsstarrig hervor. ″Wozu ihn hierherbringen?″


″Das geht dich nichts an, Achnum″, warnte die dritte Stimme schroff. ″Tu einfach, was man dir sagt.″


″Achnums Grips füllt gerade mal eine Nussschale, Adamu″, höhnte die kalte Stimme verächtlich. ″Er redet sich um Kopf und Kragen und ist zu blöd, um es zu bemerken.″


″Lass mich den Jungen herbringen″, sagte Adamu verheißungsvoll zu der kalten Stimme. ″Es steht zu viel auf dem Spiel. Dies Aufgabe überfordert Achnums Fähigkeiten.″


″Adamu″, sagte die kalte Stimme, du darfst deine Tarnung nicht gefährden. Du kennst den Deal.″


Dann trat ein langes Schweigen ein. Nur das Knistern und Prasseln der Feuer und unregelmäßige Atemzüge waren zu hören. Plötzlich durchbrach lautes Rascheln von Gefieder die Stille und erfüllte den Raum auf schauderbare Weise. Der Schein der Feuer warf jäh einen riesigen Schatten an die Wand und tauchte deren Verzierungen in vollkommene Dunkelheit.


″Wenn du den Jungen hierherholst, wird es verheerende Folgen haben″, sagte nun eine raue, krächzende Stimme. Sie klang wie die eines Papageis. ″Komm zur Vernunft, bevor es zu spät ist.″


″Keiner wird er erfahren″, sagte die kalte Stimme herrisch und fuhr dann mit einem leisen Flüstern fort, das bedrohlicher klang als der lauteste Schrei. ″Die Sache ist entschieden. Der Junge wird sterben.″


 


 


 


 


 


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