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Fantasy Bücher
Buch Leseprobe HEROES 03 Schicksalsfesseln, Susan B. Hunt
Susan B. Hunt

HEROES 03 Schicksalsfesseln



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Prolog
Hunter hörte die dumpfen Schritte, die immer näher kamen. Es waren mehrere schwere Stiefel, die den Gang entlang donnerten.
Sein ausgezeichnetes Gehör warnte ihn, lange bevor die Schritte vor der Tür zu seinem Gefängnis stoppten. Als er kurz darauf die Kampfgeräusche vernahm, die zwar kaum durch die dicke Stahltür drangen, für ihn aber laut genug waren, um sie zu hören, konnte er sich keinen Reim darauf machen. Der einzige Mensch, der in den letzten Monaten zu ihm gekommen war, war Dr. Abramovic. Er untersuchte ihn regelmäßig und verabreichte ihm dauernd irgendwelche Injektionen. Wenn der Arzt kam, trat vorher mit einem leisen Zischen Gas aus einer der Düsen, die an der Decke des Kerkers angebracht war. Das Gas machte ihn benommen und er wusste, was er zu tun hatte. Das einzige Möbelstück, sofern man es überhaupt so nennen konnte, war eine Pritsche aus Holz, auf die er sich legte. Der Doc bestand darauf. Hunter wusste, dass er Angst vor ihm hatte, er konnte sie riechen. Benebelt wartete er darauf, dass Abramovic kam und seine Arbeit tat. Der junge Mann kannte kaum etwas anderes als dieses Loch. Die Erinnerung an seine Kindheit war verschwommen. Sobald er laufen konnte, wurde er in ein Trainingsprogramm gesteckt. Bevor er sich überhaupt seiner Stärke bewusst war, lehrten ihn verschiedene Männer zu kämpfen. Er lernte neben Lesen und Schreiben, auch verschiedene Sprachen zu sprechen. Dumm war er ganz und gar nicht, doch seine Sinne wollten täglich gefordert werden und so quälte er sich selbst in den endlosen Stunden, die er im Dunkeln verbrachte. Stundenlang hielt er seinen Körper in Bewegung mit den einfachsten Fitnessübungen, nur um nicht trübsinnig vor sich hinzustarren. Einmal im Monat ketteten sie ihn an die Wand. Arme und Beine weit gespreizt. Waschtag! Ein eiskalter harter Strahl kam aus dem Wasserschlauch, mit dem ihn ein Wächter gründlich abspritzte. Tropfnass wie einen gebadeten Hund ließen sie ihn hängen, bis er trocken war. Erst dann lösten sie die Eisenfesseln und warfen ihn auf die Pritsche. Hunter wusste nicht wie lange er schon hier war. Manchmal in seinen Träumen sah er die Brust seiner Amme vor sich, die weich, einladend aussah und Trost versprach. Doch selbst diese Erinnerung verschwamm immer mehr und zurück blieb ein kaltes Herz, das keine Liebe kannte und einfach nur weiterschlug. Minute um Minute, Stunde um Stunde, Tag für Tag.
Er saß mit dem Gesicht zur Wand, als er hörte, wie die Kampfgeräusche verstummten. Seine Ohren nahmen das Tippen von Fingern auf, die die Zahlenkombination eingaben, und hörten, wie der schwere Hebel umgelegt wurde. Scheinbar gelassen blieb er einfach sitzen. Kein Gas, das aus den Düsen strömte, um ihn zu betäuben, keine Ankündigung von Dr. Abramovic. Alle Muskeln seines Körpers waren gespannt und seine Sinne geschärft. Er nahm den Duft von Fremden wahr, schon bevor sie die schwere Stahltür aufgeschoben hatten. Doch er roch keine Angst. Als er schließlich aufstand und sich langsam umdrehte, hörte er ein Flüstern: »Rock.«
Rock? Wer war Rock? Der Mann, aus dessen Mund dieser fremdartige Name kam, stand wie erstarrt da. In Sekundenschnelle schätzte Hunter die Situation ein. Diese Männer waren Krieger. Muskelbepackte Kerle, die vor Testosteron nur so strotzten und sehr entschlossen aussahen. Was wollten sie von ihm?
Er sprintete los. Direkt auf die Mauer aus Kraftpaketen zu. Einer von ihnen berührte ihn mit der Hand. Ein leichtes Kribbeln breitete sich über seine Haut aus, doch das hielt ihn nicht auf. Erst eine Injektion, die ihm der farbige Riese in die Halsvene rammte, stoppte ihn. Sämtliche Muskeln versagten ihren Dienst und er ging zu Boden.
Dann wurde es Nacht um ihn.



1. Kapitel
 Aufzeichnung HUNTER/Dr. Ivan Abramovic:
Endlich ist uns der große Durchbruch gelungen. Erstmals werden wir versuchen, einen Menschen zu klonen. Was uns bereits mehrmals bei Hunden, Katzen und Nutztieren geglückt ist, könnte jetzt eine Sensation werden. Die DNA eines vielversprechenden Soldaten der US Army, die bereits seit einer ganzen Weile in unserem Labor lagert, eignet sich nahezu perfekt. Die Zellkerne, die wir aus Hautzellen von ihm entnommen haben, werden voraussichtlich noch heute in die menschliche Eizelle gepflanzt, deren Erbinformation zuvor entfernt wurde. Versuche, die wir vorher durchführten, scheiterten immer wieder daran, dass die Eizellen zu früh aktiviert wurden, nämlich schon, sobald der Zellkern sich einmal geteilt hatte. Dieses Mal bin ich ganz sicher, den richtigen Zeitpunkt zu erkennen, um die In-vitro-Fertilisation starten zu können. Koffein könnte ein entscheidender Zusatz sein, damit Zelle und Zellkern gleichzeitig aktiviert werden und sich entwickeln können. Die passende Frau, die den Embryo austragen wird, wurde hormonell vorbereitet und bietet uns die beste Hülle für den heranwachsenden Fötus. Es ist nicht wichtig, wer sie ist. Einzig ihr Körper ist für uns von unschätzbarem Wert. Was mit ihr geschieht, sobald das Kind geboren ist, wird Alexej entscheiden.



September:
Das Kind wurde entbunden. Ein kräftiger Junge, genau wie geplant. Wir sind erfreut, dass alles so wunderbar geklappt hat. Die Mutter bot die perfekte Hülle für das Heranwachsen des Embryos. Wir haben uns für eine natürliche Geburt entschieden, wobei der Säugling recht groß war und es für die Frau letztendlich zu Komplikationen kam. Sie verstarb. Das Wichtigste aber ist, unser Experiment ist geglückt. Der Säugling ist gesund und kräftig. Sämtliche Vitalfunktionen und erste Blutwerte zeigen hervorragende Werte. Natürlich wird sich erst im Laufe der Zeit herausstellen, ob die genetischen Veränderungen, die für die besonderen Fähigkeiten verantwortlich sind, durchschlagen. Wir haben sie in den Zellkern eingefügt und hoffen, dass sie ausreifen. Somit hätten wir ein Wunderwerk erschaffen. Den perfekten Krieger. Eine der außergewöhnlichen Eigenschaften zeigte sich jedoch sofort nach seiner Geburt. Wie ein Raubtier schnupperte der Säugling und es schien, als würde er alle Gerüche um sich herum aufnehmen. Einzig die Gabe des Stroms, der über die Haut fließt, haben wir nach reiflicher Überlegung nicht in Erwägung gezogen. Es erschien uns doch zu gefährlich, da sie Probleme mit sich bringt. Natürlich wird Hunter noch verschiedene Prozeduren überstehen müssen, bis sich zeigt wie stark er ist. Nun werden wir zu zunächst eine Amme für ihn suchen. Der Kontakt mir ihr soll aber auf das Nötigste beschränkt werden, denn sie darf unter keinen Umständen eine emotionale Bindung zu dem Säugling aufbauen.
Valentin war fassungslos, als er das las. Weil er nicht schlafen konnte, arbeitete er sich durch die Datenbank Abramovics. Er sah vieles, was er nicht verstand, aber als er auf diese Datei stieß, lief ihm ein kalter Schauer über den Rücken. Es handelte sich um eine Art Tagebucheintrag - die Entstehungsgeschichte Hunters sozusagen. Jetzt wo Valentin sich von seinem Boss losgelöst hatte, kam ihm vieles derart krank vor, dass er sich wunderte, alles nicht schon viel früher in Frage gestellt zu haben.
Er saß zusammen mit seinen sibirischen und amerikanischen Brüdern im Learjet, der in Richtung USA flog. Gemeinsam hatten sie beschlossen, Hunter in Sicherheit zu bringen, und Sicherheit hieß in diesem Fall, das Anwesen der neu gewonnenen Freunde. Sibirien war für Prokojevs abtrünnige Soldaten zu einer unkalkulierbaren Gefahr geworden. Thunder hatte auf Autopilot geschaltet und kam aus dem Cockpit. Der Jet war ein Wunderwerk moderner Technik und seine Ausstattung konnte an Luxus nicht überboten werden. Der schwarze Krieger nickte ihm zu, als er an ihm vorbei ging. Valentin sah ihm nach, wie er die Kabine ansteuerte, in der Hunter untergebracht war. Lili, die Ärztin, hatte sich sofort nach dem Eintreffen der Männer des jungen Kriegers angenommen. Er lag ruhiggestellt und festgeschnallt auf der Krankenliege. Als sie ihn aus dem Loch geholt hatten, in dem er gefangen gehalten wurde, war er nackt gewesen. In seiner Leiste hatte er ein eigenartiges Tattoo. Die kyrillischen Schriftzeichen, die seine Rückseite von der rechten Wade über seinen Hintern hinauf bis zur Schulter zierten, waren schon außergewöhnlich. Doch das winzige Tattoo, das einen Skorpion zeigte, erinnerte ein wenig an Jays Adler, den dieser auf der Brust trug. Erst vor kurzem hatten die Männer festgestellt, dass es nicht nur ein unter die Haut gestochenes Bild eines majestätischen Greifvogels war. Der Adler wurde zu einem selbständigen Lebewesen, das sich aus Jays Brust löste, wenn es gebraucht wurde. Er war eine wertvolle Hilfe, da die Krieger ihn als Boten eingesetzt hatten. Tristan und Valentin vermuteten, dass der Skorpion ebenfalls zum Leben erwachen konnte. Er war filigran gestochen und hob sich in leuchtendem Königsblau von Hunters heller Haut ab. Lediglich die Füße und die beiden Scheren des Gliederfüßlers waren schwarz. Mit einem Laken bedeckt war der Krieger jetzt definitiv außer Gefecht gesetzt. Storm, Thunder, Valentin und Jay hatten alle Hände voll mit ihm zu tun gehabt. Dieser muskelbepackte Kerl wog so viel wie ein ganzer Truck samt Auflieger, und die Krieger hatten Mühe, ihn aus den dunklen engen Gängen zu tragen. Thorns Reaktion war wirklich seltsam gewesen. Val hatte gehört, wie er einen Namen flüsterte und völlig erstarrte. Wie in Trance war er neben ihnen hergelaufen, als sie das riesige Gebiet des Russen hinter sich gelassen hatten, unter dessen Erdoberfläche verborgen die Stadt Ondraka lag. Isa, das Mädchen, das Xena gerettet hatte, wollte sie nicht begleiten. Sie hatte sich geweigert, zusammen mit den anderen im Jet das Land zu verlassen. Alles was sie kannte, war Ondraka und seine Bewohner. Ihr ganzes Leben unter dem Einfluss von Peace stehend, machten ihr die fremden Krieger Angst. Schweren Herzens brachte Valentin sie im Nebel zurück an die Grenze zu Prokojevs Gebiet. Von da an war sie auf sich selbst gestellt. Thunder, dessen Gabe im Gedankenlesen lag, hatte versucht, ihr Kurzzeitgedächtnis zu löschen. Er war sich nicht sicher, ob es ihm gelungen war, doch wenn, dann konnte sie auch das schreckliche Erlebnis ihrer Vergewaltigung durch einen der Wächter vergessen. Xena war es schwergefallen, sich von ihr zu verabschieden. Seit sie die Kleine gerettet hatte, empfand sie eine tiefe Zuneigung und Verantwortungsgefühl. Doch sie und das Mädchen waren eben nicht aus dem gleichen Holz geschnitzt. Xena, deren Mutter Eve als Rebellin grausam von dem Russen hingerichtet wurde, war dagegen nicht mehr länger bereit, sich Prokojev zu unterwerfen. Deshalb folgte sie den Kriegern gerne. Wohl auch wegen Juno, ihrer Halbschwester, die ebenfalls in die USA ausreisen würde. Sie war die einzige Familie, die Xena noch hatte. Valentin hatte das Datenpad auf seinem Schoß liegen, während sein Blick über den Innenraum des Jets schweifte. Ein kurzer Seitenblick auf Juno und Xena ließ ihn lächeln. Die beiden Frauen hatten sich zusammengekuschelt und schliefen tief und fest, wie Rest der Mannschaft.
Dann wandte er sich wieder den Aufzeichnungen zu. Einiges davon würde Lili sicher sehr interessieren. Die Ärztin kontrollierte regelmäßig Hunters Zustand. Valentin zollte dem zarten Persönchen seinen ganzen Respekt. Die zierliche Asiatin war ruhig und absolut diszipliniert mit dem bewusstlosen Krieger umgegangen. Natürlich hatte Thunder, ihr Gefährte, immer ein wachsames Auge auf sie und wich ihr nicht von der Seite. Zwischen den beiden völlig unterschiedlichen Menschen herrschte eine Einigkeit und Verbundenheit, die Valentin bisher noch nie erlebt hatte. Aber was wusste er schon von Beziehungen.
Seine Gedanken nahmen ihre Wanderung wieder auf und schweiften ab zu dem, was er zurückgelassen hatte. Eigentlich gab es nichts, was er vermissen würde. Sein bester Freund Tristan war dabei, und mit ihm auch die beiden jüngsten Krieger Jay und Tyron. Sie schliefen nicht weit von ihm in ihren XXL-Sesseln. Und natürlich Juno. Sie gehörte zur Einheit wie alle anderen. Es würde noch einige Stunden dauern, bis sie landen würden. Vielleicht sollte er die Technik wegpacken und sich auch ein wenig Schlaf gönnen. Er streckte seine langen Beine aus und fuhr das Pad herunter. Gähnend lehnte er sich zurück und schloss die Augen. Minuten später war er eingeschlafen.
Lili maß mit einem Scanner Hunters Gehirnaktivität und sah besorgt aus. Thunder legte ihr seine große, warme Hand auf den Rücken. »Was macht dir Sorgen mein Herz?«                                 »Ich weiß nicht, aber er ist definitiv nur oberflächlich ruhiggestellt. Ich habe Angst, dass er jeden Moment aufwachen könnte.« Sie seufzte und lehnte sich mit dem Rücken an Thunder, ohne Hunter aus den Augen zu lassen. »Um ihn wirklich lahmzulegen, müsste ich eine Dosis anwenden, die einen Wasserbüffel umhaut.«


Thunders Brust bebte, als er sich das Lachen verkniff. Seine Lili war wirklich umwerfend. So korrekt und immer bemüht, das absolut Richtige zu tun. Er küsste ihren Scheitel und murmelte: »Er darf auf keinen Fall aufwachen, solange wir in der Luft sind. Gib ihm die höchste Dosis, die du verantworten kannst. Das hält er aus.«  Zögernd löste sie sich von ihm und suchte nach einem Injektor, in den sie die leicht milchige Flüssigkeit aufzog.


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