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Fantasy Bücher
Buch Leseprobe HEROES 02 Kriegerseelen, Susan B. Hunt
Susan B. Hunt

HEROES 02 Kriegerseelen



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Prolog


Das Feuer loderte auf und verschlang wie ein wütendes Tier die sterblichen Überreste des Kriegers. Still standen die Menschen, die um ihn trauerten und erwiesen ihm die letzte Ehre. Thorn, der seinen Partner im Kampf und seinen leiblichen Bruder verloren hatte, fühlte eine Leere in sich, als hätte man ihm ein Loch in die Brust gerissen. Rock war ein außergewöhnlicher Mann gewesen. Beinahe unzerstörbar, und doch hatten sie ihn verloren. Das Schicksal war ein grausames Monster, das zuschlug, wenn man nicht damit rechnete.


Thunder, der neben Thorn stand, hatte seinen Partner wieder. Storm war zurück. Welch Ironie, dass gerade eben der verloren geglaubte Bruder zurückgekehrt war. Rechtzeitig um Abschied zu nehmen. Seit die vier Männer sich kannten und ein eingeschworenes Team bildeten, waren einige Jahre vergangen und niemals hätte einer von ihnen geglaubt, dass es auch für sie einmal hieß, Abschied zu nehmen. Die Elitekämpfer der STS hatten ein gefährliches Leben geführt. Ihre Einsätze waren höchst brisant und doch waren sie immer heil davon gekommen. Sie waren perfekt aufeinander abgestimmt und konnten sich auf ihre Partner verlassen. Für die Welt da draußen waren sie nicht existent. Sie wurden erschaffen, um Befehlen Folge zu leisten und zu töten. Der blonde Storm war der Einzige, der eine Identität hatte. Er war es auch, der sich um die finanziellen Dinge kümmerte. Es war gut, dass er wieder da war. Denn nachdem sich ihr Schöpfer Sterling das Leben genommen hatte, gab es niemanden mehr, der von ihnen wusste. Sie waren frei und konnten ein sorgloses Leben führen. Thunder hatte seine Gefährtin Lili gefunden, mit der er durch das Liebesband verbunden war und Thorns Partnerin Cara war sein Anker in der dunklen Stunde, als er seinen Bruder verlor.


Das Leben der Brüder hatte eine Wendung genommen, die für alle noch völlig neu und ungewohnt war. Doch in ihrem Herzen waren sie trotz alledem Krieger und würden es immer bleiben. Jetzt kämpften sie für ihre eigene Überzeugung und für die Gerechtigkeit.


Als das Feuer heruntergebrannt war und der aufkommende Wind die Asche des Kriegers zerstreute, machten sich die Trauernden auf den Weg zurück in ihr Zuhause. Auch wenn das große Haus voll Menschen war, Rock würde immer fehlen. Doch er hatte in den Herzen der Menschen, die ihn kannten und liebten, einen festen Platz eingenommen.



1. Kapitel


Ivy war kurz davor gewesen, in Ohnmacht zu fallen. Storm, der blonde Krieger, war wieder da.


Freude hatte sich in ihr breitgemacht, doch sobald sich ihre Atmung wieder normalisiert hatte, schlich sich die Angst ein. Die Kriegerin hatte sich von Anfang an zu dem blonden Mann hingezogen gefühlt. Er war impulsiv und trug gewaltiges Aggressionspotenzial in sich. Als er in Sterlings Unterlagen den Beweis dafür fand, dass dieser für den Mord an seinen Eltern und seiner Schwester verantwortlich war, drehte er durch und verschwand. Sein Herz war vor Kummer zu Eis gefroren und er hinterließ eine Welle der Zerstörung. Sein Rachefeldzug führte ihn als Erstes in die Geburtsklinik. Das hochmoderne Gebäude lag unterirdisch und war bis auf einen Mitarbeiter leer gewesen, als er dort ankam. Ohne eine Gefühlsregung brach er dem Arzt das Genick und zerstörte mit Hilfe seiner Gabe die gesamte Klinik. Mit einem Fingerschnippen schickte er ein Feuer, und zurück blieb ein Krater aus Schutt und Asche. Er war rastlos und seine Rachegefühle noch lange nicht befriedigt, als er sich seinen Ortungschip aus dem Oberarm schnitt. Dann setzte er sich in seinen Mustang, um Chan Ko zu suchen.
Nachdem er das Naturschutzgebiet hinter sich gelassen hatte, fuhr er in Richtung Stadt. Er war ein aggressiver Fahrer und Wut legte sich wie ein roter Schleier über ihn.
In einer langgezogenen Kurve passierte es. Sein Wagen kam ins Schleudern. Er verlor die Kontrolle und schoss über die Böschung hinunter, wo er eingeklemmt im Fahrzeug liegen blieb. Storm war stundenlang bewusstlos. Er spürte nicht, wie er aus dem Wrack gezerrt wurde. Ein alter Mann mit schlohweißen Haaren nahm ihn mit zu sich nach Hause und pflegte ihn.
Er war monatelang verschwunden. Seine Brüder hatten ihn verzweifelt gesucht, doch nirgends eine Spur von ihm gefunden. Thunder, der mit Storm stets Seite an Seite gekämpft hatte, war außer sich vor Kummer. Der schwarze Krieger hatte nicht nur seinen Partner, sondern auch seinen besten Freund verloren. Einzig Lili hielt ihn aufrecht. Seine Seelengefährtin.


Und dann war der Krieger plötzlich wieder da. Er kam gerade in dem Moment, als sie Rock das letzte Geleit gaben. Trotz der großen Trauer, die die Freunde über Rocks Verlust empfanden, waren sie froh, dass Storm wieder bei ihnen war.


Ivys Gedanken drehten sich im Kreis. Sie hatte seinen Hund getötet. Caio, der sie beschützen wollte und genau in dem Moment den Eindringling ansprang, als Ivy mit der Waffe zielte und abdrückte. Das mutige stolze Tier brach sofort zusammen. Sie kämpfte seitdem mit Schuldgefühlen, auch wenn die Krieger ihr sagten, sie solle sich keine Vorwürfe machen. Caios letzte Ruhestätte war ein wunderschöner Platz im weitläufigen Anwesen der Brüder. Dort, wo er immer gerne gelegen hatte und sich die Sonne auf den Pelz scheinen ließ, hatten sie ihn gemeinsam begraben.
Würde Storm ihr je verzeihen können?
Es war nicht absichtlich geschehen, doch Ivy wusste aus den Erzählungen der Anderen, sowie aus eigener Erfahrung, dass Storm leicht reizbar war. Er hatte oft Mühe, sich zu beherrschen. Sie konnte den Gedanken kaum ertragen, dass er wütend auf sie war. Ein flaues Gefühl schlich sich ein und bereitete ihr Magenschmerzen.
Das war jetzt mehrere Tage her.


Ivy stand in ihrem Zimmer vor dem Spiegel und betrachtete ihr Gesicht. Vorsichtig fuhr sie mit einem Finger über die Narbe, die zwar gut verheilt war, sie aber ihr restliches Leben begleiten würde. Es war das Andenken, das sie für immer an den Tag erinnern würde, der Caios Todestag war. Lili hatte für sie getan, was sie konnte, doch das feine, rosa Narbengewebe gehörte nun zu ihr. Am Besten sie würde sich damit abfinden. Bisher hatte sie noch nicht mit Storm sprechen können, er mied sie, wann immer er konnte. Zu den Mahlzeiten kam er oft als Letzter, und wenn er ihr zufällig begegnete, ignorierte er sie vollkommen. Seine Brüder nahmen ihn die übrige Zeit in Beschlag. Die allgemeine Freude war riesengroß, dass der verloren geglaubte Bruder wieder hier war. Entsprechend viele Fragen waren offen und die Männer saßen oft stundenlang in ihrem geliebten Kaminzimmer.


Lili und Cara waren gerade mit Layla zusammen und stritten sich wahrscheinlich darum, wer Hope halten und herumtragen durfte. Das kleine Mädchen brachte viel Freude in das Haus. Sogar die harten Krieger bekamen einen ganz weichen Gesichtsausdruck, wenn sie die Kleine sahen.
Die blonde Layla war eine von Chan Kos Frauen gewesen, die erst kürzlich ein künstlich gezeugtes Baby geboren hatte. Die Krieger hatten sie gerettet und mit ihr Connor. Der junge Mann, ein ehemaliger Soldat, hatte monatelang in einem dunklen Bunker verbracht und diente als Samenspender. Er war der genetische Vater von Laylas Tochter Hope. Die unfreiwilligen Eltern waren sich näher gekommen und alle fanden es wunderschön, dass die kleine Familie bei ihnen im Haus blieb.


Nur Ivy fühlte sich fehl am Platz, nirgendwo gehörte sie richtig dazu. Die Frauen waren nett zu ihr, aber sie war eine Kriegerin und hatte wenig mit Cara, Lili und Layla gemeinsam. Viel wohler fühlte sie sich in der Gesellschaft der Männer. Sie wollte mit ihnen kämpfen. Doch sie konnte sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Krieger sie nicht voll und ganz akzeptierten. Selbst Ian und Shadow, die beiden Männer, die sie schon ihr ganzes Leben lang kannte, gaben ihr das Gefühl eine Außenseiterin zu sein. Das tägliche Training fand ohne sie statt, die Jungs brauchten sie nicht. »Scheiße nochmal«, sie fluchte laut und stampfte mit den Füßen. Plötzlich hasste sie sich selbst für ihre Trauermiene und ihr Selbstmitleid.
Also straffte sie die Schultern, atmete tief durch und verließ ihr Zimmer. Als sie die Treppe hinunter ging, hörte sie die gedämpften Stimmen der Männer, die aus dem Kaminzimmer kamen. Sie würde jetzt da hineingehen und Storm um eine Unterredung bitten. Egal wie es ausgehen würde, irgendwann musste sie sich ihren Ängsten stellen und es war besser, es nicht weiter aufzuschieben. Vor der Tür blieb sie kurz stehen. Bevor sie der Mut verließ, klopfte sie fest und entschlossen an.


Die Unterhaltung verstummte und sie drückte den Türgriff nach unten. Sechs Augenpaare richteten sich auf sie. Eines davon, dunkelblau, strahlte so viel Kälte aus, dass sie erschauderte.
Storms Blick schien sie zu durchbohren und sein Gesichtsausdruck war eisig.
Soviel zu dem Gedanken - wird schon nicht so schlimm werden - den sie versucht hatte, sich einzureden.
Scheißegal, da musste sie jetzt durch. »Storm, ich würde gerne mit dir sprechen ...«, sie stand immer noch mitten im Türrahmen und hielt sich am Griff fest.


Thorn rempelte ihn an, als er nicht antwortete. Schließlich, nach einer vollen Minute des Schweigens, stand der Blonde langsam auf und kam auf sie zu.
Ivy musste den Kopf in den Nacken legen, um ihm ins Gesicht zu sehen, als er vor ihr stand.
Er war so attraktiv, wie sie ihn in Erinnerung hatte. Bei dem Gedanken, dass sie schon mit ihm in einem Bett gelegen hatte und jedes Detail seines Körpers kannte, flammte Hitze in ihr auf. Ihre Wangen begannen zu glühen.
Storm drängte sich mit seinem stahlharten Körper gegen sie und schob sie zur Tür hinaus. »Was willst Du? Mir erzählen, dass du meinen Hund getötet hast, oder was? Das musst du nicht, das haben die Anderen bereits getan.«
Er funkelte sie aus eiskalten Augen an und sie musste allen Mut zusammennehmen, um nicht vor ihm zurückzuweichen. »Es war ein Unfall, haben dir deine Brüder das auch erzählt?«


Er schnaubte und knurrte. »Er wollte dich beschützen, so wie er alle Menschen in diesem Haus beschützt hätte. Aber du ..., du knallst ihn einfach so ab. Soll ich dir etwa dankbar sein dafür?«
Ihre Augen füllten sich mit Tränen und sie versuchte nicht zu blinzeln, damit sie nicht wie ein dummes Schulmädchen da stand. Eigentlich hätte sie es wissen müssen. Der blonde Krieger war niemand, der großzügig war und schnell verzieh. Angefüllt mit Hass war er aggressiver und reizbarer als je zuvor. Sie war dumm gewesen zu glauben, dass er es ihr leicht machen würde.


Entschuldigung - und dann ist alles gut.
»Es tut mir wirklich leid«, flüsterte sie und senkte den Kopf. Sie hasste es, dass ihre Stimme zitterte.


»Ich scheiß auf dein - es tut mir leid. Bringt mir Caio auch nicht wieder.« Storm drehte sich um und ließ sie einfach stehen. Zutiefst verletzt lief sie die Treppe hinauf und schloss sich in ihrem Zimmer ein.


Die Männer hatten unfreiwillig die Unterhaltung mitbekommen. Thorn sah Storm vorwurfsvoll an, als dieser sich ungerührt wieder neben ihn setzte.
»Findest du nicht, dass du ein wenig zu hart mit ihr bist? Sie hat schließlich alles getan um das Haus zu verteidigen und ich glaube wirklich, dass sie sich selbst genug Vorwürfe wegen Caio macht.«


Der blonde Krieger stieß ein undefinierbares Geräusch aus, was so ähnlich klang wie - lasst mich bloß alle in Ruhe. Thorn beschloss, sich herauszuhalten. Die kleine Kämpferin tat ihm leid, er hatte sie als tapfere Frau kennengelernt und schätzte ihre Fähigkeiten und ihren Mut. Vielleicht brauchte Blondie eben noch eine Weile, um damit fertig zu werden.


Rocks Tod überschattete immer noch alles und die Trauer saß tief. Er würde ihnen allen sehr fehlen. Schwer vorstellbar, dass er nie mehr wieder auftauchen würde.
Seine Asche wurde auf der Insel vom Wind zerstreut. Nichts war mehr von ihm übrig geblieben, außer den Erinnerungen in den Köpfen und Herzen der Menschen, die ihn geschätzt und geliebt hatten.
Thorn ließ die Augen über die Männerrunde schweifen und fragte sich, ob sie wohl ein ebenso gutes Team werden würden, wie sie es vorher mit Rock in ihrer Mitte, waren.


Connor, der ehemalige Soldat, war ohne Zweifel ein guter Kämpfer. Er glaubte an die gleichen Ideale wie Thorn und seine beiden Brüder. Ian und Shadow kamen aus der Zukunft und waren ebenfalls außergewöhnlich. Beide konnten teleportieren und waren voller Überzeugung in die Vergangenheit gereist, Chan Ko das Handwerk zu legen. Sie konnten nicht mehr zurück, ebenso wenig wie Ivy. Sie hatten noch nicht darüber gesprochen, aber irgendwie war klar, dass alle hier bleiben würden.


 


 


 


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