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> Fantasy Bücher > Fry Fern, Teil 2
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Fantasy Bücher
Buch Leseprobe Fry Fern, Teil 2, Maria Anders
Maria Anders

Fry Fern, Teil 2


Der Phönix im vergessenen Turm

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Kapitel 1: Es war  ein wunderschöner Morgen. Malerisch standen weiße Schäfchenwolken am Himmel, dazwischen lugte die Sonne hervor. Es war Winter und ein Tag nach den Weihnachtsfeiertagen. Alle Bäume waren kahl und die schlecht gepflasterte Landstraße im Frankfurter Umland war still und verlassen. Rechts sah man Felder, links breitete sich kilometerlang der Frankfurter Stadtwald aus. Jetzt, Ende Dezember, wirkte der Wald besonders trostlos. Starr und steif standen die jahreshohen Baumstämme in Reih und Glied, während sich die blätterlosen Zweige vorsichtig den ersten wärmenden Sonnenstrahlen entgegenreckten. Da ertönte aus der Ferne ein lautes Knattern.


Die vor Kälte aufgeplusterten Waldvögel, die unten auf dem Boden nach Futter gesucht hatten, stoben mit einem Satz auf und flatterten zeternd in die Luft. Der Fuchs, der sich auf der Suche nach Futter bis an den Waldesrand gewagt hatte, sprang wieder zurück ins Unterholz. Das Knattern kam näher, bis irgendwann ein zerdellter, grüner VW-Bus auftauchte, der langsam über die Straße holperte.


Hinter dem Steuer saß ein breitschultriger, rothaariger Mann. Er trug einen braunen, abgewetzten Wildlederanzug mit Fransen; auf seiner Schulter hockte eine schwarze Elster. Gleich neben ihm vorne auf der Sitzbank saßen zwei Kinder. Auch sie hatten leuchtend rote Haare, und waren etwa zehn und zwölf Jahre alt. In bester Laune spielte der Junge auf einer Mundharmonika und das Mädchen kicherte und sang dazu so gut es konnte:


„Das Wandern ist des Müllers Lust …“


Plötzlich hielt der Bus mitten auf der Straße an und das Knattern erstarb. Da gerade keine weiteren Autos unterwegs waren, war das nicht weiter schlimm. Und als eine ganze Weile lang nichts geschah und der Bus einfach nur so dastand, begannen irgendwann die Vögel wieder zu singen und der hungrige Fuchs erneut durch die Böschung zu spähen. Die Kinder in dem Bus aber hatten ihr Lied unterbrochen und blickten neugierig aus den Fenstern. Der Mann mit der Elster studierte mittlerweile eine zerknitterte, alte Landkarte, die auf seinem Schoß lag. Dann hatte er gefunden, was er suchte.


Mit einem freudigen „Aha“ faltete er die Karte wieder zusammen, schmiss den Motor an und preschte im Rückwärtsgang ein paar Meter zurück. Und wenn jetzt doch andere Autos auf dieser Landstraße unterwegs gewesen wären, hätten sich ihre Fahrer sicherlich sehr gewundert: Denn der Mann wendete den Bus plötzlich zur Seite und raste zum großen Erstaunen der Kinder mit vollem Caracho direkt auf den Wald zu!


Omnosio!“, rief er aus dem Fenster. Mit einem lauten „WUSCH“ verschwand der grüne VW-Bus mitsamt all seiner Insassen, um nur Sekunden später mitten im Wald auf einer kleinen Lichtung wieder aufzutauchen. Und dort blieb er dann stehen.


Der Motor ging aus und die Kinder rissen freudig überrascht die Türen auf. Sofort versuchten sie, auszusteigen.


„Mensch, Immy, pass‘ doch auf“, meckerte der Junge laut auf, als das Mädchen, das im Auto in der Mitte gesessen hatte, ungestüm über ihn rüberkletterte, um noch vor ihm einen Fuß auf die einsame Lichtung setzen zu können.


„Na, na, na. Fry! Ich möchte nicht, dass du so mit deiner Schwester schimpfst“, polterte der Mann, der wohl der Vater der Geschwister war. Er wollte streng klingen, doch konnte er sich ein Grinsen nicht verkneifen.


„Pah!“, entfuhr es Fry, während seine Schwester kicherte und sofort auf die Eichhörnchen zustürmte, die in der Mitte der Lichtung auf dem abgestorbenen Rasen hockten. Quietschend nahmen die kleinen Tiere vor ihr Reißaus und flüchteten auf den nächsten Baum, spähten aber von oben wieder neugierig herunter.


„Oh, schaut nur, die süßen Eichhörnchen“, rief Immy entzückt.


„Die haben Hunger“, nickte ihr Vater, der in der Zwischenzeit auf der anderen Seite des VW-Busses ausgestiegen war.


„Wahrscheinlich haben sie ihre ganzen Vorräte aufgebraucht, weil doch der Winter bis vor kurzem noch so hart war. Jetzt suchen sie verzweifelt nach Futter.“


„Och! Kannst du da nicht irgendwas machen? Bitte Papa!“, bettelte Immy und richtete ihre dunkelbraunen Kulleraugen flehentlich auf ihren Vater.


Fry schüttelte nur mit dem Kopf, ging derweil zum Bus zurück und öffnete die seitliche Schiebetür. Schnell mühte er sich damit ab, mehrere große Taschen und drei Rucksäcke hinauszuzerren. Als er die Gepäckstücke auf dem kalten, aber trockenen Waldboden aufgestapelt hatte, drehte er sich – nun ein wenig außer Puste - wieder zu seinem Vater und seiner Schwester um.


Und staunte nicht schlecht:


Ein großer Haufen Sonnenblumenkerne, Eicheln, Bucheckern und getrocknete Karotten lagen am Rande der Lichtung. Nicht nur die Eichhörnchen, auch noch andere Tiere, darunter drei Füchse, einige Waschbären, ein paar Mäuse und Ratten und viele Vögel hatten sich aus ihren Verstecken gewagt und kauten und knabberten nun um die Wette.


 


Jugendbuch, für Kinder ab 10 Jahren



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