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Fantasy Bücher
Buch Leseprobe Fry Fern, Maria Anders
Maria Anders

Fry Fern


Das Königreich der Basilisker

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Kapitel 5 - Eine geheimnisvolle Botschaft


 


Der kleine Wecker auf dem Nachttisch zeigte vier Uhr morgens, als Fry wieder erwachte. Er jammerte, fasste sich an den Kopf und rollte langsam auf die Seite, um sich hinzusetzen. Die Nachttischlampe war noch an. Mit schlurfenden Schritten ging er zur Toilette und wusch sich danach die Hände und auch das Gesicht, um sich etwas zu erfrischen. Als er in den Spiegel sah, erschrak er: Seine Augen waren verquollen und seine Nase ganz dick und rot. Er wollte einfach nur zurück ins Bett. Doch kaum hatte er sein Zimmer betreten, traute er seinen Augen nicht: Mitten im Raum hockte ein großer, hübscher Falke und schaute ihn an.


„Fürchte dich nicht. Ich bin hier, um dich zu beschützen“, sprach der Vogel leise. Er hatte eine angenehme, aber etwas heisere Stimme. Fry glaubte nicht richtig zu hören!  Als die erste Schrecksekunde vorbei war, wollte er aus dem Zimmer rennen, doch der Falke rief ihn energisch zurück. Misstrauisch blieb Fry stehen und drehte sich langsam wieder um: „Wieso kannst du sprechen?“, fragte er das Tier. „Oder sprichst du gar nicht? Hast du eine Batterie in dir drin, oder was?“ Vorsichtig ging er zurück.


„Nein“, antwortete der Falke, nun ein wenig beleidigt. „Ich bin ein sprechender Jagdfalke. Bei mir zu Hause ist das ganz normal. - Aber jetzt hör zu: Dein Vater schickt mich, denn ich soll auf dich aufpassen. Ich tu dir nichts.“ Und etwas ungelenk breitete der Vogel seine Flügel aus und flatterte zurück auf die Lehne des Stuhles, der vor Frys Schreibtisch in der hinteren Ecke des Raumes stand. „Siehst du? Leg du dich ruhig hin, dein Bett ist frei.“ Fry runzelte die Stirn. Ein sprechender Jagdfalke? „Hab noch nie gehört, dass es sowas gibt,“ sprach er misstrauisch zu dem Vogel und bemerkte dabei den hübschen, mit einem kleinen Edelstein besetzten Reifen , den dieser an einer seiner Krallen trug: „ Und wieso soll mein Vater dich geschickt haben? Der arbeitet bei einer Bank und hat mit dressierten Vögeln nichts am Hut!“ „Nun“, erwiderte der Falke, „ich komme ja auch von deinem richtigen Vater. Vom Zauberer Facundo!“ Da spürte Fry, wie seine Knie weich wurden. „Von meinem richtigen Vater? Heißt das, der ist ein Zauberer?“ Er flüsterte es mehr, als das er fragte. Ihm wurde schwindelig und er merkte wieder, dass er schrecklich fror. Da von dem Vogel keine Gefahr auszugehen schien, krabbelte Fry zurück in sein Bett und zog sich die Bettdecke ganz hoch bis über die  Schultern. So eingemummelt lag er nun da und blickte auf das fremde Wesen. Bestimmt schlief er und träumte das alles nur! Allerdings, wenn der Vogel wirklich von seinem richtigen Vater kam und der ein Zauberer war, dann war es schon möglich, dass er sprechen konnte. Denn seit Fry das dreieckige Amulett besaß, ahnte er, dass seine richtigen Eltern besondere Menschen gewesen sein mussten… „Wieso ist mein Vater ein Zauberer?“, fragte er nach einer Weile den Vogel. „Und wieso ist er nicht selbst gekommen? „Dein Vater muss sich verstecken. Er ist in Gefahr, genau wie du. Und jetzt frag nicht weiter. Ich werde dir alles zur rechten Zeit erklären.“ Missmutig sah Fry den Vogel an. Mit dieser Antwort war er ganz und gar nicht zufrieden. „Kannst du mir wenigstens sagen, wieso es plötzlich so kalt ist? Schließlich haben wir Anfang September.“ „Schau doch aus dem Fenster. Dann wunderst du dich noch mehr“, erwiderte der Falke. „Es hat nämlich heute Nacht geschneit.“ „Was?“ So schnell Fry konnte, sprang er aus dem Bett, rannte zum Fenster und riss den Vorhang zur Seite. Seine Kopfschmerzen waren total vergessen. Und tatsächlich: Eine dünne Schneedecke lag auf dem Rasen, auf den Büschen, auf Bäume und auf Sträucher. Auch die Dächer der Nachbarhäuser waren mit weißem Reif bedeckt. „Das gibt‘s doch gar nicht. Das ist ja kompletter Wahnsinn. Wie geht das?“, lachte er aufgeregt. Der Falke wippte nervös auf der Stuhllehne herum und sprach:


 


„Ich wette mit dir, in zwei Stunden ist alles wieder weg. Und doch: Du musst jetzt besonders gut auf dich aufpassen. Denn sie haben dich gefunden. Ich fürchte, bei deinen Adoptiveltern bist du nicht länger in Sicherheit.“ Überrascht starrte Fry den Falken an. Dann wurde ihm mulmig: „Wieso bin ich nicht länger in Sicherheit? Und wer hat mich gefunden? Meinst du diese grünen Tiere, die gestern im Museum waren? Sie waren abends auch bei uns im Garten, richtig?“  „Vielleicht“, meinte der Falke. „Wir nennen sie „die Draco“.“ Dann schaute er Fry keck ins Gesicht und sagte:  „Ich heiße übrigens Mr. Finley.“ „Mr. Finley? - Sehr erfreut. Ich heiße Fry Fern. Genaugenommen Fry Ferdinand Fern,“ antwortete Fry nun etwas mutiger und betrachtete den Falken ganz genau von allen Seiten. Dann fiel ihm etwas ein. „Sag mal, Mr. Finley, weißt du was über mein Amulett?“ Mit zittrigen Fingern nahm er es vom Hals und hielt es dem Falken entgegen. Der bekam ganz große Augen. „Lass das bloß um den Hals, Junge. Das ist ein Wolkendreher-Amulett.“ 


 


„Ein Wolkendreher-Amulett?“, fragte Fry erstaunt. „Ja, so heißt das. Ich weiß, dass du das von deinem Vater hast. Und jetzt geh wieder ins Bett und versuch zu schlafen. Es ist zu früh, um aufzustehen.“ Aber ans Schlafen konnte Fry nicht mehr denken. Er holte sich ein Kapuzen-Sweatshirt aus dem Kleiderschrank, zog zur Jeans noch Tennissocken an und sprang nach unten. Seine Erkältung war mit einem Schlag vergessen! Leise ging er durch die Diele in den geräumigen Salon, von wo aus man die Veranda und den Garten betreten konnte. Es war noch dunkel und Pudel Poldy in seinem Körbchen knurrte. Als er Fry erkannte, wackelte er kurz mit seinem Schwänzchen, blieb aber liegen. Aufgeregt schlüpfte Fry durch die Verandatür nach draußen, stieg in seine Garten-Clogs und ging in den Garten. Dort bückte er sich vorsichtig, nahm etwas von dem frostigen Schnee auf und betrachtete ihn von allen Seiten. In der Tat: Das war richtiger Schnee. Die frostigen, glitzernden Kristalle schmolzen schnell in seiner warmen Hand  und rannen ihm kitzelnd den Arm hinunter. Auch der Pudel war neugierig geworden und aus seinem warmen Körbchen gestiegen. Nun stand er hinter Fry und beschnüffelte erstaunt den ungewöhnlichen Bodenbelag. Keine Viertelstunde später stand Herr Schulze, der Gärtner, im Bademantel neben ihm. Er hatte sein Schlafzimmer gleich neben der Küche und war von den Geräuschen auf der Veranda aufgewacht. Nun wollte er nach dem Rechten sehen. Ungläubig meckerte er herum und schlurfte dann kopfschüttelnd durch den ganzen Garten. Schneefall im September? Na, wann hatte es das denn schon gegeben?



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