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Fantasy Bücher
Buch Leseprobe Feuer und Flamme, Bianca Peiler
Bianca Peiler

Feuer und Flamme


Teil II der Fire Hazard-Trilogie

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Etwas faucht.


Ich schrecke aus dem Schlaf hoch. Mein Herz klopft so heftig, dass ich jedem Buschtrommler Konkurrenz machen könnte. Ich brauche mehrere Sekunden, um mich zu orientieren.


Meine Wohnung. Mein Schlafzimmer.


Alles gut.


Nein. Etwas ist hier.


Ein kalter Schauer jagt über meinen gesamten Körper. Mit einer Geste entflamme ich sämtliche Duftkerzen in meiner Wohnung. Die Helligkeit ist spärlich, aber tröstlich.


„Manchmal wäre mir eine andere Gabe als meine lieber“, flüstere ich, einfach nur, um eine menschliche Stimme zu hören. „Zum Beispiel die Gabe des Licht-anmachens-ohne-den-Lichtschalter-zu-berühren.“


Zerberus steht vor der Tür zum Gang. Er macht einen Buckel, dass Quasimodo dagegen alt aussehen würde und seine Haare sind dermaßen gesträubt, dass jeder Versuch des Waschen-und-Legens zum Scheitern verurteilt wäre.


Drohend sieht es nicht gerade aus. Eher tragikomisch.


Ich schlage die Bettdecke zurück und stehe auf. Auf Zehenspitzen tapse ich zur Tür und lausche.


Flüstern.


Ich schrecke zurück. Erst jetzt merke ich, dass ich am ganzen Körper Gänsehaut habe. Mein trockenes Schlucken kommt mir unendlich laut vor.


Ripper?, rufe ich in Gedanken.


Keine Antwort.


War klar. Zu dieser Zeit schlafen nicht nur die meisten Menschen, sondern sogar mein akkurater Mentor. Dann funktioniert das mit dem Gedankenschieben nicht ganz so gründlich wie sonst.


Ich könnte ihn auf dem Smartphone anrufen. Wo ist …


Im Gang. An der Garderobe. In meiner Jacke.


Jawoll.


Nach einem letzten tiefen Atemzug öffne ich leise die Tür und schlüpfe hinaus. Zerberus faucht und macht einen Abgang unter´s Bett. Am liebsten würde ich ihm folgen.


Die Kerzen auf dem Sideboard im Flur werfen tanzende Schatten an die Wand. Ich fröstele, plötzlich ist mir kalt. Mein Atem kondensiert vor meinem Gesicht.


Scheiße, was ist hier los?


Das Flüstern wird lauter.


In der Küche, denke ich. Betreiben meine Bratpfannen jetzt Konversation?


Unentschlossen flackert mein Blick zwischen der Garderobe und der Tür zur Küche hin und her. Was wird Ripper sagen, wenn ich ihn jetzt aus dem Schlaf klingele und dann herauskommt, dass ich nur einen schlechten Traum hatte? Was soll ich sagen?


„Äh, hallo, ich rufe an, weil ich schizophrene Anwandlungen habe und in meiner Wohnung die Heizung ausgefallen ist. Kannst du bitte herkommen?“


Ich kaue auf meiner Unterlippe herum.


Nein, das hier schaffe ich allein. Ich bin doch kein kleines Kind, das Angst vor den Monstern unterm Bett hat! Ripper würde mich sicher nicht verstehen. Ich sehe seinen stirnrunzelnden Blick schon vor mir.


Vor wenigen Monaten noch hätte ich ihn angerufen. Aber vor wenigen Monaten wäre so einiges anders gelaufen.


Ich lasse zwei kleine Feuerbälle entstehen, die mich umschwirren wie Glühwürmchen. Ich will bereit sein. Mein Feuer scheint sich zu sträuben. Fast habe ich das Gefühl, als müsste ich es überreden, mich zu beschützen. Seltsam.


Auf Zehenspitzen schleiche ich zur Küche.


Das Flüstern wird noch einmal lauter. Es füllt meinen Kopf aus, scheint mich einlullen zu wollen, mich … um Hilfe zu bitten? Die Kälte nimmt zu. Meine nackten Füße scheinen auf dem Boden festzufrieren.


Ich presse meinen Rücken gegen die Wand neben der Küchentür. Dann wirbele ich herum.


Nichts.


Die Küche ist leer. Das Flüstern ist verstummt. Die Kerzen flackern in einem seltsam violetten Farbton. Auf dem Küchentisch liegt das kleine Buch, das der Anführer der Satanisten für sein Ritual benutzt hat.


Meine Gänsehaut ist kaum noch zu übertreffen. Das Buch grinst mich an.


Ich lache nervös. „Ja sicher, Lele. Das Buch grinst dich an. Dabei stehen gar keine Witze drin. Oder?“


Zögernd mache ich einige Schritte, bis ich am Küchentisch stehe. Dann nehme ich das Buch beherzt in die Hand und blättere es durch. Alte Runen schimmern mir entgegen. Ich erkenne keine einzige und frage mich schon, wie es diesen Satanisten gelungen ist, ein Gebet daraus zu rezitieren, als mich die Passagen, die auf Deutsch verfasst wurden, förmlich anspringen.


 


Er wird herrschen über die Erde und das Himmelsreich, und Seine Kinder werden die Dimensionen besiedeln. Aus Flammen und Schatten wird Sein Reich erschaffen werden. Seine Söldner werden einfallen in das Reich der Himmlischen Mächte, und vernichten werden sie die Engel des falschen Herrn.


 


Flammen und Schatten.


Mein Herz rast, als stünde ich kurz vor einem Infarkt. Die Zeilen kommen mir so bekannt vor, als hätte ich das Reich aus Flammen und Schatten selbst erlebt. Selbst erschaffen.


Ich schlage das Buch zu und wickele es in ein Geschirrtuch. Reiße die Wohnungstür auf und renne hinaus. Mit wenigen großen Sätzen haste ich die Treppe hinab und werfe das Buch einfach in meinen Briefkasten. Plötzlich habe ich das Gefühl, als würde es mich anknurren und gegen sein Gefängnis ankämpfen wie ein wildes Tier. Einige Atemzüge vergehen, in denen ich dastehe und den Briefkasten anstarre.


Dann drehe ich mich um und renne.


Hinter mir ist jemand. Ich spüre seinen Atem in meinem Nacken. Mein Tempo steigt, genau wie die Angst. Mein Herz hämmert gegen meine Rippen, immer wieder, wie ein perverser, albtraumhafter Rhythmus, der Soundtrack zu einer Riege tanzender dämonischer Verfolger.


Ich schaffe es zu meiner Wohnungstür. Gehetzt stoße ich sie auf und werfe sie ins Schloss, sobald ich über der Schwelle bin. Ich drehe den Schlüssel zwei Mal um und luge durch den Spion.


Der Hausflur ist leer.


Natürlich ist der Hausflur leer. Wer sollte mich auch verfolgen? Der Bi-Ba-Butzemann? Der arme Schuster, der im Keller wohnt und die Sonne nicht kennt?


Waren die Lieder meiner Kindheit schon immer so unheimlich?


Ich gleite zu Boden und lege das Kinn auf die Knie. Mein Atem geht keuchend. In der plötzlichen Stille klingt er unnatürlich laut.


Überreizt, denke ich. Es war alles zu viel. Ich bin einfach nur überreizt. Ich brauche dringend Schlaf. Jetzt finde ich schon Kinderlieder unheimlich.


Dennoch. Der seltsame Traum. Das Flüstern. Das Gefühl, dass dieses dämonische Buch das personifizierte Böse ist. Die Ahnung, dass mich jemand verfolgt.


Es war so real. Kann ich mir all das nur eingebildet haben?



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